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SM. Der CorrrruunisumS und die Heuchelei der Bourgeosie, oder der wahre tStiiti des Dreikiassenwahlgesetzes.
Die Männer für Freiheit, Gesetz und Ordnung, die so gern und so oft die demokratische Partei des GütertheisrnS und der Heuchelei beschuldigt haben und noch immer beschuldigen, haben bei der Wahl zum Erfurter Fastnachtsspiel sich wieder eine empfindliche Blose durch ihre Jnkonsrgueuz gegeben und verfechten jetzt selbst den Communismus — wenn auch nur in Entziehung von Rechten — und heucheln jetzt selbst wie früher in den Marztagen dem Volk gegenüber, so jetzt dem Gouvernement gegenüber. Der Ausspruch ist hart, aber wahr, und wir wollen ihn hiermit beweisen.
Kein Recht ist nämlich heiliger, als däs des Wahlrechtes^ ein Recht, das vor der Märzrevolution schändlich mißachtet war und durch die März- revolution glücklich und zur allgemeinen Zufriedenheit an vielen Orten wieder eingesetzt schien. Man tadelte die früheren Kammern wegen Mangel an Intelligenz und doch waren die Mitglieder aus der Zahl der H ö ch st b e st e u c r t e n hervorgegangen, man tadelte es, daß das vormärzliche Gouvernement so lange gegen das ^Gesetz der Gleichberechtigung in den allgemeinen staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten, das frühere Wahlgesetz bestehen ließ. Es verdient hier bemerkt zu werden, daß grade die damaligen Großschreier uzid Tadler wieder dieselben sind, die jetzt das auf Verstoß dieser Gleichberechtigung beruhende Wahlgesetz zum Erfurter Parlament vertheidigten und anitahmen. Man kann wohl sagen, aber nicht beweisen, daß die Mindcrbesteucrten weniger Rechte und Pflichten gegen den Staat haben, als die HöherbestcuertemVinl man dieses nicht beweisen kann, so haben bli?MNWi Engel mit schwarz-weißen Kniffen und Psiffen das Drei- Claffen-System im Wahlgesetz ersonnen und hierdurch der 3ten und ärmeren Elaste ein Recht, dessen rechtmäßigen Besitz man nicht ableugnen kann, gelassen, allein nur scheinbar gelassen, in Wahrheit aber genommen. Denn wenn man unter 1110 Bürgern 10 der 1ten Classe, 100 der 2ten El. und 1000 berSten @[. untereinander zur Wahl eines Wahlm nnes gleichstellt, so sieht doch jeder Vernünftige ein, daß ein Bürger der Iten Classe loOmal mehr Rechte hat als einer der 3tkii Classe, zumal da durch die Oeffentlichkeit der Abstimmung die höchstbestkuerten Angestellten und Civil- personen ihr untergeordnetes Personal in der 2ten und 3ten Classe zu ihren Zwecken benützen und kontrolliern können; das Unrecht, das sie hierdurch in der iten Classe ausüben, üben sie denn auch nochmals in der 2ten und 3ten Classe aus. Diejenigen „besten Männer" nun, die eine so offen an den Tag gelegte Gespenftcr- furcht vor Coinmnnismus haben, tragen aber kein Bedenken, selbst Communisten zu sein, wo es sich darum
$ Bodensee s Rache.
(Sin Möhrcheu von einem Reichsschulmeistcr)
„Die Sinsen im Kreise nur leise Flüstern verstohlener Weise." (Mummelsec'è Rache von A. Schneyer.)
Der Bodensee, der Bodensee,
DaS ist ein schlimmes Wasser:
Geschmolzen Eis, getrauter Schnee,
Ist er ein schlechter Spasser.
Zwar malt ihn ruhig, malt ihn gut
Das Lächeln auf dem Munde;
Doch innen kocht ein böses Blut,
Wir haben davon Kunde.
Es war int wilden Monat Mär;,
Da Hatt' auch ihn durchschüttelt
Ein Frühlingssturm, der allerwärtS
Die Sümpfe aufgerütlelt.
Drob war, sobald der Sturm verbraust,
Sein Buseu tief erbittert:
„Ihr, die ihr mir das Schilf zerzaust,
Ich will euch, nun erzittert !"
Da kam auf seiner stillen Fluth
Ein Schifflein hergefahrcn:
All seine Ladung froher Muth,
Ein Dichter, jung von Jahren.
handelt, der ärmeren Classe das höchste Recht der aktiven Wahl zu entziehen. Wir haben bereits oben gesagt, daß man unsre aus einem ähnlichen Wahlgesetz hervorgegangenen Kammern der früheren Jahre des Mangels an Bolkoliebe und Intelligenz beschuldigte. Unsre Gegner in der Bourgeoisie nun können nicht sagen, daß sie nicht das jetzige Wahlsystem hervorgelockt haben, daß sie daher auch nicht für die Folgen desselben verantwortlich seien. Allein daS für die Bourgeois kommunistische Wahlgesetz fordert nicht, daß jeder wählen m ü sse, sondern nur, daß, wer seiwillig wählt, sich auch an das Wahlgesetz halten müsse. Es über« läßt daher Jedem das Wählen oder Richtwählen, die Nichtwählenden können aber nicht verantwortlich sein für das gesetzlich erlaubte Nichtwählen, wohl aber könnte man die Wählenden für das nicht gesetzlich gebotene Wählen verantwortlich machen. Wer daher gewählt hat, ohne daß er wählen mußte, hat die Hand mitgeboten, daß andern und zwar der zahlreicheren Staatsbürgerklasse ein Recht bis auf ein nichtssagendes Minimum verkürzt ist und dieses ist der oktroyiere CommunismuS der Bourgeoisie.
Das jetzige commninstische Wahlgesetz läßt sich nicht damit vertheidigen; daß die Intelligenz an den Besitz gebunden ist, wie wir aus eigner Bekanntschaft der früheren Kammermitgliedcr genugsam wissen; man kann ferner nicht sagen, daß derjenige Bürger, der tausend Gulden Abgaben gibt, lOOmal mehr Interessen an dem Staat hat, als derjenige, der nur 10 fl. gibt, denn man weiß, daß der Aermere zum Schutz seines Bater- landes sich ebenso gern und vielleicht bereitwilliger unter die Waffen stellt, als der Reichere; man würde von Seiten der Reicheren ein ungeheures Heulen erheben, wenn man consequenc dem Wahl gesetz aus 10 Bürgern der Iten Klasse, aus 100 der 2ten Klasse und aus 1000 der 3a s Klasse jedesmal eine gleiche Anzahl zur Recrutirung ausheben wollte und dennoch stolziren sie immer mit der Phrase von ihrem größeren Interesse am Staate. Was hat man also für einen Grund für Annahme eines solchen, den allgemeinen staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten widersprechenden Wahlpeinzips, da weder Intelligenz noch Interessen am Staat der Bestimmungsgrund sind? Doch wohl keinen andern, als die Furcht, daß die ärmere Klasse, die ebensowohl intelligente als patriotische Bürger unter sich zählt, das größte Kontingent in bas demokratische Lager schicken werden.
Wenn das der Bestimmungsgrund war, so hätte man dieses in der Einleitung zu der veröffentlichten DreikönigsVerfassung auch sagen sollen, man hätte dann offen und wahr gesprochen. Glaubt man aber hiermit die demokratische Partei zu unterdrücken, so hat man hiermit nicht das Mittel getroffen sie zu vernichten, sondern cs wird gerade, wenn der Jndifferentismus vollends ausgeschlasen hat und das Volk dann einsicht, wie man ihm sein heiligstes Recht entzogen hat, das Mittel sein, die Demokratie zu
eagaBMCTMUJW ■ i iiiimii i ...... i.itâäâl-M-s^SM^^^n-in^
Es war ein muntres Taunnskind,
Das in den Sturm gesungen:
Weh ihm — ihn hatte pfeilgeschwind
Der falsche See verschlungen.
Ein Andrer kam vom kühlen Bacv,
Wo gern die kleinen Schwalben
Ihr Pisehâuschen bau n an'S Dach, Und war gern allenthalben.
Er kam, ein lustig Turnerkind,
Sorglos daher gesprungen:
Weh ihm —■ auch ihn hat pfeilgeschwind
Der falsche See verschlungen.
Und so noch manches Schiffers Kahn
Verschlangen seine Wogen,
Der auf der glatten Wellenbahn
Froh kam daher geflogen.
Im Wahn, daß sie den bösen Wind
Gemacht mit ihren Lungen, Hat sie aus Rache pfeilgeschwind
Der falsche See verschlungen.
Drum, liebes Menschenschiffleiu dort,
Laß Dich die Mähre schrecken
Und wolle keinen sichern Port Im Bodensee entdecken!
heben und dem Geldaristokratismus jeden Halt zu benehmen.
Das zweite, was wir an dem octroyi'rten Wahlgesetz tadeln, ist die Oeffentlichkeit der Stimmabgebung. Würden alle Staatsbürger so unabhängig sein, daß sie von der offenen Wahl keinen Nachtheil für ihre bürgerliche Eristenz zu befürchten hätten, so wäre wohl nichts gegen diese Art Oeffentlichkeit einzuwenden; da aber die meisten Bürger, Angestellte und Nichtangestellte, abhängig sind, und da es gerade die ärmere Classe trifft, so fragt es sich, ha^ man diese Abhängigkeit im Wahlsystem benutzen wollen oder nicht. Da jedoch der Einfluß dieser Abhängigkeit auf die Wahl bekannt sein mußte bei Abfassung des Wahlsystems, so hätte man, wollte man diese Abhängigkeck nicht ausbeuten, eine geheime Abstimmung in Berlin aufnehmen müssen: da man aber diese nicht aufnahm, so hat man die Abhängigkeit eben benutzen wollen. Ist dieses aber ein Mittel zur Charakterbefestlgung oder ist es eines zur Heuchelei? Man wird nicht im Geringsten im Zweifel sein, wenn man weiß, daß man auf die Angestellten eingewirkt hat, sich bei der Wahl zu betheiligen; wenn man in den Wahllisten das Uebergcwicht des abhängigsten aller Abhängigen, des blau, schwarz und grüngefrackten Pro« letariats, sieht; wenn man weiß, daß viele Angestellte offen aussprachen, nur aus Furcht für ihre Stellung als untertänigste Diener gewählt zu haben; wenn man weiß, daß viele Bürger nur wegen ihrer Kundschaft gewählt und ihre Stimme entsprechend abgegeben haben. Wenn sich ein Gouvernement verlassen will, auf Leute, die der Art so außerordentlich leicht beweglich sind, so ist cs verlassen, wenn es sich auf sie verlassen muß: denn es sind Leute, die beim geringsten Hauche zum größten Theil auch sogleich in das jenseitige Lager überlaufen. x
â Eine Märzerruttgenfchaft.
Motiv: Wenn ich meinem Pferd i» die Mähnen greife, so koslcl's dm Staat drei Gulden.
Aus der Provinz. Niemand freut sich mehr über die Trennung der Justiz von der Verwaltung, diese wohlthätige, der Verwaltung einen rascheren Gang, der Justiz die nothwendige Unabhängigkeit sichernde Einrichtung, als — manche Krcisbeamten. Die Ursache liegt nicht etwa darin, weil diese Märzgeburt ein wahrer Fortschritt ist, und diese Kreisbeamten sehr dem Fortschritt huldigten, nein, sondern darin, weil sie diese Mârzcrrungcnschaft als eine wahre, b. h. materielle Errungenschaft betrachten nud auszubeuten wissen. Hätten doch die Märzerrungen schäften auch anderen Leuten solche Vortheile gebracht.
Nicht wenige Kreisbeamten kreisen nämlich viel mehr in ihrem Kreis herum, als auf ihrer Geschäfcs- stube, beobachten die Vorschrift des §. 9 des Gesetzes vom 4. April 1849, wonach sie an zwei Tagen in
Geschmolzen Eis, gethauter Schnee,
Ist er ein schlechter Spasser:
Der Bodensee, der Bodensee,
DaS ist ein schlimmes Wasser!
Leben und Abenteuer des John Davys.
Don Alexander Duma».
(Fonfeyung.)
Der Capitstin fragte Jacob,Avie in türkischer Sprache „Still!" heiße, fegte ras Sprachrohr an die Lippen und wievcrholte bas ihm genannte Wort so stark, daß es über bie Menge hinrollte, wie ein Donnerschlag. Sogleich hörte, wie burch Zauberei Ver Tumult auf, die Säbel und Dolche wurden in die Scheiben gesteckt, bie Ruder sanken brwegnngslvs nieder und Jakob fragte, welches Verbrechen der Mann begangen habe, den man verfolge.
Alle Stimmen antworteten mit der Kraft und Ein- müthigkeit eines Chores:
„Er hat gemordet! Er muß sterben!"
Jacob winkte und man schwieg von neuem.
„Wen hat er gemordet und warum hat er gemordet?"
Ein Mann erhob sich.