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Hannover, 9. November. Stubern nun ist als Präsident der zweiten Kammer vom König bestätigt, i Zum Gcueralsyndikus (Berichterstatter) ist Handel- man (Linke) und zu dessen Stellvertreter Hirsch (linkes Centrum) gewählt. (Westd. Z.)

Wien, 5. Nov. Die Bedenklichkeiten wegen eines zwischen Rußland und der Pforte möglicher Weise aus- brechenden Krieges wollen noch nicht verschwinden, da die Rüstungen in beiden Ländern nicht aufhören. Ruß­land läßt Magazine in die Nähe der galizischen Gränze anlegen , zieht seine Truppen nicht in das Innere des Reichs zurück, sondern läßt dieselben sich dicht hinter der Krakauer Eisenbahnlinie aufstellen, damit eine schlen- nige Bewegung gegen den Süden stattfinden könne. Andererseits macht die Bestimmung der Pforte, wie die Einreihung der Rajcch's in die Armee stattzufinden habe großes Aufsehen, sowie die Anwesenheit Wysocky's und Bem's in Schumla nicht gleichgültig erscheint.

Wien, 8. November. Nach den neuesten Nach­richten aus Arad sollt n daselbst neuerdings fünfzehn kriegsrechtliche Urtheile gefällt worden sein. (Fr. I.)

Wien. Schuselka's neueste SchriftDeutsche Fahrten" darf für die Zeit und im Bereich des Be­lagerungszustandes nicht verläuft werden. (A. Z)

Wien. Oesterreich hat einen zweiten Schritt gethan, um die Zollvereinigung mit Deutschland an­zubahnen. Von blos theoretischen Vorschlägen ist es zu einer praktischen positiven Maßregel übergegangen. Auf Vorschlag des Justizministers von Schmerling ist durch ein D Gesetz vom 2. November die Einführung bpt auf dem Leipziger Kongresse im Jahre 1847 und 1848 ausgcarbeitetcn und seitdem von der provisori­schen Centralgewalt für Deutschland am 27. Novbr. 1848 publizirteu allgemeinen deutschen Wechselordnung für alle Kronländer der österreichischen Monarchie be­schlossen^ worden, und so die Einheit in Beziehung auf den Wechselverkehr für alle Länder vom Rheine bis zur untern Donau, von der Nord- und Ostsee bis zum Po und zu den Küsten des adriatischen Meeres ins Leben gerufen.

Man bemerkt, daß die südslavische ZeitungIng Slovenski mit einemmal besondere Sympathien für die Magyaren an den Tag legt. (Nat.-Z.)

Wien, 8. November. Die Gemahlin des stand­rechtlich Hingerichteten Grafen Louis Datthyanyi ist nebst ihren Kindern hier durchgereist, um ihren Aufenthalt in Landau zu nehmen.

Prag, 5. November. Graf Karolyi mit vier an­dern Staatsgefangenen wurden heute hier durchgeführt, um ihre Feftungsstrafe in Theresienstadt zu erleiden. Neber die glücklichen Zustände Oesterreichs wird dem C. B. a. B. berichtet, daß gegenwärtig eine neue De­putation der Slovaken in Wien angelangt sei, welche darum petitioniern, daß man die Stockprügelstrafe bei ihnen abschaffe. Die neu eingesetzten Beamten Hansen ärger als irgend ein Barbar.

S ch w e i z.

Zürich, 4. November. Ein Artikel derDeutschen Volkshalle" bahrt Königsberg, 9. Oktober, und abge- druckt in derDidaskalia" vom 22. Oktober, erzählt mit Nebenumständen und Betrachtungen Folgendes: Ich soll, wie mein Freund, Hr. Johann Jakoby, mitgetheilt habe, die in meinen Händen befindliche Ver­schreibung, durch welche Hr. H. v. Gagern sein un­verbrüchliches Festhalten an der Neichsverfassung vom 28. März gelobt, an einen englischen Kuriositäteu- Sammler für 5 Guineen verkauft haben." So weit mein Name und der von Jakoby bei dieser Erzählung in das Spiel gezogen, enthält sie e i n e ^Unwahrheit.

Heinrich S i in o n.

Italien.

Die Nachricht von der bevorstehenden Rückkehr des Papstes nach Rom gewinnt beinahe ein officicltes

Ansehen durch den Umstand, daß selbst dieGazzetta bi Bologna" vom 30. Oct. sie bringt, ein Blatt, wel­ches der Censur unterworfin ist und unter dem irecten Einflüsse des päpstlichen Legaten, Monsignor Bechini, steht. Das erwähnte Journal behauptet sogar, Pius IX. werde in den ersten vierzehn Tagen des Novem- bers zurückkehren. Außerdem wird versichert, die ge­genwärtige frvnzösische Garnison werde durch die jetzt in den äußeren Cautonnements liegenden französischen Truppen abgelöst werden, Den Befehl über die römischen Truppen wird ein vom Kriegsminister, Für­sten Odescalchi, zu ernennender Ober-Befehlshaber erhalten.

Das Gerücht, welches behauptet, daß die Commis­sion der Kardinäle dem französischen Generall Levail- lant das Commando der päpstlichen Truppen, die in Rom stationiren, abgenommen, hat sich bestätigt. Das hierauf bezügliche Dekret ist am 28. erschienen. Es heißt, daß Oberst Relligrini, welcher die römische Ca- vallerie kommandirte, zum General-Commandanten der ersten Division in Rom ernannt worden sei. Man sprach außerdem von einem Wechsel im Personal der Kardinäle. Danach sollen Bernetti und Lambruschini durch Della Genga und Vanicelli ersetzt werden. Diese Nachricht verdient, obgleich man in der Start vielfach an dieselbe glaubte, Bestätigung. Nach einer vom General Nostolan in der Ebene d'Acqua lestota am 24. Oktober abgehaltenen Revue besteht die französische Armee in Rom aus 22 Bataillonen, 8 Eskadronen und 4 Batterien.

Nachrichten aus Turi n vom 3. Nov. zu Folge haben die Minister Margherita, Galvagno und Nigra beim Könige ihre Demission eingereicht, weil sie mit General Bava gegen den neuen Kriegsminister Alfonso La Marmora, ehemaligen Minister und jetzt bevoll­mächtigten Commissär in Genua protestiren. Der Kö­nig hat die Demission nicht annehmen wollen. Man hat nun einen Ausweg gesucht, und dem Venetianer Naleocopa das Portefeuille des Ministeriums der öffent­lichen Arbeiten gegeben, sowie den obigen drei Mini­stern zugesagt, daß beim Eintritt des Generals La Marmora ins Ministerium, der Ausnahmezustand, wel­cher in Genua schon seit dem Monat April dauert, aufhören werde.

In Sardinien sollen die Angriffe gegen das Eigen­thum so häufig sein, daß die Ortobehörden den Vor­schlag machten, die ganze Insel in Belagerungszustand zu erklären. (W. Z.)

Türkei.

Ein Brief aus Konstantinopel vom 20. Okt. im M. Hetalv" enthält wenig Neues. Die Rüstungen der Pforte dauerten fort; in den Arsenalen herrschte große Thätigkeit, und man hoffte, die ganze Flolte binnen Kurzem armirt zu sehen und bereit, in See zu stechen. Dadurch, daß alle im Hafen befindlichen türkischen Kauffahrteischiffe mit Embargo belegt wor­den waren, hatte man eine große Anzahl trefflicher Matrosen erhalten. Die Schiffe sollen ihre Contin- gente sehr bereitwillig gestellt haben. Nach der Ma- trosen-Aushebung wurde der Embargo wieder aufge­hoben. Die Armee ward beständig durch neue Re­kruten verstärkt, deren Einübung europäische Offiziere leiteten.

Großbritannien.

London, 6. November. Gestern stellte sich Capi- tän Roß der Admiralität vor. Er sprach die Ueber­zeugung aus, daß Sir John Franklin's Erpedition sich in dem östlichen Theile der arktischen Region, so weit das Meer dort befahrbar sei, nicht befinde, und daß dieselbe westwärts entweder von der Mackenzieabthei- lung (nordamerikanische Erpediton), oder von dem eng­lischen Kapitän Moore aufgefunden werden dürfte. Seine beiden Schiffe waren vom 11. September 1818 bis zum 29. August b. J. bei Port Leopold emgefro-

ren. Die größte Kälte betrug 80 Grad (Fahrenheit) unter dein Gefrierpunkte. Fast drei Monate lang war die Sonne nicht zu sehen. Capitän Noß drang noch 230 englische Meilen weiter bis zum Wrak derFurie" auf dem Este vor. Er fand hier noch das Zelt und alle Gegenstände vollkommen erhalten. Capitän Roß verlor nur vier Leute seiner Schiffsmannschaft durch Krankheit. (O-P-A-Z.)

London, 9. Nov. DieMorning-Post" sagt, sie könne als zuverlässig mittheilen, daß das spanische Ca- binet der französischen Regierung durch seinen Bot­schafter in Paris das Anerbieten gemacht habe, sich mit Frankreich gegen Marocco zu verbünden, da es ebenfalls von dem Kaiser Abderrhamau Genugthuung zu verlangen habe, welcher seinen Artilleristen gestatte, Dienste bei den Mauren zu nehmen, welche Melilla belagern, das neuerdings angegriffen worden. (F. I.)

MepubLik FraZekreich.

! Paris, 7. November. Auf dem Lande ist man er­bittert über das Votum der 300,000 Franken zu Gun­sten der Me. von Orleans. Die Unentschlossensten, v!e welche gar keine Partei ergriffen hatten, begreifen, daß die Regierung hartnäckig die Rechte und Leiden des Volkes ignorirt. Man verlangt zum Nachtheil der Bauern die Wiedereinführung der Steuer auf die Getränke und wählt Fould zum Minister, der einer der fanatischsten Anhänger dieser verhaßten Abgabe ist, und gleichzeitig wirft man Prinzen, welche gegen die bestehende Ordnung, gegen die Republik cpufpiriren das Geld scheffelweise zu. Eine solche Unverschämtheit würdigen die Departements aber auch ganz gut, denn man verlangt nur von allen Seiten die Namen der Repräsentanten, welche für dies unpopuläre Ge­setz stimmten. Wir werden diese Namen geben, sagt die Neforme, damit jeder sehe, wie sein Vertrauen mißbraucht worden, und jeder eines Tages seine Hand- lungen verantworte.

Die Minisierkrisen gehören jetzt zum Unver­meidlichen. Es genügt aber nicht allein eine persön­liche Politik befolgen zu wollen, man muß sie vor der Nationalversammlung auch zu vertreten und zu ver­theidigen wissen. Nun scheint es aber, als hätte Bo­naparte kein so starkes Zutrauen mehr zur Beständig­keit des Herrn No uh er, und zur Beredsamkeit des mittelmäßig beredsamen Hrn. Ferdinand Barrot. Er­sucht Leute, welche über eine würdigere Haltung ein gewandteres lind studirteres Wort ^u verfügen haben. Man zweifelt sehr, daß cs ihm wie Columbus auf dieser Entdeckungsreise gehen werde. Der atlantische Ocean ist keine Lüge wie der der Bonaparte'schen Po­litik. Unter bem Königthum war man nicht nur Mi­nister des Königs, sondern auch der Majorität. Nach dem Februar nannte man sich Minister der Republik. Dank der herrschenden Confussi'on, man wußte gar­nicht, was darunter eigentlich zu verstehen sei, denn die Minister waren keine einheitlichen Gestalten mehr, sie schwankten zwischen zwei widerstrebenden Gewalten, als wahre Janusgesichter. Seit dem 31. Oktober aber ist es anders. Man ist zwar nominel noch Minister der Republik, de facto aber soll man lediglich Mini­ster des lebendigen Ausdrucks des 10. Dezembers sein. Und diese conditio sine qua non zum Ministerium ist deshalb so schwierig zu erfüllen, weil die Minister der Lüge in der Politik der Feigheit gar nicht zu ent­behren sind. Kourage, meine Herren! Kourage, und es wird schon gehen! (Westd. Z.)

Paris, 8. Nov. (M.Z.) Ein Dekret des Präsi­denten vom 6. Nov. ernennt den General Baraguay d'Hilliers zum außerordentlichen und bevollmächtigten Minister der Republik in temporärer Sendung beim Papste. Derselbe ersetzt Hrn. v. Corcettes, der nach Frankreich zurückkehrt.

Baraguay d'Hilliers wird den 10. v. M. nach Rom abgehen.

Der §. 1 des Programmes lautete:

Die Regierung deS Herzogthums Nassau hat gleich jeder deutschen Regierung die Verpflichtung, ven Verfügungen der von der Nationalversammlung am 6. L Mts alS höchster Reichögewalt einge- seyten Regentschaft unweigerlich Folge zu leisten." Es entstand eine Diskussion hierüber. S ch a pper beantragte einen Zusatz dahin lautend:die Nationalver­sammlung möge ihren Sitz nehmen, wo sie wolle, und aus so vielen Mitgliedern bestehen als sie wolle, stets anzuerkenncu" und äußerte nun: man brauche die Für­sten nicht, man müsse die Sache mit Kraft angreifen, wenn die Fürsten nicht nachgeben wollten, so müßte man Gewalt anwenden , zu den Waffen greifen, es seien ja deren genug da; wenn auch Blut fließt.

Sonntag, den 10. Juni wurde nun die Kirche in Idstein gegen den Willen deS Geistlichen, lind bei aus­drücklichem Widerspruch desselben, von den Personen in Beschlag genommen, welche den Landescongrcß bilden wollten; es wurden zwar außer den aufgetretenen angeb­lichen Deputirten von Gemeinde- und Volksvereinen, welchen Legitimationen abgenommcn wurden, auch andere Personen zugelassen ; die Ersteren aber nur als stimm­berechtigte Mitglieder des Congresses.

Es wurden der Präsident Raht als erster Vorsitzen­der, Amtssekretär H e h n c r als zweiter Vorsitzender, der Anitsaccessist Müller und Redakteur Oppermann als Schriftführer erwählt, von diesen auch diese Aemter übernommen.

Raht leitete als erster Vorsitzender die ganze Verhandlung.

DaS in der Vorvcrsammlung entworfene Programm wurde den Verhandlungen zu Grunde gelegt, die einzel­nen Paragraphen zur DiScussion gebracht und alsdann darüber abgest mmt.

Es kamen aus diese Weise folgende Beschlüsse zu Stand :

§. 1. Die constituilende deutsche Nativnalversamm- lung erkennen wir alS solche lind deren Beschlüsse als unbedingt bindend an; sie ist unsere höchste Behörde, in welcher Stadt deS Vaterlandes auch immer die National­versammlung sei.

§. 2. Die Regierung deS Herzogthums Nassau hat gleich jeder deutschen Regierung die Verpflichtung, den Verfügungen der von der Nationalveisammlung am 6. I. MtS. als liebste Reichsgcwall eingesetzten Regentschaft unweigerlich Folge zu leisten.

§. 3. Jeder, der mit der seitherigen provisorischen Centralgewalt oder einem reichsverfassungsfeindlichen Staate eine, die Deutsche Reichsverfassung vom 28. März d.J. oder deren Durchführung gefährdende Verbindung unter­hält, ist deS HochverratHS schuldig.

§. 4. Die Nassauische Regierung wird aufgefvrdcrt, unsere Truppen aus ihrer feindlichen Stellung gegen Ba­den und Rheinbaiern sofort zurückzuziehen und zur Ver­fügung der Reichöregentschaft zu stellen. Wir verlangen ebenfalls, daß die Nassauische Regierung sofort bei der Regentschaft dahin wirke, daß die Nassauischen Truppen in Schleswig-Holstein von den Preußen getrennt und un­ter die Befehle eines, die Nationalversammlung anerken­nenden Reichsgenerales gestellt werden.

§. 5. Die Nassauische Regierung ist, um die allge­

meine Volksbewaffnung auf das schleunigste hcrzustcllen, zur Beschaffung der Waffen von Seiten deS StaatS aufzufordern.

§ 6. Von der Nassauischen Regierung wird er­wartet, daß bet der dermaügen Besitzung der höheren Stellen der VolkSwehr, nur solche Männer gewählt werden, welche entschieden daS Vertrauen des Volks besitzen.

§. 7. An die Negierung wird das Verlangen ge­stellt, alsbald eine vollkommene Amnestie für alle wegen politischer Vergehen Augcschuldigten und Verurtheilten, sowohl aus dem Civil- alS Militärstande, ohne 2luS- nähme Eintreten zu lassen.

§. 8. Ta der bestehenden Versammlung der Abge­ordneten der Charakter einer versassnnggebenden sowohl von der Regierung als auch von der Kammermajorirät bestritten wird, dieselbe auch das erforderliche Vertrauen deS Volkes nicht genießt, so wird die unmittelbare Be­rufung einer, nach dem Prinzip der direkten Wahl zl» wählenden, verfassunggebenden Versammlung verlangt.

§ 9. Wir verlangen, daß die Nassauische Regie- rnng an die Stelle derjenigen Nassauischen NcichStagoab- gcordncten, wccche sich bis zum 14. d. Mts. nicht in Stuttgart cingefunden haben, unverzüglich neue Depu­tiere wählen lasse.

H. 10. Schließlich erklären wir, daß nur ein sol- cheS Ml nisten um daS Vertrauen des Landes besitzen wird, welches ssich die Vollziehung der vorstehen Be­schlüsse zur Aufgabe sitzt.

(Fortsetzung folgt.)