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Ngioa wie der Humanität in direktem Widerspruch siede, beseitigt sei.

Die Deputirten der verschiedenen Protestant» - schen Dissen ter gemeinden in London versam­melten sich gestern, um über die Ergreifung gemein­samer Maßregeln zu berathen. Die Deputirten waren einstimmig der Ansicht, daß die Zurücksetzung der Dissenters in so vielen Beziehungen in der Vereini­gung zwischen Staat und Kirche ihren Grund habe. Man beschloß deßhalb die Cirkulation von Petitionen, in denen "die Gleichstellung der Dissenters mit den Bekennern der Hochkirche, und besonders die Zulassung derselben zu den Universitäten verlangt werden solle. Eine eifrige Betheiligung an der Freigrundbesitzdewe- gung, als dem sichersten Mittel zur baldigen Erlangung vollkommener politischer und religiöser Freiheit wurde dringend ancmpfohleu.

Republik Frankreich

Paris, 23. Jan. (M-Z.) Die Abendblätter ent- baltrn die Mittheilung, daß der Kager von Rußland , den Befehl gegeben habe, das Verbot, Reisepässe nach Frankreich zu ertheilen, zurückzunehmcn.

Wir lesen imJndicateue de la Champagne : '^ie Regierung versichert, daß die Generale Cavaignac, Lamorièiere , Beveau und Eparras einen Vertrag ge. ' schlossen haben, sich zur Zeit und Stunde an die Spitze einer Bewegung zu Gunsten der Republik zu letzen. Eharras dient als Vermittler mit den Sozialisten.

' Ein Offizier schreibt demNational", daß ein Feld- wedel seines Regiments auf Höhere Befehle den Osfi- zieren, Unteroffizieren und Feldwebeln Abonnements auf das Journal Napoleon vorschlage. Der National begleitet diese Notiz mit einigen Bemerkungen gegen die imperialistische Propaganda.

Wir lesen in der Union: Der Mlnisterrath hat sich heute Morgen versammelt. Louis Bonaparte führte den Vorsitz. Aus Berlin und London sollen zwei Kou- | wert angekommen sein. Die deutschen Angelegenheiten j scheinen sich zu verwickeln wegen des neuen Gahrnngs« j swffcs in den Donauprovinzen. Die Nachrichten aus London sollen auf die La-Plata-Frage Bezug haben. England wolle nicht, daß Admiral Dubordeu die Un- : terbandlungen mit Rosas leiten sollte, es zog ihm den : Unteradmiral Lepredour vor, der durch einen Vertrag berüchtigt ist, dessen Ratifizirung man nicht der Kam­mer vorzulegen wagt. Die Wahl Lepredour'S scheint gütlich zu sein. Wir werden eine zweite Ausgabe des erwähnten Vertrags haben. Einfache- Aufgeben der reichen Laplata- Thäler und unserer Handelsmteressen in Südamerika, das ist der Wunsch des Elysee's.

Paris, 23. Januar. Es soll sich bestätigen, daß die Ersazwahlen zur Nationalversammlung für die im vorigen November vom Staatsgerichtshofe von Versailles verurtheilten 32 Abgeordneten, erst im nächsten April stattfinden sollen. (Fr. I.)

Asstsenverhandlungen zu Wiesbaden.

Achter Proceß.

Anklage gegen Friedrich Mantua von Würges, wegen Meineids.

$ Wiesbaden, 25. Januar. Präsident: Herr Hof­gerichtsrath Forst; Staatsanwalt: Herr Substitut Flach; Vertheidiger: Herr Prokurator Cramer.

Der Angeklagte ist 69 Jahre alt, hat unter dem Herzoglich Nassauischen und Königlich Preußi,chen Mi­litär die Feldzüge in Oestreich und Spanien mitgemacht, als Feldwebel der Schlacht bei Waterloo beigewohnt und erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille; er trat im

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angeblich verübten Verbrechen wurde sofort eingeleitet und es ergab sich sehr bald, daß manche der von Letz­terem erzählten Thatsachen unwahr waren und daß er seine Beobachtungen nicht im nüchternen, sondern in total betrunkenem Zustande, so daß er seiner Sinne nicht mehr mächtig war, gemacht hatte. Das Geld war ihm wohl abhanden gekommen, es konnte aber von ihm nicht erwiesen werden, daß es ihm gestohlen worden sei. Dagegen ergab sich sehr bald von allen seinen Angaben das Gegentheil. Er war total betrun­ken, hatte in Idstein in einigen Wirthshäusern schon Händel angefangen, weshalb er auch aus einem sol­chen verwiesen wurde rc. In diesem Zustande trat er seinen Heimweg an. Seine Begleiter führten ihn, nachdem er in den Chaugegraben gefallen war, bis nach Wörsdorf, wo sie ihn auf einen Karren brachten. So kam er nach Hause und hat sein Geld muthmaß- lich verloren. Die Untersuchung wurde sofort gegen ihn eingeleitet und es ergab sich sehr bald, daß seine Angaben von den früheren wesentlich abwichen.

Die Anklage ist deßhalb darauf gerichtet, daß der Angeklagte bei seiner Vernehmung vor dem herzoglichen Iustizamte zu Idstein am 2. Juli 1849 über einen angeblich erlittenen Diebstahl nach vorgängiger Beeidi­gung erklärt habe, er sei am Abend dès 30. Juni 1849 in nüchternem Zustande gewesen und habe seine in dem gedachten Protokolle niedergelegten Wahrnehmun­gen in nüchternem Zustande gemacht, während er doch gewußt, daß er an jenem Abende sich im Zustande der Trunkenheit befunden habe.

(Schluß folgt.)

Nachschrift. Der Angeklagte ist freigespro- ch e n. __________

Labre 1818 aus bem Militärdienste aus und wurde Amtsdicner in St. Goarshausen, welchen Dienst er bis zum Jahre 1842, wo er mit einer jährlichen Pension von 240 fl. in Ruhestand versetzt wurde, versah. Er lebt jetzt zu Wüiges und ist mit einer jungen $iau nun zwcitcnmale verheirathet, seine Ehe ist jedoch keine sehr friedliche, und er wird überhaupt als zanksüchtig und dem Trünke sehr ergeben geschildert.

Am 2 Juli v. J. machte der Angeklagte bei dem Herzog«. Justizamt zu Idstein die Anzeige von einem ihm widerfahrenen Diebstahl. Er wurde in Folge sei­ner Erklärung über den Zweck seines Erscheinens vor Meineid verwarnt, förmlich beeidigt, und ließ hier- auf zu Protokoll nehmen:daß er am verflogenen j Samstag auf der Receptur seine Pension, in 20 fl. bestehend, in Empfang genommen habe; nach Empfang des Geldes sei er etwa um 12 Uhr zum Löwenwirth I Becker gegangen, habe da 2 Schoppen Bier und ein Gläschen Schnapps, wofür er 6 fr. bezahlte, getrun- fen. Einem Andern habe er auch für 2 t'r. Schnapps geben lassen. Zur Bezahlung habe er einen Fünf- i guldenschem hingegeben und sich außer den 8 fr, 3 fl. j für Holz abssehèn lassen, welches er dem Georg Groß von Neuhof schuldig gewesen sei und daS Becker . diesem geben sollte. Zwischen 4 und 5 Uhr sei er mit dem Tüncher Schmidt in desten Behau,ung ge­gangen, habe dort Kaffe getrunken und zu Nacht ge- neffen und sei dann nach 9 Uhr über Wörsdorf der , Heimath zugegangen, Schmidt habe ihn blö an die Heckenmühle begleitet. Er habe sonst nichts getrunken ; und sei uichtern gewesen, erin Geld, 2 Rollen, eine I 10 fl., die andere 5 fl. enthaltend, habe er in der , Westentasche gehabt; es sei zusammen noch i6fl. 20 fr. gewesen. Schmidt sei noch bei ihm gewesen, als hinter ihnen her Joseph Feuerbach von Würges und noch ein Bursch von Wörsdorf zu ihm gestoßen sei. Sie hatten ihn geführt, gesungen und gejubelt und ihn herüber und hinüber gezogen. Er habe dies als Scherz angesehen. Schmidt habe ihn an ver Heckenmühle verlassen und sei nach Hause gegangen. An dem Wegweiser vor Wörsdorf sei er vom rechten Wege ab und auf einen Fußpfad geführt worden, an einem über einen dort fließenden Bach führenden Steeg habe man ihn herumgestoßen, ohne daß er jedoch ge­fallen sei; sein Rock sei ihm bei die,er Gelegenheit zerrissen worden und wie er drüben gewesen sei, so habe ihm sein ganzes Geld gefehlt bis auf 4 Groschen; er habe sich aber gefurchter, etwas zu sagen. Sie seien nach zusammen nach Wörsdorf gegangen und bei Wirth Heß eingekehrt, wo er noch für 2 fr. Bier i getrunken habe. Befürchtend, geschlagen zu werden, habe er auch hier von dem Raube nichts gesagt und wegen der Nacht habe er auch nicht mehr zum Bür­germeister geyen fönnnen. Ein bei Wirth Heß gerade anwesender Fuhrmann habe ihn und den Feuerbach und noch einige andere Person n, mit nach Walsdorf genommen. Dort angekommen, fei er um Walsdorf herumgegangen und Feuerbach und der Ortötam- bour ihm entgegengefommen, sie hätten ihn eine Strecke geführt, seien dann über ihn hergefallen und hätten ihn mit Fäusten ins Gesicht geschlagen, daß er halb die Besinnung verloren habe und eingeschlafen sei. Des Morgens um 2 Uhr sei er nach Hause gegangen. Wegen des Sonntag habe er dem Bürgermeister keine Anzeige gemacht. Er versichere fest, daß er nüchtern gewesen sei und die reine Wahrheit gesagt habe. Er sei überzeugt, sein Geld nicht verloren zu haben, er sei auch nicht gefallen. Er beschuldige deshalb den Feuerbach und seinen Kameraden des Dieb­stahls."

Die Untersuchung wegen der an dem Angeklagten

Neunter Proceß.

Anklage gegen Wilhelm Hucke von Ober- Ursel, wegen Brandstiftung.

$ Wiesbaden, 26. Jan. Präsident: Herr Hofge- j richtsrath Forst; Staatsanwalt: Hr. Substitut Flach; Vertheidiger: Hr. Prokurator Großmann.

Der Augeklagte, 25 Jahre alt, ist Taglöhner, war früher eine Zeitlang Drechsler und Cigarrenarbeiter, und ist angeklagt am 9. März 1845 in Ober-Ursel durch eine Oeffnung in der Scheuer des Ph. Kappus eine brennende Cigarre und drei chemische Zündhölzchen geworfen zu haben, wodurch ein Theil der Scheuer in Brand gerieth, was einen Schaden von 16 fl. ver­ursachte. Es konnte damals nicht erforscht werden, wer den Brand angelegt hatte, weßhalb die Untersu­chung niedergeschlagen wurde. Im August v. J. kam der Angeklagte per Schub von Koblenz, wo er sich ohne Legitimation Herumtrieb, nach Königstein. Er ließ sich des andern Morgens zrm Verhöre melden und offenbarte, daß er im Jahre 1845 den Brand in der Kappüs'schen Scheuer zu Oberursel angelegt habe; sein Gewissen lasse ihm keine Ruhe mehr, er wolle jetzt Alles vollständig sagen, damit kein Anderer mehr im Verdacht bleibe, die Scheuer in Brand gesteckt zu Ha-

(Schluß folgt.)

den.

Mainz, 25. Jan. 1850.

Waizeu

per Malter 200 Pfd. . . .

7 fl. 10 kr.

Korn

ditto . . .

4 fl. 42 kr.

Gerste

ditto . . .

4 fl. 29 kr.

Hafer

ditto . . .

5 fl. 28 kr.

Spelz

ditto . . *

- fl. - kr,

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Einladung zur Subskription!

Vor einigen Tagen haben die Ouartalsttzungen der Assisen des Herzogthiims wieder ihren Anfang genommen und im Laufe dieser Sitzungen wird auch die An- aeleaenheit des

Idsteiner Landes - Congresses, welcher sich bekanntlich die Aufgabe gesetzt hatte, durch gesetzliche Mittel die Durch­führung der deutschen Reichsverfassung vom 28. März zu bewirken, zur Ver- i Handlung kommen.

Da die unterzeichnete Buchhandlung sich überzeugt hält, daß die den Idsteiner Landèscongreß betreffenden Verhandlungen mit großem Interesse nicht allein innerhalb des Herzogthums, sondern auch außerhalb der Grenzen desselben verfolgt werden möchten, und da eS gewiß auch Vielen erwünscht sein wird, wenn ihnen diese Verhandlungen nicht allein sehr rasch, sondern auch in erschöpfender Vollständigkeit zugänglich gemacht werden: so hat die Verlagshandlung sich dazu entschloßen, die Asstsenverhandlungen, welche die wegen des Idsteiner Landescougresses Angeklagten (die Abgeordneten: Hof- und Appellationsgerichts-Präsident Raht von Dillenburg; Advokat Müller II. von Nastätten; Prokurator Lang; Liqucursabrikant J usti von Idstein; Amtssekre- lär Hehuer von Rennerod; Pfarrer Snell von Langenbach; Landober­schultheiß Wenkenbach von Wehen; und Carl Schapper, Corrector der früher erschienenenNeuen Rheinischen Zeitung" in Cöln; Dr. Meyer von Catzenellnbogen und J. Oppermann, Redakteur derFreien Zeitung" in Wiesbaden.) betreffen, stenographiren und in einem besonderen Abruck in gr. 8° erscheinen zu lassen.

Der Subscriptionspreis beträgt 4 kr. per Bogen und dürfte nach vorläufigem Ermessen das ganze Werk nicht über 8 10 Bogen stark werden. Die unterzeich­nete Buchhandlung erlaubt sich daher zum Abonnement auf diese stenographische Abdrücke einzuladen und die Bitte auszusprechen, die Subscriptionslisten baldigst franco zurückzuschicken; da die bedeutenden Kosten des Unternehmens das Erschei­nen desselben nur dann möglich machen, wenn eine genügende Betheiligung an der Subscription erfolgt zu recht zahlreichem Unterzeichnen ladet deßhalb ein die

Wiesbaden, den 16. Januar 1850.

H. W. Ritter'sche Buchhandlung..

(2)

Die Sicherheit,

Gesellschaft zum Schutze der Auswanderer.

Der Zweck dieser Gesellschaft ist, bei der größtmöglichsten Sicherheit und den billi'gsteu Preisen die Auswanderer gegen jede Art von Betrug und Prellerei zu schützen und,ihnen mit Rath und That beizustkhen.

Die Abfahrten finden Statt:

Ueber Havre nach Itew-Uvrk viermal jeden Monat.

LoUdoU ,, fr

Antwerpen zweimal

Solide, zuverlässige Häuser, die gesonnen sind, eine Agentur für obige Gesellschaft anzu- nehinen, belieben sich in frankirttn Briefen an den Unterzeichneten zu wenden.

Der General - Agent

Professor Mayer sen. zu Bockenheim bei Frankfurt a. M.

1073) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung ist wieder vorrâthig:

Blicke in das Labyrinth der Zukunft.

Preis 12 kr.

In merkwürdigen Weissagungen des Johann Ad. Müller,

weiland Baucvsmann auf dem Mawbachcr Hofe bei Heidelberg.

(75) Die Belle-Etage in dem Emmermann- schen Hause ist zu veriiiiethen. Näheres ertheilt Adolph Stoib in der weißen Taube.

(1) G. Assmann, Langgasse, kauft fort­während Fässer verschiedener Größe.

(1301) Feste und gut getrocknete Lohkuche» franco ins HauS geliefert per Tausend 6 fl bei August Herz im Nervthal.

NB. Bestellungen können in der Expedition dieses Blattes gemacht werden.

(71) Von heute an verzapfe ich nebenbei wieder ächt baierisch Bier.

Wiesbaden, den 26. Januar 1850.

J. Poflte.

(72) In der Langgasse ist eine Wohnung zu veriiiiethen, auf den 1. April zu beziehen. Näheres bet der Expedition d. Bl.

(73) Zwei möblirte Zimmer sind zu vec- miethen bei Kaufmann Seibert in der Laug- gasse._______________________________________________ (74) Ein gut empfohlenes Mädchen, was auch französisch versteht, sucht einen Dienst in einer guten Familie. Das Nähere in der Expedition.

Theater zu Wiesbaden.

Sonntag, den 27. Jan. Faust, romantische Oper in 4 Aufzügen von I. B. Bernard. Musik von L. S p o h r.

^XUd und Norl^" h** ff cotiA.^ex- .