in Erfahrung gebracht, daß bereits schon drei volle , Jahre die Lahn-Negulirung von unten herauf begon- ! nen hat, daß bei Niederlahnstein und Nievern neue Schleußen angelegt und beinahe fertig sind, und daß die schlechte Lahnstrecke zwischen Ems und Dausenau schon im Jahr 1846 verbessert wurde.
Wenn wir somit nachgewiesen haben, wie die spe- ' ziell angegriffenen Ausführungen im Straßen- und : Wasserbau entweder den erregten Tadel gar nicht verdienen, oder ein solcher nur in persönlichen, aber keineswegs besseren Ansichten begründet werden könnte, so sino wir weiter der Ueberzeugung, daß mit diesem ungerechten Tadel, alle die Beschuldigungen wegfallen, welche der Verwaltung damit zugedacht sind, daß ein Mann an der Spitze der technischen Fächer steht, der ] gerade nicht das Jngenieurfach, ursprünglich und speziell, zu dem seinigen gemacht hatte. Wir halten es jedoch nicht für nöthig, Verdienste eines Mannes da. Hervorzuheben, wo sich solche in einem ausgebreiteten Wirkungskreise ausgedrückt, und Anerkennung gefunden haben, und dafür überall Zeugniste nachzuweisen sind. Wenn auch hier, wie in allen Stücken, sich verschiedene Ansichten geltend machen können, so werden gewiß alle die, welche den stechnischen Referenten des | Straßen- und Wasserbaues näher kennen, mit uns dahin übereinstimmen, daß er mit unermüdlichem Eifer dem Bestreben nachhing, das Wohl des Landes nach bester Ueberzeugung zu fordern, und daß, wenn er in dem speziellen Fache des Straßen- u. Wasterbaues so lange thätig sein konnte, ohne daß dieses Fach sein ursprüngliches Brodstudium war, ihm dies nur noch zum besonderen Verdienst angerechnet werden muß. Mit dem ; schon durch lange Jahre andauernden Wirken dieses Mannes steht das Verhältniß in keiner Berührung, daß sich die Anforderungen an das Jngenieurfach vorzugsweise in der neueren Zeit geltend machen, und dessen Aufgaben immer tiefer in die Lebensverhältnisse eingreifen, daher allerdings einer besonderen Würdigung verdienen. Ebenso wenig vertritt Referent die früheren Verwaltungsprinzipien ausschließlich, und daß er geneigt odr geeignet ist, den neueren Grundsätzen der Verwaltung sich anzuschließen, läßt sich bei dem stets erwiesenen aufrichtigen und rastlosen Bestreben für das Interesse des Landes keineswegs in Zweifel ziehen.
Mainz, 14. Dezember. Die Darmstädter Zeitung erzählt einen rührenden Zug der Anhänglichkeit von sieben „anerkannten Ehrenmännern aus dem Stande der Landwirthe" an den Großherzog von Hessen. Diese sieben Männer, zu Lützelwiebelsbach wohnhaft, das nach den Versicherungen der Darmstädter Zeitung im Wahlbezirk König liegen soll — und in di ein Punkte verdient die Darmstadter Zeitung allen Glauben — gaben in der Landtagswahl sammt und sonders ihre Stimmen dem „Großherzog Ludwig III." Und zwar war dieses, wie die Darinstädter Zeitung weiter versichert, kein unzeitiger Scherz, sondern jene anerkannten Ehrenmänner aus dem Stande der Landwirthe erklärten öffentlich, „der Großherzog sei ihnen ganz recht, und so lange der an der Regierung wäre, hielten sie einen Landtag ganz unnöthig." Wir haben es nun, woran wir so lange gezweifelt, offiziell bestätigt, daß es im Großherzogthum sieben Leute und zwar „anerkannte Ehrenmänner aus dem Stande der Landwirthe" gibt, welche einen Landtag für unnöthig halten. „Auch ein heachtenswerthes Zeichen der Zeit!" fügt die Darmstädter Zeitung dieser Erzählung hinzu, welche wiederum beweist, daß die Spuren der Märzrevolution in Lützelwiebelsbach vollkommen verwischt sind.
Frankfurt, 12. Dezember. Daß der drohenden Note des österreichischen Eabinets vom 29. November ein „vertrauliches" Schreiben des Fürsten Schwarzenberg zur Seite ging, bestätigt sich. Die erstere ist durch die vier königlichen Höfe veranlaßt, welche nun ihrerseits von Wien aufgefordert worden sind, sich in gleicher Weise zu erklären. Zn dem vertraulichen Schreiben bedauert das Wiener Cabinct, daß man genöthigt gewesen sei, eine so harte Sprache zu führen, und erklärt, daß man sich der Hoffnung hingebe, die freundschaftlichen Verhältniße zwischen beiden Höfen würden dadurch nicht gestört werden.
Frankfurt, 14. Dezember. Die feierliche Jnstal- lirung des neuen Interims soll, wie man hört, nächsten Donnerstag stattfinden. — Unterdessen ist auch die Beitrittserklärung zu dem Vertrage vom 30. September von Seiten Oldenburgs hier eingelaufen; überhaupt sollen keine Regierungen mit ihren Erklärungen mein' un Rückstände sein.
Gotha, 10. December. (§. I.) Die Wittwe des Reichstagsabgeordneten Adolf v. Trützschler welche seit Anfangs Oktober in dem zu unserem Herzogthumc gehörenden Städtchen Oehrdruff mit ihren Kindern wohnt, hat inzwischen das Ehrenbürgerrecht vom da- sigen Stadtvorstand erhalten, welcher den desfaUsigen Antrag des Justizkommissärs Dörtinger einstimmig zum Beschluß erhoben hatte. Die tiefgebeugte Frau sprach in einem Schreiben vom 26. November für diese zarte Aufmerksamkeit ihren Dank aus, mit dem Wunsche, daß es ihr und dereinst ihren Kindern vergönnt sein möchte, durch die That zu beweisen, wie sehr sie diese Auszeichnung ehren.
Braunschweig, 11. Dezember. Der hiesige (ziemlich komervative) Bürgerverein hat eine Gratulations-Adresse an Waldeck abgehen lassen und ihn um Annahme der Ehrenmitgliedschaft gebeten.
Stuttgart, 13. Dez. (Beob.) Die staatsrechtliche Commission war gestern den ganzen Abend versammelt. Das Ergebniß ihrer Arbeiten wurde während der Nacht gedruckt und in der Frühe den Mitglieder der Landesversammlung ausgetheilt. Es besteht aus einem von Neyscher versüßten Berichte und dem Entwurf einer Adresse an den König, worin nachgewiesen wird, daß die alte Verfassung theils durch die Grundrechte, die bei uns Landesgesetz sind, theils durch das Gesetz vom 1. Juli — in dessen 2. Art. es ausdrücklich heißt, die Bestimmungen der Verfassungsurkunde bleiben bloß so weit in Kraft, als sie nicht durch bas gegenwärtige Gesetz und die Grundrechte abgeändert seien — für immer aufgehoben ist, ferner, daß die gegenwärtige Landesversammlung bis zur Verabschiedung des neuen Vertrages die einzige Vertretung des Landes ist, und daß ein Ministerium, welches hiegegen zuhandelnunternehmen sollte, sich eines offenbaren Verfassungs- und Gesetzesbruchs schuldig machen würde. Der Abresseentwurf selbst führt näher aus, wie schon bei Berathung des Wahlgesetzes vom 1. Juli, als der ministerielle Entwurf die Bestimmung enthielt, während der Thätigkeit der verfas- sungsberathenden Versammlung solle die Regierung dringende Staatsgeschäfte nicht mit dieser, sondern mit dem von der vorigen Kammer gewählten ständischen Ausschüsse erledigen, die staatsrechtliche Kommission die eindringlichsten Vorstellungen hiegegen machte. Es ist etwas staatsrechtlich Undenkbares, sagt der damalige Kommissionsbericht, daß zwei Landesvertretungen neben einander bestehen, von welchen außerdem wesentliche Bestandtheile der einen auf Standesvorrechten beruhen, welche durch die Grundrechte bereits aufgehoben sind. Die damalige Komm'ssion setzte auch ihre Ansicht bei der Kammer durch, und es wurde bas Gesetz in seiner jetzigen, die alle Vertretung vollständig aufhebenden Fassung beschlossen, ohne, baß die anwesend gewesenen Minister der Justiz und des Innern Einwendungen dagegen gemacht hätten. Da somit kein Zweifel mehr bestehen kann, daß die Kammer der Standesherrn und überhaupt die alte Landesvertretung durch das Gesetz vom 1. Juli aufgehoben ist und jede den klaren Bestimmungen des Gesetzes zuwiderlaufcnde Handlung der Regierung ein Verfassungs- und Gesetzesbruch wäre, so wird am Schluffe des Adressen- entwurfs die Krone um eine Erklärung gebeten, „welche dem in seinen wichtigsten Rechten und Interessen gefährdeten Lande vollständige Beruhigung gewährt."
Stuttgart, 13. Dee. Das Ministerium hat dtirch Schlayer erklärt, baß es, wenn es mit dieser uno — im Fall ihrer Auflösung — noch mit einer zweiten nach dem Gesetz Vom l. Juli gewählten Versammlung nichts Definitives feststellen könne, „mit Ausscheidung der durch die Grundrechte abgeschafften Elemente die alte Kammer wieder ein berufen werde." — Der Justizminister gab jedoch später eine abgesonderte Erklärung, wonach es den Gegenstand mehr ins Ungewisse zu spielen suchte. (Beob.)
Aus Holstein, 11. Dez. (Const. Z.) Der Waf- fenstiNstand ist verlängert bis zum März, diese Nachricht geht uns auf außerordentlichem halb- offizilUen Wege zu.
Schleswig-Holstein. Am 2. d. sind 14 preußische, 1 lübeckischer und 1 nassauischer Offizier (von Gageru) definitiv in den Dienst Schleswig-Holsteins getreten.
In der „Times" finden wir ein höchst merkwürdiges Aktenstück, welches ein helles Licht auf Dänemarks Absichten dem unglücklichen Schleswig gegenüber wirft. Es ist dies ein Schreiben des Waffeuftillstands- regenten Kammerherrn v. Tilli sch an den dänischen Minister des Innern, in welchem die Lage der Lan- desverwaltung als völlig unhaltbar und verzweifelt geschildert und daraus die Nothwendigkeit gefolgert wird, die schleswig-holsteinische Armee aufzulösen und das schleswig'sche Obergericht abzusetzen. (W. Z.)
Berlin, 11. Dezember. (Köln. Ztg.) Die Stellung Sachsens in der deutschen Frage erregt hier in diplomatischen Kreisen die größte Aufmerksamkeit, da der Zwiespalt der sächsischen Regierung mit den Kam- mern und dem Volke über den Anschluß an Preußen in den nächsten Tagen zur Entscheidung gebracht werden muß. Man sieht einer Interpellation des Mini- sterinlns in den sächsischen Kammern über das Vor- rücken der Oesterreicher entgegen. Daß das sächsische Ministerium nur die Ansichten des Hofes vertritt, ist außer allem Zweifel. Der König von Sachsen ist ein entschiedner Gegner Preußens.
3m sächsischen Militär herrscht unter den Gemeinen, welche den dänischen Krieg und die Kämpfe in Dresden mitgemacht haben, die entschiedenste Nei- gung zu Preußen. Dagegen müssen wir, nach den uns zugegangenen Mittheilungen, das sächsische Offiziereorps als Oesterreich ergeben bezeichnen.
V' .^’ (Nat.-Z.) Wir sind wiederum glücklich in der Zeit angelangt, wo die souveräne Weisheit der Kabinette die Ge,chäfte macht, und wo der beschrankte Uuterthanenverstanv seine Befriedigung darin findet, die gehennnißvoaen Rathschlüffe und Maßnahmen jener mit Aufwand aller seiner Kraft zu ent- rathseln und auszuklügelu. Die österreichischen Truppen in Böhmen, welche sich laut Befehl des Ober- kommandoss marschfertig halten sollen, gegen den säch- silchen Geltungen zu allerlei Denkübungen Veranlassung. Die Einen sagen, jene Truppen seien bestimmt,
die „noch immer rührigen" Demokraten Sachsens im Zaume zu halten und einen etwaigen neuen Putsch derselben mederzukämpfen; Andere behaupten, diese Truppenaufstellung sei eine Demonstration gegen den Erfurter „Reichstag", ein Kommentar zu den österreichischen Drohnoten an die preußische Regierung. Was die erstere Konjektur anlangt, so ist sie offenbar falsch, denn Niemand kann friedlicher gesinnt sein, als die sächsische Demokratie, und Nichts ist unwahrscheinlicher, als ein Putsch, den die Reaktionspartei höchstens mit Hülfe einiger Miethlinge der Maierhebung versuchen könnte; — ^die Agitation der Conservativ-Liber- alen aber für die Dreikönigsverfassung, wie sie sich in dem „Dresdener Journal" und in den „Fliegenden Blättern aus Sachsen" kund giebt, ist so gefährlich nicht, daß die sächsische Regierung schwarz-gelbe Hülfe brauchte. Was dagegen die Demonstration gegen den Erfurter Reichstag betrifft; so wird es uns schwer anzunehmen, der Zwist zwischen Preußen und Oesterreich sei ein ernstlicher.
Keine von beiden Mächten kann ein Interesse an einem Kriege haben, der gar bald aus einem Dynast e n k r i e g ein Prin zipienkrieg werden würde. Wir glauben in der That nicht, daß'die österreichischen Truppen in Böhmen, die nach glaubwürdigen Corre- spondenzen in einem schlechten Zustande sich befinden sollen, zu etwas Ernstem bestimmt find. Wir meinen, sie garnisoniren dort als Repräsentanten jenes preußischösterreichischen Dualismus, der nun fortan Deutschland beherrschen soll und der seinen Ausdruck in dem sogenannten Interim gefunden hat. Nachdem Preußen im Mai Sachsens Schicksal korrigirt hat, streckt nun auch Oesterreich seine Hand über unser Land aus, freundlich flüsternd: Viribus unitis! —
Wien, 10. Dezember. Noch immer bildet das Verbot der „Presse" das Tagesgespräch, und man hort, wie solches zu ergehen pflegt, die mannigfachsten Gründe für das Verbot angeben. Weniger als dies Verbot beschäftigt und erschreckt uns eine ganze Reihe von standrechtlichen Urtheilen , welche die Wiener und Pesther Zeitungen mittheilen. Die in Pesth Verur- theilten waren alle Offiziere der übergetretenen Jnfan- teriebataillone Prinz Wasa, Kaiser Alexander und Prinz von Preußen. Sie wurden alle zum Tode ver- urthkilt, aber durch die „immer Heller hervorleuchtende Gnade" des FML. Haynau, wie der „Lloyd" sich ausdruckt, zu achtzehn Jahren Kettenstrafe verurtheilt. Der Hervorragendste unter ihnen war August Toth, früher Lieutenant im Prinz Preußen 24. Infanterieregiment, und Johann Mariassy von Bartussalva. Letzterer hatte in nicht weniger als 11 Schlachten mitgekämpft, und war vom Lieutenant zum Major, Ober- |ten und Divisionär avancirt. Ersterer hatte in Siebenbürgen mitgekämpft, bei Bistritz ein Armeekorps von 10,000 Mann kommandirt, dann an Moritz Per- czèl's Statt das Oberkommando der ungar. Südarmee übernommen, und den Banus bei O'Becse geschlagen. Unter den in Wien Verurtheilten waren gleichfalls drei Offiziere der Linie, welche in der Oktober-Revolution zum Volke übergetreten. Von ihnen würd der Oberlieutenaut Eduard Kuchenbäcker zum Strange ver- m theilt und nicht begnadigt; weil man aber seiner unglücklicher Weise nicht habhaft geworden, wurde er in effigie aufgehängt. Am selben Tage, wo die Ver- urtheilungen in der „Pesther Zeitung" gemeldet wurden, meldete diese auch einige Gnadenakte Haynau's: der berühmte ungarische Statistiker, Aleris Fenyes, der Sekretär von Kossuth, Franz Stuller und der bekannte Paul Nyâri wurden der Untersuchungshaft entlasten, jedoch sollte die Untersuchung gegen sie auf freiem Fuße fortgesetzt werdeu.
Ungarn.
In Ungarn treten die üblen Folgen der gänzlichen Nullifizirung der Kössuthnoten dadurch hervor, daß auch alles andere Papiergeld bei dem Bauer diskreditirt ist, und in vielen Gegenden Grundstücke auch nicht gegen Banknoten hintangegeben werden.
— Jm syrmischni Komitate herrscht die größte Anarchie. Die Bauern ruiniren die Wälder, schlagen Holz, wo sie cs finden, weiden die Felder und Wiesen der Grundherrn ab, machen mit einem Worte was sie wollen. Der Banal-Kommissär, sammt den Stuhlrichtern sind schwache Leute, die für ihr Leben zittern und es nicht wagen, energisch aufzutretcn. Das noch immer bestehende serbische Konnte hat die Weisung an die Komitatsbehörden erlassen, von gar Niemand Anderem Befehle, auch selbst von Wien nicht, anzunehmen, als blos vom genannten Comite selbst.
— In Csalma weigerte man den k. k. Soldaten (Dragonern) die Vorspann; als diese mit Gewalt re- quirirt wurde, schossen die Einwohner auf's Militär, welches blutige Revanche nahm. In Ruma wollte man eine Eskadron gar nicht aufnehmen; die Leute mußten absitzen und die Häuser förmlich stürmen Thore und Stallungen erbrechen, um sich zu bequartiren.
Türkei.
In englischen Blättern finden wir Nachrichten aus Alexandrien, die bis zum 25. November reichen. Der Vice-König Abbas Pascha hält sich in diesem Augenblick in Cairo auf. Er verwendet sehr bedeutende Summen auf die Errichtung neuer Gebäude, und handhabt auf der andern Seite die größte Oeko- nomie in der öffentlichen Verwaltung. Die Kavallerieschule zu Ghizeh, die durch den französischen Oberst