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Freiheit nnh NeeZt!"

WresL^deK. Mit^och, 28 Wovember

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*t* Frankreich in der Tiefe der Ernied­rigung.

II.

So hat Frankreich die Völker Europas getäuscht. Keine Nation, die ihm nicht ihren Fluch nachzusendeu hätte. Sogar der Amerikaner wendet mit Abscheu sein Auge ab von einem Lande, das das Bild der gräß­lichsten Entehrung und Korruption darbietet, das sich nicht scheut, eine fömmerlidje Kaiser-Comödie auf St. Haiti heimlich zu begünstigen, Mexiko gegen die. Ver­einigten Staatenregierung aufzustacheln, das überall, wo es der Unterdrückung der Freiheit gilt, seine schmu­tzige Hand im Spiele hat.

Und wie sieht cs erst aus im Innern dieses Lan­des, wie versteht man cs da, unter dem Namen der Ordnung die Freiheit zu unterdrücken, im Namen der ^äfjigung die Volkspartei zum Schweigen zu bringen, im Namen der Republik die Republikaner

I # Wiesbaden, 26. I Schrift theilte vor einigen cs^ stehe möglicherweise Oesterreichs gegen Preußeibevor, falls letzteres auf dem Iieichstage bestehe", ir müssen wiederholt den- jenigcu, welcher an einet Weg der Häuser Hohen- zollern und Habsburg glar, für einen Menschen, reif zum NarreithauS, erfiam Die Könige sollten sich bekämpfen!' da ihnen 'd; wol bekannt ist, daß nurdie Eintracht m jeden PreiS" ihre Throne gegen die 'immer ngestümer heran brausenden Wogen der Demokratie z retten vermag! ! Hat man bei dem Gedanken ees Krieges zwischen Oester­reich und Preußen das Swert und das Geld ver­gessen, welches mit uuwiderfhllchcr Gewalt der Schieds­richter Nikolaus in die W^gschale werfen kaun; hat man vergessen, daß von liefern Nikolaus, Preußen wie Oesterre'ch in ihrer aijroartigeii wie innern Po­litik durchaus abhängig sinj und baß diesem nördl­ichen Autokraten dermale noch ein offener Kampf mit den Waffen zwischen Oesterreich und Preußen diirchalls nicht erwiinscht sm kann!

Die chrenwcrthe Perrüs, genannt Köln. Zeitung, sicht sich denn auch schon i Nro. 282, 2te Ausgabe, z" der demüthigenden Bejchtigung genöthigt:daß Tiefer, wie es bisher ge,unten, kann ,ziankieleh nicht Oesterreich bis dahin noch licht mittelst eines förm- siuken. Frankreich ist entehr^ entehrt borgen Augen lichen Staatsakts wirklich Protest eingelegt, sondern ' nur in einer gewöhnlichen Depesche die gemeldeten

Eventualitäten in Äusfcht gestellt hat."

Wir glauben, daß die Dynastieen Habsburg und ^«z"""-n ganz einig sind, und glauben, daß es Preußen äußerst willkommen sein muß, einen passen­den Vorwand zu erhalten, von den Reichsprojekten unbeschadet der fleckenlosen preußischen Ehre" loszu- wol keinen Anstand nehmet Preußen in dieser Beziehung einen Gefallen zu thun, und dasselbe von demAlp" der deutschen 9tcichscin- Heit zu befreien. Die Diplomatie agirt jetzt wieder, wie früher, im Dunkeln, und dem Volke ist cs nicht möglich, durchaus den Schleier zu Hcbcu, den man in Berlin dermalen noch über den grinsenden Todten topf der deutschen Reichseinheit zu werfen für gut findet. Eins aber wird und muß das Volk, wenn cs nicht verloren sein will, allen Maßregeln der Diplomatie gegenüber unverbrüchlich festhalten, nämlich das Mip- txarii'u. Wir sind davon fest überzeugt, daß Preus­sen sehr gerne die ganze Reichshistorie los wäre, und zwar einfach deshalb, weil diese Reichshistorie jetzt, nach der Ansicht der dermaligen gewichtigen Stimiu- führer am Hofe und der Regierung Preußens, der preußischen Hauspolitik, bei dem entschiedenen Abfall ter großen Königreiche in Deutschland von der ihnen angemlitheteii Schleppträgerpolitik nur n a ch thei I- bringend sein kann.

einzukerkern, zu verbannen, jur Flucht zu zwingen, im Namen der Gerechtigkeit die Arbeit zu plündern, die Arbeit Andrer als Quelle des eignen Reichthums aus- zubkulcn! O, ein Land, das nach Außen eine Unehre auf die andre, einen Verrath auf den andern häuft, wie kann es im Innern frei, stolz, glücklich fein, wie muß auch da die Unehre, die Schmach, die Eutwürvi-

gung, der Verrath herrschen!

Europa's, entehrt vor s i ch selber V Wir wißen cs nicht, aber wir hoffen es! Ja wir b offen, daß die französische Nation wieder zum Bewußtsein ihrer selbst kommen werde, zum Bewußtsein ihrer Schändung, jpobcir oller ihrer Schmach, zu in Bewußtsein ihrer Ehre, ihrer " Würde. Auch auf den Sturz des Kaiserthrones war

die Wiedereinsetzung der Erben des enthaupteten Kö­nigs gefolgt: die JulibarrifgdA'

Wirthschaft ein Ende. Und ob wieder das Schacher- königthum Louis Philipps möglich war: es endete'mit der Vertreibung jenes fürstlichen Schacherers, und der Verkündigung der demokratischen Republik.

Pour tons sil faul verser ton sang France seit toujours en avant

so schallt cs im Gesang Carmagnole. Frankreich ist der Pförtner der Zukunft." Es wird sich seiner Mission erinnern, im Jahre 1852, wenn es einen neuen Präsidenten und eine neue Nationalversammlung wählen wird; oder schon früher, wenn man es wagen sollte, das allgemeine Stimmrecht anzutasten, einen Menschen zum Kaiser auszurufen, der von Na­poleon nichts überkommen hat, als den dreieckigen Hut, oder ein Königthum zu restauriren, das in Einem sei­ner Vertreter guillotinirt, in zweien andern verjagt wurde.

Die rothe Fahne auf den Thürmen der Notre- Dame ist aber die Kriegserklärung an die Peiniger Europa's.

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* *

Zur Beurtheilung deS Entwurfs der neuen Medicinalorgauisativn.

(Sortierung.)

Was nun endlich noch die wenigen nachtheiligen Folgen der freien Concurrenz anbelangt, die nicht zu beseitigen sein sollten, so glaube ich, das; sie gar nicht in Betracht kommen können gegen die großen Vortheile welche Vurd) dieselbe erreicht werden. Mit wenigen Aus­nahmen wird sich der größte T theil der Aerzte gegen das Frcigcben der Praxis aussprechen, weil sie für ihre Existenz für ihre durch den Staatsdienst garantirte ruhige Behaglichkeit fürchten, wie sich dies bei dem Kongreß d r baierischen Aerzte in München gezeigt hat, wo trotz dem, daß sich fast alle bedeutenderen Männer für die freie Praxis erklärt hatten, trotz der zu ihren Gunsten gehaltenen, gewichtigen Reden eines Walther, Sehfelder, Graf, Seits, Jochnce und Wierrer die große Mehrzahl der Aerzte sich für den. Zunftzwang erklärten. In der vereinten deutschen Zeitschrift für Staatsarzneikunde sind diese Zünftler gebrandmarkt, durch den Ausspruch:der ärztliche Congreß hat durch den Beschluß, daß die Medicin keine freie Wissenschaft und keine freie Kunst sein dürfe, den ärztlichen Stand in Baiern zu einer Zunft erniedrigt und sich gewissermaßen einen Schandstein gesetzt, was nicht der Fall gewesen sein würde, wenn die Herren

vember. Mit gesperrter irgen dieKölnische" mit:

bewaffnetes Ein schreiten

ir muffen wiederholt den-

iine daß diesem norm'

Nachdem wir die Urtheile dreier sehr gewichtigen Organe der preußischen Demokratie über das Krfurtev Stelldichein bereits mitgetheilt haben, dreier Organe, welche ebenfalls absolutmißtrauen" freuen wir uns, heute diesen Urtheilen noch ein weiteresMiß- trauensvotum" zufügen zu können, welches die Ber­linerNationalzeitung" in der schwarz-weißen Deutsch- thümelei abgibt.

DieNationalzeitung" wendet sich an diejenigen, welche von ihr erwarteten, sie werde diePrinzipien- reiterei" aufgeben, für etwasPositives" wirken, und hält diesen rentablen Nihilisten, diesen inkurablen Ver- trauensstieren in beredeter Sprache folgendes entgegen:

Denjenigen, welche drängen zum Wählen für den Ein-Königs-Vercinstag, welche wünschen auch wir möch­ten zum Wählen rathen, auch wenn es am Ende auch gar nicht zum Wählen und zum Vereinstag käme; es sei doch nun einmal so weit gekommen; wir dürften nicht negativ von unserm Standpunkt aus die Dinge beurtheilen; wir müßten uns an der Entwickelung, wie sie sich nun einmal mache, betheiligen, um positiv zu wirken, diesen entgegnen wir: sie wissen nicht, was sie wollen.

Was sie nennen positiv sein, ist nichts anders, als unselbstständig fügsam, und schmiegsam sein; der Staats- carosse, wie sie nun einmal von der Regierung kut- schirt wird, ganz gehorsamst nachlaufen; ein bischen hinten aufhocken, um so lange mitgenommen zu wer­den, bis man auch von dem Trittbrett verjagt wird. ;

Auch wir wissen, daß wir die Ereignisse nicht ma­chen, daß wir sie hinnehmen müssen; es fällt uns nicht ein, mit kein Kopf durch die Wand zu wollen.

Aber wir meinen, daß wenn es in Deutschland besser werden soll, so muß sich eine selbstständische po­litische Meinung, müssen sich selbstständige politische Parteien bilden.

.o» ^pv ^nu|i[miivinieii rvmml man aver nicht, wenn man heute, wo die Regierung die deutsche Reichs- verfassung und die Kaiserkrone zurückweist, dies vor­trefflich findet und eine volkstümliche Gestaltung deut­scher Einheit aufgibt; wenn man morgen, wo der Dreikönigsbund geschlossen wird,'wieder diesen vor­trefflich findet und ihm die besten Seiten abzugewin- nen sucht; wenn man übermorgen, wo der alte Bund im Interim hergestellt wird, das nicht minder vortrefflich findet und auch dem alten Bunde seine beste Seite abzuge- winnen -sucht; wenn man den Zustand Schleswig-Hol­steins, der zu einem Kampf der Herzogthümer gegen Dänemark hintreibt, wobei wir dann die Perspektive ha­ben, entweder die erfolglose lahme Kriegführung gegen Dänemark, wobei Dänemark gewinnt und Deutsch­land verliert, sich wiederholen oder die preußischen Truppen gegen die Herzogthümer streiten zu sehen, wenn man auch diesen Zu stand vortrefflich sindet, weil die Regierung es dahin hat kommen lassen.

Am 5. April 1848 sprachen sich sowohl die Her-

weniger an ihre vermeinten, materiellen Vortheile, als an ihre Ehre, an das Interesse des Publikums und des Vaterlandes gedacht hätten."

Daß ich bei dem Frcigcben der Praxis die Noth­wendigkeit anerkenne, daß der Staat Aerzte anstellt, wtlwe gegen Bezug eines entsprechenden Gehalts die Leitung der Mcdiemalangclegcnhettcn der Bezirke in Händen haben und -verpflichtet sind für Staatozwecke thätig zu sein, versteht sich von selbst, sowie ich auch glaube, daß ter Staat die Sorge für eine genügende Behandlung der Armen nicht aus der Hand geben darf.

In dem § 9 des Entwurfs läßt sich eine Annäherung erkennen an die mancherlei zwischen dcr bisherigen Organi­sation und dem Frcigcben der Praxis liegenden Z vischen- stufen. Auf eine Besprechung diesescr w. hl nothwen­digen Uebergangszustäude und deren AnSwahl will ich mich für jetzt als zu weit führend nicht entlassen, um so weniger, als cs vor Anerkennung der größeren Zweck­mäßigkeit der freien Praxis kaum von Nutzen sein konnte.

Beim Festhalten des von mir verteidigten Prinzips müßte fast der ganze Entwurf über den Haufen fallen und kann ich daher auf eine Kritik der einzelnen Para­graphen nur dadurch eingehen, daß ich meinen Stand­punkt verändere und den Zwang zum Staatsdienst, diesen durch den Entwurf sich hinzichenden Faden als fortbc- stehend annehmc.

Im § 4 vermisse ich eine Bestimmung über die Art

und Weise der Zusammensetzung des Medicinalcollegs, von der denn doch am Ende das Meiste abhängt. Von dem Chef desselben verlangt man mit Recht eine allsei­tige Bildung und dem jetzigen Stand der Wissenschaft entsprechende theoretische iiiitj praktische, medicinische und naturwissentschaftliche Kenntnisse und dies um so mehr, als die Wissenschaft während der letzten Jahrzehnten einen früher nicht geahnten Umschwung im Inhalt und der ganzen Anschauung erlitten hat, so zwar, daß selbst die Sprache eine ganz andere geworden ist. Von den ihm beigcgcbcnen Aerzten wird man neben einer beson­deren Befähigung in gerichtllch-mediciuischen und Mtdl- cinisch-polizeilichen Dingen, noch genaue Kenntniß der Beschaffenheit und Eigenthümlichkeit der verschiedenen Landestheile, der Bedürfnisse des Publikums und der Ncrjte fordern müssen. Da man nun wohl amtebmett kann, daß die Aerzte die für das Collegium tüchtigen Senfe am Besten kennen, so müßte man denselben nun? bestens eine Mitwirkung bei der Auswahl gestatten, etwa so, daß sic die doppelte Zahl der für das Collegium nöthigen Aerzte wählen, aus der dann das Mniistcrium die Mitglieder ernennt. Um ferner eine stete Vermit­telung zwischen dem Collegium einer Seits und den Aerzten und dem Plibliknm anderer Seits herzüstellen, müßte in kürzeren Zwischenräumen eine, wenn auch nur theil­weise Neuwahl der Mitglieder stattfiuden oder ein öfter zu erneuernder, aus der Wahl der ^lcrjte hcrvvrgc- gaugener Bei rath geschaffen werden.