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der alten unter der Monarchie, nur daß die Kammern damals eine Deputation sendeten.

Der 10. Dezember nimmt das Gerücht von einer Vertagung der Kammer auf. wie wird von einem Theile der Deputirten gewünscht, da man die Bemer- kung gemacht, daß der Handel einen Aufschwung nimmt, wenn die Rednertribüne schweigt.

Die Untersuchungskommission über die Getränkesteuer hat Thiers zum Präsidenten und Bocher zum Sekretär gewählt.

Cabrera ist in der Rue de Laney verhaftet worden. Der berüchtigte Carlistenchef soll in legitimistische Um­triebe verwickelt gewesen sein.

Siebenzehn Mitglieder der legitimistischen Gesell­schaft, welche in der Rue Rumfort verhaftet wurden, sind, der Theilnahme an geheimen Gesellschaften be­schuldigt, von der Rathskammer vor die Anklagekam- mer verwiesen worden. Mehrere find auch wegen Aufbewahrung von Schießwaffen angeschuldigt.

Das Rundschreiben d'Hautpoul'ö trägt, wie ein Journal meldet, seine Früchte. Täglich laufen uugc^ Henre Berichte an die Polizei ein.

Das Haus Fould und Fould-Oppenhcim hat, wie der Abendmoniteur meldet, eine Anleihe von 30 Mill. Frc. für den Papst abgeschlossen.

Man spricht von einer neuen Botschaft des Prä­sidenten, die in den ersten Tagen des nächsten Jahres erscheinen und sehr ausführlich sein soll.

Paris, 29. Dez. (Das verderbte deutsche Volk.) Im großen Operusaale haben die babyloni­schen Nächte, die großen Pariser Maskenbälle begon­nen, und der unvergleichliche Musard spielt den Pa­risern zu neuen Tänzen auf. Wie ein politisches Er- eigniß wird jetzt von den Parisern derSchottisch" bei uns Deutschen etwas Altes ausgenommen, und die Pariser Welt läßt sich von uns genügsam . unsere Tänze oftrotjuxn. Anders ist cs mit unsern 1 Geistesprodukten, wegen derer wir mehr als wegen unserer Tänze aufnimmt, von mehr als einem Jour- nale gerade gegenwärtig ein Anathema ausgesprochen, ! und Herr Chambolle geht in seineml'Ordre" gerade­wegs so weit, uns Deutsche als das verderbteste Volk der Welt darzusteUcn, weil wir die Hegel'sche Philo- ' sophie erfunden haben. Hegel ist der Vater von Proud- ;

Schiffe nach den römischen Häfen btnßW, um einen Theil der französischen Truppen nach Frankreich zurück zu befördern. Der früher auf Ende dieses Monats festgesetzte Termin des Aufhörens der verbindlichen Kmrs habenden römischen Bankbillets ist bis Ende Januar hinausgesetzt. Die Anleihe des Papstes beim Hause Fould im Betrage von 20 Millionen Franks ist zu 83'/'s abgeschlossen. Im Laufe des nächsten Jahres beabsichtigt man alles Papiergeld der Republik einzuziehe«.

Republik Frankreich.

Paris, 26. Dezember. Die heute von demNa­tional" angekündigte Absetzung des Direktors des Mu­seums im Louvre ist eine der größten Abscheulichkeiten, die seit der Herrschaft Bonaparte's begangen worden. Jeanson, her bisherige Direktor, hatte nichts gegen sich, als daß er ein Republikaner ist, und seine Ernennung aus den ersten Tagen der Februar-Revolution herrührte; und doch konnte auch in dieser Beziehung zu seinen Gunsten angerufen werden, daß er sich seit seiner neuen Würde durch ein gänzliches Zurückziehen von aller Tagespolitik ausgezeichnet, und durch diese auffallende Mäßigung sogar tadelnde Bemerkungen seiner alten Freunde veranlaßt hatte. Dagegen, welches Verdienst um die Verwaltung, Ordnung und Verbesserung des Museums! Nur die, welche früher in das chaotische Pandämonium des innern Louvre geblickt, können sich eine klare Vorstellung von den Diensten machen, die der nun abgesetzte Direktor den schönen Künste einer regelmäßigen Administration, der Erhaltung der kost­baren Werke und dem Vergnügen der Besuchenden ge­leistet hat. Ganze Galerien sind umgestaltet, neue ge­schaffen, wie z. B. die ägyptische, und bisher nie ge­sehene Meisterwerke fmt> aus dem Verstecke und der Vergessenheit an das Tageslicht gezogen. Und zu wes­sen Gunsten ist die Absetzung vorgenommen? Da liegt 'die Moral der Handlung. Zu Gunsten eines vorneh­men Herrn, eines Fremden, der mit einer nahen Ver­wandten des Präsidenten in einem jener Verhältniße j steht, die keinen gesetzlichen Namen haben und in der ; großen Welt offen geduldet und gehegt werden, wo- : fern sie nicht ungeschickterweise mit der Polizei und oem Richter in aUzunahe Berührung gebracht werden. Schon im Lauf des Jahres, bald nach der Ernennung Bonaparte's war Jeanson mit der Absetzung bedroht, die ihn jetzt erreicht hat. Damals schützte ihn Thiers gegen die Verschwörung des Alkoven. Thiers ist kein Republikaner, aber er ist ein großer Liebhaber und Kenner der Malerei und Bildhauerei. Er erhob laut und kräftig seine Stimme, auf das Aergerniß einer solchen Gewaltthat hinweisend!

Heute hat Thiers nicht mehr dieselbe Macht im Elysce, und man ist dort wahrscheinlich nicht böse, ihm in seinem Schützling einen Streich zu versetzen.

Sie wissen, in den Begebenheiten, die dem Unter­gang einer Regierung vorausgehen sind zuweilen sol­che, die scheinbar keine tiefer gehende Bedeutung haben und die gleichwohl schwer in die Wagschale fallen, weil sie alle Begriffe von Recht und Billigkeit ver­letzen. Wir rechnen zu diesen Begebenheiten den skan­dalösen Favoritismus, der einen verdienstvollen, aus­gezeichneten Künstler um seine Stelle bringt um der verliebten Kurzweil der Frau von D.... wil­len. (Nat.-Z.) ,

Paris, 29. Dezember. (Mz. Z.) DerMom- teur" enthält die Rangordnung in dem Empfange des Präsidenten am 31. Dezember. Das diplomatische Eorps eröffnet um 2 Uhr Nachmittags den Steigen, und die Feierlichkeit schließt am 1. Januar um 3 Uhr Nachmittags mit den früheren Offizieren aus dein Kai­serreiche. Im vorigen Jahre fand beim Empfange keine Rede statt. Die ganze Ceremonie gleicht sonst

* hon, behauptet Herr Chambolle weiter, natürlich ohne einen Begriff von Hegel zu haben: ergo! Deutsch- ; land ist der giftige Heerd des rothen und sozialistischen Geistes. Die heutigeAßemble nationale" geht noch weiter, indem sie eines Schriftchens erwähnt, durch welches ein in Frankreich naturalisirter Deutscher, Hermann Everbeck, sich die Mühe genommen hat, in Auszügen Feucrbach'ö Entwickelung der Franzosen dar- zustcllen. DieAssemdlce" bedauert es, wenn die Oest­reicher nicht in Sachsen einrücken, um einem solchen Skandal ein Ende zu machen.

Polen.

Warschau, 20. Dez. (N. O.-Z.) Glauben Sie nicht, daß der Uebermuth der Soldateska, wovon die deutschen Zeitungen so oft berichten, eine Folge der Revolution und Eontrerevolutiou ist. Auch bei uns, die wir ja während ihrer großen Sturm und Drang­periode so ganz .unterthänigst gelebt, sind seit einiger Zeit Militârraufereien und Erresse an der Tagesord­nung. Vor ungefähr drei Wochen erschienen auf dem, dem Kammerherren Graf Potocki gehörigen Landgut Wilauow, unweit hier, eine Anzahl hier garnisouiren- der Soldaten. Nach einigem einleitenden sogenannten Schönthun wurden sie immer häßlicher und gröber gegen die Wirthshaus- und andere Dorfmädcheu, Auf den Hülferuf der Mädchen eilten viele Bauern und auch der kammerherrliche Grundherr herbei. Die Sol­

daten Hieben zuerst auf Letzteren ein, so daß er meh­rere Wunden davontrug. Die Aufregung der Bauern wurde in Folge dessen so heftig, daß ein wahres Ge­metzel entstand und 18 Soldaten und 15 Bauern auf dein Platze todt geblieben sind. Die Sache macht hier besonders wegen der Betheiligung des Grafen Potocki großes Aufsehen und Fürst Paskiewitsch hat strenge Untersuchung ungeordnet. Dergleichen Geschichten, wenn auch im verkleinerten Maßstabe, wiederholen sich nicht selten auch hier in der Hauptstadt. Auch unsere Prä­torianer beginnen sich als die wahren Repräsentanten des Volks und die einzige Stütze des Thrones zu füh­len. Die Lockerung der militärischen Disziplin dürfte als die Lösung der ersten Kette unserer Ordnung an­gesehen werden, und ist in diesem Lichte von großer Bedeutung. In letzter Zeit reiste von hier aus eine direkt vom Fürsten abgeordnete Kommission ebenfalls in militärischen Angelegenheiten nach der polnischen Grenze. In dem Grenzstädtchen Wieruschow garniso- niren nämlich gegenwärtig mehrere Kompagnien In­fanterie, welche die Feldzüge in Ungarn mitgemacht haben. Als sie Vor einiger Zeit von einem anwesen­den General die Parade abhielten, traten mehrere Hundert Mann vor denselben hin und führten bittere Klage über ihren Kommandeur, daß er ihnen ihr Trak­tament auf jede Weise verkürzt und Anderes. Die Kommission hat den Auftrag, diese Angelegenheit auf's Strengste zu untersuchen. Ich weiß nicht, ob Sie in Preußen die Wichtigkeit dieser Thatsache sofort erken­nen. Ihre Soldaten, so sehr sie die Subordination respektiren, kennen stets ihre Pflichten, aber auch wohl ihre Rechte und die Instanz, vor der sie in Betreff letzterer Beschwerde führen können und dürfen. In den Annalen der russischen Militärgeschichte hingegen dürfte der Fall in Wieruschow bis jetzt der einzige sein. Denn wenn auch früher hin und wieder einzelne Soldaten Klage führten, so geschah es nie in so or- ganlsirter und demonstrativer Weise, und als Antwort auf ihre Klagen erhielten sie sonst Knutenhicbe. Daß man es diesmal so ernst nimmt, hat unbedingt seine Ursache in dem Umstand, daß diese Truppen die Revolution in Ungarn bekämpft haben. Die Revo- lutiensbekämpfer haben ein gar gefährliches Selbstbe­wußtsein nach Hause gebracht, und man scheint es noch nicht an der Zeit zu halten, demselben mit der Knute entgegenzutreten.

Amerika

Newyork, 12. Dezember. (per SteamerCanada") Unser Kongreß stecktin a fix; die Maschine der Ge­setzgebung steht still; die Welt harrt vergebens auf die Botschaft des Präsidenten. Vierundfünfzig Mal hat nunmehr das Washingtoner Repräsentantenhaus Ab­stimmung gehalten, um sich durch die Wahl eines Spre­chers förmlich zu konstituiren, und vierundfünfzig Mal haben Whigs und Demokraten sich so scharf die Wage gehalten, daß die erforderliche absolute Mehrheit nicht erzielt werden konnte. Unter diesen Umständen ist es sehr zweifelhaft, ob überhaupt die Kongreßverhandlun­gen noch im alten Jahre beginnen können. Von allen Regieyuigsvorlagen ist noch nichts veröffentlicht wor­den, außer dem Berichte des Generalpostmeistcrs, aus welchem nur das hervorzuheben ist, daß er sehr gün­stige Ergebnisse der bisherigen Verwaltung enthält und eine gleichförmige Brieftare für alle Entfernungen in­nerhalb der Union beantragt.

Dicz, 28. Dec. lr. Preis. 2r. Preis. Rother Waizcu ..... 10 ü. r kr. 10 fl. 17 kr. Weißer Waizcu......9 fl. 52 tr. 10 |t. 3 fr. Korn .........7 fl. 7 kr. 7 fl. 37 kr- Gerfle........5 ft. 18 fr. 5 fl. 22 fr.

Hafer ........3 ft. +5 fr.

Erbsen........10 fl. fr.

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

die Auswanderer gegen Ar That beizustehen.

Die Abfahrten finden Statt: Ueber Havre .. London

w Die Sicherheit,

Gesellschaft zum Schutze der Auswanderer.

Der Zweck dieser Gesellschaft ist, bei der größtmöglichsten Sicherheit und den billigsten Preisen -'m Betrug und Prellerei zu schützen und ihnen mit Rath und

nach New-Jork viermal jeden Monat.

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(5) Aachener «D Münchener

Feuerverfichernngs - Gesellschaft.

Herr Hauptmann Wittich dahier hat die Verwaltung der Agentur für den Bezirk Wiesbaden niedergelegt und ist solche von der unterzeichneten Haupt­agentur heute übernommen worden, an die man sich in allen Versicherungsangele- genheiten ferner zu wenden beliebe.

Wiesbaden, den 1. Januar 1850.

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JF. e . Viyeliu»,

Friedrichstraße Nro. 33.

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eine im radikalsten Sinne von Heinrich Heise und Dr. Gottlieb Kell­ner redigirte Zeitschrift, erscheint im nächsten Quartal täglich, mit Ausnahme Montags, mindestens einen halben Bogen gr. 4. stark, zum Abonnementspreis von 24 Sgr. vierteljährlich.

Pränumerirt wird bei allen kurhessischen Postanstalten; für Kassel bei der unterzeichneten Stelle.

Bei dem großen Absatz des Blattes finden Anzeigen jeder Art, welche mit 1 Sgr. die gespaltene Petitzeile berechnet werden (für Abonnenten mit 25^ Ra­batt), die größte Verbreitung.

Kassel, Ende Dezember 1849.

Die Expedition derHornisse",

obere Entengasse Nr. 132.

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.