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ensvoll die Freundeshand entgegenreicht", damit in dieselbeeinschlage die ritterlich gewappnete Rechte, welche im November und April die Revolution nie­derwarf, nicht die Hand, welche im Dezember, im Mai und August aufgab, was sie gewonnen." Es ist die Vertilgung der letzten Spur von Freiheit, welche die Kreuzzeitung, d. h. die Edlen v. Gerlach, Leo, Arnim, mit den Ministern und den Kammern ver­söhnt. Die Abänderungsvorschläge der Regierung lau­ten nämlich also:

1) Die Artikel 26 und 29 sollen gestrichen werden.

Art. 26. Ein besonderes Gesetz regelt das ganze Unterrichtswesen. Art. 29. Ist der Verfasser einer Schrift bekannt und im Be­reiche der richterlichen Gewalt des Staates, so dürfen Herausgeber, Verleger, Kommis- onär, Drucker und Vertheiler, wenn deren Mitschuld nicht durch andere Thatsachen be­gründet wird, nicht verfolgt werden.

2) Die Artikel 35 und 36 sollen lauten:

Das Heer begreift alle Abtheilungen des stehen­den Heeres und der Landwehr. Im Kriegsfälle kann der König den Landsturm anfbicten. Das Nähere be­stimmt das Gesetz."

3) Der Artikel 105 (von den Gemeinde -, Kreis-, Bezirks- und Provinzial-Verbänden handelnd) soll den Zusatz erhalten:

Zur Aufrechthaltung der Ordnung kann nach be­sonderem Gesetz durch Gemeinde-Beschluß eine Gemein- dewehr, Schutzwehr oder Bürgerwehr errtchtet wer- deu."

4) Artikel 42 soll die Fassung erhallen:

Die Errichtung von Lehen ist untersagt; die be­stehenden werden in freies Eigenthum' verwandelt. Das Gesetz wird die Umwandlung der Fideikommisse erleich­tern und die Errichtung neuer regeln. Bis dahin ist die Errichtung neuer untersagt."

5) Die Bestimmung in Betreff der Verantwort­lichkeit der Minister soll lauten:

Die Minister sind dem Könige und dem Lande verantwortlich."

6) In Betreff der Kammern soll es heißen:

Der König beruft die Kamm rn und schließt die Sitzungen. Er kann beide oder einzelne auflösen. Nach 60 Tagen sollen alsdann die Wähler zusammen treten, nach 90 Tagen die Abgeordneten."

7) Der Art. 64 soll den Zusatz erhalten:

Finanz-Entwürfe werden zuerst der zweiten Kam­mer vorgelegt."

8) In Betreff der ersten Kammer soll cs heißen:

Die erste Kammer besteht: a) aus den großjäh­rigen Prinzen, sofern der König sie auffordert, ihre Sitze einzunehmen; b) aus den Häuptern der reichs­unmittelbaren Häuser und Familien^ welchen durch königliche Verordnung das Recht auf ^itz und Stimme beigelegt worden, nach dem Recht der Erstgeburt. Ein Gesetz bestimmt, wie hierbei der Grundbesitz in Frage kommen soll."

Was bedeutes das? Das bedeutet, die Schulen bleiben in den Händen der Pfaffen, die Censur wird durch die Abschreckung ersetzt, Oie Volksbewaffnung ist vertilgt, die Baumschulen der Aristokratie, die Fidei­kommisse werden gepflegt, die Ministerialverantwort- lichkeit wird zum Irrlicht gemacht, die Kammerauf­lösung ist unbegrenzt, die Volksvertretung wird ge­boren, nicht gewählt. Wir begreifen es jetzt, daß sich, wie der Lloyd berichtete,Oesterreich und Preußen über die künftige Konstitution Deutschlands längst geeinigt haben." (M. Z.)

Berlin, 9. Januar. Der gegenwärtige Kriminal- Polizei-Inspektor Hr. Simon hat in der vorvorigen Nacht in dem hiesigen Königsviertel eine Diebes­spelunke (sogen. Penne) aufgehoben, welche in den Geheimnissen unserer Residenz ihres Gleichen fuchs. In einem Raume, welcher kaum 12 Fuß lang und 12 F. breit ist, lagen 18 Männer, theils auf Stroh, theils in Betten zusammengepreßt. Ein eiserner in dem Lo­kal befindlicher Ofen verbreitete eine so unerträgliche Hitze, daß die meisten dieser Schlafgenossen völlig nackt lagen. Außerdem lagen noch in einigen Winkeln des­selben Hauses und auf Brettern, welche in dem oben beschriebenen Lokale in Stricken, wie Hängematten, herunterhingen, neun bis zwölf Männer versteckt, so daß sich die Zahl dieser sämmtlichen Schlafburschen auf 27 belief, unter denen viele bestrafte Personen waren und von denen nur 10 gemeldet sind. Es wur­den daher 18 Verhaftungen vorgenommen. Die Be­wohner dieses mysterieusen Lokals waren mit dem Licht und Feuer so unvorsichtig umgegangen, daß beim Ein­tritt der Beamten von der Zugluft am Ofen ein Schlaf­rock in Brand geriet!) und daß man auf den Dielen des Bodens einen Lichstummel fand, der dort ohne irgend eine Umhüllung im Abrennen begriffen war. Das gewöhnliche Schlafgeld in dieser Spelunke betrug nebst Licht und Heizung 7 Dreier. (V. Z.)

Sourdrodt, (Kreis Malmedy), Anfangs Japuar. Seit acht Tagen sind wir wörtlich eingeschnciet, so daß unmöglich ist, von einem Hause zum andern zu kom­men. Majestätisch thürmen sich die Schneeberge im Dorfe häuserhoch empor. Für diejenigen, welche mit unserer Gegend unbekannt sind, die Bemerkung: täglich muß fleißig mit der Schaufel gearbeitet werden, um die Verbindung von einem Hause zum anderen offen zu halten. So bilden sich denn Wege im Schnee, die zuweilen 515 Fuß tief eingegraben sind. Fast jedes Haus ist hier von einer 20 25 Fuß hohen Hecke

mal gestern, wie man hört, die Infanterie-Brigade Prinz Albert die Weisung erhalten haben soll, sich für einen eventuellen Marschbefehl in Bereitschaft zu hal­ten. Dies aber wurde, wenn es wirklich begründet ist, auf eine Erpedition außerhalb Sachsens hindeuten. Die gleichzeitige Anwesenheit des Fürsten Adolf von Schwarzenberg aus Wien hierselbst gibt dem Publi­kum ob mit Recht oder Unrecht, wollen wir dahin gestellt sein lassen einen neuen Anlaß zu allerlei Vermuthungen, namentlich in Betreff des Einmarsches der Oesterreicher in Sachsen."

Königsberg, 5. Ian. (Nat. Z.) Seit dem neuen Jahre erscheinen dieHartung'sche Zeitung" sowohl, als die LamterscheNeue Königsberger Zeitung" in bedeutend vergrößertem Formate. Eine Reihe von laufenden Artikeln über unsere Universität, welche das Feuilleton der Samterschen Zeitung eröffnet hat, er­regt hier in den betheiligten wissenschaftlichen Kreisen, wie beim gebildeten Publikum überhaupt nicht geringe Sensation. Der erste Artikel über diemedicinische Fakultät" ist beendigt. Der traurige Verfall derselben, der Dank sei's einem konstitutionellen Cultus-Mi­nisterium, das noch immer in den bequemen Eichhorn- schen Fußtapfen seinen Weg geht nächstens diese Fakultät, wie unsere Universität überhaupt, auf Null reduziren dürfte, ist in offener parteiloser Darstellung, die den Sachkenner verräth, evident nachgewiesen; daß dabei Persönlichkeiten nicht geschont werden konnten, versteht sich von selbst. Die Professoren der noch zur Besprechung kommenden drei übrigen Fakultäten schwe­ben in nicht geringer Angst vor dem Damoklesschwert der Presse, das über ihrem Haupte hängt. Denn son­derbarer Weise hat hier Niemand mehr Angst und Abscheu vor einer publizistischen Besprechung seiner öf­fentlichen Wirksamkeit, als gerade die Männer der sogenanntenfreien" Wissenschaft. Freilich sind sie durch die bequeme Nichtbeachtung von Seiten der Presse, in welcher sie bisher harmlos im hergebrachten Derufsschlendriau leben konnten, etwas gar zu sehr verwöhnt worden. Diese kritische Revue, welche auch das Interesse des auswärtigen, intelligenten Publikums verdient, wird schwerlich von dem Cultus-Ministerium ignorirt werden können.

Köln, 10. Dezember. (Wst. Z) Wie nicht an­ders zu erwarten war, ist Herr Bermbach gestern Abend gegen 8 Uhr freigcsprocheu und sofort der Frei­heit wieder gegeben worden. Die Theilnahme des Volkes, namentlich aus dem Siegkreise, den Bermbach im Parlamente vertrat, war großartig und herzcrhe- bend. Der große Assisensaal konnte nicht die Menge fassen, zahlreiche Gruppen harrten außerhalb des Ge­bäudes des Urtheils. So ost Herr Bermbach von Gensdarmen durch die Hallen und Straßen geführt wurde, zog Jeder, der ihm begegnete, den Hut.

Berlin, 8. Jan. (Staats-Anz.) Nachdem die Aus­führung der Ostbahn nach den Vorschlägen der Re­gierung die Genehmigung der Kammern erhalten hat, werden die Arbeiten an dieser großen und wichtigen Bahn nunmehr kräftiger, als bisher geschehen konnte, in Angriff genommen werden. Für das laufende Jahr 1850 wird eine Summe von 2,800,000 Thlr. zur Verwendung kommen, wovon 500,000 Thlr. für die großen Weichsel- und Nogatbrücken, 500,000 Thlr. für die Fortsetzung der Deich- und Strom-Negulirun- gen au den gedachten beiden Strömen, der Rest mit 1,800,000 Thlr. zur Fortsetzung der Arbeiten au der Bahn selbst bestimmt sind. Es liegt im Plaue, die acht Meilen lange Bahnstrecke vom Kreuzpunkte der Ostbahn bei Driesen bis Schneidemühl schon im Laufe des Jahres 1850, die weitere Strecke von Schneide- mühl bis Bromberg im Sommer 1851 dem Betriebe zu übergeben. Dem Vernehmen nach werden die für die Strecke bis Bromberg (circa 20 Meilen) erforder­lichen Bahnschienen nunmehr den fünf größten rhei­nisch-westfälischen und den schlesischen Walzwerken zu- geschlagen werden, nachdem im Wege der Privat-Un- terhandlung ein besseres Resultat als bei der öffent- licheu Submission erzielt worden ist. Der Gentner (zu 110 Pfd.) breitbasiger Schienen wird auf 4 Thlr. 8 Sgr. 9 Pf. frei auf der Abladestclle bei Stettin zu stehen kommen. Die oberste und unterste einen Zoll dicke Schicht des Paquets, welche über die ganze Breite des Paquets übergreift, muß vom besten deutschen Eisen genommen werden. Die mit einer Rinne undSeiteu- backen besonders geformten Schienen für Wege Ucbcr- gänge, wovon für die bezeichnete Strecke 1810 Ctr. nöthig sind, sollen durchweg vom beste» deutschen Eisen gemacht werden und kommen auf 6 Thlr. 3 Sgr.

9 Pf. pro Gentner zu stehen. Die bedungene Ver­wendung deutschen Eisens wird zwar, namentlich wenn der wegfallende Eingangszoll vom fremden Eisen mit in Rechnung gebracht wird, die L-chieneu nicht unbe­trächtlich vertheuern. Die Erfahrung hat indeß ge­lehrt, daß Schienen mit einer starken Decke von gutem deutschen Eisen ungleich haltbarer sind. Immerhin bleibt aber nicht zu verkennen, daß der Staat der in­ländischen Eisen-Industrie ein bedeutendes Opfer bringt, und es wird einer weiteren Erwägung Vorbehalten bleiben müssen, ob und in wie weit bei dem ferneren Bedarf eine gleiche Berücksichtigung mit dem finan­ziellen Staats-Interesse vereinbar sein wird.

Berlin, 9. Januar. Die königliche Botschaft hat es enthüllt, um welchen Preis die Neue Preußische Zeitung den Ministernzu dem bevorstehenden Kampfe, zu der nahen abermaligen erschütternden Krise vertrau­

umgeben; in den Raum zwischen dieser Hecke und dem Hause häufen sich die Schneemassen, und nicht selten müssen sie im Monat Wai auf Wiesen gefahren und zertheilt werden, damit sie in der Sonne zergehen.

(I C.-B.)

Wien, 6. Januar. In der Vorstadt Gumpendorf verübten acht Soldaten von Nassau Infanterieregiment dieser Tage bei einem Drechsler und einem Handschuh­macher, als sie um Waaren feilschten, mehrere Dieb­stähle, indem sie bei ersterem Pfeifen und Cigarrenspitzen, bei letzterem Geldtaschen verschwinden machten. Ihr Benehmen war, wahrscheinlich aus langer Uebung, der­art ungenirt, gaß die Gewölbsinhaber herzlich froh waren, solcher Kunden wieder loszuwerden.

Wien, 6. Januar. Heute ist die Landesverfassung Oberösterreichs verkündigt worden; sie ist im Wesent­lichen mit jener von Niederösterreich übereinstimmend.

Die Truppenmärsche nach Böhmen dauern nach allen Richtungen fort. Ein Theil des Armee-Corps zieht sich ganz nahe au die sächsische Gränze und die Gränzdörfer sind mit Einquartierungen stark belastet. Dem Militär ist das Ucberschrciten der Gränze streng untersagt und keinerlei Vorwand gestattet. In Prag sind alle Gasthöfe mit kais. königl. Offizieren überfüllt und noch immer langen neue mit ihren betreffenden Truppenkörpern daselbst an. Nebrigens ist man hier über die Eventualität einer Besetzung Sachsens durch die österreichischen Truppen viel beruhigter, seitdem die Voraussetzung Naum gewinnt, daß.solche mit Einver- stândniß und unter Mitwirkung Preußens erfolgen dürfte.

Ans Anlaß einer vorgekommenen Anfrage hat das Ministerium bestimmt, daß das Recht der Verlei­hung des Bürgerrechts und die Aufnahme in den Gemeinreverband im Sinne des Gemeindegesetzes, un­abhängig von dem dem Magistrate zuftchenden Ge- wcrbeverleihuugsrechte, der Gemeinde eingeräumt sei.

Gestern Nachmittags fand in der Mariahilfer Vorstadt ein bedeutender Auflauf statt. Ein Grenadier entriß einem Schnürmacherlehrling ein Packet und zog, als er von einigen Civilpersonen zur Rückstellung an- gehaltcu wurde, seinen Säbel.

Republik Frankreich

Paris, 4. Jan. Eine doppelte Arsenikvergiftung vermittelst Ncujahrsgeschenken, die bereits mehreren Personen das Leben gekostet hat, setzt ganz Paris in Aufregung. Aymet, ein gewesener Agent, hatte mit zwei öffentlichen Mädchen eine jener entwürdigenden Verbindungen, wie vielleicht nur Paris sie kennt, d. h. er lebte von ihrer traurigen Industrie. Die Eine, die ihm für seine Verschwendungen nicht genug lieferte und deshalb oft von ihm mißhandelt wurde, verließ ihn trotz seiner Drohungen mit schrecklicher Rache und nahm eine Wohnung für sich allein in der rue de la Vietoire mit einer Dienerin. Am Neujahrstage er­hielt sie nun ein schön geschmücktes Körbchen mit Ku­chen und einem anonymen Brief, worin sie gebeten wurde, dieses kleine Geschenk von einem früheren Freunde anzunchmcu. Sie, ihre Magd, der Concierge des Hau­ses, der ihr das Körbchen zugestellt hatte, so wie des­sen Familie verzehrten schnell die Kuchen, wurden aber nach wenigen Stunden von den heftigsten Anfäl­len ergriffen, in denen der herbeigerufine Arzt als­bald eine starke Arsenikvergiftung erkannte. Trotz der schneUgcleisteten kräftigen Hülfe verschied die Magd im Hospital und ihre Herrin ist ebenfalls noch nicht außer Gefahr. Ganz dasselbe ereignete sich zu gleicher Zeit in einem öffentlichen Hause der rue Vertbois, in dem sich das zweite Mädchen befand, mit dem Aymet Verbindungen unterhalten hatte. Sie und zwei ihrer Gefährtinnen, die auch von dem zugesandteu vergifte­ten Kuchen gegessen hatten, sind bereits gestorben. Aymet, auf dem die schwersten Verdachtsgründe lasten und der bereits verhaftet ist, leugnet auf das Ent­schiedenste.

Paris, 9. Januar, Morgens. Louis Napoleon arbeitete gestern Mittags geraume Zeit im Elysee mit den Ministern des Auswärtigen, des Krieges, der Ma­rine und Changarnier. Fürst Jules Polignac, der bekannte Chef des Ministeriums unter Karl X. zur Zeit der Juli-Ordonnanzen, ist hier eingetroffen. Er wohnte gestern einer legitimistischen Festlichkeit bei. Nach demNational" hat einer der Hauptrebakteure der Reforme" , Ruge von Geburt, uaturalistrter Schweizer und seit mehreren Jahren in Frankreich wohnend, den Befehl empfangen, Paris und Frankreich zu verlassen. Nur mit großer Mühe soll er einen Aufschub von zwei Tagen erwirkt haben, um seine An­gelegenheiten ordnen zu können. Louis Blanc hat eine Schrift herausgegeben, worin er seine Erinnerun gen an die Ereignisse von der Februar-Revolution bis zu seiner Flucht aus Frankreich veröffentlicht. Aus Tanger erfährt man unterm 16. Dezember, daß unserm Vertreter daselbst bei seiner Ankunft auf höhern Be­fehl keine der seinem Titel gebührenden Ehrenbezeigun­gen, von den Ortsbehörden erwiesen ward. Garibaldi befand sich noch zu Tanger, wo er beim sardinischen Consul wohnte; die Vertreter der übrigen europäischen Mächte bekümmerten sich nicht um ihn. Das Gerücht, als ob der Kaiser von Marocco ihm ein Couunando anvertrauen wolle, wird als irrig bezeichnet (K.Z.)

Paris, 9. Jan. (M.Z.) Die Liberte will wissen, Dupin sei mit der ihm gewordenen Majorität nicht zufrieden gewesen, da Dedeau eine viel größere erhal-