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vlß 273. Wiesbaden. Freitag, 16. November I8LS.

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Preußens herrliches Kriegsheer.

Der König von Preußen nennt seine Armee ein herrliches Kriegsheet und ist nicht wenig stolz auf das- I selbe. Alle ichwarzweißen und blinden Preußeufreunde meinen, es gebe in der Welt kein Heer, das ihm an Tapferkeit und Disciplin, überhaupt au militärischen Tugenden gleichkomme. Wir räumen gerne ein, daß ' das preußische Heer alle Eigenschaften besitze, welche 1 erforderlich sind, um dem Tyrone, auf dem sein ober- i ster Gebieter sitzt, nicht nur einen großen Glanz zu verleihen, sondern auch denselben gegen äußere und - innere Feinde zu schützen und insbesondere das Volk niederzuhalten. Es mag im ganzen deutschen Reiche kein Aer geben, welches bester organisirt, bewaffnet und ererzirt wären, als das preußische. Hierzu kommt noch, daß man der preußischen Militärmacht die Ge­stalt einer Nationalbewaffnung zu geben gewußt hat, indem man nach Scharnhorst's Idee die sogenannte Landwehr einführte, in welche alle waffenfähigen Män­ner vom 20ften bis zum 4östen Jahre eintreten mü,- fett. Diese Einrichtung hat die Veranlassung gegeben, ! den preußischen Staat einen Militärstaat zu nennen. In der That und Wahrheit ist aber diese Landwehr, . wie das Lünenmilitär, kein Volks- sondern ein Fürsten- ; beer welches mit den Linientruppen unter dem Eom- , mando des Königs steht, und die Waffen ergreifen muß, wenn er's befiehlt, gleichwohl zu welchem Zweck. ' Das zahlreiche Heer, welches mittelst der bewährten [ Einrichtung in kurzer Zeit zu einer solchen Größe an- , wachsen kann, daß man bald glauben sollte, der König von Preußen stampfe seine Soldaten aus der Erde ! beraub, wird von Offizieren höheren und niederen Rangs befehligt, welche sich zum Theil durch frieg^ j wissenschaftliche Kenntnisse auszeichnen. Wort) sind . mehrere unter ihnen, welche die Kriegsschule praktisch i durchgemacht haben, besonders damals, als sie in den . Jahren von 1813 bis 1815 gegen den korsischen Ty- ; rannen mit Gott für König und Vaterland fochten und dem inländischen Despotismus den Sieg über je­nen erkämpfen halfen. Diese Offiziere verstehen die Kunst, die ihnen untergebene Mannschaft so zu inspi- rireu oder vielmehr zu dressiren, daß sie ihren Befeh­len unbedingt gehorchen. Diesen blinden Gehorsam bewirken sie besonders dadurch, barste ihnen die Hel­ligkeit des von ihnen geschwornen Soldaten-Eides tief ins ^>erz prägen. Derselbe lautet aber nicht auf den Schutz und Schirm der Verfassung, sondern vielmehr auf die Treue gegen den König und auf die Erhal­tung seines Thrones. Zu ihrer ^djanbe hat, hier beiläufig erwähnt, die zweite Kammer in Berlin den Beschluß gefaßt, das preußische Heer solle nicht mehr auf die Verfassung beeidigt werden. Sobald es nun befohlen wird, ist dasselbe bereit, für seinen König Gut und Blut zu wagen und den Freiheitssinn eines Vol­kes durch seine Bajonette niedcrzuschlagcn. Will der

f Am 9. November 1849.

Wer ward wol des Todes Beute,

Daß daS Volk in Trauer heute

Durch die stillen Straßen eilt?

Doch es wogt umflort die Menge Nicht zum Ort der Trauerklänge, Wo nur ew'ge Nnhe weilt.

Nicht zum Friedhof hin sie wallen,

In der Kirche weite Hallen

Ziehn sie nicht zum Leichenzug;

Nein, zum ernsten Todenfcste Sammeln sich die Trauergäste Um ein schwarzes Leichentuch.

Dorten feiern sie die Stunde,

Die die erste schwere Wunde Unsrer Freiheit eingeimpft/

Hörte Jeder ja? die Kunde

Wie sie, hin von Mund zu Munde Zitternd, Deutschland hat beschimpft.

Laßt umkränzen uns die Blume, 7

Dit in ihrem Hnligthume

Nasch ein jäher Sturm geknickt;

König etwas, was gegen die Verfassung ist, durchsetzen, was steht ihm dann noch im Wege? Durch sein gro­ßes Heer ist er Herr über die Gesetze. Es kann uns deßwegen nicht auffüllen, wenn der König alles auf- bietet, um sich der Anhänglichkeit und Treue seiner Truppen zu versichern, wenn er ihnen bei jeder Ver­anlassung großes Lob spendet, und besonders ihre Füh­rer mit Orden schmückt. Wir behaupten wohl nicht zu viel, wenn wir sagen, daß das Haus Hoheuzollern seine gegenwärtige Größe, Stärke und Präpotenz in Deutschland seiner Militärmacht verdankt. Ohne diese wäre sein Tyron zur Zeit der politischen Märzstürme zusammengkstürzt; ohne sie hatte die Reaktion in Deutsch­land, welche jetzt wie eine blutgierige Hyäne sv viele treffliche Männer erwürgt, ihren Sieg über die Demo­kratie nicht vollendet. (Forts. folgt.)

Deutschland.

^ Diez, 12. Nov. In derNass. Allgemeinen" vom 11. Nov., zweite Ausgabe, findet sich ein Artikel * Diez, der von Verlanmoung und schmählicher Ver- dachügung strotzt. Es ist darin angedeutet, als sehe man in Diez von einer gewissen Seite gern, wenn die Kaserne durch den darin stattgehabten Brand in einen Schutthaufen verwandelt worden wäre und daß der tägliche Anblick der Soldaten für die meisten Bür­ger eine Qual sei.

Dieser schändlichen Lüge muß ich erwiedern: 1) daß jeder ordentliche Soldat bei uns geehrt und ge­liebt ist, und wir lieber hier ein ganzes Regiment, als blos ein Bataillon sähen; 2) daß die Diezer Bürger, besonders die Arbeiter, nichts sehnlicher wünschen, als daß die hiesige Kaserne ordentlich und wohnlich hcrgestellt werde.

Die hiesige Kaserne besteht nur aus zwei großen Schlafsälen im obern Stock, in welche man nicht mehr, als zwei vollständige Kompagnien legen kann; im un­tern Stock befinden sich 2 Speisesäle, einige Zimmer und die Küche. In den Schlafsälen ist noch nicht einmal die Decke verschütt und verputzt, so daß es im Winter sehr falt darinnen ist.

Es ist uns daher sehr begreiflich, wenn die von Wiesbaden hierher einkarsiruirten Soldaten diese Woh­nung schmähen und dieselbe einen Pferch oder einen Stall nennen; denn sie waren eine bessere Wohnung gewöhnt.

Um aber den Herrn Korrespondenten derNass. Allgemeinen" eines Besseren zu belehren, will ich hier noch einige Thatsachen anführen, um zu zeigen, daß gerade die Bürger, besonders die Handwerker, es wa­ren, welche ihren Brüdern, den Soldaten, in der Ge­fahr beisprangen und die Fenersgefahr abwandten.

Die Soldaten und ihre Offiziere waren bei der Feuersgefahr so bestürzt, daß sie mehr ans Retten iyrer Sachen, als ans Löschen dachten, so daß sie ver-

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Die in ihrer schönste» Blüthe Ties im Herz, im reinsten Gliede, Uns der Wüthrich hat gedrückt.

Laßt umkränzen jetzt mit Myrthen Ihn, der froh die schwersten Bürden

Einst ertrug für's deutsche Laud; Laßt erfrischen uns die Krone, Die sich zum gerechten Lohne

Um des Todten Stirne wand!

So verklärt »lögst Du umschweben Unser trauervolles Leben

Bis zum nächsten Freiheitstag'. Mögst die deutsche Jugend leite», Zn der Stunde, wann die Freuden Unsrer Freiheit werden wach!

Einstens, wenn die Zeiten drängen, Wenn in neuen Jubelsängen

Man zum Freiheitskampfe ruft: Wirst Du Dich, um daun die Deinen Zu dem Kampfe zu vereinen

Froh erheben aus der Gruft!

Mögen flattern daun die Fahnen Unschuldfarben aus dcu Bahnen, Zu dem langersehnten Ziel!

I gaffen, die zum Löschen bestimmten Feuereimer, welche ' unten im Thorgang hingen, herabzulassen; dieselben j wurden vom Feuer ergriffen und verbrannten. Dann 1 hüben die meisten Offiziere nicht so gewirkt, als in ihren Kräften stand. Während auf den Alarm die meisten Bürger, ihre Gesundheit nicht schonend, aus dem warmen Bett halb angekleidet in die rauhe, win­dige Novembernacht zur Rettung eilten, kamen jene Herrn, sorgfältig in ihre Mäntel eingehüllt, und sich wohl hütend, dem gemr zu nahe zu kommen. Sie fom* manbirten die Bürger wohl:Hier fehlt noch Jemand in der Reihe!"Da muß noch Jemand hin!" selbst wollten sie sich aber nicht in die Reihe stellen. So eilte ein Handwerker mit einer schweren Leiter zur Rettung und sprach einen desselben Weg's gehenden Offi­zier an, ihn doch beim Transport derselben zu unter­stützen, allein vergebens. Mit Freuden aber bemerk­ten wir, daß viele unserer Civilbeamten hülfeleistend Herbeigeeilt waren, wohl wissend, daß Kommandiren hier am unrechten Orte sei.

Mainz, 13. November. (Stand der Brech- ruhrepibemie.) Da die asiatische Brechruhr den epidemischen Charakter dahier verloren zu haben scheint, und nur in längeren Zwischenräumen noch vereinzelte Erkrankungsfälle, meist in milderer Form vorkommen, so werden die seitherigen öffentlichen Bekanntmachungen über den Stand der fraglichen Krankheit von jetzt an unterbleiben.

Frankfurt. Der hiesigen Polizei ist es dem Ver­nehmen nach gelungen, eines Theils der bei dem Raub­mord einer Wittwe Hirsch in Berlin entwendeten Pretiosen und Werthpapiere habhaft zu werden. Die Mittheilung über das begangene Verbrechen und die entwendeten Gegenstände war mittelst Telegraphen hier­her gelangt.

München, 12. Nov. (Fr. I.) In ihrer heutigen Sitzung berieth sich die K a m m e r der N c i ch 6 r ä t h e über die vom Ministerium gemalten Vorlagen in der deutschen Frage. An der Debatte, welche von 10 Uhr bis 2 Uhr dauerte, beteiligten ftd): Prinz Luit­pold (Bruder des Königs), welcher dem Ministerium beipflichtete und die Hoffnung aussprach, daß Bayern bei der definitiven Gestaltung Deutschlands in einer Weise berücksichtigt werden möge, welche seiner geschicht­lichen Größe entspreche. Er sey stolz darauf, ein Bayer zu seyn. Dann Graf Seinsheim und noch mehrere Neichsräthe, welche sämmtlich dem Ministerium bei­pflichteten. Nur Heinz stellte seine etwas abweichen­den Ansichten dar, ohne jedoch die Handlungen des Ministeriums zu mißbilligen. Der sodann einstimmig zum Beschluß erhobene Antrag des Referenten Graf Armannsperg lautet wörtlich:Die Kammer legt in ihr Protokoll, auf Grund der gemachten Vorlagen vom 24. Sept. d. I. über das ganze Verfahren und Benehmen der Staatsregierung in der deutschen Ver- fassnngsangelegeuheit während" der Zeit vom 21. Mar

Willst nicht rächen Dich, nein retten Unser Deutschland aus den Kette», Aus dein düstern Klaggewühl'.

Dann, ja dann erst wirst Du wieder Froh zur ruhigen Erde nieder Kehren in Dein GrabeSzelt;

Dann sind Deines Blutes Flecke», Die Germania's Kleid bedecken, Nein gewaschen und erhellt.

Doch geduldig laßt uns trauer»! Lange, lange wird es dauern, Bis die Frciheitsstnnde schlägt.

Mag die Blüthe auch verschwinden, Wird's ein naher Frühling künden, Daß der Kern einst Blüthen trägt.

Anklageact wegen der auf dem Idsteiner Congrest begangenen Verbrechen.

- (Fortsetzung.)

Dr. M eyer fährt nun fort:

Ich mache nur noch darauf aufmerksam, Mitbürger! haltet an dem fest, was wir thun sollen, das Warten ist vorbei.