Der Bannstrahl des Bischofs von Luoon gegen das Institut Bourbon - Vendee beschäftigt das Publikum. Man ist begierig, ob Herr Parieu, der Ünler- richtSminister, einschreiten wird.
Wegen deS gestrigen Festtages sind heute die meisten Blätter nicht erschienen.
Paris, 2. Jan. Die im activen Dienst befindliche britische Kriegsmarine zählt gegenwärtig 199 Schiffe von verschiedenen Größen, 2718 Kanonen und 29219 Mann, die Seeleute nicht mitgerechnet, welche in den verschiedenen Divisionen am Land sind.
Hr. V. Lamartine, seit längerer Zeit von hier ab- ■ - Er
we end, ist in dieser Woche hier zurückerwartet.
w:>d dann, wird es heißt, sofort seinen Sitz in der
Nationalversammlung wieder entnehmen.
Der italienische Correspondent der „Times" schreibt ans Bologna vom 19. Dezember u. A.: „Sie werden nicht wenig überrascht sein, wenn ich sage, daß, hätten die Oesterreicher die Stadt eingenommen, um sie ihren übrigen Besitzungen in Italien cinzuverleiben, die ganze Einwohnerschaft aller Classen und Stände, in t Ausnahme des Anhanges der Cardinäle, sie als Brüder empfangen und die österreichische Flagge mit der größten Freude begrüßt haben würde. Sie werden nicht weniger erstaunen, wenn ich hinzufüge , daß der Grund, weßhajb sie mit solcher Kälte ausgenommen worden sind und bis zu dieser Stunde von Männern, Weibern und Kindern gemieden werden, kein anderer ist, als der, daß sie in "des Papstes Namen kamen und um die päpstliche Regierung wieder herzustellen. Es geht nichts über die einfache Wahrheit, und die muß heraus, wenn ich die Feder ansetze, um an Sie zu schreiben. Ich trage kein Bedenken, zu behaupten, daß, gleichviel, ob mit Recht oder mit Unrecht, der Haß ' gegen die geistliche Regierung Roms hier in jeder Brust so tief eingewurzelt ist, daß nur fremde Bajonette diese Regierung halten können. So wie sie entfernt werden, muß nothwendig sogleich Zügellosigkeit oder Freiheit eintreten. In Rom hat man noch einige Achtling vor der Person Pius' des Neunten, und fast alle Stufen der Gesellschaft haben ein starkes pecuniäres Interesse an einer Restauration; hier jedoch ist, was den Handel betrifft, die Rückkehr des Papstes eine vollkommen gleichgültige Angelegenheit , da Bologna durch seine inneren Hülfsquellen blüht, nicht aber durch die Gegenwart von Fremden unb einen päpstlichen Hof.
Die gegenwärtigen politischen Zustände üben auch auf die Feier des Carnevals ihren Einfluß aus. Daß das Tragen von Waffen in Piemont untersagt ist, haben wir bereits erwähnt. Wir erfahren nun, daß sowohl in Turin wie in Florenz Decrete erlassen worden sind, welche gleichfalls das Tragen von Masken während der Carnevalszeit verbieten. — Die Turiner Kammer war am 25. Dezember noch mit Prüfung der Wahlen beschäftigt. — Nach einem Briefe aus Neapel vom 19. Dezember wollte der Papst sich am 23. Dezember nach Caserta begeben und dort 14 Tage bei der königlichen Familie zubringen. — In der kleinen Stadt San Germano, in der Provinz Terra del Lavoro, hat am 12. Dez. ein heftiger Erdstoß Statt gefunden. Obgleich derselbe nur einen Augenblick dauerte, so stürzten die erschrockenen Einwohner doch aus den Häusern und blieben, eine Wiederkehr derselben fyrchtend, die ganze Nacht hindurch im Freien. Auch folgten zwischen 7 und 9 Uhr Morgens mehrere neue Stöße. Der Schaden beschränkte sich jedoch auf das Einfällen zweier Zimmer im alten Seminar.
Die „Concordia" sagt: der General Garibaldi hat endlich einen gastlichen Boden gefunden. Man erinnert sich, daß er sich von Genua aus nach Tunis begeben hatte, von wo er nach der Insel „Madaleine" und von da nach Gibraltar ging. Er war gesonnen nach Spanien zu gehen, cs wurde ihm aber von der Re- gieiung die Aufnahme verweigert. Nur einige Tage ward ihm auf Gibraltar der Aufenthalt gestattet. Der dortige nordamerikanische Consul bot ihm ein Asyl in den vereinigten Staaten und freie Ueberfahrt auf einem Kriegsschiffe nach der 3nfel Washington an, Garibaldi hat dies Anerbieten jedoch abschlagen zu müssen ge
glaubt. Er hat vorgezogen, in's Maroccanische Reich, nach Tanger, zu gehen, wo er bei den Muselmännern jene freundschaftliche Aufnahme gefunden hat, die ihm das undankbare Europa, das sich das civilisirte nennt, weigerte. Er schreibt dies selbst in einem Briefe vom 24. November.
Es ist hiebei zu bedenken, daß Marocco nicht unter französischem Einflüsse steht.
Neapel. Unter den vierzehn abgesehten Professoren an der Universität, befinden sich auch der Zoolog Costa, Vater von sechs Söhnen, der berühmte Mediziner Salvator Tomasi und der große Physiker Wal- loui, dem sein Sieftor auf die Frage, warum er denn eigentlich abgesetzt worden, zur Antwort gab: ob er denn vergessen habe, daß er eine italienische Berühmtheit sei?
Wallis. Laut einem neuesten Gesetz vom 20. Dez. ist allen Personen unter 20 Jahren das Tabakrauchen verboten, so daß also in Zukunft die Tabakspfeife und die Cigarre zu den Attributen des „souveränen Mannes" gehören. Für „rauchende" Minderjährige sind die Väter verantwortlich gemacht. Die Strafe besteht in Geld und selbst in Gefängniß. Das Nichtrauchen ist ganz vernünftig, wir möchten nicht das Gleiche voi dem Verbote sagen. — Laut dem neuen Jagdgesetz ist das Jagen vom 1. Februar bis 1. September untersagt. Jungen Leuten unter 18 Jahren wird seit Patent ertheilt.
Z p a rr i e N.
Madrid, 25. Dez. Die amtliche Ankündigung der Schwangerschaft Jsabella's wird nächstens erfolgen. - Die „ESpona" neidet, däß die Er-Carlistengenerale Villareal Zariategny und Sopelama, erster als General-Lieutenant mv die zwei anderen als General-Majore, in die Arureliste wieder eingetragen worden sind. — Der Bericht der Commission der Deputirtenkam- mer über das Budget kömmt am Freitage zur Verlesung und wird wahrscheinlich lange Debatten herbeiführen. — Der „Heraldo" behauptet, daß der Papst am 2. Januar nach Rom zuruckkehren werde; die Mächte hätten jtzt seine von den Revolutionären ihm entrissene Autonat hergestellt und damit sei die Aufgabe der cingefchiltenen Armeen zu Ende. Auf Mahon sind wieder Erpebitionötruppen angelaugt, so daß nur noch ein kleiner Theil unseres Corps sich in Italien befindet. — Zu Salamanca sind zwei Franzosen wegen Verfertigung falscher Noten der Bank von San Fernando verhaftet worden. Sie gaben den Ort an, wo sie falsch» Noten im Betrage von mehr als
2 Millionen Stcalcn versteckt hatten.
Amerika
Die Constitution von Cali fornien ist angenommen. Sie beginnt mit einer Deklaration der Rechte. Alle Menschen sind von Natur frei und unabhängig und besitzen unveräußerliche Rechte auf das Leben, die Freiheit, den Besitzerwerb re. Alle politische Macht ruht im Volke. Die Juryin- stitution ist unverletzlich. Die freie Ausübung der Religion ist auf alle Zeiten verbürgt, ansgenom- men wenn Ausschweifungen und andere mit der Sicherheit des Staars unverträgliche Handlungen dadurch bemäntelt werden sollen (eine Vorsicht gegen die Mormonen». DaS Habeascorpus ist anerkannt, übermäßige Kautionen und Geldbußen sind untersagt. Rede- und Preßfrei.,eit verstehen sich von selbst, auch Libelle, wenn sie aus guten und zu rechtfertigenden Motiven veröffentlicht worden, werden nicht bestraft. Dre Repräsentation richtet sich nach der Seelen zahl. Ausländer, welche Bonn fide Bürger Californiens sind oder werden, sollen dieselben Privilegien wie geborne Amerikaner besitzen. Sclaverei und unfreiwillige Dienstschaft, ausgenommen als Strafe für Verbrechen, sollen im Staate nie ge- duloet werden. Jeder weiße Bürger der Vereinigten Staaten oder Merilo besitzt das Wahlrecht, das von der Legislatur mit zwei Drittel Majorität auch den Indianern oder deren Abkömmlingen ertheilt werden kann (Neger sind ausgeschlossen». Duellanten,
mögen sie in oder außer dem Staate schuldig erhärt sein, und ihre Cartelträger werden zu keinem öffentlichen Amte zugelassen und verlieren sogar daS Stimmrecht. Der Credit des Staates soll Niemanden geliehen werden. Ansprüche an den Staat können ganz in derselben Weise wie an Privatpersonen gerichtlich geltend gemacht werden. Das Separateigenthum einer Frau, sowohl was sie vor ihrer Verheirathung besaß, als was ihr während der Ehe durch Erbschaft, Schenkung rc. zufällt, steht absolut unter ihrer eigenen Controle.
Die Legislatur wird aufgefordert, zu Gunsten jedes Familienhaupts einen „hinlänglichen" Belauf von Land und persönlichen Effecten von allen Urtheilen und Erccutionen in Folge eines Prozesses zu erimiren. Ausgenommen in Kriegs- und Jnvasions- fällen darf keine Staatsschuld über 300,000 Dollars ereilt werden, wofern nicht zugleich die Mittel für die Bezahlung des Kapitals und der Interessen vorgesehen sind. Papiergeld aller Art ist absolut verboten. (Unsre polizeigeschulten deutschen Mitbürger werden eS nicht für möglich halten, daß Menschen bei einer solchen Constitution leben und auch noch — gold- reich werden können.»
Nach seh rift.
Bremen, 3L Dez. Nach holländischen Blättern berichtet die „Weser-Zeitung" über folgendes traurige Ereign iß: „Die „Agnes", Kapitän Ahrcns- feld, von Neuyork nach Bremen bestimmt, ist am 19. d. M., Abends zwischen 4 und 5 Uhr, etwas nördlich von dem Dorfe Koog gestrandet, und nachdem man von dort aus in der Frühe des nächsten Morgens die gefährliche Lage des Schiffs erkannte, sandte man sofort wegen eines Rettungsboots nach dem 1 % Stunden entfernt liegenden Dorfe Hoorn, wie auch eine Stunde später dem Direktor der Rettungsboote von Decocksdorp von dem Unglücksfall Nachricht gegeben wurde. Bereits um 12 Uhr war das Boot von De- cocksdorp, trotz des spätern Empfangen des Berichts, in der Nahe des gestrandeten Schiffs, während dasjenige von Hoorn erst ungefähr um halb 2 Uhr ankam. Durch das Geschrei der sich an Bord der „Agnes" befindlichen Unglücklichen, welche sich, um dasLeben zu retten, so viel wie möglich in den Wänden und Masten geborgen hatten und jeden Augenblick durch Aus- einannerbrechem oder starkes. Arbeiten des Schiffs oder auch selbst durch Wegschlagen der Masten Gefahr liefen, einen gewissen Tod in den Wellen zu finden, veranlaßt, faßten acht wackere Seeleute und ein Gehülfe des Rettungsboots von Decocksdorp den Entschluß, alles Mögliche zu thun, entweder alle oder doch einige der Verunglückten zu retten, obgleich beydem heftigen 'Nord- weststurm und einer himmelhohen See ihr eigen Leben dabei auf dem Spiele stand. Zum großen Schinevz^er umsichtigen Bootsleute, sowie derjenigen, welche am Strande Zeugen dieses traurigen Schauspiels waren, mißglückte leider der erste Versuch an Bord zu kommen und trieb das Boot wegen des heftigen Windes und des schweren Seegangs eine Strecke unterhalb des Schiffes ab; auch dem Boote von Hoorn war es inzwischen fehlgeschlagen, an Bord zu kommen. Endlich aber, nach anderthalbstündiger unverdrossener Arbeit und großem Kraftaufwand der Mannschaft, glückte es dem erstgenannten Boot, an Bord der „Agnes" anzulegen und den Kapitän, nebst Einigen der Besatzung an dei^Strand zu bringen, und da der gefahrvolle Weg noch dreimal gelang, so hatten die unerschrockenen Seeleute die Genugthuung, im Ganzen 19 Menschen, worunter 7 Passagiere, von einem gewissen Tode zu retten; die Nebligen fanden ihr Grab in den Wellen. Die „Agnes" hatte 21 Mann Besatzung und 42 Passagiere am Bord."
Mainz, 4. Waizen
F r u ch t p r Jan. 18v0.
e i s e.
per Malter 200 Pfd. .
. . 7 ff. 19
fr.
Korn
ditto
. . 4 fl. 51
fr.
Gerste
ditto
. . 4 fl. 23
fr.
Hafer
ditto
. . 5 fl. 22
fr.
Spelz
ditto
. • - fl. -
fr.
Verautwortlichcr RedaktM :
J. Oppermann.
4
(t2) Ich beehre mich andurch die ergebene Anzeige zu machen, daß iw von heute an daS von mir bisher unter der Firma meiner Mutter geführte Geschäft, mit allen Aonven und Passiven unter meinem eigenen Namen fort« führe; indem ich für das mir bisher geschenkte wohlwollende Veriraueu bestens danke, bitte mir solches auch für die Folge, welches zu rechtfertigen stets bemüht sein werde, zuzuwenden.
Schließlich mache ich noch die Anzeige, daß ich alle verfallenen Posten, welche bis zum 10. Februar l. J. nicht geordnet sind, meinem Anwalt zum Fncasso übergeben werde.
Wiesbaden, den 1. Januar 1850.
Chr. Zw ermann.
Geselliger Berein.
(14) Montag den 7. Jaouar 1850 Generalversammlung verblinden mit einer musikalisch - deklamatorischen Produktion. Der Vorstand.
Steinkohlen
von vorzüglichster Qualität sind bei uns nach preußischem Scheffelmaaß in großen wie in kleinen Parthieen bis zu 1 Malter zu sehr billigen Preisen zu beziehen.
Bestellungen können bei Herrn Agenten C. Leyendecker in Wiesbaden auf dem Markte gemacht werden.
Biebrich, im Januar 1850
(II) Jean Kleist» & t’omy.
Geschäfts - Empfehlung.
(9) Meinen verehrten Freunden und Gönnern mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich mich dahier als (Yold- 8» Lilber- arbettet etadlirt habe, und alle in diescui Fache vorkommende Reparaturen übernehme; indem ich bei billiger und prompter Bedienung um recht zahlreiche Aufträge bitte.
„ Joh. Jos. Melchior, Gold- und Silberarbeiter in St. Goarshausen.
(1269) Bei Aug. Sorge in Osterode ist soeben erschienen und in der unterzeichneten Buchhandlung vorrätig:
Allgemeiner und immerwährender
Gesundheitskalender
auf jedes Jahr und jede Zeit anwendbar.
Für das deutsche Volk
heransgegeben, nach den besten Quellen bearbeitet, wie auch theils durch eigne Praxis bewährt gefunden und zum Wohle desselben an's Licht gestellt
von
Carl Pauli.
Preis 54 Kreuzer.
H. W. Ikitter'sche Buchhandlung in Wiesbaden.
(13) Eine Wohnung, zwei Stiegen hoch, in Nr. 14 in der Langgasse, ist zu vermicthcn und bis den 1. April d. I. zu beziehen. Näheres bei Kaufmann I. L. Seibert in der Langgaffe.
(I) G. Aßmann, Langgasse, kauft fortwährend Fässer verschiedener Große.
(1343) ES wird ein Einsteher gesucht. Von wem? sagt die Crpcd. d. Bl.
Druck und Verlag der 6. Ritter'schen Buchdruckerei.