an den M ajor und den Stadtrath ein Danksagnngs- schreiben für die freundliche Aufnahme, die sie hier gefunden, erlassen. An demselben Tage wurden sie von den Artillerie-O fsisieren von Gouverneurs-Island besucht und von denselben zur Besichtigung jener Befesti- «zungen eingeladen. Auf den zur Unterstützung der Ungarn in Umlauf gesetzten Subscriptionslisteu figuriren schon bedeutende Summen, unter Audem W. S. Wetmore mit 500 Doll., M. H. Grinnell mit 250 Doll., M. Morgan mit derselben Summe und R. K. Haight mit 200 Doll. So viel wir hören, wird nächsten Montag bei günstiger Witterung die gesamnrte New- Noker Militär - Division ausrücken und sich vor dem Asior-Haus anfitellen. In Philadelphia wurden bereits Meetings gehalten, um über den Empfang der Ungarn zu berathen. Ein Comit« von 10 Offizieren wurde ernannt, um sich au dieselben schriftlich zu wenden und sich nach dem Tage ihrer Ankunft in Philadelphia zu erkundigen. (N.-Z.)
AMsenverhandlnrrgen zu Wiesbaden.
Vierter Proceß.*)
Anklage gegen Jakob Ben; von Kemel, wegen ausgezeichnete» Diebstahls und Fälschungen.
$ Wiesbaden, 18. Januar.
Präsident: Hr. Forst; Staatsanwalt: Hr.Reichmann; Vertheidiger: Hr. Prokurator Kramer.
Ehe die Verhandlung beginnt, wird vom Staatsanwalt ein Schreiben des Hrn. Geschworenen Tra- verS verlesen, worin dieser sich entschuldigt, daß er der heutigen Verhandlung nicht beiwohnen könne. — Da derselbe jedoch keine ärztliche Bescheinigung beige- legt habe, so beantrage er eine Strafe von 25 fl. Weiter beantrage er die Aufhebung der dem Hrn. Geschworenen Cratz von Rüdesheim wegen Nichterscheinens angesetzten Strafe von 50 fl. Dieser habe inzwischen ein ärztliches Zeugniß beigebracht. Die gänzliche Entbindung vom Geschwornenamte, um die derselbe weiter bittet, könne er jedoch nicht bcvorworteir. Der Gerichtshof gibt beiden Anträgen Folge und ver- fügt, daß Hr. Craß nach seiner Genesung hier zu erschriueu habe.
♦) Der Prozeß gegen Fröhlich von Wiesbaden, wegen Fälschung, bleibt wegen des ausgefallenen Tages vorläufig so lange ausgesetzt, bis derselbe an einem paffenden. Tage mit einem andern Prozesse zusammen vorgenommen werden kann.
Jakob Benz von Kemel, 28 Jahre alt, verheira- thet, früher Schreiner, dann Fuhrmann und Laglöhner, als arbeitsscheu bezeichnet, und früher schon einmal wegen Diebstahls mit 8 Tagen Gefängniß und wegen Diebstahls und Fälschung mit einem Vierteljahr Cor-: rektionshaus bestraft, ist folgender Verbrechen angeklagt
1) Er habe ein Schreiben zur Ermächtigung deS Bürgermeisters von Kemel, ihm eine Kaufuotul zum Verkauf eines AckerS anznfcrtigcn, Namens des Herz. Amts Langenschwalbach selbst geschrieben und den Namen des.Amtssecretärs Wißmann unterschrieben; 2) er habe der Wb. Pabst von Oberselters, von der er ein Pferd gekauft hatte, Namens des Bürgermeisters von Kemel einen Brief mit der Bitte um Ausstand selbst geschrieben und ebenfalls den Namen des Bürgermeisters unterschrieben; 3) er habe ein Ausstandszcugniß von Maurer Diehl von Laufensciten ebenfalls selbst und in dessen Namen geschrieben; 4) er sei bei Metzger Kirchheim zu Keine! eingebrochen und habe 4 Laib Brod gestohlen; 5) er habe an das Amt Wehen einen Brief unter dem Namen des Bürgermeisters von Gersroth selbst geschrieben, worin das Amt ersucht wird, ihm (er nennt sich in dem Schreiben PH. Ruppert) eine Sicherhcitskartc oder einen Paß zur Reise nach Ehren- breitstein zu geben; 6) er habe zum Behufe des Ankaufs eines Pferdes dem Gustav Oppenheimer zu Nastätten ein von ihm unter dem Namen des Bürgermeisters von Kemel selbst geschriebenes Zeugniß seiner Zahlungsfähigkeit gegeben; 7) er habe auf den Namen des Schuhmachers Schmidt von Kemel bei Nothgerber Diefenbach zu Laugenschwalbach Leder im Betrage von 1 fl. 28 kr. geborgt, ohne von Schmidt dazu beauftragt zu sein. (Forts, folgt.)
Grkèürung.
Biebrich Mosbach, 16 Januar. Zur Würdigung einer in der Nass. Allg. Ztg. vom 13. d. Mts. veröffentlichten Bekanntmachung des Kreisamts Wiesbaden:
„daß das Anerbieten des Gemeinderaths von Mosbach-Biebrich, die Lokal-Polizei an die Staatsregierung abzutreten, damit solche einem Herzoglichen Polizei-Commissär übertragen werde, von hohem Staatsministerium des Innern angenommen worden sei,"
haben wir Folgendes zu berichtigen:
Durch ein Rescript des Kreisamts wurde der Gc- meindcrath ersucht, die Besoldung der Polizeidirner zu übernehmen, da solche Lokalsache geworden sei.
, £ 'Der Gemeinderath erklärte hierauf, daß ein Poki- I zeidiener aus Gemeindemittel bestellt werden solle, wenn I die Kosten eines weiteren aus Staatsmitteln bestritten I würden und zugleich ein Polizei -Commissariat auf I Staatskosten hier errichtet würde, dem die Ausübung der hier so nöthigen Hafenpolizei zu übertragen wäre.
Durch die öffentliche Bekanntmachung der Nass. Allg. Ztg. erfahren wir zuerst unter dem 13. d. M. nud in der heutigen Sitzung durch Dekretur die obige „Mittheilung des Kreisamts Wiesbaden", und wurde darauf der folgende einstimmige Beschluß zur sofortigen Kenntnißgabe an das Kreisamt Wiesbaden von dem Gemeinderath gefaßt:
„Aus Rescript des Kreisamts Wiesbaden vom 10. Januar ersehen wir, daß von dem Staatsministerium des Innern in Bezug der mit dem Geineinderath vereinbarten Bestellung eines Polizei-Commissärs willfährig beschieden wurde, und die Ausführung der Errichtung dieses Commiffariats nachfolgen soll.
Der Gemeinderath behält sich nun bei der Bestellung dieses in Aussicht genommenen Polizei -Commis- särs vor, daß die in der Gemeiudeverfassuug §8 72 bis 74 festgestellten Grundsätze in der Art beachtet werden, daß solche selbstredend nicht verletzt werden noch wenigerem darin ausgesprochenes Recht der Gemeinde entzogen wird.
Es hat daher in zu treffenden polizeilichen Maßregeln nach 8- 72 bis 74 des Gemeindegesetzes der Polizei-Commißär sich mit dem Gemeinderath vorher zu benehmen und nur daraus hervorgehende Beschlüsse zur Ausführung zu bringen, da zu einer anderwärtigen Bestellung der Gemeinderath sich nicht competent erachtet, sondern im Fall der Bürger-Ausschuß, resp, die Gemeinde, zu entscheiden hat."
Wie auS dieser Verhandlung hervorgeht, hat der Gemeinderath durchaus nicht die Polizei-Verwaltung förmlich au die Regierung abgetreten, sondern beruht dieselbe vielmehr auf nunmehr noch zu erfolgenden Bestimmungen über die Vereinbarung bei der Uebertragung dieses Polizei-Commissariats. Dies geht ohnedies schon hinlänglich daraus hervor, daß die Gemeinde einen Theil der Kosten, nämlich Besoldung eines Polizeidieners, aus Gemeindcmitteln bestreitet, während dieselbe doch wahrlich nicht in so glanzenden Verhältnissen steht, um andernfalls für ein reines Staats-Institut in freigiebiger Weise Geschenke in Geld machen zu können.
Die Mehrheit der Mitglieder des ______________________ Gemeinderaths.
Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.
(37) Die Wahlen der Abgeordneten znm Nolkshause ketr.
Da bei der gestern publicirteu Einrichtung der Wahlen wahrscheinlicher Welse dec Wahl- act in einem Tage nicht beendigt werden könnte, ist folgende Einrichtung nunmehr beschlossen worden:
Die Wahlen in sämmtlichen drei Abi Heilungen beginnen künftigen Sonntag, den 20 Januar L I. Morgens präcis 19 Uhr und zwar:
1) Für die erste Abtheilung der Wähler, d. h. für diejenigen, welche mindestens 11 ff.
40 kr. Steuer zahlen im Saale des Rathhauses.
2) Für die zweite Abtheilung der Wähler, d h. für diejenigen, welche mindestens 4 fl.
35 kr. Steuer zahlen im Saale des Gymnasiums.
3) Für die dritte Abthellung der Wähler, d. h. für diejenigen, welche unter 4 fl 35 kr. Steuer zahlen tu dem Saale des Adlers.
Wiesbaden, den 16. Januar 1850. Herzoglich Nassauisches Kreisamt.
Fergcr.
(1292) Durch die H. W. Ritter'sche Buchhandlung in Wiesbaden ist zu beziehen:
Komischer Volkskalender für 1880.
Herallsgegebea von Adolph Breunglas.
Mit vielen Illustrationen von Th. Hosemann. Fünfter Jahrgang, broschirt.
Preis 36 kr.
(38)
Gegen-Erklärung
Die in der heutigen „Freien Zeitung" erschienene Erklärung des Herrn W. Brewer, worinnen er mich einen „Feigling" (coward) nennt, denunzire ich als eine lügenhafte und verleumderische, da es Herr W. Brewer selbst war, welcher, nachdem derselbe nach einigem Wortwechsel zwischen uns hinter dem Kursaale am Abend der Reunions mich plötzlich überfallen, die von ihm verlangte Karte unter dem Vorwande mir verweigerte, daß ich zu jung sei, mich mit ihm zu schlagen.
Indem ich daher die Beschuldigung von Feigheit gegen mich dem Herrn W. Brewer mit Entrüstung in's Gesicht zurückwerfe, erkläre ich denselben hiermit für einen Lügner und Werläumder, und ich glaube ihm bald weitere Beweise geben zu können, daß das, was in Bezug auf die Feigheit von Herrn W. Brewer ist gesagt worden, vollkommen der Wahrheit gemäß ist.
Wiesbaden, den 18. Januar 1850.
Th®mtos Dickson.
Frankfurt.
Schluß der Börse.
Cours der Staatspapiere.
Deu 17. Januar 18-50.
b6t
Papier j
Geld!
Den 17. Januar 1830.
pCt.
Papier j
Geld
T>rft«rreich
Preußen
Bayern
Würtemb.
Bade»
Metalliqnes Obligationen ....
Wiener DaLk-Actieu.....
500 fl. Loose........
250 fl. Look« von 1839 .... Bechmânllische Obligationen . . .
50 Thaler Prämien-Schein« . . , Staals-Schuld-Schrille a 105 . . Obligatio»«»........
Bexbacher Eiscubahu-Acritu . . . Obligationen ........
Obligationen ........
Lotterie-Alliehell â 50 fl. von 1840 35 fl. Loos« vom Jahr 1845. . .
5 4%
4
3 2%
3
4 4%
3% 3%
4% 3%
5 3%
8ß% 757« 68*41 51 45s/«
1273 158%
99'4
89% 837« 86
957« 82%
100% 80% 55% 32%
86 73%.
68 1
31 '
45%
1268 ' 158%'
99 '
72 i 80’4
103 1
89 ' 82%; 85%
95
817/ 99% 79%1 54%' 32%'
Darmstadt
Kurheffeu Nassau
Fraukfurt
Holland
Spauieu Polen
Sardinien
Obiigatioueu ........
Lottcrie-Auleheu vou 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-WiihelmS-Rordbahn . .
40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obllgativlien........ Obiigatioueu bei Rothschild . . .
ditto 25 fl. Loose . . .
Obligationen........
ditto von 1839 ....
ditto vou 1846 ....
Taunus-Eiseubahn-Actieu a 250 fl. . Jntcgr.-Obligativueu ..... Syndikats.........
Innere Schuld neue Obligationen . Lotterie-Loose 300 ......
ditto 500......
36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
3% 4 4%
4
5 3%
3 37e 3%
2% 3%
3
83% 90% 95 73% 29 42% 33
102% 84% 23% 79% 91% 89%
304 35%
29%
817e SS-/«
83 89% 91'4 < 3*/4 28% 42% 32%
102
84% 257s 79
94 89%
302 55% 85% 29%
121
817s 33%
Cours der Wechsel.
Den 17. Jallnar.
Kurze Sicht
Zwei Monat
Gold- und Silber-Sorten.
fl.
kr.
Briefe
Geld
Briefe
Geld
Amsterdam, 100 fl. Cri. ... Augsburg, 105 fl. fett. ... . Berlin, 60 Tblr. ..... Bremen, 50 Rthlr. in «ontsd'or. Hamburg, 160 Mrk. Bco. . '. . Leipzig, «o Tdlr......
„ in der Messe .... London, 10 Li»r. St. ... . Lyou, 200 Fr....... Paris, 200 Kr...... Mailand, 250 Lir. Anstr. . . . Sien, in 20r 100 fl. tz^M. . . D j conto ........
100%
105% 98% 88%
105%
121%
95
95% 89%
108%
120
105%
98%
1207.
107%
—
88
100%
Z
120%
1%
Neue Louiöd'or ............
Friedrichsd'or.............
Ducatcu............ .
' 20 Frank-Stücke ...........
Holläudische 10 ff. Stücke........
Englische Souveraius..........
Laubthrler.............
Preußische Thaler ...........
5 Franc-Thaler............
Hochhaltiges Silber . .........
11
9
5
9
10
12
1
2
24
(Fr)
6 52% 40 38
2
3
45 21% 32
ff. 3.)
(39) Es wird auf April d. I. ein geräumiges Logis von 4—5 Zimmern, 2 Kammern, Küche, Keller und Holzstall zu miethen gesucht. — Man sieht weniger auf die Lage, als auf Naum und gute Hausleutc. Nähere Auskunft ertheilt die Expedition d. Bl.
(33) Ein ordentliches Mädchen, welches alle häuslichen Arbeiten verrichten kann und mit guten Zeugnissen versehen ist, kann sogleich in Dienst treten. Näheres in der Expedition dieses Blattes.
(36) Cs wird eine gute und reinliche Köchin zum sofortigen Eintritt gesucht. Wo? agt die Expedition d Bl.
(1) G. Aßmann, Langgafso, tauft fortwährend Fässer verschiedener Größe.
(31) Der Herr, welcher Beute, gegen Abend — wohl aus Versehen — einen Rohrstock mit gravirtem Elfenbeinknopf aus der Thorfayrt des Schützenhofes mrt- genommen hat, wird ersucht, denselben ei der Expedition d. Bl. abzugeben.
Wiesbaden, den 15. Jan. 1850.
(30) Diejenigen, welche Militäreinsteher suchen, belieben sich an mich zu wenden.
PH. Hoffmann in Idstein.
Theater zu Wiesbaden.
Samstag, den 19. Jan.: Der Pariser Taugenichts, Lustspiel in vier Akten von K. Töpfer.
Druck und Verlag der C. Ritter'schrn Buchdruckerei.