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Commission durchaus bestehen müsse, weil er darin eine Garantie sehe, ob Preußen es ernstlich mit der neuen Vereinbarung meine.

Eine zweite Forderung, welche das österreichische Kablnet, bezüglich des Interims, stellt, bestand darin, daß Fürst Schwarzenberg verlangt, es solle die Ceu- tralgewalt an die Intcrimsgewalt in feierlichem Akte übertragen werden. Dies wurde aus doppeltem Grunde verlangt, einmal ans Rücksichten auf den frühern und jetzigen Inhaber der Centralgewalt als kaiserlichen Prin­zen, eine Rücksicht, welche umsomehr zu nehmen sei, weil derselbe nach dem letzten Benehmen des preußi­schen Ministeriums gleichsam für einen Usurpator der deutschen Centralgewalt erklärt sei; und dann ans einigen praktischen Gründen , bezüglich der Okkupation Badens und einiger Reichsfestungen. Das preußische Ministerium hat auch diese Forderung bisher abgelehnt, weil darin eine Anerkennung der Eentralgewalt liege, deren Nichtanerkennung es doch thatsächlich ausgespro­chen habe.

So ist das Interim, wie so vieles Andere, abermals in Suspenso.

Was den von Berliner Blättern gemeldeten förm­lichen Protest unseres Kabinettes gegen den erfurter Sonderbund betrifft, so kann ich Ihnen aus vollkom­men verläßlicher Quelle die Mittheilung machen, daß schon vor etwa drei Wochen von unserem Ministerium eine weitläufig motivirte Denkschrift an das preußische Ministerium abgesandt wurde, worin der Fürst Schwar­zenberg sich einerseits auf die Verträge von 1815, und andererseits, jedoch mit viel größerem Nachdruck, auf die Solidarität der deutschen Negierungen gegen die deutsche Revolution beruft und Preußen die Gefahren auseinander setzt, welche aus der Berufung eines deut­schen Parlamentes nach Erfurt erwachsen würden. Er (Fürst Schwarzenberg) sähe in dem erfurter Parlament nur eine Fortsetzung der frankfurter Nationalversamm­lung, und somit eine Fortsetzung der deutschen Revo­lution. Das österreichische Kabinett müsse gegen jeden Versuch einer solchen Pactirung mit der deutschen Re­volution aus Rücksicht der Solidarität der Interessen ernstlich protestiren, und hoffe, daß das preußische Mi­nisterium dieser entschiedenen Ansicht des österreichischen Ministeriums die nöthige Berücksichtigung schenken werde.

Diese Note, welche von Anfang bis zu Ende in sehr entschiedener Sprache gehalten war, ist wahrschein­lich dieselbe, die jetzt von berliner Korrespondenten mit obligater Verstärkung in alle Welt hinaus befördert worden ist. (N.-Z )

Ungarn.

, Pesth. Der Temeswarer Bischof, Pantaleon Zsivkovics, ein Serbe, hat seit der Bezwingung der magyarischen Insurrektion über 70 romanische Pfarrer ihres Amtes entsetzt und sic nach Temeswar in Haft bringen lasten, unter dem Vorwand, sie hatten die Proklamationen des magyarischen Ministeriums kund- gemacht.

Slovakei. Die häufige Anwendung der Prügel­strafe in der Slovakei veranlaßt die Journale zu bit- | leren Beschwerden. Eine Deputation von mehreren ' slavischen Komitaten war nach Wien gegangen, um die I Abschaffung der Prügelstrafe zu erbitten. Die Depu- satten ist zurückgekehrt und die Prügelstrafe ist dieselbe 1 geblieben.

Siebenbürgen. Aus Klausenburg sind zwei De- ; putationen nach Wien abgegangen, von denen eine, ; aus zwei Aerzten und einem Bürger bestehend, beim , Kaiser um Erleichterung der der Stadt Klausenburg auferlegten Lasten bitten will. Die andere Deputation, aus dem griechisch-nichtunirten Bischof Schaguna und dem Romanenführer Jan kn bestehend, will die Umgestaltung Siebenbürgens in ein daco-romanisches 1 Reich erbitten. |

Die Wirkungen des Nationalhasses zwischen Szcklern und Walachen in Siebenbürgen äußern sich

auf sehr traurige Weise. Von beiden Seiten werden unzählige Missethaten an Personen sowohl, wie an Eigenthum ausgeübt.

Großbritannien.

London, 28. Novbr. Wir entnehmen aus der New-Uork Tribune", daß in allen, besonders den nördlichen Theilen der Vereinigten Staaten die größte Sympathie für einen friedlichen Anschluß Eanada's herrscht; die ganze Presse ist einstimmig dafür; Ver­sammlungen werden überall zu diesem Zwecke gehal­ten , und geeignete Mittel verschiedener Art sind in Wirksamkeit. Somit fällt der Einwurf derun­endlichen Verschiedenheit in Anschauungen und Sitten" weg, den vor nicht langer Zeit dieTimes" als größ­tes Hinderniß des Answlusses aufstellte.

Eine bedeutende Quelle der Staats-Einnahmen bil­den die hohen Abgaben auf die Betreibung des Wirths- hausgeschäftes und des Bierverkaufs; aber trotz der enormen Abgaben und des vcrhältnißmäßig sehr ho­hen Preises spirituöser Getränke, nehmen solche Häu­ser in bedenklicher Weise zu. wo hat das Städtchen Appleby bei einer Bevölkerung von 800 Seelen nicht weniger als 24 Wirthshäusern, d. h. eins auf 33 Einwohner! Gewiß ein abnormes Verhältniß. Ob nicht die Erziehungslosigkeit zum guten Theil mit da­ran Schuld ist?

Die Herbstnebel haben hier begonnen; am 24. wa­ren dieselben so stark, daß an verschiedenen Stellen der Stadt trotz der größten Vorsicht Omnibuse an einander geriethen und mehrere Personen bedeutend beschädigt wurden. Auch aus den Themse-Booten find ähnliche Unfälle vorgekommen.

Gestern lief dieMinerva" vom Cap der guten Hoffnung in Portsmuth ein; sie bringt Nachrichten bis zum 28. September. Die Stimmung der Bewoh­ner ist anfgereizt, drohend; der Statthalter der Kolo­nie drückte in einer Ansprache an die Kolonisten seine tiefe Sympathie mit ihrem Verfahren aus, wollte aber dem Verlangen derselben, auf seine Verantwortlichkeit das Verbrecher-Schiff nach den Ascensions-Inseln zu senden, ohne Auftrag seiner Negierung nicht Nachkom­men. Die Kolonisten haben demzufolge dem britischen Militär, den Schiffen und allen Gouvernementshäu- sern die Lieferung von Lebensmitteln und Bedürfnis­sen irgend welcher Art verweigert, so daß z. B. selbst der Statthalter gezwungen ist, in seinem eignen Hause Brod backen zu lassen. Unter diesen Umständen er­warten denn die britischen Beamten mit großer Unge­duld die Abberufungs-Ordre desNcptune" mit den ddportirten Verbrechen.

Amerika

(Wieder neue Staaten in Nordamerika.) Wir haben neulich, als wir der beispiellosen innern Entwickelung der Vereinigten Staaten erwähnten, dar­auf aufmerksam gemacht, daß sich außer Californien, Neumcrico und Oregon, zwei neue Staaten bildeten, Minnesota und Nebraska.

Minnesota liegt westlich von Wisconsin, vom 44. bis 48. Grade der Breite; es ist das Land, welches einst den Tschippewah-Jndianern gehörte. Im Nord- osten grenzt es an teil Obern-See; in seinem nördli­chen Theile liegen die Seen, aus welchen der Mfifi- sippi hervor strömt; es ist also Minnesota der Quellen- staat deö Vaters der Gewässer. Einen Theil der Westgrenze bildet der nördliche Wet River, im Süden liegt Iowa. Das Land eignet sich trefflich für Acker­bau und Viehzucht und ist reich an Holz, namentlich an solchem für den Schiffbau.

Nebraska erstreckt sich im Westen der Staaten Iowa und Missouri. Die Nordgrenze wird vom rechten Ufer des Miffonnflusses gebildet, mitten hindurch strömt der Nebraska oder Platte-Fluß, die Sübgrenze bildet der Kanzas. Durch den südlichen Theil des Staates führt die große Karawaucustraße von Independence

in Missouri nach Oregon. Die Bcvökerung! rasch.

^ctt etwa zehn Jahren machte in den Vere Staaten die Seele der Mormonen großes Art Man warf ihr vor, daß sie das Eigenthum Mitbürger nicht achte, lind aller Sittlichkeit spreche. Die Mormonen hatten Anfangs im ( Missouri eine Niederlassung gegründet, geriethe ihren Nachbarn in Streit mit' wurden von der ausgeräuchert" d. h. mit Waffengewalt vert Sie zogen dann in den Staat Illinois, und . bei Nauvoo am Misfisippi einen prächtigen T. Auch hierräucherte" man sie ans. Gehetzt mi folgt, in den Vereinigten Staaten ihres Lebens mehr sicher, beschlossen sie, wie weiland die j Israel, in die Wüste zu ziehen und ein neue naan zu suchen. Und so brachen vielleicht zehnta wenn nicht gar fünfzehn bis zwanzigtausend , vor sisippi auf, um fern im Westen, am stillen Welt, in Californien, eine Heimath zu finden, wo sie: in ihrer Weise ungestört würden verehren Damals dachte man tu den Vereinigen Staaten nicht an die Eroberung Californiens.

Die Mormonen durchpilgerten muthig die Wüste auf dem Karawanenwege, drangen; umschn von feindlichen Indianern, über die mächtig Felsengebirge, und schickten sich an, eine neue ta. Meilen breite, wüste Einöde zu durchwandern, all i untern des großen Salzsees ein schönes, frucht. Land mit mildem Clima entdeckten. Das soll Kanaan sein! riefen sie, und fällten Bäume, und eten Hütten, und brachen den Acker um. Die wußte nichts von ihnen. Als dann aber der Znai Auswanderung sich nach Oregon hinlenkte, uni den Zügen viele Männer und Thiere verschmacht da brachten die Mormonen Fleisch und Mehl uns teilten Hülfe an die Karawanenstraße. In wen Jahren war von den einst so bitter Verfolgten blühendes Gemeinwesen in einer vor wenigen Je kaum den Trappern bekannten Einöde gegründet wo

Dort um den großen Salzsee hat man um neuen Staat Deskret gebildet. So rasch, so i meist vor der Welt, unter so seltsamen Umstände kaum ein anderer Staat ins Leben getreten. Deseret bedeutet, wie die Mormonen sagen: Hi. biene. Im Mai 1849 haben diese Ansiedler schen der Sierra Nevada und den Rocky Mount ihre Abgeordneten nach der Stadt am Salzsee gesc, Am 5. Mai ernannte die Convention einen Zeh ausschuß, der eine Verfassnng entwarf; am 8. wurde der Cntwurf vorgelegt, drei Tage lang örtert, und am 10. Mai war die Verfassung c nominell.

Der Staat der Honigbiene istconstituirt."l, werden in Washington Abgeordnete des jenseit! Felsengebirge 2500 Meilen entfernt vom Sitz der Ur gebildeten Staats erscheinen, mit ter Welt das g artige Schauspiel geben, was unter der Göttlia des Regierens eigentlich gemeint sei."

Die Grenzen des Staats Deseret sind, im Sri die Norvgrenze Mexicos, im Westen bis etwa 33° nördlicher Breite der stille Ocean, dann aber Sierra Nevada; im Worten die das innere Be des Colorado begrenzende Bergkette bis zu den 2 triver Gebirgen, im Osten die das Becken des grande westlich begrenzende Sierra Madre bis mexikanischen Nordgrenze hinab (108° östlicher Län Dort können 20 Millionen Menschen wohnen.

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Wiesbaden, den 30. November 1849.

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