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wie mehrere seiner College«, z. B. S ch m i d t, Schlem­mer, Tripp, Zoll mann, Nau und Bertram, ganz erstaunliche, wahrhaft großartige Kenntnisse. Heyl ist bescheiden: es ist aber die Pflicht der Presse, dem Lande zu sagen, was dieser Mann zu leisten ver­mag, und wir werden nicht dulden, daß er sein Licht unter dem Scheffel verbirgt. Wenn Hergenhahn besonders dieintelligenten" Staatsbürger, Schmidt vorzugsweise die Gewerbetreibenden vertreten wird: so ist es Heyl namentlich Vorbehalten, die Interessen der deutschen Landwirthe wahrzunehmen.

Es bleibt noch übrig, einen Candidaten aufzufüh­ren, der mehr für die Interessen der Kunst eintreten wird. Wir können keinen Augenblick zweifelhaft sein: wir schlagen als vierten Candibaten den Constitutio- neUen den Herrn M eisinger sen. vor, welcher ak­tiver Schauspieler am Theater zu Wiesbaden ist. Die­ser Mann ist ein ganz unübertrefflicher Komiker: p!ai- sant, amüsant, interessant, piquant, und in allen La­gen und Stellungen charmant.

Ueber die Durchführung der deutschen Neichs- Verfassung vom 28. März kann er sehr gehaltvolle Witze reißen; die badischen Freischärler und die Repu­blikaner überhaupt erfreuen sich seinerseits einer gerech­ten und tiefen Würdigung. Einige meinten zwar, ter Gemeiuderath der Stadt Wiesbaden solle eigentlich im Interesse der Stadt dafür Sorge tragen, daß dem Herrn Meisinger sen. seine Witze über die Demo­kratie gelegt würden, weil, da diese Witze im Lande bekannt geworden sind, die Abneigung, das Theater zu Wiesbaden aus Landesstcuern zu erhalten, noch gar sehr zunehmen könnte: allein diese verkennen offenbar, daß Herr Meisinger ein freier Mann ist, der sich von Niemanden braucht Vorschriften machen zu lassen. Herr Meisinger hat durch fern Höhnen über die Demokratie hinlänglich seine Befähigung, nach Erfurt gewählt zu werden dargethan. O wie schön muß es in Erfurt werden, wenn Hcrgenhahn aller revolu­tionären Erinnerungen sich entledigt; wie schön, wenn Hr. Schmidt sich zierlich bewegt; wie herrlich, wenn Hr. Heyl den tiefen Schatz seiner Kenntnisse auf­schließt ; wie unvergleichlich, wenn der M e i si n g e r sen. seine Witze über die Demokratie abschießt!!! Herr Meisinger namentlich wird in der Reichsfestung Furore machen: und die Constitutionellen müssen be­greifen, daß sie unmöglich einen bessern Mann als einen Komiker von Profession nach dem Reichstag zu Erfurt, welchen die frivolen Demokraten für eine reine Komödie halten, schicken können. Also: Generalstaats­prokurator Hergenhahn, Bürgermeister Schmidt, Johann Philipp Heyl und Schauspieler Meisin­ger sen. = welche würdige, welche erhabene Reprä­sentation! Dixi et animam salvavi! Wir haben geredet: die Konstitutionellen mögen nun handeln.

4- Aus dem Amte Braubach. Bei der am 15. v. Mts. vorgenommtiicn Wahl der Gcschworncn- Eaudidaten für den Justizamtsbezirk Braubach wurden als solche gewählt: 1) Johann Wilhelm Minor, Gemeinderath zu Braubach; 2) Joseph S ch a u er», Winzer zu Camp; 3) Jakob Bi sch off IV., Gastwirth daselbst ; 4) Philipp C h r i st freund, Oekonom in Dachsenhausen; 5) Bernhard Frorath, Verwalter auf der Nieverner Hütte; 6) Johann Dorweiler, Schiffer in Filsen; 7) Johann W i e m e r, Schiffer in Niederlahnstein; 8) Thomas Donquö, Schiffer da­selbst; 9) Johann Leymthal, Kaufmann daselbst; 10) Wilhelm Schnaß, Gastwirth und Gemeinderath in Oberlahnstein; 11) Ignaz Rügen berg, Kaufmann und Gemeinderath daselbst; 12) Joseph R a i f f er- scheid ll., Gemeinderath in Osterspai.

Die Gesinnung bezüglich der Wahlen zum Erfurter Reichstag spricht sich unverholen und ganz allgemein gegen die Beschickung desselben aus.

/^Don der Diehhölze. Eine Predigt des Pfarrers H i e r o u y m i in Darmstadt über den Tert:Es wird Ein Hirt und Eine Heerde sein", welche nebst einer Ansprache des Vereins zur Wahrung der Volksrechte in Dillenburg an seine Mitbürger in diesen Ta­gen im Druck erschienen ist, hat in hiesiger Gegend eine große Verbreitung und günstige Aufnahme gefun­den. Wir begrüßen darin das erste, wenn auch noch unscheinbare Zeichen, daß es auch hinter unsern Ber­gen endlich zu tagen aufangen soll. Es wird sich, wenn in dieser Richtung zu wirken unverdrossen fortgefahren wird, bald zeigen, ob das Volk aus seinem religiösen Jndiffereutismus herauszutreteu Willens ist, und für die freiere Auffassung der christlichen Lehre, wovon es die weise Politik unserer orthodoreu Kircheu-Staats- dieuer bisher zurückgehalten hat, empfänglich zu ma­chen ist.

Das Bestreben eines Theils der Geistlichen unsrer nächsten Umgebung, sowie einiger in Dillenburg woh­nenden, im gottseligen Wupperthal früher zum volks- verdummendeu Pietismus herangebilveteu Handwerker ist nämlich in der That mehr, als je dahin gerichtet, das bisher durch ton in der Entwicklung der prote­stantischen Kirche eingetretene» Stillstand gleichgültig gewordene Volk zu ihrer Fahne, t. h. zur Fahne der kirchlichen und politischen Reaktion zu bringen. In Dillenburg besteht schon längst eine kleine Heerde die­ser de- und wehmüthigen Auserlesenen und selbst in dem dortigen Gemeiuderath sollen, wie man hört, diese Fanatiker der Ruhe bereits ihren Einfluß aus- zuübeu suchen, indem z. B. eine Schauspielergesellschaft, welche teil Winter über dort wöchentlich einmal zu spielen beabsichtigte, beinahe abgewiesiu worden wäre, aus dem allerdings triftigen Grunde, weil man das Schauspiel als Teufelswerk nicht dulden dürfe! Einer dieserFrommen", wie sie in der Stadt genannt werden, hat neulich in ihrem Conventikel ein recht inbrünstiges Gebet für den dortigen Kaplan ge­than, und den Herrn augerufen, daß er diesen Seel­sorger doch auf der neuerdings betretenen Bahn fort- führeu möge, damit er den rechten Glauben mit Geist erhalte mit einer der Auserwählten zu ihrem Hiinmel- reich werden möge. Es wäre diese Thatsache schon an mit für sich bezeichnend für die Richtung dieses Predigers, wenn auch seine seit neuerer Zeit begon­nenen Mifsionsbcstreblmge» weniger bekannt wären. So hat der fromme Mann die Zuhörer in der Kirche neulich mit der Betrachtung erbaut, daß unsere Ge­neration, mit frühereu verglichen, alt und abgelebt geworden sei. Das Mittelalter, wo fromme Ritter und Pilger zum Schutze des Heil. Grabes auszoge», das sei die rechte, jugendliche Zeit gewesen, voll echter Frömmigkeit; die böse Muzeit hatte den gesunden Menschenverstand an die Stelle des Glaubens gesetzt mit daher käme jetzt aller lluglanbe, alle Gottlosig­keit mit mehr dgl. Wenn nur der fromme Herr in seinem Eifer nichts vom Mittelalter hatte merken las­sen; wenn's da hinaus soll, da wird er sich eine an­dere Stätte des Wirkens suchen müssen; denn hier herum begreift man so etwas nicht mehr.

Als Matador der pietistischen Partei in unserem Thalgrunde steht der strenggläubige Pfarrer in Frohn- hauseu, ein Gesinnungsverwandter und aufrichtiger Verehrer der berüchtigten Berliner Kreuzzeitung, oben au Hier werden die Missiousfeste der Gläubigen ge­halten, und die leider noch unter der Knechtschaft der Kirche seufzenden Lehrer, die uothgevrungeu die Glau- beussprünge ihrer Kirchenherr» mitmache» müsse», zie­he» mit teil frommen Heerden aus der Umgegend dort­hin , und »lachen das Dorf zu einem Wallfahrtsorte armer Seele».

In jüngster Zeit fängt nun auch der Pfarrer in Bergebersbach, ehemaliger Professor am Seminar zu Herborn, in gleichem Sinne zu wirken an. Seit seiner Rückkehr von Darmstadt, wo er mit dem berüch­tigten Missionsprediger Hardeland aus Bannen be­

kannt worden ist, schreibt und predigt auch er für die innere und äußere Mission, und arbeitet damit stan­desgemäß der Reaktion in die Hände. Thut es ja doch in de» Dörfern unsers Grundes, wo Hüttenpach­ter und Pfarrer längst die einzigen wohlhabenden Leute sind, besonders noth, die armen Bauern, bei denen die Gerichtsvollzieher schon vergebens nach ei­nem Pfand für rückständige Steuern und Holzgeld umherspahen müssen, auf die Seligkeiten des Himmels zu vertrösten mit ihnen für die Missiottszwecke die letz­te^» Groschen aus der Tasche zu locken, während die Spender dieser Himmelshoffnung bei dein reiche» Er­lös für den gelieferte» Hafer und den sonstigen Einnah­men ihrer guten Pfründen sich es schon hier auf Er­den wohl sein lassen können.

Ist einer der Missionsstundeii des zuletzt erwähn­ten Pfarrers hat derselbe seine ländlichen Zuhörer vor demLucifer" oder Kirchenteufel verwarnet. Die Leute glaubten Anfangs, es sei der leibhaftige Gott sei bei uns! gemeint, bis sie später bei anderen Leu­ten erfuhren, daßes nur eine Zeitung dieses Namens sei, die für Licht und wahre kirchliche Freiheit streite, die zuweilen den christlichen Pharisäern derb zu Leibe gehe, und die ihnen deßhalb der Herr Pfarrer als ein die Religion in Gefahr bringendes Blatt bezeich­net habe. Natürlich ist seitdem unter unsern Bauern erst rechte Nachfrage nach dem bösen Kirchenteufel ent­standen und es sollte uns gar nicht wundern, wenn er in der Kürze überall herum spuckte.

Allen tiejen Anstrengungen hiesiger Dunkelmänner möge nur den Verein zur Wahrung der Volksrechte in Dillenburg, seinem schönen Berufe getreu, immer besser zu Leibe rücken uud fortfahren, wie er es uns in seiner Ansprache verheißen,mit allen Waffen des Lichts, der Wahrheit und des Rechts anzukämpfen ge­gen Geistessinfterniß, H euch el frömm igkei t und V e r k n e ch t n n g."

Stuttgart, 15. Dez. Der letzte Paragraph der Adresse mit dann der ganze Entwurf ist so eben mit 40 gegen 20 Stimmen angenommen worden. Keine einzige Modifikation hat die entschiedene und doch ver­söhnliche Antwort der Volksvertretung entstellen dür­fe». Die Adresse ist gleichsam das Programm unserer volksthümliche» Majorität, sie enthält in teil deutschen mit würtembergischen Fragen ihr ganzes Glaubeiisbe- kenntniß. In allen Zweigen ihrer Thätigkeit wird sie mit allen Kräften dafür eintreten mit gewiß zum Heile des Landes, wenn nicht die Verblendung der Regie­rung durch die Auflösung der Versammlung dein gan­zen Lande den Handschuh hinwirft. Schon mehrmals hat das Ministerium über die Auflösung berathen und wir denken, daß eS sich morgen entscheide» muß. Bezeichnend ist es für einen Theil der Linken, daß sie gegen teil Amnestiepaffus der Adresse sprach, weil sie es vorzieht, unsereHochverrather" von der Jury freigesprochen zu sehen. (Mz. Z.)

München, 14. Dez. Nach einer fünftägige» De­batte über die Emancipation der Juden gelangte un­sere zweite Kammer heute zur Abstimmung über tiefen Gegenstand. Der Regierungsentwurf wurde mit einer nicht sehr wesentlichen Modifikation mit 91 gegen 48 Stimmen angenommen. Der Negierungsentwurf be­stimmt in Art. 1, daß fortan den' Israeliten bei glei. chen Pflichte», gleiche staatsbürgerliche (politische) und bürgerliche Rechte mit den christlichen Staatseinwoh­nern zustehe» und im Art. 2, daß alle entge'gimstehen- de» ^Bestimmungen früherer Gesetze mit Verordnungen aufgehoben sind. Die angenommene Modifikation fügt hinzu, daß durch dieses Gesetz an teil bisherigen Bc- stimmungen über die Kultus- und Schulverhältnisse der Israeliten nichts geändert werde (was auch nicht beabsichtigt, noch verlangt war), und daß in ten Ge­meinden, wo bisher keine Israeliten wohnten, ^oer da, wo die vorhandenene Familienzahl überschritten werden soll, bei Ansässigmachungen derselbe» den Ge-

das geringste Maaß der bürgerlichen Freiheit, soll jener Versammlung, die das deutsche Volk vertrat, nicht zugestanden haben: sie, die von Niemands Befehl abhängig war, soll nicht über sich selbst, nicht über ihren Wohnort haben verfügen dürfen!

Die Reichsversammlttng und es gab damals in Deutschland keine Behörde; die über ihr stand war hierin anderer Meinung, als der Oocr^Staats- anwalt. Sie war, wie ihre Verhandlungen zeigen, der Meinung, daß die Verlegung von Frankfurt a. Bk. aller­dings zu ihrer Kompetenz gehöre, daß diese sich nur auf ihr cigenesVerhalten beziehende Frage lediglich Sache der Geschäftsordnung, mit daher wie alle Bestimmungen der Geschäftsordnung, nur von ihr allein scstznstcllen sei.-

Schon bald nach Lem Beginne des Reichsparlaments wurden von verschiedener Seite Anträge gestellt, die da­hin gingen, die Versammlung von Frankfurt a. M. zu verlegen. Co z. B. in der Sitzung vom 8. Juni 1848 von Herrn von Mayern aus Wien und Edler ans Würzburg.

Herr von Radowitz (es erfolgten tiefe Anträge damals natürlich nicht aus Desorgniß vor einer Coiurr- revotution, sondern aus Bcsvrgniß vor demokratischen Umtrieben." Herr von Radowitz sagte bei dieser Gelegenheit;

Es bedarf wohl keines Beweises, daß die erste Be- dingung der Wirksamkeit dieser großen Versammlung

tic ist, daß sie nicht von außen her gewaltsam ge­istert werde."Es ist, glaube ich, die heilige Pflicht der Nativnal-Versammlung, nicht bloß gegen sich, sondern vor Allem gegen Dcutschlaiid, daß sie sich selbst und intern die Ueberzeugung verschafft, gegen jeden gewalsamen Störungsversuch vollfommen sicher zu sein."

Die Worte des Herrn von Mayern, eines äußerst konservativen Mitgliedes der Versammlung lauten:

Ich bin Soldat und habe die Regel, selbst wenn man mit der Gewißheit des Sieges einem Feinde ent- gegengcht, einen Rückzugopunkt auszusuchen: es ist dies eine militärische Maßregel, mit ich schlage Ihnen von meinem Standpunkte daher vor: für den Fall einer Störung der Parlamcntsverhandlungcn werden sich die Mitglieder desselben ohne weitere Rücksprache oder Aufforderung acht Tage darnach in Regenoburg oder Wien zur Sortierung ihrer Berathungen ver- sammeln."

Und unmittelbar darauf sprach Edel, gleichfalls ein Mitglied der äußersten Rechten:

Sollten wir gestört werden in der Unabhängigkeit unserer Berathung, so werden wir uns in dein nächsten Orte innerhalb von 24 Stunden wieder zusammen- finden, wo wir hoffen können, ungestört und fried­lich unser Werk fortzusetzen. Deßhalb hätte ich einen ähnlichen Antrag gewünscht, wie ihn der Redner vor mir gestellt. Die Versammlung möge beschließen: Im

Falle einer Störung der äußern Unabhängigkeit ihrer B.rathung versammelt sich dieselbe in einer sofort zu bestimmenden Stadt, wo sich die nöthigen Garantie» der Sicherheit mit die nöthigen Lokalitäten finden."

Diese und ähnliche Anträge wurden damals als nicht zeitgemäß beseitigt, ohne daß es auch nur Einem Mit- gliede eingefallen wäre, die Kompetenz der Versammlung zu dergleichen Beschlüssen in Frage zu stellen.

(Forlsetzliiig folgt.)

Ein englischer Hundeliebhaber ein früheres Parlaments- miigliet verlor kürzlich seinen Pünscherhund nach länge­rem Kränkeln. Das Leichenbegängnis kostete ihm nicht weniger denn 60 Pf. St. Er ließ ihn durch einen Thierarzt öffnen und ihm einen rothsammtnen Sarg mit silbernen Nägeln und Handgriffen verfertigen, auf dem sich oben eine massive silberne Platte mit der Inschrift befand: Pünscher, 9 Jahre lang der treue und ergebene Hund des W. G. Esq., starb den 10 Oktober 1849!