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tig dazu beiträgt, den Tag vorzubereiten, an dem die Spreu von dem Waitzen wird gesondert werden; muß die Demokratie in den Staaten 3tcn, 4tcn, 5ten, 6ten, 7tcn und weitern Rangs, ebenso selbstbewußt bethä­tigen, daß sie sich von den Reminiscenzen einer eng­herzigen Kleinstaaterei frei gemacht, daß sie aber nicht, wie das Interim, den politischen Horizont der deutschen Nation schwarzweiß und schwarzgelb, sondern nur einfach roth sich denken kann.

Deutschland.

$ Aus dem Emsthal. In Ermangelung wich­tiger Ereignisse muß ich Ihnen kleine Begebenheiten aus dem inneren Leben der Parteien mittheilcu, weil diese oft das Bild des Lebens schärfer zeichnen, als die hervorragenden einzelnen Erscheinungen. Arie einst Ub- dera sich in Esel und Schatten theilte , so theilen sich jetzt die Bewohner des Städtchens St. in Lichtsten»de und Lichthasser. Und was gab die Veranlassung zu diesen Parteien? Ein Vortrag im PmSvcrein. Draus erhellet denn der Einfluß des Vereins auf Leben; er kann Zwietracht stiften. Wie unsere ^cit sich überhaupt durch lauter Mißverstaudnige entwickelt und deßhalb gewiß später das mißverstandene Iahl^ Hundert heißen wird; so ist auch hier ein Mißverstand- niß die Ursache der Entzweiung. Ein gewißer Herr, ein sehr würdiges Mitglied des Piusvereins und vor­anstrahlend durch seinen Eifer in dem Dienste des Vereins, hatte in dem Piusverein eine Rede über die Bedeutung des Kerzenlichtes in der katholischen Kirche gehalten. Die Zuhörer waren sehr erbaut und es

* flossen die üblichen und schuldigen Thränen der Rüh­rung reichlich bei dem salbungsreichen Vorträge. An den folgenden Tagen theilten die Mitglieder das Er­hörte/insoweit sie es behalten, mit, und sogleich er­wuchs ein ganzes Heer von Mißverständnissen, -in fromme Redner hatte die herrlichen Eigenschaften des Lichtes und den Trieb des Menschen nach Licht, der sich schon beim Kinde offenbare, das nach dem Lichte greife, geschildert, - hatte daran erbauliche Betrach­tungen geknüpft und endlich gezeigt, wie die katholische Kirche diesem Lichttriebe des Menschen durch das An- zünden geweihter Kerzen entgegenkomme und diesen be­friedige. Nun meinen aber viele UltrapiuSianer, wenn das Kind nach dem Lichte greife, müsse man ihm auf die Finger schlagen, weil sich das Kind sonst verbrenne. Ueberhanpt wird geltend gemacht, daß das Licht ge­fährlich sei, daß es Städte und Dörfer anzünde, und wen es anziehe, den suche es zu verderben, wie die Schmetterlinge, die den Trieb nach Licht mit dem Tod in der Flamme büßten. Ferner, der Engel des Lich­tes war der erste Verführer und in unserer Zeit haben die norddeutschen Lichtfreunde das Unheil der Revolu­tion anqestiftet. Dein würdigen Redner. wird. deßbalb- -------mtßumu/u möge NN dcturn iy^r^ichtfreund sein, was um so wahrscheinlicher, da derselbe auch Mitglied des radikalen Turnerbundes sei. Von anderer Seite wird dagegen geltend gemacht, daß der Redner das Kerzen- und Talglicht, keinesweges aber das natürliche Sonnen­licht, welches austrockne und blende, noch weniger aber das Irrlicht der Aufklärung, welches sich in denSüm­pfen der Demokratie" erzeuge, gemeint habe. Die Kirchenkerzen und die geistlichen Talglichter aber seien unschuldig.

Und die Feinde des Piusvereins schüren das Feuer

, der Zwietracht, nehmen selbst bald die erste, bald die zweite Partei an, um desto mehr die Zwietracht zu nähren. Nur die Häupter des Piusvereins nehmen keinen Theil an dieser Spaltung; denn sie kennen die trefflichen Eigenschaften des Redners und die Dienste, die er bei verschiedenen Gelegenheiten geleistet; aber es ist ihnen nicht möglich, die Spaltung auszufüllen. Wohl mögen sie hoffen, die Zeit werde wieder den Riß zusammenleimen.

Eines Tages erschien ein Mädchen von etwa fünf­undzwanzig Jahren mit blauen himmlisch milden Augen und langem schwarzem Haar, in nettem einfachen An­züge, um Sir Eduards Mildthâthigkcit für eine arme Familie in Anspruch zu nehmen, deren Noth sie so rüh­rend schilderte, daß dem Capitain die Thränen in die Augen traten und er ohne ein Wort zu sagen, seine mit Gold gefüllte Börse der Bittenden überreichte, die dafür seine Hand ergriff, dieselbe küßte und sich schnell entfernte.

Der Capitain glaubte geträumt zu haben und dieser Augenblick hatte über seine ganze Zukunft entschieden. Er sah nichts mehr als die schöne Bittende, er dachte s an nichts', als an die Unbekannte und alle seine Be­mühungen gingen dahin, zu erfahren, swer sie sei und sie näher kennen zu lernen. Sanders erzählte ihm, daß eigentlich Niemand genau wisse, wer sic sei; sie heiße Anna Maria und habe frühzeitig ihre Eltern verloren, die aus Frankreich gekommen sein sollten. Sie bcsiye eine kleine Rente und habe ihr Leben dem Wohlthun gewidmet, weßhalb sie von der ganzen Umgegend für eine Heilige gehalten und als solche verehrt werde. Der Doktor, welcher den Capitain behandelte, auch das Mädchen, sowie deren Erzieherin, ein Fräulein von Wlevieille, kannte, und bald merkte, was mit dem Capitain vorgegangen sei, führte ihn in dem Häuschen ferner Freundin ein. Sie wurde selbst vermocht einen Besuch auf dem Schlosse abzustatten und der Capitain

Der Mißkannte aber hüllet sich still in seine Ver- ; dienstc. Die Sache könnte, mit anderen Umständen vereint indeß doch gefährlich werden, da auch hier die Demokratie wie Unkraut wuchert und aus den Schwä­chen der Gegner sucht Nahrung zu ziehen. Wankt doch die ganze feste Welt der mittelalterlichen Begriffe und droht nicht jedes Lüftchen die Lawine zu wecken, daß sie brausend sich heranwälze und das mors u' Leben be­grabe.

(Aus dem Amt Nassau. H.) Jetzt endlich er­fährt man, was das Land von dem guten Willen der Regierungspartei in Bezug auf die Neugestaltung der Kirche zu erwarten hat durchdie Bedenken wider das Gutachten der kirchlichen Verfassungs-Commission", de­ren Mitglieder doch ganz einseitig durch die Regierung ernannt wurden, und an deren radikale überstürzende Ansichten schon aus diesem einzigen Grunde Niemand glauben wird. Und dennoch haben selbst diese Männer den gehegten Erwartungen nicht entsprochen, weil sie den Wünschen der Neuzeit einigermaßen Rechnung tra­gen wollten, selbst sie sind in den Augen des Corre- spondenten derNass. Aug " übereilt und unvorsichtig gewesen. Wie konnten auch die Herren Commissions- Mitglieder den Beschluß fassen, daß Geistliche und Laien auf der General-Synode in gleicher Stärke ver­treten seien (welcher Beschluß auch uns, aber aus an­deren Gründen, bedenklich erscheint), warum wurde nicht wenigstens den bisherigen Kirchenvorständen ein Vorrecht eingeräuint, warum wurde es nicht der Rc- gicrung gestattet, noch einige Dutzend Vertrauensmän­ner der Versammlung hinzuzufügen, während sie jetzt nur durch ihren Commissär ihre Ansichten geltend ma­chen soll? Eine General-Synode aus Dekanen, frü­hern Kirchenvorstehern und Vertrauensmännern des Herrn Wilhelmi bestehend, würde freilich auch bester dem Zweck entsprochen haben, durch sie würden keine Stürme hervorgerufen, keine mißliebigen Neuerungen beantragt n orden sein, durch sie würde man ganz leicht den Beschluß erreicht haben, daß sich die evangelischen Kirchenmitglieder des Herzogthums unter dem jetzigen Regiment äußerst behaglich fühlen und eine Aenderung höchstens nur von einigen indifferenten, irreligiösen, nicht einmal an das Dasein Gottes glaubenden Schre.e.n verlangt werde. Das wären erwünschte Beschlusse ge­wesen, man hätte sich wieder ruhig in den Episcopal- stuhl betten können, nicht gestört durch böse Träume von Presbyterien und Synoden. Leider haben die Commissions-Mitglieder diese geheimsten Wünsche nicht errathen, sie haben klar und bündig auf eine Presby- terial- und Synodalverfassung gedrungen, sie haben den Dillenburger Antrag auf einenmodisizirten Presby­terianismus" gar nicht berücksichtigt, sie haben an die Berechtigung derEpiscopalbestandtheile" gar nicht gedacht. Darumwird aber auch ohne Zweifel eine höhere Kirchenbehörde dem landesherrlichen Inhaber

Kirchenaewalt «ur die vorsichtigste Anbah­nung erweiterter Gemeindeberechtigung als den zu betretenden Friedensweg bezeichnen."

So sollen Eure Hoffnungen in Erfüllung gehen, welche Ihr so ungeduldig auf das Zusammenkommen einer Gcneralsynodc gesetzt habt; Ihr, die Ihr den geschwundenen kirchlichen Sinn wiedcrerwcckcn wolltet durch eine freie Kirchenverfassung, die Iyr Euch nach dem Augenblicke sehntet, wo Ihr Euch den Geistlichen, den Ihr für den Würdigsten haltet, selbst wählen kön­net. Ihr sehet nun, was von denen zu erwarten ist, die ohne Anfechtung des ihnen gebührenden, zum Un­terhalte der Prediger bestimmten Genusses kirchlicher Stiftung das Werk des Friedens in Frieden und christlicher Freiheit für die ihnen an besohle ne Ge­meinde treiben wollen." Unter solchen Verhältnissen würde nichts übrig bleiben, als den schon einmal von Dillenburg aus in diesen Blättern angeregten Vor­schlag durchzuführen, und eine Zusammenkunft aller kirchlich Freigesinnten des ganzen Landes zu veranlas­sen, um gemeinschaftliche Schritte zu berathen, wie

war in ihrer Gegenwart und Nähe stets heiter und vollkommen gesund. Desto stärker kehrten die Anfälle des Spleens zurück, so bald er allein war, und seine Leute fingen endlich kopfschüttelnd an, den verehrten Herrn für halb verrückt zu halten.

Zu einer solchen Zeit besuchte ihn einmal auch der Doktor, dem er schon von weitem zurief:

Kommen Sie, Freund, ich bin sehr krank. Ich glaube, ich habe seit acht Tagen den Spleen."

Ich glaube dagegen, Sie haben ihn seit acht Tagen nicht mehr."

Alles langweilt mich."

Fast alles."

Ueberall langweile ich mich."

Fast überall."

Tom ist mir unerträglich."

Das kann ich mir denken."

Doctor, ich habe bisweilen Augenblicke...«

Das glaube ich."

Doctor, wir veruneinigen uns."

Anna Maria wird uns wieder versöhnen."

Sir Eduard erröthete und der Doktor fuhr fort:

Haben Sie sich auch in dem Hause Annas ge­langweilt ?"

Keine Minute."

Langweilten Sie sich, als sie bei Ihnen war?" Keine Secunde."

man sich dem Drucke eines gcistestödtenden Kirchenre- gimentS entziehen könne. Möge dann der Vorwurf entstandener Spaltung die treffen, welche aus Eigen­nutz und Herrschsucht die kirchlichen Bedürfnisse so Vie­ler nicht befriedigen wollen.

-s-Biebrich- (Gottesdienst der freien Ge­meinde.) Mit dem besten Willen konnte es die hie­sige freie Gemeinde noch nicht dahin bringen, einen Gottesdienst abhalten zu laycn und auch für nächsten Sonntag (den 13. Januar) sind wiederum alle Hoff­nungen hinwegintrignirt worden. DiejungeGemeinde wird indeß nichts weniger als erlahmen, sondern nur um so regsamer werden, je mehr Schwierigkeiten ihrem zeitgemäßen Streben von einzelnen Persönlichkeiten in den Weg gewalzt werden. Sie wird sich eifrigst be­mühen, die der Abhaltung eines Gottesdicnstes sich entgegenstemmenden Hintcrnisse siegreich zu überwinden und die auf grobem Materialismus beruhenden Intri­guen vollständig zu enthüllen. Ein solches Han­deln ist ebenfalls ein Gottesdienst.

Biebrich, 10. Jan. Wenn man die Polizei- Verfügungen des Kreis-Amts ansieht, so sollte man glauben, man lebe hier in stetem Aufruhr. Denn heute wurden wir auf kreisamtlichen Befehl gleichsam förmlich in. »Belagerungszustand versetzt, weil von nun an wieder die Polizeistunde in den Wirthschaften ein­geführt und zwar auf Beschluß des Kreis-BezirkSraths eingeführt sein soll.

j Der Gemeinde rath wußte diesem Beschluß wie eS scheint nichts entgegen zu stellen, und fügte sich wohl dem Ansinnen unter der Bedingung, daß keine Aus­nahmen von diesem Polizeiverbot statthaft sind, so daß also auch die Casin o's und die von den Herren Beamten, Hofbediensteten und Offizieren besuchten Ho­tels dieser neu aufgefrischten Polizeimaßregel sich unter­werfen müssen und auch hier die Gensd'armerie die ihr gegebene Ordre streng ausführt.

Wir wissen nicht, ob eine derartige Befugniß in daS Ressort des Kreis-Bezirksraths gehört, glau­ben aber, daß der §. 73 des Gemeinde gesetzes, die OrtSpolizei,nur ausdrücklich in die Hände des Gemeindcraths und Bürgermeisters legt." Freilich, wenn diese Gemeinde-Behörde bei dem Kreis-Amt selbst ansucht um Bestellung eines regierungsmä­ßigen Polizei-Commissärs, so muß dieselbe ihre Stellung in einer freien Gemeinde-Verfassung sehr verkennen. ES fragte sich außerdem in diesem Falle, in welcher Form derGemeindcrath dem neuen Polizei- Commissâr seine Rechte einräumen wird, na­mentlich ob solcher dem Gemeinderath untergeordnet sei oder nicht. Im lctztern Falle würde auch in die­ser Hinsicht der alte Polizeistaat auf's Neue aufge- richtct.

Hanau, 10. Jan. (H. Z.) In der gestern Abend stattgefundenen Generalversammlung des demokratischen Vereins ist einstimmig der Beschluß gefaßt worden, zum Reichstag in Erfurt nicht zu wählen.

Hannover, 9. Jan. Nachmittags. Der Antrag des Abgeordneten W i n d t h o r st in der deutschen Frage, motivirte Tagesordnung und eine Vertretung des deutschen Volkes nach einem Vertrauen erweckenden Wahlgesetze", ist von der zweiten Kammer gegen den Antrag von Lang II., dem Wunsche der Regierung gemäß, mit 42 gegen 34 Stimmen angenommen worden.

Dresden, 7. Januar. Unter diesem Datum wird derD. A. Z." über die Gerüchte eines bevorstehen­den Einmarsches östreichischer Truppen in Sachsen ge­schrieben :

Man thut unstreitig wohl daran, sich auf die eine oder die andere unvorhergesehene Maßregel in der innern und äußern Politik Sachsens gefaßt zu machen. Der Befehl zur Mobilmachung eines Theiles unserer Armee ist zwar noch nicht gekommen, allein in das Bereich der Unmöglichkeiten gehört er nicht mehr, zu-

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Würden Sie sich langweilen, wenn Sie jeden Morgen die Gewißheit häiten, sie zu sehen?"

9tie."

Würde Ihnen auch dann noch Tom unerträg­lich sein."

Im Gegentheil, ich würde ihn von Herzen lieben."

Würden Sie sich noch krank fühlen?"

Ich würde glauben, erst zwanzig Jahre alt zu sein."

Nun, nichts ist leichter, als das Mädchen alle Tage zu sehen."

Was muß ich thun, Doktor? Reden Sie:"

Sie heirathen."

Sie heirathen! Sie wissen ja, daß Sie nicht hei­rathen will."

So sagen alle Mädchen."

Sie hat glänzende Partien ausgeschlagen."

Bierbrauer u. f. w. Sie, die Tochter deS Ba­ron Lampton, wird nicht so tief heruntersteigen."

Ich bin alt, Doktor."

Sie sind 45 Jahr und sie ist 30 Jahre alt." Ich habe nur ein Bein."

Sie hat Sie immer so gesehen und muß daran gewöhnt sein."

(Fortsetzung folgt.)