Nach bem „ObservHore Romano" soll der Maltescr- Oedrn wieder hergestellt werden, und zwar in ganz ähnliche Weist, wie früher.
3i uenburq. Der „Republicain" bringt das, wie sagt, guten Grund habende Gerücht, daß der 8ö?
von Preußen jedem der alten Staatsräthe seines ^nrstenthums, mit Ausnahme eines Einzigen, eine goldene Medaille mit seinem Bild und einem paßenden Spruch, zugesendet habe. Den Bewohnern von La Sague wurde dagegen die Vertröstung gegeben, daß ihre Okkupationskosten von der Preußen-Königin bezahlt werden.
St. Gallen. In Utznach starb unlängst in ihrem Asyl, das sie daselbst seit ein paar Wochen aufgeschlagen hatte, die Gemahlin von Julius Fröbel, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.
Belg i e n.
Tournai, 15. Deze. Die Soldaten der Hauptwache haben gegen 8 Uhr gestern Abend einen Menschen verhaftet, der auf den Freiheitsbaum ein Plakat klebte, auf welchem die Worte standen: „es lebe die Republik! Arbeiter, versammelt Euch, es ist jetzt die ; Zeit da!" Auch an verschiedenen andern Stellen in 1 der Stadt hat man Plakate von ungefähr gleichem . Inhalte gefunden. Schon vor vier Wochen sind ahn- ! hebe Zettel an den Straßenecken nächtlicher Weile angeklebt worden.
WepubUk Frankreich
Paris, 14. Dezember. (Eine Stimme aus Frankreich zur Belehrung des deutschen Michel.) Heute läßt sich die „Ordre", das Organ der Partei Odilon Barrot und seit dem Uebertritt des „Constitutionnel" zur „persönlichen Politik des Präsidenten" auch das Organ der Partei Thiers, Mole II. s. w., in einem sehr bemerkenswerthen Artikel über , die Lage Deutschlands und das Verhältniß Frankreichs ; zu demselben vernehmen. „Wenn man öffentlichen und Privatkorrespondenzen und sogar offiziellen Dokumenten Glauben schenken darf, welche der preußische und österreichische Hof der Oeffentlichkeit übergeben so stände Deutschland am Vorabende eines dreißigjährigen Krieges. Nichts desto weniger hegen wir den beharrlichen Glauben, daß der Zwiespalt zwischen Oesterreich und Preußen nicht dieVeranlassung zu dem angekündigten blutigen Konflikt sein wird. Trotz der Protcstatiouen, die sich von 1 allen Höfen her gegen die Zusammenberufung des Er- für ter Parlaments erheben, trotz der bedeutenden ' Rüstungen in ganz Central-Europa, wird das Gewit- ter, welches dieser finstere Horizont aukündigt, wenn unsere stets bewährt gefundenen Mittheilungen 1
abermals richtig sind, zum Ausbruch kommen. Wir glauben recht gern, daß zwischen den Höfen von Berlin und Wien ein herzlicher Haß besteht; allein wir sind weit entfernt von der Meinung, daß dieser Haß soweit gehen konnte, so geschickte Staatsmänner wie Hr. V. Ravnwitz und Hr. V. Schwarzenberg, über die Folgen eines Bruches des europäischen Friedens zu verblenden. Preußen und Oesterreich führen gern einen Notenkrieg gegeneinander, allein die Rüstungen, welche die beiden Höfe, im Einverständniß lind unter Mitwirkung ihrer Bundesgenossen, haben weder im Sinne des Kaisers von Oesterreichs noch in dem des Königs von Preußen die nahe Bestimmung, die der gute Bk ichel in feiner Unschuld sich v or- stellt. Wenn in dem gegenwärtigen Zustande Euro- pa's Preußen oder Oesterreich einmal die unberechenbare revolutionäre Erschütterung, die ein Konflikt zwischen ihnen hervorrufen wurde, einen Augenblick vergessen könnte, wenn man eines Tages zu Wien oder Berlin thöricht genug wäre, um einen ernsthaften Casus belli aufzu stellen, so würden sofort von St. Petersburg demjenigen der beiden Kabinette, das zuerst den Kopf verloren haben würde, so sprechende uitD bedeutsame Vorstellungen zukommen, daß es bald wieder zur Ruhe zurückkehren würde. Alle Truppen, die auf die Beine gebracht werden, sind ohne Zweifel für nächstes Frühjahr zu einem Feldzuge gegen die Parlamente bestimmt. Die Armee in Böhmen ist für Sachsen, die in Tyrol für Württemberg; mit letzterer in Verbindung auch die bairische Armee, um Franken und Schwaben im Zaum zu halten, in dem übrigen Deutschland wird die preußische Armee regieren, sobald sie es will. Und wenn Preußen wirklich das Erfurter Parlament unter Dem Druck der öffentlichen Meinung znsammenruft, glaubt man etwa, daß die Armeekorps vom Mam, vom Rhein und von der Elbe bestimmt sind, dasselbe gegen die Unzufrie- denhcit Oesterreichs zu beschützend Wäre nicht vielmehr der Schlüssel zu der diplomatischen und militärischen Komödie, Die im Augenblick in Deutschland gespielt wird, einfach darin zu suchen, daß man einen bewaffneten Bund gegen Die Aufregung ■ organisiren will, die möglicher Weise das für unver- , weidlich gehaltene Erfurter Parlament Hervorrufen wird, ! wobei man voraussichtlicher Weise auch die zu uuruhi- j gen Parlamente von Dresden und Stuttgart schließen will. Es ist weniger ein dreißig jähriger Krieg, ! auf den in diesem Augenblicke die Höfe von Mittel- Europa sinnen, als ein großartiger 18. Bru- mair e." !
Paris, 17. Dec. (M. Z.) Die Mobilgarde, ein Geschöpf der Februarrevolution, Gegenstand der Verehrung von Seiten der gemäßigten Partei nach den unglücklichen Junitagen von 1848, verschwindet mit
dem 31. Dezember gänzlich. Die noch befMjtnben 6 Bataillone werden aufgelöst werden.
Die Liberte meldet, Changarnier fange die Berichte auf, die dem Präsidenten gemacht würden. Carlier habe einen Bericht über Dan schlechten Eindruck abgestattet, den das Rundschreiben b'Hautponl's gemacht habe. Statt direkt an den Präsidenten, wäre daS Schreiben an Changarnier abgegeben worden. Der Präsident soll darüber so unwillig gewesen sein, daß es nur Herrn Dupin gelang, ihn wieder zu besichtigen.
Fraucour, Der berühmte Mathematiker, ist, 77 Jahre alt, geoorben.
Das Journal des Debats widmet seinen leidenden Artikel den deutschen Verhältnissen. Es sagt darin: „Der Kampf zwischen Preußen lind Oesterreich, wenn er ausbrechen sollte, Dürfte damit eilten, daß Die kleineren Staaten zwischen beiden Großmächten getheilt werden. Das Verschwinden dieser Staaten untergeordneten Ranges ist jedoch der französischen Politik entgegen." Das Bestreben Preußens, durch eine freie Verfassung (0 ein Uebcrgewicht in Deutschland zu gewinnen, ist Dem Journal des Debats nicht zuwider, nur ist es ihm nicht unangenehm, wenn Oesterreich diesem Einfluß ein gewisses Gegengewicht bieten will, Damit es keine Hebelgriffe macht.
Hermann Everbeck, der durch mehrere Arbeiten rühmlichst bekannt ist, wird nächstens die Hauptarbeiten Der neueren deutschen Philosophen in einer französischen Uebersetzung veröffentlichen.
— In der letzten Sitzung Der Akademie vom letzten Donnerstag ward die Frage verhandelt, ob der neu ernannte Akademiker Hr. v. Noailles, Dem Präsidenten einen Besuch abstatten solle. Unter der Juli- Dynaftie, sowie überhaupt seit Napoleon, ward die frühere Sitte wieder eingeführt, daß jeder Akademiker nach seiner Ernennung uno Aufnahme einen Besuch im Schlosse abstattete und dem Könige seine SteDe, auf Velinpapier gedruckt uno in einen Goldbogen gehüllt, übergab. Cousin erhob diese Etiquettenfrage, ob Dent Präsidenten der Republik ein ähnlicher Besuch abge- stattet werden solle. Die Berathung war sehr lebhaft. Salvanvy und Villemain hatten eine sehr heftige Diskussion. Victor Hugo meinte, diese Etiquettenfrage sei ohne inneren Werth, man könne ja Den Präsidenten besuchen. Eine andere Formfrage sei bedeutender: daß der Präsident die Ernennungen bestätigen müsse. Die Akademie faßte über diese Angelegenheit keinen eigentlichen Beschluß, man kam aber stillschweigend überein, daß Herr v. Noailles dem Präsidenten einen Besuch abstatten solle. Zn beachten ist, daß Alfred de Vigny, Der Dem König diesen üblichen Besuch nicht machen wollte, dieser Sitzung vorsaß.
Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.
(l3,8) Eekanntmacüung.
Zn Gemäßheit des Artikels 44 des Gesetzes vom 14. Aprll d. Z. wird hiermit bekannt gemacht, daß die Ziehung der Geschwornen für die am 14. Z.»aar k. Z. beginnenden Assisen
Samstag den 29. d. Mts., Vormiti. gr 11 Nhr, dahier in dem Sitzungszimmer des unterzeichneten Gerichts stattftnden wird.
Wiesbaden, den 20. Dezember 1649.
Herzoglich Nassauisches Hof- und Appcllationsgericht.
Flach.
(1277) Bei Heran nahen Der Festzeit erlaube ich mir mein reichhaltiges Lager von Bilderbüchern, Kinder- und Jugendschriften für jedes Alter und zu den verschiedensten Preisen, Atlanten, Vorschriften, Musikalien, Gesammt- und Miniaturausgaben der Classiker und neueren Dichter in elegantester Ausstattung, Gebet- und Andachtsbüchern, Taschenbüchern, Volkskalendern und andern sich zu Festge- schenfen eignenden Werken, sowie einer großen Auswahl Kupferstichen, Lithographien unD Albnmsblättern auf's Beste zu empfehlen und ein verehrliches Publikum zum gefälligen Besuch meines Geschäftslokals ergebens! einzuladcu. — Ebenso bin ich mit Vergnügen bereit das zur bequemeren Auswahl Gewünschte in Parthien in's Haus zu senden.
Wiesbaden, 12. December 1849. Wilhelm ISotft^
Buch- und K u n st Handl u n g.
(1317) Durch die H. W. Ritter'fche Buchhandlung ist zu beziehen:
Eim Wort des Rechts
für alle
ReèchsverfassnugÄ Kämpfer, an die deutschen Geschwornen von Ludwig S i m o n von Trier.
„Mag die ReichSgewalt zerfallen, das Vaterland mehr als je „zerrissen sein, dennoch ist es eine gemeinsame deutsche Sache, „daß nicht auch die Nechtsbegriffe untergehen."
Ludwig llhland.
Broch. Preis 30 kr.
Turnverein.
Verein zur Wahrung der Volksrechte.
(1318) Donnerstag Den 27. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, findet im Nervthale eine Sitzung des Vereins statt, wozu die Mitglieder ciugeladen werden. Nichtmttglieder können durch Mitglieder eingeführt werden.
Wiesbaden, den 20. Dezember 1849.
Der Vorstand.
Festtagsorduuufz Lu De» freie« christliche» EdentschkathoUschen) Gemeinde».
(1320) Am ersten Heil. Weihnachtsfeste Gvttesdrer»st, verbunden mit Der Feier des H. Abendmahles in der Gemeinde zu Wiesbaden, Morgens halb 10 Uhr, im gewöhnlichen Lokale, geleitet durch Prediger Graf;
an demselben Tage Nachmittags 3 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in Idstein, geleitet durch Prediger Graf;
am zweiten Feiertage, Vormittags 10 Uhr, Gottesdienst in Rü- desheim, geleitet durch Prediger Flos aus Frankfurt;
an Demselben Tage Nachmittags Gottesdienst und Abendmahlsfeier in der freien Gemeinde zu Diez und Freiendiez, nebst Constrmandett- UHteiTid)t, abgehalten durch Prediger Graf.
Der Vorstand.
An merk. Herr 3)r. Eduard Fuller ist durch Unwohlsein verhindert, die versprochenen Vorträge ant heil. Christfeste in unsern Gemeinden abznhalten.
(1158) Bei I. Ricker in Gießen ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden zu haben:
Die
Aufgabe der (^pofition
i n unserer Zeit.
Von
Carl Äogt.
Zum Besten der deutschen Flüchtlinge.
Preis 36 kr.
(1302) Montag den 31. Dezember findet eine Abendttnterhaltung des Turnvereins im Saale der Vier Jahreszeiten statt, wozu die Mitglieder unsers Vereins, die Mitglieder des Vereins zur Wahrung Der Volksrechte, Der Schützengesellschaft und des Neuen Turnvereins eingeladen werden.
Karten werden ausgegeben Sonntag Den 29. Dezember, Nachmittags von 2—6 Uhr in der Stadt Frankfurt.
Wiesbaden, den 17. Dezember 1849. Der Vorstand.
(1319) Ein Einfteher wird gesucht. Näheres in der Erpedition d. Bl.
(1301) Feste und gut getrocknete Lohkncbcn franco in's Haus geliefert per Tausend 6 fl. bei August Herz im Ncrothal.
NB. Bestellungen können in der Expedition dieses Blattes gemacht werden.
(1308) Ein Einsteher wird gejucht. Näheres bei Kaufmann Bernhardt, Eck Der Marktstraße.
(1307) Ein braver, starker, junger Mann sucht eine Stelle als Hausknecht. Näheres in der Expedition d. Bl.
Druck und Verlag der C Ritter'schen Duchdruckerei.