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â 27* Wiesbaden. Freitag t* Februar Z^-ZO.

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darüber täglich laut werdende Tadel der preußischen Nachbarn nur ein gerechter ist.

Den Herrn /X Correspondenten von der Lahn er­innern wir nur an die Straße bei Heckholzhauseu und ; rufen ihm einhic lepus in pipere zu!

Die Straße von Die; nach Nassau haben wir des­wegen stark betont, weil deren Anlage für die untere Lahngegeiid von großer Wichtigkeit ist und weil wir von der projektirten Anlage uns nicht diejenigen Er­leichterungen versprechen, deren der Verkehr so drin­gend bedarf.

Was vorerst die Behauptung anbelaugt, als ob die Anhöhe bei Die; auf keine andere Weise zweckmäßig zu ersteigen sei, als auf die vorgcschlagenc, d h. über den steilsten Punkt der Anhöhe, so verweisen wir beide Herren auf die Richtung durch die sogenannte Au. Wenn es möglich ist, über den Semmring, der eine Höhe von 2854 Fuß hat, eine Locomotivcu-Bahu an­zulegen, wird es auch wohl möglich sein, bei viel gün­stigeren Verhältnissen eine gewöhnliche Straße mit 3 Gr. Steigung" in den auf der westlichen Höhe bei Diez gelegenen alten Weg zu führen, der circa 200 Fuß über dem Spiegel der Lahn liegt. Daß dieser alte Weg horizontal sei, haben wir nicht behauptet, wir haben nur gesagt, daß er esfast" oder mit an­deren Worten, im Verhältniß zu der projektirten neuen Richtung sei.

Den Hollerich »»langend, haben wir nicht nöthig, i unsere ausgestellte Behauptung näher zu beweisen, da ; inzwischen die Straße an jener Stelle we- i gen erfolgter Einstürzc nicht zu befahren : ist, und die Comummkatton mit Wagen jetzt der Art bewerkstelligt wird, daß die Wagen auseinander ge­nommen und sammt ihrem Inhalt getragen werden. Wenn Hr. Schapper behauptet, daß durch das Ein­schroten einer Straße am Beraesabhangc sich die Stein- massen loslösen wurden, so tritt dieser Fall Du je grö­ßerem Maße ein, als der Einschnitt tief ist und da der projektirte und theilweise ausgeführle Einschnitt be­deutend tiefer wird, als wenn der Weg um den Berg geführt würde, so hat Hr. Schapper selbst das Ver- dammungsurthell über die projektirte Anlage ausge­sprochen.

Der Kostenpunkt allein kann bei Straßenanlagen von solcher Wichtigkeit nicht maßgebend sein, besonders - wenn, wie in dem vorliegenden Falle, die Brauchbar­keit derselben dadurch in Frage gestellt wird; wenn man sparen will unb muß, dann spare man am rech­ten Ort.

Bezüglich des Wasserbaues verlangt Hr. Schuppe r : zu wissen, wo unser Ländchen dietheuren Erfahrun- ' gen" gemacht habe. Sollte es etwa demselben fremd ; sein, wie vor noch nicht langer Zeit alle zum Schutze deö Biebricher Hafens ausgeführten Arbeiten nach dem Ausspruch einer Berliner Commission wieder vernich- : tet werden mußten, wenn der Hafen selbst nicht da- ! durch aus's Höchste gefährdet werden sollte V

Ueber den Straßen- und Wasserbau in I Nassau. ;

tzW Von der Lahn. In No. 297 und 299 tc^ Jahres 1849 dieser Blätter versuchen es Herr Schupp er ! und sein getreuer Schildknappe an der Lahn die von i uns bezüglich des Wasser- und Straßenbaues aufge- ; stellten Behauptungen, die nur ans Thatsachen fußen, zu widerlegen; Herr Schapper betont es sehr stark, daß wir nicht mit unserem Namen vor die Oeffentlich- keit treten: vielleicht um uns dann unter die Fit­tige seiner väterlichen Obhut zu nehmen ; so lange wir noch Beweise für unsere Behauptungen haben, ist dieses durchaus nicht nöthig; der Eorrespoudmt von der Lahn steht in unserem Aufsätze ein Produkt der Langeweile: wir haben noch nie so viel Langeweile ansgcstanden, als beim Lesen seiner Vertheidigung des Herrn Schapper und der Herr Correspondent mag vielleicht deßhalb wie Cicero pro domo gesprochen , haben, weil er sich selbst betroffen fühlte. Es ist üb­rigens die Corrcsponden; von der Lahn nur ein Echo der sogenannten Rechtfertigung des Herrn Schapper, die wir in dem Folgenden, insoweit sie unsere Behaup­tungen Lügen strafen will, widerlegen wollen.

Herr Schapper stützt das Fundament seiner Ver- ' thekdignug darauf, daß er für Straßcnanlagen, die nicht unter seinem Referate entstanden seien, auch nicht verantwortlich sei; wir sind in diesem Punkte ganz 1 derselben Ansicht, müssen es jedoch ganz entschieden in l Abrede stellen, daß die unter seinem Referate angeleg- ; teil Straßen völlig tadellos seien, weil sie eine genü- i gendt Breite und nicht mehr als dreiGrade" Stei- : gung haben. Der bei Herrn Schapper gültige Satz,eine Straße sei zweckmäßig, wenn sie bei 3 Gr. Steigung genügender Breite, schönen Gräben und ho­hen Dämmenw. möglichst grade ist," ist nebst andern, vor Knrzcm in Nassau aufgefrischten den Straßenbau betreffenden verderblichen Grundsätzen in den Nachbar­staaten längst vermodert. Die von Herrn Schapper angeführten 5 Straßen sind nur theilweise gelungen; die Straße im Amte Reichelsheim ist nur eine Ver­besserung einer alten Straße und es wäre sehr schlimm, wenn diese nicht einmal gelungen wäre. Die Straße von Eins über Nttkerlahnstein nach Horchheim trifft der Vorwurf, daß die Steigungen bei Hohenrhein und Fachbach umgangen werden konnten, sowie daß man die daselbst angelegten fallsüchtigen Fnttermauern, die mit vielen bei andern nassauischen Straßen aufgeführten derartigen Mauern nahe verwandt sind, nicht hätte aussülnen sollen. Die von Idstein nach Neuhof unter Referat des Herrn Sebapper in Ausführung begrif­fene Straße berührt das unbedeutende, tiefliegende Dörfchen Eschenhahn, welches umgangen und somit die wegen ihrer Länge sehr beträchtliche und durch ^^^ rnhrung^ dieses Dörfchens verursachte Steigung ver­mieden werden konnte. Die Straße von Grenzhausen nach Höhr ist in ihrer Anlage so verfehlt, daß der

Wenn sich Hr. Schapper bezüglich der bei Schiff­barmachung der Lahn begangenen Fehler auf den darüber abgeschlossenen , Vertrag beruft, so müssen wir demselben allerdings beistlmmen, daß es sehr zu beklagen, daß den Technikern bei Correction der Lahn im Allgemeinen die Hände gebunden waren; es kann dieses jedoch durchaus keinen Entschul­digungsgrund für fehlerhafte Schlcnßenanlageu abge- I ben. Wir haben als solche die Schleusten zu Vanburg i und zu Balduinstein bezeichnet, erstere nicht wegen ihrer geringen Breite, sondern wegen der geringen Tiefe des Wassers im Untergraben. Es be­rechtigt uns hierzu neben den Klagen der Schiffer- über die schwierige Passage dieses Theiles der Schleuste noch der Umstand, daß, dem üblichen Prinzip entgegen, an beliebigen Stellen Regulirungsarbeiten vorzunehmen, einige höchst schwierig zu passirende Stelle» zwischen Limburg und Diez noch nicht regulirt sind. Die letzt­genannte Schleuste halten wir wegen der bei jeder Fluth mehr oder weniger eintretenden Versandung des Ob er grabens für fehlerhaft, obwohl an irgend I einem Tage 50 Schiffe durchgefahrcn sejn mögen. Die ! Angabe, wie oft Schiffe durch jene Schleuste aufgehal- ! ten würden, wäre jedenfalls interessanter gewesen; noch bei der letzten Fluth war der Obergraben der Schleuste so versandet, daß circa 20 Schiffe gehindert waren, bei dem günstigen Wasserstand ihr Ziel ;u erreichen. ' Und dieses ist nicht etwa ein Ausnahmsfall, denn seit : Erbauung jener Schleuste -hat die Baggerinaschine da­selbst ihr Hauptquartier aufgeschlagen und öfter wird noch mit Hand baggern daneben gearbeitet! Wir geben gerne zu, daß d,e Lokalität der Anlage einer Schleime nicht sehr günstig gewesen; es folgt jedoch daraus nicht, daß man nun am ungünstigsten Orte die Schleuste an« legen mußte. Es war bekannt und erhellet schon aus der blosen Anschauung, daß der Sand nach der Rich. tung getrieben wird, in welcher man die Schleuste an­gelegt; trotz alledem ließ man sich nicht bestimmen, die Schleuste anders anzulegen.

Unter diesen Umständen finden wir es sehr natür­lich, daß die Lahnschifffahrt immer mehr in Mißcredit kommt und noch immer zu den frommen Wünschen gehört. Wie wir schon in unserm ersten Aufsatz er­wähnt, rührt ein großer Theil dieses Uebel staubte- da­her, daß alle seither an der Lahn an. geführten Bau­ten ohne Zusammenhang und hydrotechnischen Plan angelegt wurden, was die LahnschiffbarmachungS-Con- vention ganz gewiß nicht vorschreibt.

Wir glauben in Vorstehendem unsere Ausstellungen hinlänglich begründet zu haben und halten uns eben deswegen für berechtigt, alle seither bezüglich der Lahn- schiffbarmachung entstandenen, nicht unbeträchtlichen Kosten mindestens für viel besser angelegt zu halten, ! wenn man sie zum Bau einer Eisenbahn verwendet hätte, deren Anlage sich immer mehr als unabwelsba-- rcs Bedürfniß darstellt.

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Leden und Abenteuer deö John Davys

Len AleLauder Dumas.

(Forlstyung.)

Diese an sich schon so traurige und so feierliche Ceremonie war es in dieser Stunde noch mehr. Die Sonne, welche sich einen Augenblick in Westen gezeigt hatte, sank oben in das Meer, über das breite .bläulici-c Streiken fielen, und die Dämmerung folgte so schnell wie es. in den südlichen Climatrn gewöhnlich ist. Die ganze Mannichaft stand mit entblößten Häuptern da. Der Geistliche schlug das Heilige Buch auf und jeder hörte andächtig die heiligen Worte an von der Stelle: id) hin die Auferstehung und das Leben, sagt der Herr" bis an das Ende:so vertrauen wir denn den Leichnam dem Schooße des Meeres an."

Bei diesen Worten, worauf dic ganze Mannschaft Amen!" sagte, sank die Hängematte in die Wogen hinab, die sich über dem Leichname schlossen; das Schiff entfernte sich majestätisch und verwischte die Kreise, welche die Leiche bei dem Hineinfallcn aus dem Wasser gezogen hatte.

DaS Ereigniss ließ einen tiefen Eindruck in der Mannschaft zurück und diese Traurigkeit war noch nicht verschwunden, als wir zehn Tage darauf Ma ta er­blickten

Wir nahmen später Lord Byron an Bord und fuhren nach Constautinopel, daS wir nach einigen Tagen be­suchten. Auch aus der Stadt kamen mehrere Türken ; an B. rd, unter andern auch ein Jude, ein gewisser Iakob, der Geschäfte zu machen suchte. Ich habe : nie einen auffallender« Typus von Handelsgeist gesehen i als diesen Mann. Seine Taschen waren voll von Peo- beartikcl» und in einem Kästchen trug er ein Assortiment der verschiedenartigsten Gegenstände. Dieser Mann ver- ; kaufte alles, von CashemirshawlS an bis zu Tabaks­pfeifen; ja ich bemerkte bald, daß f ine Industrie selbst darauf sich nicht beschränke. Er hatte einen Laden in Galata und versicherte mich, dort würde ich den besten Tabak in Constautinopel finden. Ich nahm die Adresse, die er mir gab und versprach, ihn bald zu besuchen. Jacob sprach so gut englisch, daß ich ihn vollkommen verstand und ein solcher Mann musste für einen Abeu- teuerjägcr wie Lord Byron und einen wachenden Träu­mer wie ich, ein wrtrcfflicher Fund sein. Zuerst fragten wir ihn, ob er uns nicht für den nächsten Tag einen zuverlässigen Führer verschaffen könne. Lord Byron wollte nämlich um die Mauern ConstanlinopelS hcrum- reiten und hatte in meinem Namen um die Erlaubniß gebeten, ihn zu begleiten, waS der Capitaiu sogleich be­willigte. Der Jude erbot sich selbst dazu und wir machten die Wanderung ganz zu unserer Zufrteecnhcil. ES war Sonntag und wir kamen mit Souueuunter- gange zurück. Die Matrosen lagen und gingen im Sonn­

tagSputze umher, als wir plöyhcb ein großes Geschrei am Ufer Mortui. Ein Türke erftuen dort, verfolgt von einer wüthenden Menge, und sprang in ritt Book , das er mit ter Geschicktrelrkeit und Kraft ter Verzweiflung losmachte. Emc Zeitlang schien er ungewiß zu sein über die Richtung, die er einschlageii sollte, als aber auch seine Verfolger Schaluppen bestiegen und alles ihm nach- eilte, wendete er kein Boot nach unserm Schiffe ;n. Svoalb er dasselbe erreicht hatte, ergriff er die Stuck- ! leiter, stieg auf daS Verdeck, kniete da nieder, zerriss ; seinen $ urban, machte das Zeichen des Kreuzes und ! sprach Wvrte dazu die Niemand verstand. In ? esem i Augenblicke kam Jacob, den der Lärm migrierst hatte, mit Lord Byron , der ihm den Lohn ausg! zahlt, auf das Verdeck und sagte uns, der Mann der ohne Ziveifel ein Verbrechen begangen habe, schwöre, um sich unsern Schutz zu erwerben, den Mahomedanismus ab und zeige tmrd) seine Worte an, er wolle Christ werden. Fast in demselben Augrnblicke verlangte man vom Meere auS mit großem Geschrei den Mörder zurück vnd derDrei­zack" war buchstäblich von m'hr als fünfzig Barken mit vielleicht 1500 Menschen belagert.

Man muß ein solches Baispiel gesehen haben, um sich eine Vorstellung davon machen zu ^«»111. Wie ihre Renner, die nur den Schritt und den Galopp kennen haben die Türken keinen Mitt lstand zwischen gänzlicher Ruhe und einer anßerordcnltichen Hefligk.it. Jur letzte» n Falle gleichen sie Dämonen. Unsere Malivsco halten