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oerdeil können: so fordern wir im Gegentheil die bei­den Mehrgenannten recht dringend auf, den Staats­dienst der für sie ein Dienst für's Volk ist n i ch t u verlassen!

V Boni Schcueruberq. (Wie ist Idstein's stuf. zu retten?) Wir haben vielfach von den maß- osen Vervächtigungen der Stadt Idstein gelesen, wir laben die Schilderungen der 9t aff. Allgem. betrachtet, . vonach man wirklich glauben sollte, in Idstein habe : ich eine Colonie der Banditen aus Rom lind Vene- ng niedergelassen. Da es uns schmerzt, daß ein Nas- auisches Städtchen eine solche Schande der europäischen ; Zivilisation sein soll, so erlauben wir uns, den guten bürgern von Idstein öffentlich einen Rath zu erthei- en, wie sie des gräßlichen Rufes los werden. Idstein >at ein sogenanntes gemischtes Schullehrcrseminar; das st sein Verbrechen. Trennung des Seminars, ms ist der heilige Zweck, der zu erreichen jedes Mit- el gut ist.

Seit dem Bestehen des Seminars hat'man alle Mittel, die Zeit und Umstände geboten, versucht, oft )as Siegesgeschrei über das Gelingen erhoben, und mmer vergebens. Denn die Regierung war nicht ge­rillt, sich unter den Befehl der geistlichen Gewalt zu "tollen, sie wollte Herr im Lande bleiben. Und wenn zewisse Herrn auch von der anfänglichen Bahn zur Aufklärung des Volkes mehr und mehr abwichen, so rollten sie doch keine religiöse Befeindung der Unter­thanen unter einander und keine geistliche Obergewalt rufkommen lassen? Seit dein 4. März 1848 hat die altramontane Partei den Operationsplan geändert, das Ziel aber fest im Auge behalten. Man hat den Groll zegen die Regierung in den innersten Winkel des Herzens gedrückt, um ihn auf bessere Zeiten zu ersparen, man schweigt sogar von der Herausgabe der geistlichen Gü­ter, man wurde Bundesgenosse gegen den gemeinschaft­lichen Feind, die Demokratie, und verlangt blos die Erziehung, diese schwere Arbeit. Aber wenn das Volk wieder in die mittelalterlichen Fesseln gebracht ist, dann hofft man mittelst des Volkes schon die Re­gierung bemeistern zu können. Es müssen deßhalb vor Allem ultramontane VolksschuUehrer als Janit- scharen des geistlichen Thrones gebildet werden. Ein altes Büchlein, das sich Erdbeschreibung nennt, ohne Druckort und blos mit der Bezeichnung: gedruckt in diesem Jahre, findet sich hin und wieder im Volke, in welchem gelehrt wird:In Asien regiert der Prie­ster Johann über 72 Königreiche. Dort gibt es ein Land, dff haben die Menschen nur ein Auge und zwar auf der Nase, in welches man sich leicht stoßen und blind werden kann."

Eine solche Geographie soll in Deutschland wirk­lich werden. Also Trennung des Seminars, dann kommen beide unter die Herrschaft der Geistlichkeit. Und da nicht weniger geistliche Hirten und Oberhir­ten der Protestanten einsehen, daß der römische Schaf­stall weit mehr Sicherheit gegen den WolfVernunft" bietet, als der protestantische Pferch, so sind diese Stiefbrüder in Christo" gar nicht ungeueigt, wieder in den Schoos der Mutterkirche sammt der Heerde zurückzukehre», rechte Brüder zu werden. Früher hieß es:die katholischen Jünglinge werden durch den Um-, gang mit Protestanten verdorben." Jetzt gibt es aber auch gute Protestanten, jetzt werden die Jünglinge durch die demokratischen Sitten des neuen Sodom , Idstein , verdorben. Von Idstein muß das Seminar, und bei der Gelegenheit wirds getrennt. Idsteins Bürger müssen deßhalb um Trennung des Seminars und blos um Erhaltung des protestantischen Theils petitioniren. Dann wird die Stadt den größten Theil der Verdächtigungen lös' und erhält zugleich ge­wichtige Vertheidiger gegen anderweitige Verdächtigung.

Frankfurt, 4. Dezember.' In derN. D. Ztg." ftntcn wir folgenden von der Redaktion unterzeichne­ten Artikel:Wir haben dasFrankf. Journal" auf­gefordert, sich rund und nett zu erklären, ob es die ihm von derD. Nef." angesonnene BundeSgenossen- schaft Manteuffel'S anerkenne oder nicht. Wir wußten, daß wir dem bravenJournal" dadurch eine unange­nehme Stunde bereiteten. Es ist so fatal, sich entschie­den anssprechen zu müssen. Wir erwarteten, daß es versuchen würde, sich mit einer Phrase aus der Affaire zu ziehen, um eine bestimmte Erklärung zu ver­meiden. Und so ist cs gekommen.

DasFrankf. I.", welches die thörichte Redens­art derD. Nef." von seinerübergroßen Furcht vor einer Reaktion in Preußen" stolz mit großen Lettern nachdruckt, erklärt wie der Graf Schwerin:Wen das Ministerium Manteuffel zu seinen Freunden zählen will, das ist seine Sache." Es ist nun schlimm, sich auf den Grafen Schwerin zu berufen , der sich mit Ver- läugnung aller männlichen Selbstständigkeit, ja Selbst­achtung für einen ministeriellen Kandidaten quand meine erklärte. Es ist aber noch übler, daß die Re­daktion bei dem BegriffeBundesgenossenschaft" so­gleich an den BegriffBezahlung" teuft. Wir haben sie aufgefordert zu erklären, ob sie die Politik Man­teuffels billige und-unterstütze; und sie antwortet, sie siehe weder im Solde Manteuffels, noch irgend einer Partei. Wer hat das behauptet? Wir glauben es demJournal" auf sein Wort, daß ihm Niemand etwas für seine Unterstützung zahlt; 'es wäre eine zu schreckliche Verschwendung; aber eine Antwort auf un­sere Frage ist das nicht. Freilich versieht das Jour­nal die Forderung einer runden und netten Erklärung

mit Anführungszeichen; so fremd ist ihm tiefer Begriff.

Am Schlüsse erhebt es sich zu einer höchst tapferen Phrase.Wir dienen der Freiheit, der Wahrheit und dem Rechte, wo sie sich finden, und o es halb folgen wir keiner einseitigen oder ausschließlichen Richtung. So fordert es unsere Ehre, die uns über Alles geht, i und auch das Wohl unsers leider so zersplitterten ; Vaterlandes."

Du lieber Himmel! Wir wollen wahrhaftig dem Journal" das Kränzlein seiner Ehre nicht rauben; aber wir sehen doch in aller Welt nicht ein, warum die Freiheit, die Wahrheit und das Recht, dem es dient, die Ehre, die ihm über Alles geht, und auch das Wohl des zersplitterten Vaterlandes ihm verbie­ten, zu erkären, ob es die Politik Manteuffels billigt oder nicht. Und weiter haben wir Nichts von ihm verlangt. Es wird ja, wenn es sie billigt, eine hübsche Gesellschaft von Edlen, Weisen, Sinnigen, Be­rühmten, Hofräthen und Professoren finden.

Wir wollen dem ehrlichen Journal aber sagen, warum es tiefe Erklärung scheut. In schlichtes deutsch übersetzt lauten seine Phrasen etwa so:

Wir möchten es gern allen Leuten Recht machen. Es ist uns ganz angenehm, wenn Manteuffel uns als seinen Bundesgenossen ansieht. Man kann Nichtwissen und Vorsicht ist zu allen Dingen nütze. Wir möchten nur um Alles nicht, daß unsere süddeutschen Leser, bei denen wir fürim Grunde liberal" gelten müssen, das merkten; das würde sie ärgern und uns schaden. Deshalb geben wir keine Erklärung."

Uebrigens bitten wir tie ehrenwerthe Redaktion sehr um Verzeihung, daß wir ihr die Mühe gemacht haben, einen so langen Artikel zu schreiben.

Mehrungen, 28. November. (Nat.-Ztg.) Am 27., dem Jahrestage der Verlegung unserer Berliner Nationalversammlung nach Brandenburg, sitzt unser vorjähriger Abgeordneter Dr. med. Böck vor den zum erstenmal am hiesigen Orte versammelten Geschworenen aus d er An kl a g e ba u k, angeklagt der strafbaren Aufreizung gegen die Anordnungen der Re­gierung und der Erregung von Mißvergnügen. Sein Verbrechen besteht darin, die Rechtfertigung der 9ta* tional-Versammlung über ihr Verhalten dem Ministe­rium Brandenburg gegenüber mit einer gemessenen Ansprache unter feine Urwähler verbreitet zu haben.

Auf die beiden Fragen des Gerichtshofes:

1) Ist der Angeklagte Dr Carl B ö d schuldig in dem von ihm erlassenen Aufruf vom 16. Nov. 1848 erdichtete und entstellte Thatsachen öffent­lich behauptet und verbreitet zu hüben, welche in der Voraussetzung ihrer Wahrheit die Einrich­tungen des Staates oder die Anordnungen der Obrigkeit dem Hasse oder der Verachtung aus- setzen ?

2) Ist der Angeklagte schuldig durch den von ihm erlassenen Aufruf vom 16. November 1848 zum Ungehorsam gegen die Gesetze oder Verordnun­gen, oder gegen die Anordnungen der zuständigen | Obrigkeit öffentlich aufgefordert oder ängereizt zu ! haben ?

beschließen die Geschwornen mit Stimmeneinhelligkeit das N i ch t s ch uldig.

Münster, 1. Dezember. Gestern wurden hier der Oekonom v. Gehmen und der vormalige Redakteur derWestfälischen VolkShalle", beide der MajeftatS- Beleidigung angeklagt, von den Geschwornen freige- sprochen. (K.Z.)

Köln, 4. Dez. (Wstd. Z.) sDie enttäuschte Hoffnung der Krautjunker.) Also Waldeck

I freigesprochen! die Kreuzspinnengewebe zerrissen vor dem allmächtigen Hauche der Wahrheit und in dem I elenden Netze, das die Lüge und Bosheit, die schlei- I feilte Tücke und Niedertracht wob, ist Nichts zuruck- ' geblieben als der moralische Leichnam eines Goedsche ' und seiner Unterkreaturen. Ho die mihi cras tibi ! j können .wir nun den Krautjunkern und Kreuzrittern und der ganzen theetrinkenden Sippschaft zurufen. Ihr habt ihn mit dem Schirlingösaft Eures Patriotismus umbringen wollen; aber der große Attentäter hat Euch den Giftbecher ins Gesicht gegossen. Eure Orden konn­ten ihn nicht ehren, und Eure Anklage ihn nicht brand­marken. Die große Jakobsleiter, auf welcher Ihr den pr/ußischeu Himmel ersteigen wolltet, jene Leiter, in welcher Ohm, Goedsche, Hinkeldey, Man­teuffel die aufeinanderfolgenden Sprossen waren, jene Jakobsleiter zerbrach. Drei aufeinanderfolgenden Spros­sen, Ohm, Goedsche, Hinkeldey, zertrümmerten. Wal­deck freigesprochen! Wie konnte es anders sein? Selbst Manteuffllauer schüttelten bedenklich die Häupter, als sich vor ihren Augen die unnennbare Anklage entwickelte, als die Aussagen der Belastungszeugen Licht über je­nes sittenlose Mährchen verbreiteten, daS der christ­lich-germanischen Zeit angehört und daS bestimmt war, die Bureaukratie in einer beispiellosen Weise zu ent­hüllen, und den neuen Ideen einen Sieg zu verlas­sen, dessen Wirkungen nicht zu ermessen sind. O ihr Jammermenschen, die Ihr keine Ahnung davon hat­tet, waS ein Schwurgericht sei; Ihr, deren oberstes Gesetz der Befehl der vorgesetzten Behörde ist, wie Hinkeldey erklärte; wie konntet Ihr hoffen, daß in öf­fentlichem Gerichte daS Zeugniß solcher Menschen zu Euren Gunsten sprechen würde!

Ohms Verhaftsbefehl wurde, am 14. Mai zur so­fortigen Ausführung ausgestellt, und doch kam erst am 16. dazu. Der Tag, der zwischen dem 14. und

^6. Mai lag, war jener Tag, an welchem die ordent­lichen Gerichte für Berlin aufgehoben und ein Kriegs­gericht eingesetzt wurde. Statt Waldeck am 11. Mai zu verhaften,- verhaftete man ihn am 16. Nachmittags, um ihn vor das inmittelst gebildete Ausnahmegericht zu stellen, wie wenigstens die Kreuzzeitung einige Tage darauf verlangte. Ohm wurde Straflosigkeit zuge­sichert! und Ihr konntet glauben, daß ein so schmach­volles Zugeständnis) bei einem Schwurgerichtshof taubo Ohren finden würde!

Was wird nun diese Spinne thun, welche den Bür­ge, n zugemuthet,Ja" zu diesen Bubenstücken zu sa­gen ? Sie wird die unglücklichen Werkzeuge, durch welche die Schandstreiche ans Licht getreten, fallen lassen. Ohm, Gödsche und vielleicht auch Hinkeldey erhalten Fußtritte. Die Meister aber, welche diese Fußtritte ertheilen, werden fortfahren zu konspiriren und zu intriguiren, um die Schlappe, die sie erlitten, auszuwetzen. So lange die Urheber dieser Verschwö­rung nicht fallen, ist der Sieg in diesem Walveckschen Prozesse nur ein ganz kleiner augenblicklicher Vortheil, ter , wenn er nicht sofort benutzt wird, morgen schon wieder verloren ist. Er wird verloren gehen. Die Kammern werden nach wie vor Hrn. Manteuffel für seine Enthüllungen und für die durch diese Eutpüttun- gen gerechtfertigten Rechtsbrüche und Gewaltmaßregeln danken, und das Volk wird eS sich nach wie vor ge­fallen lassen, wenn diese Kammern erklären, Menschen wie Manteuffel hätten sich um das Vaterland wohl ver­dank gemacht. Gutgesinnte Zeitungen werden, nach- tem sie heute und vielleicht auch morgen eine kleine Pause gemacht, fortfahren dieaufrichtige und patri­otische" Regierung zu preisen und der deutsche Phili­ster wird nach wie vor den Orakelsprächen des Hrn. Du-Mont lauschen, und die Wühler welche die "Ruhe und Ordnung" untergraben, verwünschen.

Ein Tag und Alles ist wieder im alten Gleise!

Die Waldecksche Freisprechung kommt nur uns zu Gut, die wir die Danaidenarbeit übernommen haben, dem Volke zu sagen, was ihm Noth thue. Uns er­quickt und erfrischt die Freisprechung wie ein Trunk edlen Weines. Der große Philisterhaufen hat kein Recht, in unsern Jubel einzustimmen. Ihm ist der Prozeß nur ein amüsantes Schauspiel, in welcher die Reaktion die Rolle des Franz Moor gespielt hat. Der Philister klatscht Beifall, weil cs so Sitte im Comö- dicnhause ist.

In Prag machte, wie dasCoästitutionelle Blatt" meldet, die Verhaftung Trojan's großes Aufsehen- Trojan war nämlich neben Brauner und Rieger einer der hervorragendsten Führer der ultra-czechischen Par­tei, und zeichnete sich im Reichstage zu Wien und feinster durch eine förmliche Wuth gegen Alles, was deutsch und inagyarizch war, aus. Seine Verhaftung ist nicht aus politiichen Ursachen erfolgt, sondern we­gen gemeinen Betruges. Der Schlag, welcher die czechl^che Partei dadurch betroffen, ist nur noch größer und verderblicher. Der größte Theil der czechischen Führer war wegen Geldunterschlagungen bei Gelegen­heit mehrerer Deputationen nach Wien schon längere Zeit moralisch vernichtet; Rieger, der genialste und tüchtigste und auch wohl der Ehrlichste unter ihnen, kann wegen drohender Anklage auf Hochverrat) nicht von Paris zurückkehren; Faster, der bekannte Bier­wirth, ist langst in sein Nichts zurückgesnnken; Brau­ner, der sich allen Parteien hingegeben und angebo­ten, und schon früher wegen seiner Antecedenzien we- ber Achtung noch Vertrauen genoß, ist seit seiner ver­unglückten Spekulation auf die ElvilkommissärsteUe für die Slovakei politisch vernichtet; und so wäre denn dieser Partei, welche unstreitig durch ihre nationale Reaktion den Fall Wiens und das Unglück Ungarns heransdeschworen, der Kopf abgeschlagen. Dagegen gestärkt die deutsche Partei in Prag von Tag Tag mehr, und die schöne Stadt, die Mutter der deut­schen tlniversitaten, Darf es endlich wieder wagen, deutsch zu sprechen und Deutsch zu sein. Die gemäßigt-czechische nationale Partei, an deren Spitze Dr. Smetana und Ankas stehen, hat nach Untergang fast aller czechischen Journale ihre Kräfte zusammengcrafft, und ein neues Journaldie Union" gegründet, welches die Gesammt- Interessen der österreichischen Slaven vertreten soll. Merkwürdigerweise ist auch dieses Blatt, wie die eine ähnliche Tendenz vertretendeAgramer südsla- vische Zeitung" in deutscher Sprache geschrieben; denn die Erfahrung hat es endlich gelehrt, daß die Leute, welche in Böhmen und Agram Zei­tungen halten und lesen, Viel besser deutsch als sla­visch verstehen. Der beste Beweis dafür, wie schwach die czechische Nationalität in Böhmen politisch und intellektuell ist, wird dadurch geliefert, daß selbst in der schönsten Bläthenzeit des Ultraczechenthums, un­gefähr zwolfmal fo viel deutsche Blatter, als czechische in Böhmen gelesen wurden. Ganz ähnlich ist es auch in Kroatien, obgleich dort die deutsche Bevölkerung ge­ring ist: wer gebildet ist und lesen kann, spricht und lieft auch dort deutsch.

Nepubltk Frankrerch.

Paris, 2. Dez. (Mz. Ztg.) Der Moniteur ent­halt eine telegraphische Depesche aus Algier, wonach General Herbillon die Beduinen geschlagen und ihnen 3000 Kamerle sowie 1500 Schafe genommen hat.

Der Constitutionnel wünscht, daß ein Deputirter die Abänderung des Wahlgesetzes in seiner Bestimmung über die Ernennung der Deputirten zu Gesandten vor?