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Offizielle Nachrichten sind eingelaufeu von der Wie­derherstellung der diplomatischen Beziehungen zu Kon­stantinopel zwischen dem russischen Minister und der Pforte. Der englische und französische Gesandte, welche in der ganzen Angelegenheit in der völligsten Ueber­einstimmung gehandelt haben, sind deshalb übercinge- kommen, den englischen und französischen Admiralen Befehle zu geben, ihre gewöhnlichen Stationen gemäß den Befehlen ihrer beiden Regierungen wieder einzn- nehmen. Der österreichische Gesandte wartete immer noch auf Instruktionen von Wien."

Der Nationalchartisten - Verein berief gestern das erste öffentliche Meeting in der Hauptstadt. F. O'Con­nor präsidirte. Die Versammlung war sehr zahlreich. Folgende Resolution wurde vorgeschlagcn, durch kräftige Reden unterstützt mit» einmüthig angenommen:Der beunruhigende und schnell zunehmende Verfall der Arbeiter- und der allgemeinen kommerziellen Interessen in dem vereinigten Königreiche und den Kolonien ist das Resultat des gegenwärtigen ungerechten und nn- angemeffenen Regierungssystems, da es btt verderblichen Interessen einer kleinen Faktion auf Kosten des ganzen Volkes befördert, und es ist die wohlüberlegte Ueber­zeugung dieser Versammlung, daß das einzige sichere und wirksame Heilmittel für eie Kolonien eine selbst« ständige, aber verantwortliche Regierung ist, und für das vereinigte Königreich eine solche Veränderung des NcpräsentativLystems, daß das Unterhaus unter die direkte Kontrolle der Nation gestellt, und die ganze volljährige männliche Bevölkerung zum Wahlrecht zu- gelassen wird; lind dies würde nach dem Wunsche dieser Versammlung erfüllt werden durch die Annahme der Volkscharte als einer Basts für eine zukünftige Konstitution." (Nat.-Z.)

treffen 126,677 Ducati, Hrn. Filippo Cardova 159,000, teil Grafen Amari 167,554, den Fürsten Bitter a 232,640, den Marquis Cerda 158,920 Dukati, was die vorangeführte Gesammtsnmme ergibt. (N. Z.)

Republik ^rmtfrnd).

Paris, 19. Jan. (Fr I.) Die fortwährende Verzögerung der Ergänzungswahlen zur Nationalver- sammüuig, zur Ersetzung der vom Staatsgerichtshofe von Versailles verurteilten Abgeordneten, gibt zu Muthmaßungen aller Art Anlaß. Anfangs hatt cs geheißen, es wären diese Wahlen bis znm 24. Januar vertagt, um durch die Wablbewegung die Nenjahrs- geschäfte nicht zu beeinträchtigen; und nun wird ver­sichert, daß die Wahlcollegteu erst am nächsten 3. oder gär 10. März einberufen werden würden. Die Ver­trauten des Elysöe-Nativnal beobachten eine mysteriöse Zurückhaltung in Bezug auf diese ganze Angelegenheit, sie vermeiden es, eine irgend bestimmte Erklärung zn geben, wie wenn sie andeütèn wollten, daß noch gar nichts in diesem Betreffe entschieden sei, und daß all­zu wichtige Gegenstände Vorlagen, als daß man sich in diesem Augenblicke mit Wahlen beschäftigen könnte. Es fällt auf, daß noch kein Abgeordneter sich eht« schlössen hat, über diese Angelegenheit Interpellationen an die Regierung zn richten. Die Gerüchte von einem Staatsstreich, welcher bevorsteht, erhalten durch alles dies fortwährend neue Nahrung.

Amtliche Nachrichten.

Dem Justizamts-Accessisten Feiner zu Wallmerod ist die nachgesuchte Dienstentlassung ertheilt worden.

Wiesbaden. Nach der von uns bereits mitgetheil-. ten Reihenfolge der vor den Assisen zu verhandelnden Fälle, berichtet das offizielle Organ der Regierung, werden noch folgende in der laufenden Sitzung erledigt werden:

Donnerstag, 31. Januar und Freitag, 1. Februar: Konrad Kraft von Bierstadt, wegen Todtschlags.

Samstag, 2. Februar: Georg Schmidt von Son­nenberg, wegen Majestätsbeleidigung.

Montag, 4. und Dienstag, 5. Febr: Anton Benz von Niederlahnstein und Complicen, wegen Aufruhrs und unerlaubter Befreiung eines Gefangenen.

Mittwoch, 6. Febr.: Jakob Kau fm a n n von Hoch­heim wegen Tödtung.

Donnerstag, 7. Febr.: Lehrer Anton Horn von Dahlheim, wegen Meineid und Betrug.

Freitag, 8. Febr: Friedr. Schapper vvn Wein­bach und Complicien wegen Hochverraths.

Neapel, 3. Janpar. Die fünf Finanzminister der revolutionären Regierung Siziliens ßnd durch das Urtheil der eigens dafür nieoergesetzten Untersuchungs- Commission, welches unter dem 11. Dezember schon die Bestätigung des Fürsten Satriano (Generals Fl- langieri), königl. Generalstatthalters erhalten hatte und nun auch in deraintlichen Zeitung von Italien" zur öffentlichen Kenntniß gebracht worden ist, zur Rücker­stattung der Summe von 834,791 Ducati (ungefähr 1 Million preuß. Thaler), welche zum Ankäufe von Kriegsdampfschiffen, Waffen und Munition den vom sicilianischen Parlament zu diesem Behufe nach England gesendeten Kommissären Fürsten Granatelli und Luigi Scalia zugestellt worden waren, und daher solidarisch mit diese,? verurtheilt worden. Hrn. Michele Amari

AssisenverhandLungen zu Wiesbaden.

Sechster Proceß.

Anklage gegen Philipp Schmidt von Au­rin gen, wegen Münzvcrbrecheus.

$ Wiesbaden, 21. Januar. Präsident: Herr Hof- gerichtsrath Forst; StaätsaNwalt : Substitut Flach; Vertheidiger: Herr Prokurator von Schütz.

Die Herren Geschworenen Habel und Reffen- -orf von hier werden wegen nichteutschuldigteu ffiicht- erscheinens in eine Strafe von je 25 fl. verurtheilt, falls sie nicht die gestern eingebrachten ärztlichen Zeug­nisse, die nur auf die gestrige Sitzung Bezug hatten, erneuern lassen. _

Der Angeklagte, Schreiner Philipp Schmidt von Auringcn, ist 36 Jahre alt, und augeklagt, falche Ein- guldenftücke an sich gebracht und solche gewerbsmäßig wieder ausgegeben zu haben. Zur Constatirung der Thatsache sind 39 Zeugen geladen, einige sind jedoch nicht erschienen, deren frühere Protokolle vorzulesen wird nicht beanstandet. (Forts, folgt.)

Danksagung

An den Frauenverein zu Wiesbaden.

In Zeitey politischer Aufregung, wo die Pflicht dem Manne gebietet Partyei zu nehmen, ist es die schönste Berechtigung des Weibes, Menschlichkeit zu üben. Ge­nehmigen Sie, Bürgerinnen, meinen innigen Dank für die großmüthige Unterstützung, welche Sie mir während meiner Haft in Dem Criminalgefängniß gewährten.

Höchst, den 20. Januar 1850.

Andreas Großmann.

B e r r cd t r q u n g.

Diez. Vor einigen Tagen wurde irrthümlich von dem gewesenen Kirchenvorsteher Simon Mies berichtet. Derselbe ist noch aktives Mitglied des Kir- chenvorstaudes und war nur zufällig an dem Tage ver­hindert, zu erscheinen, wo der Beschluß gegen Herrn Künstler gefaßt wurde. Er stimmt übrigens diesem Beschlusse aus voller Seele bei.

Rother Watzen Weißer Walzen . .

Korn..... Gerste . . . .

Hafer . . . .

Erbsen . . . .

lr. Preis.

10 st. 50 fr.

10 st. 47 ?r.

6 st. 57

5 st. 26

4 st. 2 - st. -

kr. kr. fr. fr.

11 11

7 5

2r. Preis.

fl. 10 fr. st. 3 kr. st. 7 kr- st. 35 fr.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

(15) Soeben ist wieder angekommen und durch die H. W. Ritter'sche Buch­handlung zu beziehen:

für alle

Reichsverfaffnngs - Kämpfer,

an die

deutschen Geschwornen

von

Ludwig S i m 0 N von Trier.

Mag die Reichsgewalt zerfallen, das Vaterland mehr als je zerrissen sein, dennoch ist es eine gemeinsame deutsche Sache, daß nicht auch die Rechtsbegrige untergehen."

Ludwig Uhland.

Broch. Preis 30 kr.

Bei H. F. Grote in Arnsberg ist erschienen und in der H. W. Nitter'schen Buchhandlung in Wiesbaden zu haben:

Grundzüge

eines

Von

I. D. H. Temme,

Königl. Preuß. Appellations-Gerichts-Director.

(43) Es wird eine gute Köchin gesucht. Näheres sagt die Erpedtt on.

(55) Siechte Kernseife per K. 14 kr. Prima-Talglichter per <% 18 fr. Aecht rheumatisches vâichtpflaster von Eduard Bergner per Buchse 36 kr. bei

Cjti'l Creganer.

(33j Ein ordentliches Mädchen, welches alle häuslichen Arbeiten verrichten kann und mit guten Zeugnissen versehen ist, kann sogleich in Dienst treten. Näheres in der Expedition dieses Blattssc

Cours der Staatspapiere.

Frankfurt.

Schluß der Börse.

Oesterreich

Preußen Bayern Wkir'temb.

Baden

! -___

Den 21. Januar 1850.

Metalliqueè Obligationen ....

Wiener Bank-Actien.....

500 st. Loose...... .

250 st. Loose von 1839 .... Bethmännische Obligationen . . .

50 Thaler Präncien-Tcheine . . . Slaats-Tchnlst-Scheine a lOö . . Obligationen........ Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........

Obligationen........

Lotterie-Anlehen â 50 st. von 1840 35 st. Loose vom Jahr 1845 . . .

pEl.

5 4%

4

3

2%

3

4

4%

3%

3%

4%

3%

5

3%

Papier |

86 1 75'%

68

51

455/8 1255

157% 98%

89% 82% 85% 95% 82%

100% 80% 55% 32T/e

Geld II 85% 7 5'%1

50%' 453/8

98%' 7 1%' 804

103%' ssy; 82

1 85

1 95% 81% 99% 79% 54%

1 32%

Darmstadt

Kurhessen

Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Den 21. Januar 1850.

Obligationen........

Lottcric-Anlehen von 50 st. , . . 25 st. Loose........ Friedrich-Wilhelnis-Nordbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . .

Obligationen........

Obligationen bei Rothschild . . . ditto 25 fl. Loose . .

Obligationen ........ ditto von 1839 .... ditto von 1846 ....

TannnS-Eisenbahn-Aciien a 259 st. . Jnlegr.-Obtigaiiouen . . . . . Syndicats ......... Innere Schuld neue Obligationen . Lotterie-Loose 300 ...... ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

pCt.

3% 4

4%

4

5 3%

3 3% 3%

2% 3%

3

Papier

83% 99

94% 73% 28% 43% 33

102% 84% 25% 79% 91% 89%

306 55%

29%

81% 33%

Geld 83 89% 94% 73 % 28% 43% 32% 102

84% 25% 79% 94 89

303 55% 86 29%

121 81

33

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten.

fr.

Briefe

Geld

Knrze Sicht Briefe j Geld

st.

j Cours der Wechsel. Den 21. Januar.

Amsterdam, I" i. Sri. . . Augsburg, 10 : st. Er:. .

Berlin, 60 Thlr..... Bremen, 50 Subir, in Lontsd'or Hamburg, 100 Mrk. Bco. , . Leipzig, 60 Thlr.....

in der Messe . . . London, 10 Livr. St. , . . Lyon, 2-9 Fr...... Paris, 200 Fr..... Mailand, 250 Lir. Austr. . . Wien, in 20r 100 st. C.-M. . Di-conto.......

100%

98%

88%

105%

120

105%

98%

100%

88

95%

95%

109%

121

95

90

120%

Neue Lonisd'or . . . Friedrichsd'or . , , . Ducaten..... 20 Frank-Stücke . . Holländische 10 fl. Stücke Englische Sonverains . Laubihaler , . . . , Preußische Thaler . . 5 Franc-Thaler . . . Hochhaltiges Silber

11

9

5

9

10

12

1

2

24

Druck und Verlag der C. Nitter'schen Buchdrnckerei.

52%

40

38

2

3

2

45 21% 32

f^rff. 3.)

Wiesbaden. Endlich hat die gütige Vor- sehung ihr Mitleid unserer Bühne zugewen- dct, die seit vier Monaten in der Oper gänz­lich verwaist dastand. Das Theaterpublicum von Wiesbaden hat jetzt Gelegenheit mit Stolz die Erscheinung eines herrlichen Ta­lents in der Person der Fräulein v. Bracht zu begrüßen, die kürzlich aus Italien zurück- gekehrt ist. Diese junge Sängerin debütirte kürzlich in der Nachtwandlerin und wieder­holt ini Robert dem Teufel. Das Publikum hat nicht ermangelt ihr den wohlverdienten Beifall mit allem Enthusiasmus erkennen zu geben. Fraulem von B rächt ist eine von jenen Künstlerinnen, welche die wahren Kunst­kenner nur öfters zu finden wünschen. Sie ist eins von jenen Talenten, die noch in der Verheißung sind, deren Emporstcigcn das Publicum zu begrüßen liebt, deren Fortschrei­ten es aufmuntert und die inmitten ihres naiven Scherzes auch anziehen und gefallen durch ihre ZauberMittel und durch jenen fri­schen und reinen Klang, dessen vollen Silber- ton noch kc n rauher Hauch berührt hat. Die Stimme der Fräulein v. Bracht aus- gcbilvet in einer trefflichen Schule, die ihr eine große Beweglichkeit verlieh, schmeichelt der Melodie und läßt jenes Halbgemâlde hervorschimmern, das von einem harmoni­schen Schleier bedeckt ist. Es ist eine jener Stimmen, welche die Italiener mit dem Wort Rossignpler bezeichnen. Die Bocalisation läßt nichts zu wünschen übrig. Indeß wol­len wir uns nur die einzige Bemerkung er­lauben, daß unsere liebenswürdige Künstlerin alle ihre Anstrengungen an'bicte, um jene Zaghaftigkeit zu besiegen, die sie auf die Bühne mitbringt und um ihrem Gesang mehr Selbstvertrauen und Muth zu verleihen.

Ein Liebhaber der Musik.