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Wechselung menschlicher und göttlicher Dinge ihre Ra­serei dis zu dem Punkte verstiegen, daß sie, unter Hintansetzung jedes priesterlichen Ansehens, den Prä­laten und Geistlichen in Röm, welche unerschrocken unserm Befehle folgend, daselbst verblieben, nicht ein­mal gestattete», die Verwaltung der heil. Geheimnisse in Frieden fortzusetzen, indem sie erbarmungslos die­selben von den armen Kranken, die mit dem Tode kämpfen, fern hielten, und diese Unglücklichen nöthig­ten, statt unter dem Troste der Religion ihre letzten Seufzer in den Armen öffentlicher Dirnen auszuhau- chen......"

Die öffentlichen Dirnen, von denen in der Encyc- lica die Rede ist, sind jene edle Frauen, die, zum größten Theile den ersten Familien Roms und I t a l i e n s a n g e h ö r end, u m n a ch ihren Kräften an der großen National-Be- Wegung einen Antheil zu haben, ihre Pal­la st e als wahre barmherzige Schwestern verließe n.

Man hat in den Briefen aus Rom von den Mo­naten März, April und Mai die rührenden Einzelhei­ten gelesen, die über die hiiigcbcndc Sorgfalt berichte­ten, mit denen diese Frauen sich, ohne auf Meinung und Abstammung der Verwundeten zu sehen, deren Pflege angelegen sein ließen. Es befanden sich unter diesen Verwundeten französische Soldaten in großer Anzahl. Diese Frauen nennt der Papst öffentliche Dirnen. Wir wenden uns jetzt zu einem andern Gegenstand. Wir erklären es für unrichtig, notorisch falsch, daß der Zugang der Priester zu den Hospitä­ler jemals unsersagt worden ist. Hier der Beweis davon: Nach Wiedereinsetzung der päpstlichen Negie­rung wurden auf Befehl des rothen Triumvirats hter 3 Kardinäle) fünfzig Geistliche in die Kerker gewor­fen, einzig, weil sie dcn geistlichen Beistand jenen ar­men Verwundeten geleistet hatten, die erkommunizirt waren, und sterbend in den Militärlazarethcn der rö­mischen Republik sich befanden.

Also eine Lüge neben einem Fluch. Darf man wohl dergleichen bei demjenigen suchen, der sich den NamenVater der Gläubigen" beilegt. (Wftd. Z.)

Republik Frankreich.

Paris, 7. Jan. Das. neue JournalLe Napo­leon", angeblich amtliches Organ der Präsidentschaft, ist gestern erschienen; es ist ein Wochenblatt, das mit einer Titelvignette geschmückt ist, die den Triumphbo­gen de l'Etoile »erstellt. Diese erste Nummer enthält unter Andern, Artikel über das erste Jahr der Präsi­dentschaft L. Napolcon's, über die Republikaner, über den La Plata und über die Elementarlehrer. Unter der RubrikVermischtes" findet sich die Angabe, daß L. Napoleon unter den jetzigen Umständen von dem Gedanken an eine Amnestie eben so weit entfernt sei, als er früher gewünscht habe, dieselbe am Jahrestage seiner Wahl vorschlagen zu können. Am Schlüsse heißt cs:Wir sind in einem Zeiträume der Niederhaltung; jener der Gnade ist noch nicht gekommen." L. Napoleon war gestern im Theater des Thores St. Martin. Eine zahlreiche Menschenmasse harrte seiner Ankunft auf dem Boulevard, er kam jedoch von der andern Seite her und entzog sich auch nach Beendi­gung des Schauspiels auf dem nämlichen Wege der Menge, welche unaufhörlich rief:Es lebe die Repu­blik!" Vorgestern Abend war großer Empfang un Marlutministerium, wo viele Admiräle und Schisss- Capitäne sich einfanden. Die La Plata-Frage bildete

natürlich den Hauptgegenstand der Unterhaltung. Man versicherte, daß, falls es zu einer Erpedition gegen Rosas komme, einer unserer jüngsten Eontre-Abmiräle, Dubourdieu, dem bei Navarin eine Kugel den Schen­kel wegriß, den Befehl über dieselbe erhalten werde.

Der Repräsentanten - Verein vom Qaui d'Orsay hat einmüthig beschlossen, heute für Dupin als Prä­sidenten und für General Bedeau als Vice-Präsiden­ten zu stimmen. Nach dem Toulonnais" hatte das kürzlich von Terracina dort angelangte spanische Kriegs-DampfbootPizarro" den aus dem Kirchen­staate zurückkehrenden Oberbefehlshaber des spanischen Erpeditionscorps, General Eordova, so wie wichtige Depeschen für die spanische Regierung an Bord. Zwei Schiffe, welche unserer Mittelmeer-Flotte Proviant aller Art bringen sollten, haben denselben wieder in die Magazine abgeliefert, woraus man auf baldige Rückkehr des Geschwaders schließt. In der Provinz Constantine, so wie in ganz Algerien, herrscht jetzt vollkommene Ruhe. (K. Z )

Paris, 7. Jan. (Mz. Z.) Vom 24. Februar 1848 bis zum 10. Dezember desselben Jahres haben 47 Minister die 9 ministeriellen Departements eingenom­men. Die Unterstaatsfekretäre wurden nicht so häu­fig gewechselt. Man zählt ihrer nur 27. Frankreich hat bei den verschiedenen auswärtigen Mächten 26 außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Mini­ster, 1 Gesandten, 3 bevollmächtigte Minister, 1 Ge­schäftsträger und 1 außerordentlichen Gesandten; der Consule gibts 86. Die auswärtigen haben bei der französischen Republik 2 Gesandte, 20 außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister, 10 Minister- residenten und 8 Geschäftsträger aeereditirt.

Man spricht abermals von dec nahen Veröffent­lichung eines Werkes des berühmten Astronomen Ara­go, Mitglied der provisorischen Regierung, über die Februarrevolution.

Paris, 7. Jan. (Abends 8 Uhr.) Die La Plata- Frage ist heute endlkch, in der Nationalversammlung wenigstens, erledigt worden. Die Lösung, welche sie erfahren, ist freilich so schwankender Art, daß von einer Erledigung kaum gesprochen werden könnte. Der Be­schluß, welchen die Nationalversammlung faßte, ent­hält nur eine neue Vertagung der hâkeligen Frage; 1 er hat lediglich die Aufrechthaltung des Status quo, die Fortsetzung der seit 12 Jahren schwebenden Unter­handlungen zur Folge. Hr. v. Rance mobificirte heute sei­nen kriegerischen Antrag in einem friedlichen Sinne, das Cabinet schloß sich natürlich sofort an und der movi- ficirte Ranccsiche Antrag wurde mit 338 Stimmen gegen 300 angenommen. Der Rance'sche Antrag hat folgende Fassung:In Betracht, daß der Lepredou^sche Vor­trag nicht der Ratifikation der Nationalversammlung unterbreitet worden ist; in Betracht, daß die Regierung erklärt, daß sie die Unterhandlungen fortzusetzen ent­schlossen sei, zu dem Zwecke, die Ehre und die Inte­ressen der Republik zu sichern, uns daß unsere Natio­nalen gegen alle Eventualitäten an den Ufern des La Plata ernstlich geschützt werden sollen: geht die Natio­nalversammlung zur Tagesordnung über."

Großbritannien.

London, 3. Januar. Während dieTimes" tu den jüngst augebeuteten Briefen Kossuth und bie ungarische Bewegung bes vergangenen Jahres in einer Weise verleumdet und verunglimpft, daß die besseren Organe der Presse ihre Scham und Entrüstung nicht unterdrücken können, ist es wohlthuend zu bemerken,

daß int Volke zugleich mit den Siegen der Ungarn doch nicht so ganz die Sympathie für ihre Bestrebungen erloschen ist, wie unmuthige Beobachter oft geglaubt haben.

Es wurden vor wenigen Tagen in Wales ein großes Meeting angekündigt, um die Sympathie mit dem ungarischen Peldenvolke auSzudrücken, und um an die Regierung eine Hetition zur Vermittlung für dasselbe in Berathung zu ziehen. Trotz des höchst ungünstigen Wetters Glatteis bedeckte weithin den Boden hatte sich eine unerwartet zahlreiche Ver­sammlung eingefunden, und es muß besonders hcrvor- gehoben werden, daß unter den dort Anwesenden und besonders unter den Rednern der größere Theil sich zu sehr gemäßigten politischen Ansichten, ja zur streng konservativen Partei bekennt. Die Häupter der beiden Akademien, von denen die eine den kalvinistischen Me­thodisten und die andere den Independenten von Wales gehört, bcthciligten sich an den Vorträgen und De­batten; und dies ist bedeutungsvoll, da das Volk in Wales im Allgemeinen zu den Dissidenten gehört. Von dem Geiste der Verhandlungen zeugen folgende Beschlüsse:Die Versammlung wendet sich mit Ent­rüstung und Abscheu von der despotischen Politik der österreichischen Steuerung gegen die ungarische Nation ab, wie von den beispiellosen Grausamkeiten, die die­selbe im Verein mit Rußland verübt hat. Wir glau­ben, daß alle freien Nationen Europa's und Amerika's die Pflicht haben, ihre Negierungen aufzufordern, sie mögen mit der möglichsten Aufwendung ihres Ein­flusses dahin wirken, daß das magyarische Volk seine alten konstitutionellen Rechte wiedererwerbe, und daß den jetzigen Flüchtlingen und durch Konfiskation Be­raubten die Freiheit der Rückkehr und die Wiederer­stattung ihrer Güter gewährt werde." In energischer Weise wurde danu demchristlichen Benehmen" des Sultans die gerechte Anerkennung gezollt; auch Lord Palmerston und sein Zusammenwirken mit Frankreich in dieser Angelegenheit wurde rühmend hervorgehobcn aber auch der Theil der englischen Presse nicht vergessen,der durch schändliche Verläumbungen der ungarischen Sache sich selbst brandmarkt."

9t a ch sch r i f t.

Die Frankfurter Blätter bringen nachfolgende tele graphische Depesche:

Berlin, 9. Januar, Nachmittags. Die der ersten Kammer mitgctheiltc königliche Botschaft enthält im Allgemeinen Folgendes: Verfassungs-Abänderungen bei sieben Artikeln, Ergänzungen bei Art. 105, gestrichen Artikel 23. Die erste Kammer besteht ans 200 Mit­gliedern , den Prinzen, Neichsunmittelbaren; ernannt werden 60, von den höchst Besteuerten 30 und 6 von Universitäten gewählt. Staatsgerichtshof. Keine Lehen; Gesetz für neue Fiveicvmmiffc :c.

Dresden, 7. Januar. Nicht bloß in Dresden, sondern fast in ganz Sachsen ist das Gerücht verbrei­tet, morgen werde der König Friedrich August zu Gunsten seines Neßen, des Prinzen Albert die Re­gierung abtreten. Letzterer würde aber, so vermuthet man, die Constitution vom 4. Sept. 1831 wieder be­schwören und die alten Stände einberufen.

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

(12SI) Beachtungswcrthe Anzeige.

Das neuerfundene Instrument C'cHBigm^M^mm oder Criaisperrer, welches schon von vielen Aerzten als heilsam anerkannt worden ist, hat den Heil­samen Zweck, daß nach einmonatlichem Gebrauche des JuftrumcntS das Einnässen in's Bett sowohl bei Erwachsenen-, als bei Knaben gänzlich beseitigt wird, erhält man unter Angaben des Alters und portofreie Einsendung für den geringen Preis von ä 2 Rthlr. Instrument mit Gebrauchs-Anweisung.

Dudcrstadt bei Göttingen, im December 1849.

A Walter Hf Comp.

Hümmerts Pollutions - Instrument verursacht nicht die geringste Unannehmlichkeit und läßt, ohne nachtheilige Folgen für die Gesundheit hcrbeizüführen, durchaus keine Pollution zu; was sich durch vielfache Erfahrungen bestätigt und durch Zeugnisse von vielen der berühmtesten Aerzte Deutschlands dargethan ist, daher eine weitere Anpreisung überflüssig erscheint. Gegen portofreie Einsendung von ä 3 Rthlr. messingene, ä 2% Rthlr. blecherne, â 2 Rthlr. hölzerne, verabreichen Unterzeichnete Instrument mit Gebrauchs-Anwei­sung. Stets stehen Instrumente eingepackt vorräthig und können mit Wendung der Post versendet werden.

Duderstadt bei Göttingen, im December 1849.

(1282) A. Waltpr A Comp.

Bei H. F. Grote in Arnsberg ist erschienen und in der H.W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden zu haben:

Grundzüge

eines deutschen Strafverfahrens.

Von

J. D. H. Temme,

König!. Preuß. AppeUatious-Gerichts-Director.

w Die Sicherheit,

Gesellschaft zum Schutze der Auswanderer.

Der Zweck dieser Gesetlschcist ist, bei der größtmöglichsten Sicherheit und den billigsten Preisen die Auswanderer gegen jede Art von Betrug und Prellerei zu schützen und ihnen mit Nath und That beizustehen.

Die Abfahrten finden Statt:

Ueber Havre nach New -Aork viermal jeden Monat. ,, poudott

Antwerpen zweimal Solide, zuverlässige Häuser, die gesonnen füb, eine Agentur für obige Gesellschaft anzu- nehuien, belieben sich in frankirten Briefen an den Unterzeichneten zu wenden.

Der Gcucral- Agcut

Professor Maper senl zu Bockenheim bei Frankfurt a. M.

DeffentLiche Anerkenrrnng und Danksagung.

(20) In Sachen

des Peter Wilhelm Kirdorf und dessen Ehe­frau zu Caub, Kläger gegen

die Aachener und Münchener Feuerversiche­rungs-Gesellschaft, Beklagten, wegen Brandenlschädigunge- fordcrung.

In dieser Rechtssache hat uns der Rechto- praktikmit Herr P. H. I. Z i p p e l i u s' zu Wiesbaden, als -unser Anwall, bedient. Die­ser famose Prozeß, von unserm Mandatar geführt, währte über drei Jahre, wurde aber zu unserem größten Vergnügen' zu unseren Gunsten, durch alle Instanzen, sammt den Verzugszinsen und den Kosten entschieden.

Wir halten uns verpflichtet, emserem Hrn. Mandatar unseren innigsten und. herzlichsten Dank auözusprechcn; inöbcsondeie danken wir ihm für seine so große Ausdauer in dieser für uns so hochwichtigen Sache, und wir sprechen ihm die volleste Anerkennung hiermit

aus für seinen Takt und große Umsicht, mit welcher derselbe uns zu unserer besonderen Zaflipdeuheit bedient hat; denn er that mehr für uns, indem er thatsächlich bei dem und betroffenen Bcaudunglück tröstend beigestandcn und uns vor der Welt wider den uns ange- souuenen bösen Leumund nachweißlich und öffentlich gerechtfertiget hat.

Calib, im Monat Januar 1850.

Peter Wilhelm Kirdorf. Karolitre Kirdorf.

0). G. Aßmann, Lanflgafse, kauft fort­während Fager - verschiedener Größe.

Theater zu Wiesbaden.

Samstag den 12. Januar. 100,000 Thaler. Posse mit Gesang in 3 Akten von K aUsch. Bullrig, Hr. Hassel, vom Stadt- theater in Frankfurt, als Gast. (Mit aufge­hobenem Abonnement.)

Drills und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei