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vierzig andere Frauen folgten dem Zuge, theils zu Wagen, theils zu Fuß.

Schleswig-Holstein, 15. Nov. Daß der Krieg wieder beginnen wird, scheint fast außer allem Zweifel zu sein und die Rüstungen in Kopenhagen, die jetzt wieder daselbst sehr energisch be­trieben werden, geben dieser Ansicht volle Wahrschein­lichkeit. Hingegen scheint nach Allem, was man aus Stockholm hört, die öffentliche Meinung in Schweden in Betreff unserer Frage einen Umschwung zu unseren Gunsten erlitten zu haben, welches Faktum wir nur unseren Feinden und den weisen Maßregeln des Flens­burger Interims zu danken haben. Das conveutions- widrige Verfahren der Dänen in Nordfchleswig, die Demolirung der Düppel er Schanzen u. s. w. haben in Schweden eine Entrüstung hervorgerufen, die |id) fast in allen schwedischen Blättern minder oder mehr ausspricht. Bezeichnend ist es, daß das im ganzen Lande verbreiteteAftonblad", eines der größten,ehwe- discken Blätter, welches unsere Sache nie vertrat, sich

oft mit Heftigkeit gegen das ganze Verhalten der Dänen und der Flensburger Commission ansspricht. Nicht ganz unbeachtet wollen wir auch das Gerücht lassen, daß die schwedischen Truppen noch vor dem Winter nach Schweden zurückkehren werden. Auch unter den preußischen Truppen geht das Gerede, daß sie aus Schleswig gänzlich zurückgezogen werden sollen. Ein preußischer Offizier äußerte dieselbe Ansicht.

Italien.

fDic Regierungen von GotteS GnadenZ DemGlobe" wird aus Neapel vom 14. October ge­schrieben:Unter allen den mannigfaltigen Ereignissen, deren Schauplatz Italien in den letzten beiden Jahren gewesen ist, steht das Drama, welches gegenwärtig in Neapel aufgeführt wird, eben so einzig in seiner Art va, als es entehrend für die Haupt-Schauspieler ist. Seit einigen Wochen macht die Stadt den Eindruck, als sei sie von irgend einem gefürchteten und schreckli­chen Unheil heimgesucht. Eine Proscription im Gro­ßen bat begonnen und dauert noch fort; die Gefäng­nisse sind überfüllt; alle Stände leiden auf gleiche Weise; keine Familie ist so vornehm; keine Person so niedrig, daß sie vor den Klauen der Polizei sicher wäre. Die Verhafteten sind alle mehr oder weniger der Theilnahme an den unglücklichen Ereignissen des 15. Mai 1848 beschuldigt. Wäre eine summarische Strafe augenblicklich an den Rädelsführern vollzogen worden, so hätte man die Regierung kaum tadeln kön­nen ; aber wie die Sachen stehen, bietet die Geschichte kaum ein zweites Beispiel vollendeter Verrätherei und Grausamkeit. Viele der jetzt Verhafteten waren auf einige Zeit ins Eril gegangen, aber beruhigt durch die Proclamation des Königs vom 19 Mai, waren sie fast alle wieder zurückgekehrt; zwei der hervorragend­sten unter ihnen, Bozzelli und Ruggiero' hatten eine lange Zeit hindurch Stellen im Ministerium be­kleidet. Man nahm an, Alles sei vergessen, und in der That liegt etwas Satanisches darin, die Rache so lange schlafen zu lassen, den Argwohn einzuwiegen und die zu Opfern Ausersehenen beinahe zur Rückkehr einzuladen. Nicht nur die, welche angeklagt sind oder in Verdacht stehen, am 15. Mai auf den Barrikaden gekämpft zu haben, sondern auch die, welche am vor­hergehenden Tage an den Berathungen der Kammern Theil genommen, gehören zu den Verfolgten, und fast alle Deputirten der Opposition sind entweder verhaf­tet oder haben sich durch die Flucht gerettet. Diese Männer werden nicht vor die gewöhnlichen Gerichte gestellt, sondern vor ein Tribunal, das sonst nur über

Verbrecher der schrecklichsten Art aburtheilt, und da es das einzige ist, von welchem keine Appellation statt- findet, so steht der Ausführung des richterlichen Spru­ches binnen 24 Stunden nichts im Wege. Einer an­deren Classe der Angeklagten, deren Proceß, wie man sagt, zu derselben Zeit vorkommen wird, ist etwas zur Last gelegt, das sich an dem Tage ereignet haben soll, an welchem der Pabst vom Palaste aus den De­gen' ertheilte/ Was dies aber ist, weiß eigentlich Nie­mand. Nach allem, was ich gehört habe, ist entwe­der eine bloße Erfindung der Polizei gewesen, oder ein kindischer Einfall einiger junger Leute, welcher die Störung der Ruhe bezweckte. Trotz eines angeb­lichen Protestes des diplomatischen Corps, an den ich nicht glaube, dauern die Verhaftungen noch fort. Der Proceß wird erst beginnen, wenn die Zahl vollständig ist; mittlerweile haben die Angeklagten schreckliche Lei­den zu erdulden. Einige sind ans St. Elmo, welches so überfüllt ist, daß sie sich kaum bewegen können, andere im Castel Nuovo; Alle ohne Unterschied werden auf schmähliche Weise vernachlässigt, und man läßt sie fast Hungers sterben. Viele, welche eine hervor­ragende Rolle in der Revolution spielten, befinden sich im Gefängniß, unter Andern der Er-Minister Mar­chese Dragonetti, welcher in den Abruzzen gefangen genommen wurde. Der Fall des berühmten Arztes Lanza hat großes Ansehen erregt. Es unterliegt kei­nem Zweifel, daß er in die Angelegenheit vom 15. Mai verwickelt war; nachdem er sich aber einige Zeit in Rom aufgehalten, kehrte er zurück, und zwar, nach der Behauptung Einiger, auf die Einladung einer sehr hoch stehenden Person. Er unterzeichnete sogar einen Nevers, in welchem er sich verpflichtete, in Zukunft die Ruhe nicht zu stören. Bis vor einigen Wochen setzte er seine bedeutende Praxis ungestört fort; ein Verhaftsbefehl zwang ihn, das Land zu verlassen, das durch seine Abwesenheit einen unersetzlichen Verlust er­leidet. Der frühere Minister Ruggiero entkam, indem er aus dem Fenster sprang, nicht ohne den Argwohn absichtlich nachlässiger Verfolgung zu erregen. Die Kaffeehäuser wimmeln von Spionen und sind fast von allen ihren gewöhnlichen Besuchern verlassen. Niemand wagt, öffentlich oder privatim von Politik zu sprechen. Furcht und Destürtzung herrscht in jeder Familie. Die Haupt-Tagesneuigkeit ist die Ernennung Filangieri's zum provisorischen Vicekönige von ;Sicilien und das auf die Verwaltung der Insel bezüffliche Decret. Es geht daraus hervor, daß der General endlich über die Ka­balen seiner Gegner triumphirt hat. Es bestand eine starke Opposition nicht nur gegen Concessionen irgend einer Art, sondern selbst gegen die Amnestie, und von Niemand anders ging sie aus, als von dem Minister für die sicilischen Angelegenheiten, Cassisi. Filangie­ri's Ernennung wird wahrscheinlich bedeutende Befrie­digung gewähren, da man allgemein Vertrauen auf seinen Gerechtigkeitssinn und seine Ehrenhaftigkeit setzt. Ein passendes Seitenstück zu dem neapolitanischen Elende bieten die Zustände des Herzogthum Parma, nur mit dem Unterschiede, daß der Herzog Karl 111. keine so große Vorliebe für länger dauernde Gefan­genschaft hat, wie der neapolitanische Bourbon, son­dern die Strafe der Stockschläge an ihre Stelle setzt. Nach einem Briefe vom 3ten d. M. war diese Züch­tigung bereits an 400 Personen vollzogen worden. Die gewöhnliche Zahl der Schläge ist 2025; manch­mal jedoch variirt sie auch zwischen 49 und 50.

In einem Falle soll diese barbarische Strafe durch Verletzung des Nückgrathes den Tod dessen, an dem sie vollzogen wurde, herbeigeführt haben. In der Fe­stung sitzt ein Kriegsgericht, welches die Urtheile fällt. Das Verhör wird als eine bloße Farce geschildert.

Die Zahl der Verhaftungen beläuft sich täglich auf 8 bis 10. Der Marchese Luigi della Sosa ist auf die Citadelle gebracht worden, weil er angeblich eine Illu­mination zu Ehren des Großherzogs verhindert hat. Zahlreiche Absetzungen von Beamten werden vorgenvin- men, und an die Stelle der Abgesetzten treten uube- dcnteude oder schlechte Charaktere.

Aus Bologna wird vom 8. d. geschrieben, eS heiße, daß Radetzky sich nach Pvrtici begeben werde, um den Papst nach Rom zurückzuführen. Briefe aus Neapel versichern jetzt, Pius IX. werde am 25. oder spätestens Ende dieses Monats sich in seine Staaten zurückbegebc'n.

Republik Frankreich.

Paris, 16. Nov. DerMoniteur" gibt über die Juniinsurgenten folgende statistische Notiz: Der Präsi­dent fand bei seinem Amtsantritt 3114 Gefangene oder Transportirte in den Gefängnissen oder auf den Ge- fangneuschiffen. Vom Monat Januar 1849 bis Okto­ber d. J. setzte er 1256 in Freiheit. Es blieben also noch 1855 in Cherbourg und BeUe-Jsle; 505 dersel­ben hatten gerichtliche Antecedentien, 12 starben. Die übrigen 1341 wurden vom Präsidenten dieser Tage in Freiheit gesetzt. Der Präsident hat also im Ganzen 2597 Insurgenten begnadigt.

Der Gesetzvorschlag des Finanzministers in Betreff der Verlängerung des Vertrags, den der Finanzmini­ster den 30. Juni 1848 mit der Bank abgeschlossen, ward im Allgemeinen gut ausgenommen. Das Finanz- ministerium hatte nämlich mit der Bank den Vertrag abgeschlossen, daß dieselbe dem Schatze 150 Millionen vorychieße, 75 Mill. 1848 und 75 Mill. 1849. Von diesem Kredit sind noch 100 Mill. unangetastet. In Bezug auf diese 100 Mill lautet der jetzige Antrag des Ministers.

Die Assemblee nationale gibt die Nachricht: der Präsident soll sich den Ansichten der drei Großmächte gegen die Schweiz angeschlossen haben.

Paris, 18. Novbr. DerMoniteur Universel" veröffentlicht ein Dekret des Präsidenten der Republik, welches die Stuvienzeugnisse für die Prüfung der Ba- cheliers-des-lettres abschafft. Es ist dies eine erste Con­cession, obwohl noch eine sehr unbedeutende, welche den Anhängern der Unterrichtsfreiheit gemacht wird.

Es fallt, wie es scheint, dem Elisee-National im­mer schwerer, einen Minister der auswärtigen Ange­legenheiten zu finden. Heute heißt es, der Präsident wolle sich damit helfen, daß Hr. Ferdinand Barrot, von dem er die gehörige Nachgiebigkeit seinem persön­lichen Willen gegenüber zu erwarten hätte, das De- partemeut der auswärtigen Angelegenheiten überneh­men und das Portefeuille des Innern an Hru. Baisse, ehemaligen Präfekten und ehemaligen Direktor der Ci- Vilangelegenheiten in Algerien, überlassen solle. Eine solche ministerielle Modifikation würde die gegenwär­tige Mißstimmung der Majorität der Nationalver­sammlung sicher noch steigern.

Hr. Gulzot beabsichtigt dem Vernehmen nach, un­ter Mitwirkung mehrerer Mitglieder der ehemaligen konservativen Partei und der Rechten ein neues Jour­nal in Paris zu gründen; es würde dieses Blatt ge­gen Januar hin erscheinen; ob als Monatblatt oder als Tagblatt, soll noch nicht entschieden sein.

Der Präsident der Republik soll gestern ein Pri- vatschreibeu des Papstes erhalten haben.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Frankfurt. Cours der Staatspapiere. Schluß der Börse.

Den 19. November 1849.

pEl.

Papier §

Geld

87% 69 %* 51%' 45 1

1315 ;

156 1 106%

71 %' 81 1

101 % 88%' 84 %: 48 : 84%' 94%.

81

97%' 78% 53

31%

Den 19. November 1849.

pEl.

Papier |

Geld

Oesterreich

Preußen

Bauern

Wnrlemb.

Baden

Metalliqueo Obligationen .... " ....

,/ fr ....

Wiener Bank-Acticn..... 500 fl. Loose........

250 fl. ' oo "e von 1839 .... Bcthmäun^chc Obligationen . . .

50 Thaler Präinien-Scheine . . . Sraais-Schnid-Scheine ä 105 . . Obligationen........ Ludwig-Kanal-Actien incl. d. v. C. Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........

Obligationen........

Lotterie-Anleben a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . , .

5

4

3

2%

3

4

4%

3 % 3%

4% 3% 5

3%

87% 70

52%1 45%1

1325

157

107

89

85

85% 91% 81% 98% 78%

53% 32%

Darmstadt

Kurhessen Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Obligationen........

Lottcric-Anlehen von so fl. . . . 25 fl. Loo>e........ Friednch-Wilhclms-Nordbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen ........ Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose , .

Obligationen........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Tauttus-Eisenbahn-Aclien â 250 fl. .

Jntegr.-Obligatiouen.....

Syndikats .........

Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup..... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

3% 4

4

5 3%

3 3% 3/2

2% 3%

3

4

82% 1 88%! 71% 27% 53

34%

102

85 25% 79

93

88%

295

53%

27%

112

81% 33%,

81%

71% 27% 52% 34%

101% 84% 25% 78

92% 88%

292 53% 83 27%

81

33__

Cours der W e ch s e l. Den 19. November.

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silbcr-Sorten.

fl.

kr.

Briefe

Geld

Briefe

Geld

Nene Louisd'or............ Friedrichsd'or............. Ducaten.............. 20 Frank-Stücke ........... Holländische 10 fl. Stücke........ Englische Souverains.......... Laubthaler ............. Preußische Thaler........... 5 Franc - Thaler............ Hochhaltiges Silber..........

11

9

5

9

10

12

1

2

24

(Fr

6 52% 39 38%

2

3

45

22 30

ff. I.)

Amsterdam, 100 fl. Erl. . . . Augsburg, 101) fl. Crt, . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Nlhlr. in Louisd'or. Hamburg, loo Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr......

in der Messe .... London, io Livr. St..... Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr...... Mailand, 250 Lir. Ausir. . . . Wien, in .0r 100 fl. C.-M. . . Discontv........

120

105

98%

105%

95

95 91%

110%

100% 119%

87%

121%

94%

110%

87%

120%

100%

2%

Nuhrkohlen.

(1220) Vom 20. bis 29. d. MtS. lade ich Ofen- und Schmiedekohlcn vorzüglicher Qua» lncil in Biebrich aus.

Wiesbaden, 19. November 1849.

91. Gleis.

(1221) 600800 fl. sind auszuleihen.

Näheres in der Er,evltion d. Bl.

Crprobte Kunstseife .

zum Waschen und Reinigen aller schmu­tzig oder fleckig gewordenen farbigen Stoffe per Stück 12 kr. nebsi Gebeauchsaiuveiniiig ist ju haben bei

Otto Schellenberg, (1202) M.rktstraße 91 r. 48 in Wiesbaden.

(1193) Vom 22 November an befindet sich mein Bureau und meine Wohnung zu Wiesba­den im ersten Stock der H. W. Nitter'schen Buchhandlung.

^WW//. Prokurator.

(1215) Von heute an bis zum 1. Dezem­ber lasse ich beste Ofen- und Schmicdekohlen in Biebrich auelaben.

Eduard Abler.

11190) 600 fl. sind gegen doppelt gericht­liche Siche bett zu verleihen. Wo? sagt die Expedition d. Bl

(1210) Vorzüglich gute Blutegel per Stück

9 kr. bei I. Fischer, Häfnergasse Nr. 2.