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Mannheim, 2. Jan. Lieutenant Schmitt vom 3. badischen Infanterie - Regiment, welcher wegen seines Ucbcrnitts in die Dienste der provisorischen Regierung in Mannheim vor das Standgericht gestellt und von diesem vor die ordentlichen Gerichte gewiesen wurde, ist unlängst von dem Ehrengericht in Karlsruhe aus der Liste der badischen Offiziere gestrichen und zu ein­jähriger Festungsstrafe verurtheilt worden. Gleiche Strafe wurde ans demselben Grunde noch über drei Eameraden desselben verhängt.

Würzburg, 2. Januar. Gestern wurden die drei letzten politisch hier Jnhaftirtcu, die HH. quicscirt. Magistratsregistrator Metzler, Oekonom Handschuh aus Oberndorf und Niedergeseß aus Kisstngen in Folge des Amncstiegcsetzcs aus der Haft entlassen.

Ungarn.

Daily News" enthalten folgenden Auszug aus einem Schreiben d. d. P esth, worin die, demselben Blatte von seinem Wiener Korrespondenten mitge- theiltc Nachricht über einen in Serbien ausgebro- chentu Aufstand volle Bestätigung enthält:

Pesth, 22. Dezember.

Während der letzten zehn Tage war jede Kom­munikation mit Belgrad unterbrochen. Zwei^ Kauf­leuten aus dem Banat wurden vorgestern Pässe ver­weigert. Das ganze Banat und die Militärgrenzcn find, nach hier Zugelaufenen Berichten, im Aufstande,"

Aus Debrezin, 18. Dez., wird demFigyelmezö" geschrieben:Wir können nichts unser eigen nennen; über unsere Güter richten Kriegsgerichte und Advoka­ten, über unser Leben Aerzte und andere. Das Volk erwartet mit geheimer Unruhe Kostuth, weil man ihm das Geld weggenoinmen. Die Familienväter leiden wegen früherer Plünderungen, und häufiger Eiuguar- Jicungcn große Verluste. Die Wölfe vermehren sich 'schauderhaft; die Bewohner sind aber ohne Waffen, weil alle abgeliefert werden mußten."

Schweiz.

St. Gallen. Die badische Seekreisregicrung hat bei hiesiger Behörde in allem Ernsteiner Freiheit- schaarenarmee von 20,000 Mann, die die im Rheinthal in Bereitschaft steht," Nachfragen lassen. Be­greiflich, daß man in St. Satten solche Gespenster- surcht herzlich belacht hat.

I t a l i e V.

Die T u r i n e r D e p u t i r t e n k a m m e r beschäftigte sich am 24. Dezember noch immer mit Prüfung der Wahlen.

Republik Frankreich.

Paris, 1. Jan. (Mz. Ztg.) Der Constitutionnel deutete schon gestern eine Ausgleichung zwischen der Laplata-Kommission und dem Ministerium am Herr Daru erklärte gestern wider Erwarten, die Kommission verstehe unterThat" (action) nicht den Krieg. Mi­nisterium und Kommission hatten sich verständigt, jedoch ohne die Kammer; Thiers vor Allem war sehr unruhig und hätte sehr gern gesprochen, wenn sein Zungenlei­den es ihm gestattet hätte. Einzelne hingeworfene Aeußerungen desselben während der Debatte zeugen von seinem kriegerischen Geiste. Das Amendement von Raney ist jetzt der Koinmission zugewiesen. Dies be­stimmt noch durchaus nicht über die Entscheidung der Kammer. Die Majorität war auch nur von 1 2 Stimmen. Ein kleiner Irrthum kann das ganze Vo­tum umstoßen. Die Gründe, welche die Kommission zum Nachgeben zwangen, sind unbestimmt. Die Le- gitimisten sprechen von einer Note Englands und Nord­

amerikas, die gegen eine Intervention protestirt. Die Debatte kann wahrscheinlich erst gegen Ende der Woche wieder aufgenommen werden.

Gestern Morgen ward dem General Changarnier ein Ehrendegen überreicht. Die Klinge trägt die In­schrift:Die Vertheidiger der Ordnung dem General Changarnier", und auf der Rückseite:16. April 1M8, 29. Januar, 13. Juni 1849." Der Griff stellt die Ordnung vor, welche die Hydra der Anarchie zertritt. Die beiden Diamanten am Griffe sind von der Fürstin Mathilde und vom Präsidenten der Re­publik gegeben. An Reden fehlte es bei dieser Gelc- genheil nicht.

In der Militärschule von La Fleche sind seit eini­gen Tagen Unruhen ausgebrochen. Man spricht von der Auflösung einiger Bataillons.

Die Deforme erklärt die Nachricht, daß Goud- chaur sie augekauft habe und daß Marrast sie redi- giren werde, für unwahr. Sie wird ihre angenom­mene Richtung verfolgen.

Während Einige die Verhaftung Cabreras in Ab­rede stellen, bestätigen sie Andere. Die Geheimnisse der Polizei sind nnerfvrschlich.

Paris, 1. Januar. Die Rationalversammluu er­klärte sich in ihrer gestrigen Sitzung mit 315 Stim­men gegen 312 für die JubetractMahme eines von Hru. von Rance gestellten Antrages, nach welchem ein Credit von 10 Millionen für die Kosten Expedition nach dem La-Plata-Strome zur Unterstützung Monte- video's bewilligt werden solle. Der Rancy'sche Antrag wurde an dem Ausschuß zur Prüfung und Berichter­stattung gewiesen, und die ganze Angelegenheit wird also nun noch einmal zur Verhandlung kommen, so bald der Ausschuß seinen Bericht emgcbracht haben wird

Amtliche Nachrichten.

Gesetz.

(Militärfunktionsgehalte betreffend.)

In der Absicht, eine Ausgleichung in den Besol­dungen der Offiziere und der Zivilstaatsbeamten, nach Maßgabe des Gesetzes vom 17. Oktober dieses Jahres, einzuieiten, haben Wir initZnstimiiiuiig Unserer Land- stände beschlossen und verordnen wie folgt:

Die Obristen oder Obristlieutenants, welche mit dem Befehl oder der Inspektion größerer Abtheilungen Un­serer Truppen beantragt werden, können neben ihrem Dicustgehalt einen Funftionsgehalt von 500 fl. beziehen.

Es werden nicht mehr als zwei solcher Funktions- gehalte bewilligt werden.

Der §. 2 des Ediktes vom 9. Juni 1841 ist auf­gehoben.

Gegeben Biebrich den 28. Dezember 1849.

(L S.) Adolph. vdt. Wintzingerode.

(Die Bezeichnung des Staatöministe- riums und der Winisterialabthcilungen in derDienstkorrcspondenz betreffend.) Zur Verhütung eines verschiedenartigen Verfah­rens in der Dienstkorrespsndenz mit dem durch das Gesetz vom 17. Okt. l. J. als oberen Staatsverwal- tungsstelle konstituirten Staatsministerium und dessen einzelnen Abtheilungen wird bekannt gemacht, daß das Gesammtministerium die Bezeichnung:Herzogliches Staatsministerium," die Ministerialabtheilung für Ju­stiz die Bezeichnung:Herzogliches Staatsministerium, Abtheilung der Justiz", die Ministerialabtheilung für das Innere die Bezeichnung:Herzogliches Slaats- miniftmum, Abtheilung des Innern", die Ministerial- abthciluug für das Militärwesen die Bezeichnung:

Herzogliches Staatsministerium , Kriegsdepartement" und die Ministerialabtheilung der Finanzen, die Be­zeichnung:Herzogliches Staatsministerium, Abthei­lung der Finanzen" führen wird.

Da nach §. 19. des Gesetzes vom 17. Oktober I. J. die Zolldirektion als besondere Stelle fortbesteht, so bleibt die dienstliche Bezeichnung in deren Ausfertigun­gen und den Zuschriften au dieselbe die bisherige.

Wiesbaden, den 28. Dezember 1849.

Herzoglich Nassauisches Staatsministerium. Willtzingerodt. vdt. Stein.

(Erhebung eines Simplums direkter Steuern für das Jahr 1850.)

Zur Bestreitung des Staatsaufwandes des laufen­den Jahres haben Wir mit Zustimmung der Stände- Versammlung einstweilen die Erhebung eines Simplums direkter Steuern eintreten zu lassen beschlossen, und ver­ordnen wie folgt:

8. 1. Ein Simplum Grund-, Gebäude- und Ge­werbe-Steuer soll am 24. Jan. 1850 erhoben werden. §. 2. Die Recepturbcamten haben die Erhebung nach der von Unserem Staatsministerium, Abtheilung der Finanzen, ergehenden Instruktion den bestehenden Vor­schriften gemäß zu besorgen. §. 3. Gegenwärtiger Beschluß soll dilrch das Verordnungsblatt bekannt ge­macht werden.

Gegeben Biebrich, den 2 Januar 1850.

(L. S.) Adolph.

;. Wintzingerode. Ler. G. Castell. Vollpracht.

Seine Hoheit der Herzog haben den Präsidenten der Abtheilung der Justiz Ler beauftragt, während der dermal igen Verhinderung des Präsidenten Voll- pracht, welcher Mitglied des Verwaltungsrath der verbündeten Staaten zu Berlin ist, der Ministerialab- theilung der Finanzen vorzustehen.

Seine Hoheit der Herzog haben die Oberstlieute­nants von Reichenau und Weitz zu Obersten er­nannt und dem Ersteren das Kommando des dritten Bataillons, sowie die Inspektion der Jnfauterieabthei- lung zu Wiesbaden und Biebrich, dem Letzteren, mit Beibehaltung seines bisherigen Bataillonskommando's, die Inspektion der Jufanterieabtheilung zu Weilburg und Diez übertragen.

Am 20. Dezember ist der Lehrgehülfe Schmitt in Dernbach mit Tod abgegangen.

Die Lehrgehülfenstelle in Dernbach ist dem provi­sorischen Lchrgchülfen Gläßner in Langendernbach, und die Lehrgehülfenstelle zu Langendernbach dem Schul­kandidaten Ernst in Rettert, beiden in provisorischer Eigenschaft, übertragen worden.

Dem provisorischen Lehrgehülfen Vollmar in Niederlahnstein, ist die dasige Lehrgehülfenstelle defini­tiv übertragen worden.

Lehrer Todt zu Gemünden ist von der Annahme der Schulstelle zu St. Goarshausen auf sein Ansuchen entbunden und dieselbe dem früheren Lehrer Becker zu Herborn in provisorischer Eigenschaft übertragen worden.

^Lehrer Klein zu Neuhof ist seines Dienstes ent­lassen worden.

Lehrer Dörr zu Ernsthausen ist zum Lehrer in Neu­hof, Lehrer Graf zu Kundert zum Lehrer in Ernst- Hausen und Lehrer Schneider zu St. Goarshausen zum Lehrer in Kundert ernannt worden.

(T o d es fa l L) Der Badearzt Geheimerath Fen- iier von Fenneberg zu Langenschwalbach ist am 16. Dezember mit Tod abgegangen.

Verantwortlicher Redakteur: Oppermann.

Bekanntmachungen.

Frankfurt. Cours der Staats Papiere. Schluß der Börse.

Den 3. Januar 1849.

pCt.

Papier

Geld 1

85%

75 ! 67%'

49%'

45 , 1264

158%' 97 1

71 %1 80 !

101%'

89 1 83% 85% 94%;

81%' 99%' 79 %1 54%' 32%'

Den 3. Januar 1849.

pCt.

Papier 1

Geld

Dcfterreich

w

ff

w

Preußen

Bayer«

Würteulb.

Baden

Metalliques Obligationen ....

Wiener Bank-Actipu .....

500 fl. Loose........

250 fl. Loose von 1839 .... Bethmännische Obligationen . . .

50 Thaler Prâmien-Scheine . . . Staats-Schuld-Scheine 4 105 . . Obligationen . ....... Bexbacher Eifenbahn-Actien .. . Obligationen...... ,

Obligationen........

Lotterie-Anleben a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . , .

5 4'/

4

3

2%

3

4

4%

3%

3%

4 %

3%

5

3%

85% 75% 68

50% 45%

1274

159% 97%

89% 83% 85% 95% 82%

100% 79% 51% 32%

Darmstadt

Kurhesseu Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien Polen

Sardinien

Obligationen ........

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Fricdrich-Wilhelms-Nordbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen........ Obligationen bei Rothschild . . .

ditw 25 fl. Loose . . .

Obligationen........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Taunuö-Eiscnbahu-Aciicn â 250 fl.. Jnlcgr, -Obligationen ..... Syndicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Lotterie-Loose 300 . . . :. . ,

bitte 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

3% 4

4%

4

5 3%

3 3% 3%

2% 3%

3

83%. 89% 1 94% 73% 29% 43% 33

102% 84% 26% 79

93% 88%

302

55%

29%

81% 33%

83

89 93% 72% 29% 43% 32%

101% 84% 26% 78% 92% 88%

300

55% 85

. 29% 115%

81

33

Cours der Wechsel. Den 3. Januar.

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silbcr-Sorten.

fl.

kr.

Briefe

Geld

Briefe

Geld

Amsterdam, 100 fl. Crt. . , . Augsburg, 100 fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rihlr. in Louisd'or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr......

in der Messe .... London, 10 Livr. St. . . . . Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr...... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . . Dieconto .......

100%

98%

105%

121% 95% 93% 89%

108

100% 119% 105%

98% 88%

100%

87%

120%

2

Neue Louisd'or............

Friedrichsd'or.............

Ducalen..............

20 Frank-Stücke......... .

Holläudische 10 fl. Stücke ........ Englische Sonverains ........... Laubthaler ............. Preußische Thaler ........... 5 Franc-Thaler ............ Hochhaltiges Silber ..........

11

9

5

9

10

12

1

2

21

(Fr

6 51% 39 39

2

3

45 21% 32

kf. 2.) 1

Druck und Verlaa der C. Ritter'schen Buckdruckerei.

Abgeschlagen!

(10) Schweizer-Talglichter, in bester Qualität, von heute an 18 kr. per Pfund bei

W. £. Schwill.

Taunusstraße Nr. 17.

Geschäfts - Empfehlung.

(9) Meinen verehrten Freunden und Gön- nein mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich mich dahier als Gold- &' Silber- arbeiter etablirt habe, und alle in diesem Fache vorkommende Reparaturen übernehme; indem ich bei billiger und prompter Bedie­nung um recht zahlreiche Aufträge bitte.

m Joh. Jos. Melchior, Gold- und Silberarbeiter in St. Goarshausen.

Offene Stellen.

(7) Gewandte Kellnermädcheu, welche schon als solche fervirt, und von angenehmen Acußern sind, können sogleich in honette Weinwirth- schaüeu Stellen erhalten durch das Geschäfts- Bureau von Carl Lesendecker, Marktplatz Nro. 38. v

Zwei Marqueure, welche schon beim- lârd fer^trt Reiben z können eben falls ©fetten erhalten durch obig s Geschäfts-Comptoir.

W G. Asimann, Langgasse, kauft fort­während Fager verfchiedener Größe. '

(1343) Es wird ein Einsteher gesucht. Von wem? sagt die Erped. d. Vl.