tu ben nördlichen Gränzbezirkcn der Karpathen und vor Allein im südlichen Ungarn, in den Gespan, chaf- schaften Temesvac und Arad bis zum Platten-Tee. Strecken von mehreren Quadratmeilen seien Wufle- neien und ansgestorbcn; und wenn es möglich wäre, eine Volkszählung vorzunehmen, man würde staunen über das gewaltige Deficit. Wenn es nicht gelingt, ansehnliche Einwanderungen herbeiznschaflcn, und zwar Einwanderungen mit genügenden Geldmitteln, |o wird die Bevölkerung mit jedem Iahre^noch weiter^ abnehmen Elend lind Krankheiten raffen sie massenweise dahin. Jede Woche führen die Dampfschiffe auf der Donau große Ladungen Getreide, theils aus Mähren und Oberösterreich, theils von unten herauf aus der Walachei und Moldau nach Ungarn Selbst die Kornkammer Oesterreichs, das Banat, hat in diesem Jahre keine Erndten gehabt. Wie bei solcher Sachlage die Regierung ein'Steuer-System in Ungarn einführen will, dessen Ertrag sie auf 60 Millionen berechnet, würde wahrlich eines der größten finanziellen Kunststücke sein. Was nur irgend Geld und GeldeSwerth war, ist den Leuten weggenommeu; die Kossuthnoten sind bei Todesstrafe verpönt und werden, wo man sie findet, verbrannt. Nun hatte Kossuth 80 Millionen Noten ausgegeben, wofür aber, wohl verstanden, 30 Mill. Silber' in den Kellern der ungarischen Bank zu Pesth gesichert wären. Doch immer ein richtigeres Verhältniß, als bei der österreichischen Nationalbank, welche 238 Mill. Papier zirkuliren läßt und dafür nur 42 Mill. Silber deponirt hat. Jene 30 Mill, der ungarischen Bank fielen im Januar d. J. Windisch- grätz in die Hände, welcher sie konfiszirte und nach Wien schleppte. Diese 30 Mill, waren theils ungarisches Staats-, theils Privat-Eigenthum, und hatten, da die Bank eine bereits vor dem März genehmigte Anstalt war, mit der revolutionären Regieru ig nichts gemein. In diesem Vertrauen hatte dieselbe auch die Bank in Pesth zurückgelassen. Es ist nicht nöthig, die Gewaltthat Windischgräy's zu qualisiziren, wir brauchen uns nur an dem dcrmaligen Thatbestände zu halten. Die ungarische Revolution ist besiegt, und wenn die österreichische Regierung die Konfiskation der Bank als ein Mittel dazu ersah, so mag es durch den Erfolg gerechtfertigt sein. Allein ebenso verlangt die allergewöhnlichste Gerechtigkeit, daß jetzt dein Lande sein Eigenthum zurückgegeben und um jo mehr die Bank wieder hergestellt werde, als davon das gan^e Kredit- und Geldwesen abhäugt und ohne dies ein allgemeiner Bankcrot eintreten muß, wobei, außer dem Privatverkehr, der Staat selbst die größten Nachtheile erleiden würde. Dagegen, daß die Negierung die Kos- suth-Noten annullirt, ist nichts zu sagen, wohl, daß sie dafür keine Entschädigung leistet, nicht einmal so weit, als zu dem Betrage der 3ü Mill. Ich wiederhole meine feste Ueberzeugung, daß ohne diesen nächsten Akt der Gerechtigkeit oder, wenn man es lieber hört, Klugheit jede Reorganisation Ungarns positiv unmöglich ist. Hier gilt das alte Wort: Wo nichts ist, dâ hat der Kaiser sein Recht verloren.
Pesth, 21. November. Man behauptet allgemein, daß sich Kossuth's Gattin noch immer in Ungarn in einem sicheren Versteck aufhalte. Auch will man mit Bestimmtheit wissen, daß der ehemalige Staatssekretär Franz Pulzsky in London Vorlesungen über Kunst und Alterthum halte. Er ist ein Neffe und Zögling des berühmten Alterthümlers Fejervary. Pulzsky's Frau soll die Absicht hegen, in der Themsestadt ein weibliches Pensionat zu gründen. Sie ist eine sehr gebildete Dame. — Kossuth's Mutter be
fand sich längere Zeit in Ofen unter polizeilicher Aufsicht. (C. Dl. a. B.)
Kroatien. Mit der in Agram neu errichteten Lehrkanzel der slovenischen, czechischen und russischen Sprache erklärt sich die „Agramer Zeitung" in ihrer neuesten Nummer nicht einverstanden.
— Die sudslavische Zeitung erhebt gewaltige Einsprache gegen ein allgemeines österreichisches Handels- und Wechselrecht.
^ o l c ii.
Krakau. — Das Krakauer Blatt „Czas" macht in einer seiner letzten Nummern eine furchtbare Schilderung von dem Leben in dem JaSloer Kreise. In Galizien gibt es kein unglücklicheres Geschöpf als den heutigen Grundherrn. Alles hat sich gegen ihn verschworen. Sogar seine Halbbrüder kämpfen mit ihm. DaS laufende Jahr war reich an Unfruchtbarkeit, noch verringert durch die Unlust des Landvolks. Niemand wollte ohne angemessene Entschädigung arbeiten. Man hatte sich das Wort gegeben und es aud) gehalten. Die Negierung, ansehnlicher Vorräthe an Nahrungsstoffen für das ihm ergebene Militär bedürftig und beabsichtigend den Grundherrn zu unterstützen, traf die Verfügung und ließ an das Landvolk die Aufforderung ergehen, damit dasselbe seinen ehemaligen Grundherrn bei der Erndte unterstütze, allein die Aufforderung hatte einen entgegengesetzten Erfolg und anstatt der Hilfe wurde eine beweinenswerthe Lage den Grundherren zu Theil. Der Bauer thut seinem Herrn und Nachbarn Abbruch wo er kann; er weidet ihm die Wiesen und Feldfrüchte aus, hauet ihm die Wälder nieder u. dgl. ut. Man lebt dort in der vollkommensten Anarchie; das Eigenthumsrecht ist nicht gesichert. Wenn man sich nicht selbst Gerechtigkeit schafft, hat man keine zu hoffen.
Großbritannien.
London, 22. November. (Die Mosquito- frage.) Sir Henry Bulwer befindet sich in diesem Augenblicke in Washington, um in Betreff der entstandenen Uneinigkeiten wegen des Besitzes der Mos- quito-Küste mit dortiger Regierung zu verhandeln. Da die Angelegenheit Bedeutung gewinnen dürfte, so geben wir im Folgenden kurz die Sachlage. Lord Palmerston hat sich dahin ausgesprochen: „Die Negierung muß das^Necht des Königs von Mosquito auf den Hafen von St. Johns (ean Juan de Nicaragua) aufrecht erhalten und befördern." Die Negierung stützt sich dabei 1) auf den bis in undenkliche Zeiten zurück- gehenden Besitz, und 2) auf das Souveränitatörecht, daß die Könige von Mosquito seit wenigstens 200 Jahren ausgeubt haben. — Dieser Ansicht gegenüber macht sich indessen eine andere geltend, nach welcher Nicaragua und die Mosquito-Küste unabhängige Staaten von Eentral-Amerika bilden müßten. Diese Auffassung debucirt man aus einem im Jahre 1786 zwischen England uud Spanien geschlossenen Vertrage (denn beide Staaten rivalisirten um den Einfluß in jenen Gegenden), in welchem eS heißt: „die englischen Unterthanen und Schützlinge sollen das Land der Mos- quitos räumen, sowohl das Festland als auch die benachbarten Inseln, und zwar bis jenseits von Belize oder Britisch Honduras, das als Gränzlinie zu betrachten ist." Hiernach sollen alle Rechte auf diese Allste an Central - Amerika übergegangen sein. Die öffentliche Meinung schwankt noch hierüber; auf jeden Fall wünscht man Vermeidung von Mißhelligkeiten, um den Bau des allseitig ersehnten Kanals von Nicaragua nicht verzögert zu sehen.
5 Republik Frankreich
Paris, 26. Nov. Nach dem „Corsaire" wird die neue Botschaft des Präsidenten für den 30. erwartet; wie es heißt, wird sie ein allgemeiner Amnestie-Bor- schlag sein und auch ausdrücklich die Rückbernfung der Prinzen der beiden bourbonischen Linien verlangen. Man glaubt, daß die Majorität, welche erst kürzlich veranlaßt wurde, sich über beide Punkte zu erklären, die erneuerte Anregung derselben nicht günstig aufneh- men werde. — Die Repräsentanten, welche den Verein im Palast der schönen Künste bilden, waren gestern unter dem Vorsitze des Generals Grainmont versammelt. Die 94 Anwesenden genehmigten einmütig das nachstehende Programm: „Der Zweck des Vereins ist, zur Sicherung der Eintracht zwischen der Nationalversammlung und dem Präsidenten der Republik mitzuwirken." —
Der „Moniteur" veröffentlicht heute mehrere von der National-Versammlung angenommene Gesetze, worunter auch jenes, welches die auf die fremden Flüchtlinge bezüglichen Gesetze bis zum 1. Januar 1853 verlängert. — Vom Kriegs-Schauplatze vor der Zaatcha sind Nachrichten bis zum 10. November eingetroffen. Der Oberst Canrobert war mit Verstärkung eingetrof- fen, nachdem er unterwegs eine glückliche Razzia aus- geführt hatte. Man schickte sich zu einem neuen Sturme auf die Oasis an. Allein vorher wollte der General Herbillon eine Masse nomadischer Reiter und Fußgänger zerstreuen, die sich, an die Oasis Quelat gestützt, aufgestellt hatte. Der Kampf sollte am 12. oder 13. Statt finden. Die Verbindungen zwischen der Belagerungs-Armee und Bathna waren durch feindliche Streifzüge bereits unterbrochen. Die Stämme der Provinz Algier waren zwar, wie die von der Cholera decimirten der Provinz Oran, noch ruhig, allein dennoch in einer gewissen Spannung.
D ä n e m a r k.
Kopenhagen, 22. November. Während die Wahlen zum Reichstag in ihren erwarteten und unerwarteten Resultaten die öffentliche Meinung in fieberhafter Spannnung erhalten, beschäftigt sich die Presse mit gründlichen und weitschichtigen Erörterungen über die innern und äußern politischen Verhältnisse Dänemarks, und die schleswigsche Frage bildet besonders das Thema zu den internationalen Variationen. Im allgemeinen macht sich eine versöhnlichere Auffassung in der Beurtheilung der nachbarlichen schleswigschen Zustande geltend, und wenn auch alle Parteien in dem Wunsche, das Herzogthum Schleswig für Dänemark erhalten zu wissen, einig sind, so gehen doch die Ansichten und Meinungen in Bezug auf die Consolidirung der Streitfrage noch gar sehr auseinander. Ein großer Theil der zum Reichstage Gewählten haben sich vor den Wählern für eine Theilung Schleswigs nach nationalen Rücksichten ausgesprochen, und das „Faedrelandet", das Organ der Theilungspartesi gibt sich alle Mühe zu beweisen, daß, wenn man Schleswig einen selbstständigen Staat werden läge, derselbe nur durch ein schwaches Band mit Dänemark verbunden und mit der Zeit für dasselbe verloren sein würde. In derselben Tonart spricht sich auch die Wochenschrift „1848" aus und wünscht, daß das Theilnngsprojekt ein fait accompli werde. Die „Berlingsche", das Negierungsorgan, vertheidigt hingegen die im Präliminarvertrag vom 10. Juli d. J. projektirte legislatis-admiuistrative Selbstständigkeit des Herzogthums Schleswig. (O.P.A Z.)
Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.
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Zugleich ersuche ich diejenigen, welche etwa noch Forderungen an mich machen zu können glauben, mir alsbald Nachricht davon zu geben, sowie ich diejenigen, welche noch Zahlungen an mich zu leisten haben, bitte, solche bis zum Schluffe dieses Jahres zu berichtigen, indem ich die bis dahin nicht eingegangenen Beträge einklagen werde.
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Da ich das von meinem Vater Friedrich Engel seither geführte Gold- L» Silberwaarengeschäft übernommen habe, so mache ich solches mit dem Anfügen bekannt, daß ich dasselbe in gleichem Umfange wie bisher fortführcn und mich durch prompte und reelle Bedienung jedes Zutrauens würdig zu machen stets bestreben werde.
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