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Wiesbaden. Wkittmocb, M. Jan »ar KOLD.

DieFreie Zeitung" erscheint, mit Ausnahme des Montage,täglich in einem Bogch. er Al-onnemcnttp-cis beträgt vierteljährig hier in Wiesbaoen l fl. 45 fr uud» VârtS durch die Pest bezogen mit Verhältniß mäßige.», ' Aufschläge. Znseraie werden bereitwillig ausgenommen uns sind bei der großen Verbreitung derFreien Zeitung" stets von wirk­samem Erfolge. Die JnserationSgebuhren betragen für die vierspaltige Petitzeile 3 Kreuzer.

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+ Der Eonstitrrtèvnellen Verhangniß nab Deutschlands Schicksal.

(Schluß)

Der alte Glaube an das -göttliche Recht der Könige ist zertrümmert, all seine Stelle ist der Glaube an die Göttlichkeit des Gesetzes getreten. Die Diplomatie muß den Schein dieser Majestät für sich gewinnen, um dereinst, im Vollbesitz der Macht, den alten Glau­ben wieder zu erobern. Aber die Verfassung vom 28. März besteht zu Recht, ist beschworen. Der Tag zu Erfurt muß erklären,'daß man in Frankfurt den rechten Weg verlassen, daß die Verfassung unausführbar sei." Mit der Frankfurter Verfassung wird man auf eine anständige Weise der befchwornen, lästigen Grund­rechte los. Die Versammlung der Gothaer erklärt sich als die achte Volksvertretung, hebt die Verfassung vom 28. März auf, um eine bessere aus dem Wege der Ver­einbarung endgültig zu beschließen.

Nach dem ersten Akte des Schauspiels wird ein glänzendes Diner gegeben. Da trifft plötzlich die Knnde ein, daß ein Protest gegen die Versammlung von Wien eingetroffen, der den casus belli enthalte. Preußen bedauert, will keinen Bürgerkrieg und schickt einstweilen die Herren nach Hause, und die besten patriotischen Reden stecken noch in den Taschen. Mittlerweilen aber hat man sich mit den Cablneten von Wien und St. Petersburg, so wie mit Louis Bonaparte verständigt.

So werden die Gothaer von der Bühne treten, wenn nicht das Cabinet von St. Petersburg, wie es nach der Botschaft vom 7. Januar allerdings scheint, auch diesen Act verbietet und gerade und offen fordert, daß die kleinen Fürsten erst medlalisirt werden müßten, ehe die Restauration vollendet werde. Es nahet dann die Stunde der vollen Genugthuung, die auch die Herren von Gotha berührt.

Bekanntlich hatte Earl X. mit Rußland im Jahr 1828 die Theilung Deutschlands beschlossen; allein ehe man sich mit Oesterreich und Preußen geeinigt, wurde das Projekt durch die Iulirevolution von 1830 vertagt.

Der Neffe in Paris, der so gerne die Rolle des Oheims spielte, muß am Volkszertheilen großen Geschmack finden und die Diplomaten wähnen noch immer, man könnte das französische Volk über den Verlust seiner Freiheit mit der Meingrenze trösten und beruhigen. Der Neffe aber träumt von des Oheims Stiefeln, Spornen und Krone, und leicht lassen sich diese Dinge versprechen. Es ist königlich, zu verschenken, was man nicht besitzt, und es ist am Ende einerlei, wer die Krone trägt, wenn sie nur getragen wird.

Deutschlands Schicksal ist angedeutet in dem Schick­sale Polens, seine Theilung ist beschlossen in dem Rathe der Götter. Ob aber die Großherzöge und Landgrafen ihre Souveränität vergessen und in den Dienst der Großen treten, oder ob sic ergrimmt zu dem mißhan-

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Leben und Abenteuer des John Davys

Von Alexander Dumas.

(Forlsehung.)

Unterdes; war das Meer noch ruhiger geworden; es glich einem großen Del fee. Kein Lüftchen rührte sich; die Segel hingen schlaff herunter, cs wurde immer dunkeler und zugleich immer heißer. Der Himmel schien auf unsern Masten aufzuliegen. Endlich kräuselte sich hier und da der Spiegel des Meeres; ein Lichtstreifen zeigte sich zwischen dem Meere und den Wolken, als fei ein Vorhang aufgezogen worden, um den Sturm lvs- zulassen; es folgte ein entsetzlicher Dvniierschlag : das Meer bedeckte sich mit Schaum. Das Gewitter und der Sturm kam heran.

Muth, Kinder!" rief der Capitain.Der Wind kommt vom Lande her und wir haben Raum. Wir fliehen vor ihm her, bis er müde wird uns zu folgen."

Das Schiff folgte der ihm angewiesenen Richtung und durchschnitt kühn die gewaltigen Wogenmassen. Wohl legte ds sich ein paar Mal so sehr auf Die Seite daß die Masten das Wasser berührten, aber es richtete sich jedesmal kräftig wieder auf und setzte dann nur um so rascher seinen Lauf fort.

So jagte das Schiff ungefähr eine Stunde lang fort, ohne daß an seinen Segeln einen Faden riß; aber

beiten Volke sich wenden werden, um wie die Edlen Polens, als Rachegeister gegen die Despotie zu kämpfen : das wird die Zukunft bald lehren; doch glauben wir eher das erste, als das zweite.

Ihr Schicksal liegt in ihren Händen: aber die Landgrafen werden den Untergang wählen, denn sie fürchten die Freiheit des Volkes mehr, als die Gewalt der Großen.

Der Streit der Könige geht die Demokraten nichts an. Wenn die Noth am Höchsten, ist die Rettung am nächsten. Die Demokratie muß fortfahreu, sich inner­lich zu kräftigen, muß der Auslösung des Bestehenden zuschc», denn ihre Zeit wird schon kommen: sie nahet, wenn sich die Auflösung der Kleinstaaterei vollendet hat. Die Völker waren bisher als Werkzeuge der Kö­nige sich gegenseitig Verderb er, daS gemein­same Elend verbrüdert sie- Italien birgt seinen Grimm nur noch mit Mühe, wie das zertretene Po­len und das mißhandelte Ungarn. Das betrogene Frankreich und das arme Deutschland werden eznig, wenn der Absolutismus das Elend allgemein gemacht hat. Doch die Stunde weiß Niemand; drum harret und seid brave Männer, wenn eure Erlösung nahet!

Die russische Knute wird den Geist so wenig er­drücken, als die Gefängnisse der Deutschen und die ehemaligen Scheiterhaufen der Pabste. Glücklich wir, daß die Umstände zur Entscheidung treiben; denn die Halbheit erschlafft alles Leben, verzehrt die Kräfte. Im Schlafe aber sammelt sich die Kraft. Die Constitu- tionellen, d. h. die Halbheit, sind total besiegt, es nahet die ganze, die offene Sklaverei, und dann, wenn die Kette bricht die Freiheit.

Berichte über die Wahlen nach Erfurt.

(Fortsetzung )

Langenschwaldach. Nach den aufgestellten Li­sten für die Wahlen nach Erfurt sollten hier 424 Ur­wähler erscheinen; es waren aber anwesend nur 55; also kaum der 10. Theil. Unter Den letztern natürlich Die ganze StaatSbicnerschaft, vor Allein der Demokrat E a sa r. Die meisten abgetretenen Bürgermeister, und verschiedene sonstige Personen, welchen bisher politische Interessen ganz und gar fremd gewesen sind. Gewählt wurden in erster Classe Lanvoberfchultheiß Herber G), in der zweiten Elasse Juftizamtmann Winter, in der dritten Classe Herr Krelsamtmann Vogler, wel­cher einer der wenigen Staatsdiener ist, den wir nicht ! unter den Wählern erwartet hätten. In dem benach- i barten Kemel waren von allen Urwahlern nur 25 ' erschienen; sie erklärten, als zur Wahl geschritten wer- ; den sollte, daß sie nicht gekommen seien, um zu wäh- . len, sondern blos um zu scheu, was es denn eigentlich ! hier gäbe.

der Sturm nahm auch immer mehr zu, die Wogen übertrafen an Schnelligkeit das Schiff und mehrere schlugen über das Verdeck. Zu gleicher Zeit öffneten sich ! die Wolken, welche von Den Masten getragen zu werden schienen und ließen Den Himmel seyen, der in Flammen stand, wie der Krater eines Vulkaues. Ein furchtbarer Donner ertönte; eine Feucr'chlange schlang sich einen I Augenblick um Die Raaen und glitt an dem Blitzableiter in das Wasser hinunter.

Nach dieser Explosion folgte einen Augenblick Gra­besstille; selbst Der Sturm schwieg, Der Capitain be­nutzte diese Ruhe und rief:

Kinder! Alle Segel eingefasst ! Was nicht loszu- binden ist, losgeschnitten!"

Der Eindruck dieser kräftigen Stimme, welche Die des Meerkönigs zu sein schien, läßt sich nicht beschreiben. Wir gingen alle ans Werk, während die Luft noch stark nach Schwefel roch. In einem Augenblicke sanken fünf bis sechs auSgebreitete Segel, gleich Wolken Die vom Himmel herabfallen. Ich befand mich mit einem andern Midshipman oben am Mastkorbe und bemerkte, daß ein Bramsegel einzuziehen vergessen worden war. James meinte, der Sturm werde eS schon holen, ich möge nur rasch mit ihm hinnntersteigen.

Alle auf was Verdeck!" rief der Capitain.Alle herunter!"

O Hachenburg, 20. Januar. Ich beeile mich, Ihnen zu berichten, welches Resultat heute bei der Wahl nach der Festung Erfurt hier erzielt wurde. Hachenburg als Wahlort, dem die Gemeinden A.pen- rvd und Altstadt zugetheilt, hat ungefähr 600 wahl­fähige Bürger, wovon aus Altstadt und Alpenrod nur die Pfarrer erschienen; aus Hachenburg folgende Her­ren: die Kaufleute Bohle, Schuhmacher, Bernhard Schneider, Latsch, Kirchenvorsteher Lorsbach, Amt­mann Gödecke, Amtssekr. Hammer, Accessist Lang, De­kan Keim, Steüercommissär Achenbach , Forstmeister Genth, Forstaccessist Scheuerer, Oberförster Stahl, Oberförster Fabrizius, Med.-Rath Göbel, Die hier sta- tionirtcn 4 Schullehrer, Bauaccessist Kramer, Lanv- obersch. Schmalcalver, Salzverwalter Heimann, Rent- meifter Farena, Bürgermeister Bitzer, Stadtbiener Grübling, Kirchendiener Fuhr, evang. Glockenläuter Boller, Metzger Hammer, Seiler Günther, Moses Löb, und außerdem noch weitere zwei, welche aber zu spät kamen.

II Hahn, Justizamts Wallmerod, 20. Jan. Heute hatten sich die Urwähler im hiesigen Wahlkreis sehr zahlreich dahier eingefunden und alle er klärten ein- stimmig, nach Eröffnung des Wahlaktes, ^daß sie für den Reichstag zu Erfurt nicht wählten. Sie veAang- ten, daß daS Parlament in Frankfurt und dessen Be­schlüsse tu Kraft bleibe und sofort wieder zusammen berufen werde. Das ist das Ergebniß der hiesigen Urwahl.

0 Diez, 20. Januar. Wah (ergebn in dem B e z: r k F r e i e n d: e z. Zn dem Erfurter Rendezvous haben unter nahe an 800 Wahlberechtigten Acht gewählt Unter den 6 zum Bezirk gehörenden Ort­schaften fand sich in Freiendiez, Holzheim und Niederttciscu gar krin Wähler. Netzbach sandte deren 4, Oberneißen 2. Von Birlenbach waren drei Beamte in folgender Reihenfolge erschienen: zunächst der Flurschütz, dann der Bürgermeister, endlich der Polizeidiener. Als sich aber der Letztere von der un­geheuren Theilnahme an der Wahl persönlich überzeugt hatte, da beschloß auch er, nicht zu wählen. Obgleich jede Steuerklasse vertreten war, so wurden die beiden Schriftführer für alle 3 Klassen zugleich gewählt auS begreiflichen Gründen. Die Abstimmung geschah mündlich. Man wählte zwei Wahlmänner, Darunter den Bürgermeister von Birlenbach. Die Bewohner von Freiendiez sollen an dem Tage mehr als sonst ge­lacht haben.

R. Nassau. Gestern ist die Wahl für den Erfur­ter Sonderbund in hiesiger Stadt vollzogen worden, wobei Die Bürger, die keineswegs sämmtlich Demokra­ten sind, jedoch meistens Wehrmänner, welche die Reichsverfassung beschworen haben, ein glänzendes Zeug­niß Grer politischen Reife an den Tag legten, indem sie zeigten, daß sie sich nicht mehr wie eine gedankeu-

Die Matrosen gehorchten und ich befand mich allein oben im Takelwerke. Ehe ich das Segel faßte, hatte Der Sturm uns erreicht. Mit der einen Hand klammerte ich mich fest an, mit der andern zog ich mein Messer hervor und fing an das starke Tau durchzusäbelii. Kaum war ich zum Iiütni Theile durch, als cs der Sturm erfaßte, zerriß und das Segel wie eine Wolke mit forr- riß. In demselben Augenblicke erlitt das Schiff eine entsetzliche Erschütterung und ich glaubte im Brüllen des Sturmes von Dem Capitain meinen Namen rufen zu hören. Eine ungeheure Woge hatte das Schiff an Der Seite gepackt, ich fühlte, daß cs sich, wie ein vc>wun- dcces Thier, auf Die Seite legte; ich klammerte mich mit aller Kraft an, Die Masten beugten sich dem Meere zu, das ich unter mir kochen lind zische» sah. Einen Augenblick schwindelte mir; ich glaubte das Wasser mit den Händen el reichen zu können ; ich faßte ein Tau mit den Zähnen, schloß Die Augen und erwartete jeden Au­genblick , die töblliche Kühle des Meeres zu fühlin. Ich irrte mich; der Dreizack war ein zu braves Schiff; er richtete sich allmählich wieder in Die Höhe; ich schlug Die Augen auf und sah unter mir, wie im Nebel das Deck und die Mannschaft. Weiter brauchte ich nichts; ich faßte ein Tau, glitt daran hinunter und sank zwischen Stambow und Burke in dem Augenblick nieder, als alle mich für verloren hielten.

Der Capital» reichte mir die Hand und die Gefahr war vorüber.