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Vi beschließen,: so hat sie gar keinen Werth weder für das Volk noch für ben König.

Nur vermittelst einer frei gewählten Vertretung des gejammten Volkes kaun cs Wahrheit werden zwischen dem König und dein Volke.

Schwerin, 6. Nov. Am 2. d. M. traf, wie di Demokratische Ztg." meldet, Hoffmann von Fallers leben mit seiner jungen Gattin hier ein, um nach ei nein kurzen Anfenthalte bei Dr. Schelle zu Müller in Holdorf weiter zu reisen. Er gedenkt daselbst einige Tage zu bleiben , um sich demnächst an seinen Wohn­sitz in der Gegend von Bingen am Nhcin zu begeben.

Kiel, 5. Nov. Gestern Abend fand hier in der Harmonie eine Versammlung von 75 Deputirten aus allen Theilen der Herzogthümer statt, in welcher eine Adresse an die Landesversammlung beschlossen wurde, - die heute Morgen durch eine Deputation von 12 Per­sonen dem Präsidenten Bargum für die Laudcsver- sammlung überreicht worden ist. Die Adresse lautet, wie folgt:Hohe Landesversammlung! In der Noth dieser schweren Zeit, die Recht n nb Gesetz mit Füßen tritt im Herzogthum Schleswig, und die für immer das Herzogthum Holstein vom Bruderlande zu trennen ; droht, sind cs Abgesandte aus allen Ortschaften und Distrikten der Herzogthümer, die hier zu Ihnen ihre Stimme erheben. Wir sind gekommen von nah und fern, um die verfassungsmäßige Laudesvertreturg deß zu versichern, daß auch jetzt, nach fast zweijährigen er­folglosen Kriegskünsten, wir unverbrüchlich fefthaltcn wie immer an den Landcsgerechtsamcn, daß wir freu­dig jede entschiedenste Maßnahme zur Wahrung dcr- - selben begrüßen und daß wir jeder Anforderung auf das Bereitwilligste genügen werden, die zu den bereits gebrachten Opfern weiter unsere rechtmäßigen höchsten Staatsgewalten an uns stellen werden. Gestützt auf diese offenkundige Gesinnung Ihres Volkes, auf dessen thatkräftige und aufopferungsfähige Vaterlandsliebe, werden Sic, eingedenk Ihres Wortes,nicht zu lassen bis zum Aeußersten vom Recht dieser Lande", der Ge­walt, wo sie diesem Recht bereits entgegentritt und der Gefahr der völligen Vernichtung dieses Rechts mit allen zuständigen Mitteln auf das Bestimmteste entge­gen treten. Sie werden insonderheit, deß halten wir uns zu Ihnen gewiß versichert, doch dafür Sorge tragen, soweit an Ihnen liegt: 1) Daß die dem Her- zogthum Schleswig aufgedrungene Fremdherrschaft und deren Willkürregimcut sobald als irgend thuulich ihre Beseitigung finde und Recht und Gesetze wieder an die Stelle der Gewalt trete und der von oben hervor­gerufenen Anarchie, die in ihrer Fortdauer nur des Volkes Entsittlichung mit sich führen würde; 2) daß von der einstweiligen Herstellung der gesetzlichen Ord­nung im Herzogthum Schleswig abgesehen, die Streit­frage zwischen uns und dem Laudesfeinde in einem Frieden nicht anders ihre schließliche Erledigung finde, als auf Grundlage der Landesgerechtsame, für die wir im März vorigen Jahres die Waffen erhoben, und des verfassungsmäßig ins Leben getretenen Staatsgrund- gesctzes; 3) daß, insofern nicht gegründete Aussicht vorhanden ist, einen solchen Frieden zu erlangen, schleunigst möglich der Krieg wieder ausgenommen werde, und zwar allein von den Herzogthümern, die das große gemeinsame Vaterland der auf ihm ruhen­den Verpflichtung thätiger Beihülfe aus freien Stücken entbinden, wenn sie gleich jeve bereitwillig gebotene deutsche Hülfe schon als Zeichen eines regen deutschen Gemciusinns mit Freuden entgegennehmen werden; 4) daß zunächst und vor allen Dingen, damit die eigene Aufnahme des Kriegs nur ermöglicht werde, vas Verhältniß aller in unserer Armee dienenden frem­den Offiziere, deren Verdienste um unser Heer und um unsere Sache wir vollkommen zu würdigen und denkbar anzuerkennen wissen, allerschleunigst dahin fest- gestellt werde, daß sie, jedem fremdem Einflüsse ent­nommen, allein von der rechtmäßigen höchsten Staats­gewalt der Herzogthümer abhängen. Kiel, 5. Novem­ber 1849. (Folgen die Unterschriften von 75 Depu­tationen von Communen und von Vereinen.) (M. Z.)

Leipzig, 7. November. Der Leipziger Stadtrath ist immer noch besser als sein Ruf. Wie ich vorher­sagte, hat er cs nicht gewagt, die Todtenfeier für No-- bert Blum zu verbieten, obgleich es ihm vom Mini­sterium vorgeschrieben war, wohl aber hat er sich in getreuer Befolgung einer Verordnung der hiesigen Kreis- direktion zu folgenden Maßregeln veranlaßt gesehen. Gestern mußten die Mitglieder des Blumkomite's an Nathsstelle erscheinen, wo ihnen Folgendes bedeutet wurde: Zuerst sind sie solidarisch verantwortlich für alle Folgen und Ruhestörungen, welche am Abend des 9. November stattfinden; ferner darf die Feierlichkeit nicht über die Polizeistunde 10 Uhr hinaus aus­gedehnt werden, und drittens darf keinerlei öffentliche Einladung in Zeitschriften oder Plakaten dazu ergehen. Um diese letzte Bestimmung durchzuführen, wurden zu­gleich sämmtliche Redakteure der hiesigen Blätter citirt und mit derselben bekannt gemacht.

In diesen Maßregeln liegen zwei ganz offenbare Verletzungen klar ausgesprochener Gesetze; zunächst hat sich nach einer ausdrücklichen Bestimmung unsers Ver­eins- und Versammlungsmandats, die Polizei, welche der Stadtrath vertritt, aller Kognition und Einmisch- ung bei der Ausübung dieser Märzerrungenschaft zu enthalten; dann sind alle Preßvergehen nur von der Staatsanwaltschaft zu verfolgen und keinerlei Präven­tivmaßregeln gestattet. Nur ein Einziger der hiesigen

Nedaktcnre, Herr Cramer, Redakteur derVater- landsblättcr", hat gegen die Verordnung protestirt. Sie sehen also, daß auch wir vollkommen wieder im I Pollzeistaate leben. Im vorigen Jahre erschien der ; Herr Kreisdircktor v. Broizem, dem wir heuer diese ! Aufmerksamkeiten zu verdanken haben, an der Spitze : des für R. Blum veranstalteten Trauerzugs. So än- I dern sich die Zeiten und die Menschen!

So eben, vor Abgang meines Briefes, erhalte ich noch ein Aktenstück, das in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. In Bezug auf eine öffentliche Einladung zu dem am Geburtstag Rob. Blums, I den 10. Nov. stattfindenden Blumbanquet ist dem Ver­anstalter desselben folgende Verordnung zugegangen: Auf Anordnung der Königl. Hohen Kreis-Direktion wird Ihnen eröffnet, daß zwar die Abhaltung eines Konzertes und Abendessens am Geburtstage des Buch­händlers B I u m Ihnen unverwehrt ist, daß aber die Abhaltung eines öffentlichen Blumbanquets, als eine offene Parteidemoustration nicht gestattet wird, und Sie daher der Veröffenlichung fernerer dahin gerichte­ten Einladungen sich zu enthalten haben." Die Randglossen zu diesem Musterbild nachmärzlichen Kanz- leistyls mögen sich die Leser selbst machen. (Nat.-Z.)

Breslau, 6. November. So eben geht uns die Nachricht zu, daß der ehemalige Abgeordnete zur preus­sischen National-Versammlung, Pastor Müller zu Niemberg bei Wohlau, Stcuerverweigernngshalber vom Amte suspendirt worden. (N. O.-Z)

Wien, 6. November. Der Entwurf des neuen Strafgesetzbuches ist auch der Prager juridischen Fa­kultät zur Begutachtung vorgelegt worden.

Graf L. Lazansky ist zum Statthalter von Mähren ernannt worden.

Der kaiserlich russische General Hasfort hat auf der Spitze des Kapellenberges bei Kronstadt ein mili­tärisches Denkmal, zur Erinnerung an die russisch-öster- rcichische Union, mit der Inschrift: .Jlussia et Austria unita 1849 setzen lassen.

Republik Frankreich.

Paris, 6. Novbr. (Westd. Ztg.) Die Ruhe, mit welcher die Arbeiterbevölkerung von Paris die Message des Präsidenten und seine Rede, die er bei Gelegenheit der Jttvèstltur der Magistratur einführte, ist ein sicheres Zeichen, daß sie ihre Lage vollfommen begreift, und ihre Stärke kennt. Lu andern Zeiten, einige Monate früher noch, würden auf die Publikation des Mani­festes die Attcliers sich geleert, und zahlreiche Gruppen sich an den gewohnten öffentlichen Plätzen eingefunven haben, um mit Lebhaftigkeit die neue Lage zu bespre­chen; diesmal sah man nichts von allem Dem, und wir dürfen uns Glück dazu wünschen, weil die Feinde der Scepublick nun keinen Vorwand haben, ihre poli­tische Eristenz zu^verlängeru, und den Republikanern die Schuld am Siechthum der Geschäfte beizumesscu. Die arbeitenden Klassen, die kleinen Handelsleute und kleinen Industriellen, werden endlich Ansehen, daß die ernste Lage, dem Zustand der Noth und Beklemmniß, worin sie sich befinden, und Fcr Schlummer, in wel­chem noch immer die Arbeit liegt, einer einzigen Ur­sache zuzuschreiben sind, und zwar der, daß eine per­manente Konspiration im Gipset der Gesellschaft gegen die bestehende Ordnung der Dinge agitirt.

Le Temps berichtet: die Gerüchte von einer Demission des Prinz.Präsidenten liefen heute wieder in den Couloirs der Assemblee von einem zum andern. Man versicherte daß alle Anstrengungen, alle Bitten seiner Freunde fruchtlos geblieben seien. Er will von seinem Projekt nicht ab stehen. Bonaparte beklagte sich lebhaft über Das, was in der letzten Sitzung des sogenannten Staatsraths beschlossen worden ist. Der Vorwand zu seinem Entschluß ist, daß die Ma­jorität seinen Reformen und Fortschritts-Projekten feindlich sei, er sieht daher kein anderes Mittel, dem Conflikle, der zwischen ihm und der Majorität mit jedem Tage auszubrechen droht, als einen Aufruf an das Volk zu erlassen.

Diese Gerüchte hatten heute eine große Festigkeit gewonnen, und wurden selbst durch einige Intime des Elisses bestätigt. Nichts desto weniger, geben wir sie mit jevem Vorbehalt. Es ist keine Frage daß der Präsident sehr genirt ist- in der politischen Welt des St. Georg-Platzes behauptet man, daß L. Bonaparte im vollständigen MißveHändniße mit seinem Ministe­rium über zwei Fragen sein soll. Die absolute Be­dingung des Eintritts dreier Minister soll die gewesen sein, daß Bonaparte das Gesetzprojekt welches die prinz-präsidentlichen Repräsentations-Gelder z» erhö­hen gedenkt, nicht vorgebracht wurde, und demnach soll in zwei Ministerberathungen der Präsident, wel­cher regieren und herrschen will, auf der definitiven Präsentation dieses Projektes bestanden haben. Man weigerte sich; aber vielleicht werden die Commis dem Patron gehorchen! Die 2. Frage und hier ist Ei­nigkeit im Kabinet - soll die Amnestie betreffen. Der Präsident soll sie reklamiren, sagt man; aber wir glauben es nicht. Was das Ministerium aulangt, so weigert es sich.

Paris, 7. Nov. (Mz. Z.) Den neuesten Nach­richten aus Toulon zufolge hat die zwischen Frankreich und Marokko obwaltende Zwistigkeit eine solche Wen­dung angenommen, daß auf keine gütliche Beilegung zu hoffen ist. Der vom französischen Geschäftsträger den marokkanischen Behörden gesetzte Termin, der fran­

zösischen Flagge die geforderte Genugthuung zu geben, war am 22. Oktbr. verstrichen. Der Geschäftsträger schiffte sich nun auf der FregattePauonc" mit allen ( französischen Unterthanen, die ihnTanger wohnen, ein, und ließ das DamvffchiffDauphin" längs der Küste hinfahren, um die Franzosen, die in Larrache und an andern Orten wohnen, aufzunehmen. Die Republik wird ernste Maßregeln ergreifen, um sich Genugthuung zu verschaffen, und man sagt, die Flotte, die der Le­vante znsegelt, habe den Befehl erhalten, sich Marokko zuzuwenden.

Spanien.

Madrid, 27. Oktober. Der Clamor publico be­hauptet, daß sich die Königen von Spanien in inte­ressanten Umständen befindet.

Madrid, 31. Oktober. Die Pallast-Jntrigue bildet noch immer das Tagesgespräch.

Mon besteht fest auf seiner Weigerung, die Prä­sidentschaft der Kammer anzunehmen. May ans, wel­cher letztes Jahr Präsident war, wird Minister wer­den und General E. San Miguel wird der Oppo­sitions-Kandidat sein.

Narvaez ist anßerordentlich aufgeregt durch die Artikel in der Presse über die spanischen Zustände und die letzten Pallast-Ereignisse, unb hat die Ausgabe des Clamor^Publico" für die Provinz verboten, was in der Stadt eine große Aufregung hevorgebracht hat. Die Mauern sind mit Plakaten über dies mi­nisterielle Wetterleuchten und der Pallasit -Intriguen bedeckt.

Die Zeitungen berichten von neuen Angriffen der Mauren auf Melilla. Details darüber kann ich nicht geben, weil die Nachricht aus Andalusien, bem Lande der Münchhausen, kommt.

Von Cadir erfahre ich, daß dort Alles ruhig ist. General Balboa, welcher thätigen Antheil am letzten Minister-Wechsel nahm, wurde von Cadir unter Mili­tär-Eskorte nach Centa transportirt.

Vom 1. November. Die Dimission des Ge­neral San Miguel ist angenommen und dagegen Don Manuel Slander an dessen Stelle ernannt wor­den. (Westv. Z.)

Madrid, 2. Nov. Die Kammer war beim Ab­gänge des Kuriers noch nicht definitiv konstituirt, der Präsident und die vier Vizepräsidenten waren erwählt. Nach der Einrichtung der Abtheilungen werden die Kommissionen erwäpkt werden. Olozaga und mehrere seiner Gesinnungsgenossen haben die Vorlage mehrerer Dokumente in Bezug auf die innere und äußere Po­litik verlangt. Dieser Vorschlag wird gewiß eine leb­hafte Diskussion herbeiführeu. Man sagt, die Frage wegen der Verwaltung der königlichen Einkünfte unb des Palastes sei auf dem Wege der Lösung.

Türke i.

Das Malteser BlattPortafoglio Maltese" vom 22. Oktober meldet:

Heute früh traf der königl. DampferRosamond", zur Flotte des Admiral Parker gehörend, hier ein. Der Dampfer verließ den Admiral und die ganze Flotte oberhalb Jdra in der Richtung nach den Dar­danellen. Er bringt uns die wichtige Nachricht, daß das englische Geschwader sich mit der ottomanischen Flotte vereinigen und Sir William Parker das Ober­kommando über beide übernehmen werde. Die vcr- cinigte Flotte sott nöthigenfalls bis ins schwarze Meer- vordringen, sobald Rußland der Pforte den Krieg er­kläre. DerRosamond" brachte gleichzeitig Befehl an den Kontreadmiral Harvey, alle hier eintreffenden Kriegsschiffe sofort nach den Dardanellen zu erpediren. Das erwähnte Dampfschiff hat nebenbei auch die Fa­milie des Admiral Parker, welcher sich an Bord der Caledonia" befand, hierher gebracht und wird mor­gen zur Flotte zurückkehren. Die FregatteThetis" hat Proviant für die Flotte hier eingenommen und machte sich nach der Levante fege! fertig'; der königliche DampferArdent", welcher gestern von Livorno an­kam, um nach England zürückzukehren, da seine Dienst­zeit im Mittelmcerc abgetaufen ist, hat Kontreordre erhalten, und wird vorläufig noch hier bleiben.

Wenn aus diesen Nachrichten unzweifelhaft hervor­geht, daß England und die Pforte an eine definitive Beilegung der Differenzen noch nicht glaubten, so dürfte in den Bewegungen der Flotten doch nicht mehr zu suchen sein, als eine für nöthig erachtete Vorsichts­maßregel , die ihnen für bim Fall einer unerwarteten Wendung der Dinge dasSchlagfertigsein" sichert.

Die neuesten Nachrichten ans Konstantinopel melden, daß Bem beim Sultan eine geheime Audienz hatte. Man glaubt, daß in derselben wichtige Ange­legenheiten bezüglich der Auslieferungsfrage verhandelt worden sein sollen. Als Böm den Sultan verlassen hatte, wurden ihm auf sein Landhaus von dem LeNte- reu abermals bedeutende Geschenke geschickt, worunter sich vier prachtvolle Araberrosse besonders auszeichnen sollen. Man glaubt allgemein, daß Bëm neuerdings eine bedeutende Militairstelle übernehmen werde. Der englische Gesandte in Konstantinopel machte Bem be­reits mehrere Besuche; eben so hat Bein die englischen Kriegsschiffe, welche vor Konstantinopel liegen, in Au­genschein genommen. Der Fanatismus wird auch be­reits in der Türkei unter dein gemeinen Volke geweckt, indem man das Gerücht ausstreut, es drohe dem Is­lam selbst von Seite Rußlands Gefahr!! In Klein-