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wârtS durch die Post Klagen »nt MhâlMißmäßigem Aufschläge. Insekte werden bereitwillig aus.zcru ' ituen und sind bei der großen Verbreitung derFreien Zeitung" stets von wirk­samem Erfolge. Die ZnserntionSgebühren betragen für die vierspaltigePetitzciie. 3 Kreuzer. -

GinlaMng zum Abonuement.

Mit dem Ende dieses Monats.beginnt ein neues Abomement, auf welches wir ie Aufmerksamkeit der Volkspartei, und insbesondere derjenigen in Nassau, lenken wollen. Jetzt, da der demokratischen Partei zur Abwehrder auf sie gerichteten Ar .risse und zur Verfechtung ihrer Grundsätze fast nur noch das eine Mittel der Presse übrig geblieben , gebietet cs geradezu die Pflicht derDelbsterhaltung, daß die < olkspartei die freie Presse, soviel es nur immer möglich ist, unterstützt, und zwar um so mehr, als auf der Seite der Gegner Alles aufgeb den wird, um die freisinnie n Blatter zu Grunde zu richten.

Wir können uns daher wol der Hoffnung hingeben, daß die Demokraten unseres "andes, deren Vermögensverhältnisse es zulassen, die Freie Zeitung nicht bloß lesen, sondern durch Abonnement auch thatkräftig unterstütz«! werden. Ganz befandet sollten die Demokraten, ehe sie sich zur Bestellung von halben farb­losen Neukgkeitsjournalcn, oder gar von reaktionären Tagesbläthrn entschließen, erst auf dl? Anschaffung der demokratischen Zeitungen bedacht sein.

Die Verhandlungen der Landstände sowie des Schwurgerichts zu Wiesbaden werden so schnell wie möglich mitgetheilt werden. ^-^ ^e^fiioit

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Des Neujahrstages wegen erscheint morgen den Z. Januar keine Zeitung.

Das neue Ministerium.

-»'Wiesbaden, 31. Decbr. Die Nassauer haben i als Weihnachtsgeschenk ein neues Ministerium erhalten: ! bas Ministerium Wintziugerope - DoIlp r acht- , Ler-Castell. j

Was unS an hicscm Ministerium-besonderS gefällt, ; ist, daß wir von vornherein gleich wissen, woran wir : sind. Wir lieben den klaren Wein und Namen, wie ! Vollpracht und Wjntzingerode^, haben einen zu bekannten Klang, als daß er irgendwie und irgend- ' wo mißverstanden werden könnte. i

Wintzingerode und Voll pracht waren .schon , längst als CaUdidätcn zum Ministerium genannt: und ' ks sind in der That auch Männer, die in der jetzi- . gen Lage unentbehrlich sein mögen.

Ueber W intzing c rode kann kein Zweifel sein: ' in seinen Reden und Handlungen hat er bisher n n- ; um wunden bewiesen, welch' eine hohe Meinung er , von den Maximen der erleuchteten und gottesfürchti- gen Minister Brandenburg und Manteuffel ; bat, Herr Vollpracht ist in der Oeffentlichkeit bisher viel weniger schroff herausgetreten. Wir wissen aber gleichwol, daß Herr Vollpracht seit geraumer Zeit schon die eigentliche Seele der obersten Verwal- > tuna war; wir wissen, daß Herr V o l l prach t Agent- lieb Minister schon zur Zeit war, als die Herrn Dun- ; gern und Hergenhahn im Besitze deS Minister-Porte- f scuille sich befanden. , |

Auch in dem jetzigen Ministerium ist Herr Voll- i pracht bei Weitem die hervorragendste Capazität, und ; wenn er auch nicht Premier genannt wird, so wird i poch er den größten Einfluß im Ministerium ansüben. Wir haben nun stets die größte Achtung- vor den Kenntnisten und der Gewandtheit deS Herrn Voll^ prawt gehabt: allein wir haben ihn auch stets nur für einen sehr klugen, aber nie für einen genia- | lènStaatsmann halten können, d.h. wir erblicken in ' ihm eilten Staatsmanns, der wol ein altes, dem! Verfall unaufhaltsam entgegeneilendeö Gebäude auf, eine Weile mit Kunst ausiufUcfen, und mit Talent j aufrecht zu halten vermag, nicht aber einen solchen, ; ber es versteht, mit Kraft und Muth den Grnndsteiu ' zu einem neuen Haus zu legen, worin eine darbende Menschheit frei und glücklich wohnen kann.

Wir haben gegen die Person des Herrn Voll­pracht als solche nicht das Mindeste, wje wir über­haupt immer nur die Sache und nicht die Person im Auge haben; da wir aber von Herrn Vollpracht i für die Demokratie nicht das Mindeste erwarten kön- ! neu, da uns seine feine und bestechende Form nicht den Inhalt, b. h. die politischen Prinzipien, kann vergessen machen, da wir die Conservativen, welche im Stande sind, sich einen Anstrich von Freisinnigkeit zu geben, und welche vermögen ihre, wenngleich verkehrten und unzeitgemäßen Anschauungen mit Geist und Anstand zu vertheidigen: für viel gefährlicher für das Ge­deihen der demokratischen Einrichtungen halten müssen, als die offenen und unbeholfenen Polterer, von wel­cher Sorte das Personale unserer höheren Staats­beamten einige gelungene Prachtexemplare aufweist, --so muß es Herr Voll Pracht selbst sehr na­türlich und begreiflich finden, wenn wir auf seine Per­son die Aufmerksamkeit der demokratischen Parthei in Nassau besonders lenken, und, in ihm den gefährlich­sten Gegner der Demokratie in Nassau erblickend, diese Partei zur strengsten Wachsamkeit über sein Verhalten auffordern.

. Vollpracht liegt nichts daran öffentlich gnianut zu werden; er begnügt sich gerne damit im Stillen gewaltigen Einfluß geltend zu machen. AIs die Sie# Solution ausbrach wurde von Vollpracht am we- nigstku geredet; er drängte sich nicht in den Vorder-

grund Mb wir heben lobend herv /, daß «-wach nicht, wie so viele der höher« und nied- cu Staatsdiener, der Volksbuhlerei sich schuldig ge. .acht hat. Zugleich vermied er aber das offene Reagiren Jetzt nach der Resolution tritt uns Aollp. a ch t offen als Mi­nister lubrn Castell und Winn nge rode entgegen, nachdem er zuvor schon im Verw utnngsrathe in Ber­lin die nassauische Regierung repiäsentirt hatte.

Wenn wir Vollpracht'S Verfahren betrachteten, so erinnerten wir uns häufig der Augen Seevögel, Ple, wenn der Sturm herauziehr, sich eilends zum Ufer

wenden, und jinPen sicheren Fei^.nWtcn ein schützeir des Asyl Huchem . fund die, wenn fanfhgt sind, mit schrillem

bäMlinicn bilden jetzt vorzugsweise den.Gegenstand der Erörtern»

Minsen. Niemand sollte aber je vergeu

weder längs dem Rheine nach Köln, oder durch das Lahn- undDi ll t Hal über Dillenburg nachdemSieg« sen, daß oftmals selbst die fingen Möven , von der , thäte nach Köln.

rasch und pfeilschnell dahin eilenden Windsbraut er- ; Die andere, von Wiesbaden ausgehend, entweder faßt und in den Abgrund des aufgeregten Meeres gc- durch das Arthal, oder durch das Emsb ach that, schleudert werden, ehe sie den st Hern Hafen am Ufer nach Limburg und,von da weiter durch das Cl btb al ' erreicht haben. Es ist leicht Mönch, daß es uns Hr. Nister that nach dem Sieg thäte und von da weiH

Voll Pracht sehr verargt, wenn wir seinen Namen in dem neuen Ministerium so seh betonen: allein wir | -haben. Lem Lande gegenüber bi^ i eilige Pflicht zu er­füllen, auf die Hand hinzuweisen, die in der DMt und Wahrheit das Ruder des jetzigen StaatS führt.

Ueber Herrn Ler können wir wenig sagen. Wir haben bezüglich seiner weder Hoffnungen noch Befürch­tungen rücksichtlich der Sache, für welche wir kämpfen. Vielfach hörten wir darüber Verwunderung auSspre- chen, daß Herr Ministerialrath Bertram nicht Vor- f stand des Justizministeriums geworden sei. Einige woll- ; ten erführen haben, Herr Bertram habe das ihm ange- boteile Ministerium auSgeschlagen. Was an dieser Behauptung wahres ist, wir wissen eS nicht; ungläu­big müssen wir zu der weitern Lage lächeln: Herr- Bertram habe daS Portefeuille auSgeschlagen, weil die Zusammensetzung deS heurigen Mi­ni stcrii ihm zu wenig konstitutionell-frei- . i sinnig gedeucht habe. Herr Bertram, der zwar ein Mann von großer Gelehrsamkeit ist, dem : aber zuviel von einem Stubengelehrten anklebt und ! für das Handeln und Schaffen im frischen, warmen, i unmittelbaren Leben uns nu.pt gemacht scheint, Hr. i Bertram hat ja die Stelle eines Ministerialrathes : nicht abgelchnt, und offenbar durch und mit Ueber­nahme dieser Stelle sich faktisch bereit erklärt) das jetzige Ministerium zu unterstützen.

Graf von Castell ist Kriegsminister. Gegen ihn haben wir Demokraten am wenigsten etwas einznwen- den. Sein Name, sein Stand, seine bisherige Stellung leisten uns Bürgschaft für die Verfechtung eines kla­ren , unzweideutigen Prinzips; und wir Demokraten wünschen bekanntlich nichts sehnlicher, als Entwt- der Oder! Die konstitutionellen Schwätzer sollen zwar, wie wir hören, gegen die Wahl Castel l's viel einzuwenven haben, und sich nicht entblöden, den De­mokraten zuzumuthen, sie sollten; der konstitutionellen Partei helfen, drei Mitglieder des Ministeriums zu stützen und eines aus demselben zu entfernen. Diesen ungelehrigen Burschen können wir aber nicht oft genug wiederholen, daß wir bhn Männern der reinen Farbe unter allen Umständen, vor den Helden politischer Ver­schwommenheit den Vorzug einraumen, und wir ver­sichern sie ausdrücklich, daß wenn auch das günze Ministerium Son der Demokratie, nicht gedieht wird, doch der Graf Castell in demselben, von den letztern am wenigsten gehaßt wird.

Ji. Sie Eisenbrrhufrage Mr 9?assa«.

I.

Wiesbaden, im Dezember. Allenthalben in Deutsch, land taugen Projekte zu neuen Eisenbahnen auf, und

es ist daher auch wahrlich an der Zeit, daß Nassau ' aus seinem verderblichen Schlummer erwacht und diesen jUnternehmungen sich ernstlich zuwcnbet und endlich einmal erkennt, welches wichtige Glied I es in der großen Kette der Land- und HtrrstraßeNi bildet, sowie, daß kein Land, sowohl in commercielle'!'/ wie in statistischer Hinsicht geeigneter ist, um die 'Lüâ ] des großen Eisenbahnnetzes zwischen dem Süden und Norden, Osten Md Westen auszufüllen, als gerade ugfet kleines Nag an. Zwei Richtungen von Eisen-

ahuthal, und zwar, ent-

Die andere, von Wiesbaden ausgehend, entweder

N i st e r t h a l nach dem S i e g t h a l e und von da' wei­ter nach Köln.

Beide Richtungen sind bereits schon früher von einer technischen Commission untersucht, und ohne be-' sondert. <-u-wie. rgkr.t^. aus^aprbar befunden worden. Ohne uns jetzt schon auf eine dctaiUirtere Beleuchtung' dieser beiden Widmungen einzn lagen, glauben wir vor-, erst die Frage aufwerfen zu müssen: soll die eine ober die andere der Bahnen StaacS- oder Privat un­ternehmen sein? In beiden Fällen ist es natürlich wich­tig, die sorgfältigste Bearbeitung in den Projekten vor­zunehmen.

Bei Staatsnnternchmen kommt es ganz besonders darauf an: durch vermehrte und verbesserte Lerbindungsmittel nützliche Erfolge für die Lolkswirthschaft herbeizuführen. Selten wird dabei auf eine unmittelbare Verzinsung des Ka­pitals Rücksicht genommen.

Es ist bekannt und die Erfahrung lehrt es, daß in allen Staaten, wo große Summen auf den Stra­ßenbau oder überhaupt auf CommnnikatwnSmittel ver­wendet werden, eine vollständige direkte Verzin­sung des Kapitals nicht erzielt wird; sowie es Gewiß­heit ist, daß die vortheilyaften Verhältnisse, die Er­folge bei Verbesserung der Verlundungsmittel, für den Staat durchaus nicht alle,,, nur nach der Geldrente, welche der Fiskus selbst ««streicht, berechnet werden können. Die Kapitalanlagen für verbesserte Communikationsmittel verzinsen sich mehr als doppelt, wenn man erwägt: welch' ein schnel­les Fortschreiten d^ intellektuellen und materiellen Bildung des Volkes hierdurch herbeigeführt wird. Werden diese Vortheile dem Staate schon durch die gewöhnlichen CommunikatwnSwegeerzielt, wie viel mehr wird eS erst der Fall sein, bei einer zweckmäßig und wohlfeil angelegten Eisenbahn.

Bei Privatunternehmen werden nur solche Bedin­gungen unterlegt, welche eS ermöglichen, auS den an- gelegten Kapitalien möglichst hohe Zinsen zu ziehen, und eS gibt gewiß nur wenige Unternehmer, welche eine solche Anlage deS allgemeinen Besten wegen allein unterstützen. Wir können von den eingeleiteten Pro­jekten einer Eisenbahn durch unser Land ein ersprieß­liches Resultat nur dann erwarten, wenn der Staat diese letztre in die Hand nimmt und ausführt, und wir glauben, daß dieses hier um so weniger einem Anstande zu unterliegen braucht, alS selbst die gute Verzinsung deS Kapitals hier außer Zweifel ist.

Leider scheint es nicht der Fall zn sein, daß die Regierung eine dieser Bahnen auf Staatskosten ans­führen will. Zur Untersuchung der Richtung durch daS Lahn- und Dillthal hat dieselbe neuerdings dein Ober Ingenieur Splingard aus Cassel unter Beigabe zweier nassauischen Ingenieure die Erlaubniß ertheilt.

(Fortsetzung folgt.)