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Armenpfleger-Angclegenheit und durchaus nicht als ob in Frankreich bte ßr oße moderne Proletari ats- frage einer praktischen Lösung entgegenginge. So weit geht hier die Verblendung: Nach diesem Kom- M sslonsberichte ist der Sturm der Februar-Revolution »-ne jedwede Berechtigung gewesen; das von der Ä g i o t a g e und dem Egoismus des groß e n K a p i- tals korrumpirte Gouvernement Louis Philipp's hat, nach ihm, für alle Wunden des Volkes die allerschönsten Heilmittel gehabt und mit den alten Bettelsuppen und Schönpflästerchen will er wieder eine Gesellschaft und eine Nation beruhigen, in der seit einigen Jahren aus einem Systeme der Socialismus zu einer Religion werden konnte. Was ist cs nöthig , dem deutschen Leser alle die kleinen Mirtelchen, welche der Kom­missionsbericht vorschlägt, herzuzählen und mit denen er sich über die Bedeutung der socialen Frage fortzu­lügen sucht; es sind eben nur die Mittel der gcwähn- lichen Polizei und der gewöhnlichen Armenpflege; der sociale Ernst der Gegenwart hat ihnen nicht einmal eine neue Färbung gegeben; alle socialen Ideen und Pläne, in denen die Angst des französischen Volks- geistes sich abreibt, sind dort nur mit dem Hohne des großes Kapitals abgewiesen worden. Es konnte na­türlich von einem Kommissionsbcrichte der Legis­lativen weder der Vorschlag socialister Erperi- mente, noch die Ausrottung des Proletariats er­wartet werden, aber mindestens durfte man weder solchen Hohn, noch solche Verblendung er­warten , wie der Kommissionsbericht sie zur L-chau trägt; mindestens durfte man glauben, daß die Kom­mission für den öffentlichen Beistand über den Egois­mus und über die Freude am großen Kapitale nicht alle Krämpfe, alle Bedürfnisse, alle Angstanstrengungen des Volkes vergessen werde. Und dennoch ist cs so; das grore Kapital ist der Grundgedanke, Thiers wird ein würdiger Berichterstatter sein. Nicht blos gegen das Proletariat, welches Frankreich mit seinen furcht­baren Krisen durchwühlt, hat dieser Bericht eigentlich nur Hohn und Verachtung; auch gegen die zahlreichen Klassen der Gesellschaft, welche an der Gränze des

Proletariats stehen und welche jedesmal einer Revolu­tion den Ausschlag geben, hat dieser Bericht nur Ge­ringschätzung, und die hier so wichtige Grundkredits­frage wird mit der unglaublichsten Leichtfertigkeit be­handelt.

So heißt es:die Kommission glaubt nicht an das System der Volksbanken, sie glaubt nicht an ein Grunbkreditsystcm, wobei man deutsche Beispiele im Auge hat, und sie verwahrt sich gegen jede Einfüh­rung von Papiergeld. Die Kommission hält nichts von Associationen, die sich mit den Geldern des S-taa- tes bilden und sie glaubt nicht an andere, weil ihnen die Lebenskraft fehlen wird!" Die Kommission glaubt nicht! Welch eine Redensart! Glaubt die Kom­mission auch nicht, daß in Frankreich ein großes Pro­letariat eristirt und daß dieses Proletariat, dem Gottes­dienste des großen Kapitals gegenüber, angefangen hat für eine besondere Religion zu schwärmen? Für das Volk Almosen, für das große Kapital Frankreich! Das glaubt die Kommission, das wird Thiers auf der Tribüne vertheidigen, das wird die Kammer-Ma­jorität beschließen.

Afsifeuverhandlungen zu Wiesbaden.

Dreizehnter Proceß.

Anklage gegen A n t o n Benz, Johann K i e f e r, Johann Noll, Johann Sy re, Peter Schwei­kart, Michael Schlag wein, Johann Nekel- bach, Nikolaus Weinbach, Peter Werner u. Jakob Würges sämmtlich von N i e d e r l a h n - stein wegen Aufruhrs und unerlaubter Be­freiung eines Gefangenen.

$ Wiesbaden, 4. Februar. Wilhelm Neck II. von Niederlahnstein injuriirte am 14. Juli 1848 bei Gelegenheit eines Rechtsstreites den Rechnungsrath v. Born Horst von Oberlahnstein auf der Amtsstube in Braubach, weßhalb er zu einer 2tägigen Gefängniß- strafe verurteilt wurde. Einige Tage vorher ließ sich der Kaufmann Schmidt von Nicderlahnstein

Aehnliches zu Schulden kommen, wurde aber nicht zur Strafe gezogen. Dieses Verfahren brachte in Niederlahnstein eine bedeutende Aufregung her­vor, die zur Folge hatte, daß die Mehrzahl der Riederlahnstciner, der Bürgermeister an der Spitze, nach Braubach zogen, um, da mehrere Gesuche um Befreiung unberücksichtigt blieben, persönlich nochmals gütlich um die Freilassung zu bitten. Dieses Bitten half nichts, die Aufregung steigerte sich immer mehr und so drang dann der ganze Haufen, der nicht mehr zu beruhigen war, vor das Amtsgefângniß und be­freite den Gefangenen. Die 10 Angeklagten waren dabei.

(Schluß folgt.)

Bei der Expedition der Freien Zeitung sind wei­ter eingegangen:

1) Für bte Angehörigen Kinkels: Gesammelt in einer Abendgesellschaft in Winkel, über­geben durch Hrn. Schmidt......14 fl.

2) Für dic politischen Flüchtlinge in Straßburg:

Von dem demokratischen Verein in Oberursel 4 fl. 30 kr. 3) Für die politische Flüchtlinge in der Schweiz:

Von Frau Presber in Schwalbach . 30 fl.

Von dem Bürgerverein in Nassau . . 12 fl.

Frachtpreise.

Diez, 1. Febr.

Rother Walzen . . . .

Weißer Waizeii.....

Korn........

Gerste .......

Hafer .......

lr. Preis.

11 fl. 26 kr.

11 fl. 12 fr.

6 fl. 54 kr.

5 fl. 35 kr.

4 ft. fr.

2r. Preis.

11 fl. 30 fr.

11 st. 27 kr.

7 fl. 2 kr.

5 fl. 41 fr,

4 fl. kr,

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Gekaantma

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« NgeN.

Geborne, Proclamirte, Getraute und Gestorbene in der Stadt Wiesbaden.

Geboren: Am 29. Dez. dem H. B. und Schrecnermeister Johann Jacob Leimer eine Tochter, N Anne Karoline. Am 6. Jan. dem Herzog!. Domäncn-Accessistcn August Christian Otfcnius eine Tochter, N. Julie Elisabethe Auguste. Am 7. Jan. dem H. B. u. Stadtrechner Friedrich Karl Ferdinand Lauterbach eine Tochter, N. Pauline Ferdinande Louise. Am 7. Jan. dem Rochier Johann Heinrich Hildebrand zu Adamsthai ein Sohn, N Karl Heinrich Wüheim. Am 8. Jan. dem h. B. u. Schuhmachermcister Franz Mayer eine Tochter, 9t Louise Katharine. Am 8. Jan. dem h. B. u. Spenglermeister Philipp Heinrich Karl Stemmler, eine Tochrer, N. Marie Margarethe Philippine. Am 13. Jan. dem H. B. und Schuhmachermcister Johann Philipp Jung eine Tochter, N. Wilhelmine, Friederike Philippine. Am 15. Jan. dem H. B. u. Gerichtsvollzieher Johann Georg Karl Martin Schmidt eine Tochter, N. Philippine Jacobine.

Proclamrrt: Der h. B. u. Landwirth Georg Reinhard Göttel, ehl. led Sohn des H. B. u. Landwirths Johann Daniel Göttel, und Christiane Katharine Merten, ehl. led. Tochter des Landwirthes Johann Georg Merten zu Erbenheim. ,

Gestorben: Am 28. Jan. der h. B. u. Kiesermeister Karl Wilhelm Phügus, alt 71 j. 2 M. 5 T. Am 30 Jan. Philippine Justine Katharine, geb. Himmei, des H. B. u. Gerichts­vollziehers Johann Georg Karl Martin Schmidt Ehesrau, alt 21 I. 28 T. Am 31. Jan. Hcmrich Georg Karl Johann, des Sergeanten Johann Wilhelm Peter Baum Sohn, alt 6 W. 11 T.

^(15) Soeben ist wieder angekommen und durch die H. W. Ritter'sche Buch­handlung zu beziehen:

Ein Wort des Rechts

für alle

Weichsverfassungs - Kämpfer,

an die

deutschen Geschwornen

von

Ludwig S i m o n von Trier.

Mag die Reichsgewalt zerfallen, das Vaterland mehr als je zerrissen sein, dennoch ist es eine gemeinsame deutsche Sache daß nicht auch die Rechtsbegriffe nntergehen."

Broch. Preis 30 kr.

Ludw.ig Uhland.

Einladung zur Subscription!

Dor einigeu Tagen haben die Quartalsitzungen der Asstsen des Herzogthums nieder ihren Anfang genommen und im Laufe dieser Sitzungen wird auch die An­gelegenheit des

Idsteiner Landes-Congrefses, welcher sich bekanntlich die Aufgabe gesetzt hatte, durch gesetzliche Mittel die Durch­führung der deutschen Reichsverfassung vom 28. März zu bewirken, zur Ver­handlung kommen. _

Da die unterzeichnete Buchhandlung sich überzeugt halt, daß die den ^b|tcmer Landescongreß betreffenden Verhandlungen mit großem Interesse nicht allein innerhalb des Herzogthums- sondern auch außerhalb der Grenzen desselben verfolgt werden möchten, und da es gewiß auch Vielen erwünscht sein wird, wenn ihnen diese Verhandlungen nicht allein sehr rasch, sondern auch in erschöpfender Vollständigkeit zugänglich gemacht werden: so' hat die Verlagshandlung sich dazu entschlossen, die Assisenverhandlungen, welche die wegen des Idsteiner Landcscongresses Angeklagten (die Abgeordneten: Hof- und Appellationsgerichts-Präsident Raht von Dillenburg; Advokat Müller II. von Nastätten; Prokurator Lang; Liqueurfabrikant Iusti von Idstein; Amtssekre­tär Hehn er von Rennerod; Pfarrer Snell von Langenbach; Landober­schultheiß Wenkenbach von Wehen; und Carl Schapper, Corrector der früher erschienenenNeuen Rheinischen Zeitung" in Cöln; Dr. Meyer von Catzenellnbogen und I. Oppermann, Redakteur derFreien Zeitung" in Wiesbaden.) betreffen, stenographiren und in einem besonderen Abruck in gr. 8° erscheinen zu lassen. .

Der Subscriptionspreis beträgt 4 kr. per Bogen und durfte nach vorläufigem Ermessen das ganze Werk nicht über 8 10 Bogen stark werden. Die unterzeich­nete Buchhandlung erlaubt sich daher zum Abonnement auf die,e stenographische Abdrücke einzuladen und die Bitte auszufprechen, die Subscriptionslisten baldigst franco zurückzuschicken; da die bedeutenden Kosten des Unternehmens das Erschei­nen desselben nur dann möglich machen, wenn eine genügende Betheiligung an der Eubscription erfolgt zu recht zahlreichem Unterzeichnen ladet deßhalb ein die

Wiesbaden, 16. Jan. 1850.

H. W. Ritter'fche Buchhandlung.

(1292) Durch die H. W. Ritter'sche Buchhandlung in Wiesbaden ist zu be­ziehen:

Komischer Bolkskalender für 1830.

Herausgegeben von Adolph Brennglas. Mit vielen Illustrationen von Th. Hosemann. Fünfter Jahrgang. broschirt Preis 36 kr.

1073) In der H. W. Rittcr'schcn Buchhandlung ist wieder vorrâihig:

Blicke in das Labyrinth der Zukunft.

Preis 12 kr.

In merkwürdigen Weissagungen des Johann Ad. Müller,

Yelland Bauersmann auf dem Maisbacher Hofe bei Heidelberg.

Durch vortheilhafte Einkäufe bin ich in bin Stand gesetzt, meine Waaren zu den billigsten Prcißen überlassen zu kön­nen, als namentlich:

Äapeelitaiei % breit, per Elle 17 kr.; 10/4 breit 48 kr. per Elle.

Tibet l% breit per Elle 48 Jr. in allen Farben.

Mouslin de laim neueste Muster, per Elle 18 kr.

Shnrting % breit 910 kr. per Elle.

Vorhangzeuge 2 Ellen breit, per Elle

12 kr.; '% breit per Elle 18 kr.

Möbelkattun 2 Ellen breit, 22 kr. per Elle; % breit 15 kr. per Elle.

Leinwand % breit von 1214 bis zu 18 kr. per Elle.

Cattun 7/4 breit 12 kr. per Elle.

Orleans in allen Farben zu 2224 bis zu 30 kr. per Elle.

Eine große Auswahl von gedrucktem Zeug 10 kr. per Elle.

Feinster Bukskin die Hose 5 fl. 30 kr.

Lange ShwalS per Stück 6 fl.;% große per Stück 3 fl.

Farbige ^Herren-Hemden per Stück

Vorleg-Teppiche per Stück 2 fl. u. s. w. und beehre mich deßhalb, unter Zusicherung pünktlichster Bedienung, dem geehrten Publi­kum bestens zu empfehlen.

Wiesbaden, den 28. Jan. 1850.

l«j'«»,K« Fürth,

(100) Neue Colonade Nro. 29 und 30.

(1) G. Aßmann, Lauggasse, kauft fort­während Fässer verschiedener Größe.

(99) Stück-Fässer, Lager-Fässer für Oel, lOel-Fâffer für Pfuhl) und verschiedene grö­ßere und kleinere Fässer Verben billigst ver­kauft durch Herrn Friedrich Emmermann in Wiesbaden.

(98) Wegen Wohnungsveränderung gebe ich meine Kurzwaaren um den Ein­kaufspreiß ab.

«X. JPh. Steinerner

Metzgergaffe.

(52) Es sind Stapitalien in jeder Größe stets zu haben durch Friedrich Schauß in Wiesbaden, Marktplatz Nr. 12.

(97) Bei J. Ricker in Gießen ist erschie­nen und in allen Buchhandlungen zu haben: Schmèd, Leopold, über die jüngste Mainzer Bischofswahl.

Ein Beitrag zur Kirchengeschichte und prakti­schen Theologie unserer Tage, bestehend in Aktenstücken und einigen wenigen Bemerkun­gen dazu. Preis: 24 kr.

Theater zu Wiesbaden.

Dienstag, den 5. Februar. Der Schwur, oder: Die Falfchmün- zer, komische Oper in 3 Aufzügen. Musik von D. F. E. Ander.

Druck und Verlag der C. Rittcr'schcn Buchdruckerei.