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MOrtici, 20. Sept. Nicht blos Oesterreich, sondern auch Frankreich soll das Edikt des Papstes gelobt ha­ben'; so geht hier das Gerücht. _ Der Korrespondent füat jedoch hinzu, daß dem nicht ,o jei, sondern daß Frankreich seine Vorbehalte gemacht habe Hr. von Corcelles wird wieder zurückkommen; er scheint sich um den Posten eines französischen Gesandten in Nom ui bewerben; Hr. v. Rayneval scheint denselben Plan zu hegen. Hr. Harcourt bezeugt seinerseits wenig rüst, diesen Posten aufzugebcn.

Garribaldi wurde, wie derCorriere" vermu­thet, in Folge des französischen Einflusses auf die dor­tige Negierung, sogar in Tunis nicht zugelaffen und mußte an Bord des Schiffs, das ihn hinbrachtc^zu- rückkehren. Er befindet sich nun entweder aus Sar­dinien oder auf der Insel Santa Maddalena, einem der bucinarischen Eilande an der Nordostküste der ^nsel

Sardinien.

Schweiz.

Zürich 30. Septbr. Die Universität Zürich hat einen schweren Verlust durch den Abgang des Prof. Engel nach Prag erlitten; an seine Stelle tritt, für Anatomie und Physiologie, Prof. Ludwig in Mar- - als Privatdozenten werden im nächsten Se­mester neu auftreten Dr. Hillebrand von Gießen für deutsches Recht, Marsch all von Biberstein von Dresden für Staatswirtschaftslehre. Der zür­cherische Erziehungsrath verlangt einen jährlichen Kre­dit von 1600 Fr. zur Anordnung einer einheitlichen Inspektion der sämmtlichen Volksschulen des Kantons; er erklärte dabei offen, daß sich auf die Weise eine passende Gelegenheit darbiete, nm Herrn Scherr für die schweren Unbilden, die er im Kanton Zürich zu erleiden hatte, eine verdiente Genugthuung werden zu zu lassen. Die konservative Preße fällt natürlich wie wüthend über die hingcworfenen Brocken her.Heute ' vor 8 Tagen fiel bei der Natioualrathswahl des 2ten ' zürcherischen Kreises dex^radikale Kandidat, der wackere ' Vcterane L. Snell gegen den liberalen durch; ein : Schleicher von der Partei des letzteren hatte in einem - Lokalblättchen vorher dazu ermahnt,jedenfalls nur eine solche Wahl zu treffen, welche der gesunden schwei­zerischen Hausmannspolitlk Unterstützung zuführe; es gebe bei aller Ehrenhaftigkeit, bei noch so großen Kennt­nissen manchmal eine Art und Weise, die Sachen auf- zufassen, gewisse höhere Interessen überzuordnen, die jstzt nicht am Platze sei." L. Snell züchtigt diese Hausmannspolitik" nach Verdienst in einer in der N. Zürch. Ztg." enthaltenen prächtigen Erklärung voll Selbstgefühl und Verachtung. Als Nachlese zu dem oben Angeführten füge ich aus der hclltigen Num­mer derN. Z. Z." noch hinzu, daß nach ihr, wie sie sich gefühlvoll ausdrückt,die österreichische Negie­rung mehr und mehr liberale Weisen anschlägt." Bu dieser Entdeckung gehört doch wirklich ein mehr als menschlicher Scharfsinn.

Das neueste Bundesblatt bringt das eidg. Bud­get für 1849. Nach dem Voranschläge stellen sich die Einnahmen auf 6,698336 Fr. 63 Rp., die Ausgaben auf 6,060,292 Fr. 1 Np., so daß sich als voraus­sichtlicher Kasscnsaldo am 3L Dez 1849 die Mehr­einnahme von 538,044 Fr. 62 N. ergibt. (N.D.Z)

NepubM Frankreich.

Paris, 28. Sept. (Nat.-Z.) Der ehemalige Ab­geordnete für Frankfurt und Berlin, Herr Hugo We­send onk aus Düsseldorf, lebt seit einigen Monaten in Paris und verwendet seine Zeit so harmlos, wie Jemand, der sich Paris ansehen will, seine Zeit nur verwenden kann. Er besucht die öffentlichen Denkmä­

ler, die Belustigungsörter, die Theater it. s. w.; es ist'ihm niemals eingefallen, in Paris irgendwie eine politische Thätigkeit entwickeln zu wollen. Trotzdem aber hat er jetzt den Befehl erhalten, Paris in 24 Stunden und ganz Frankreich in der kürzesten Zeit zu verlassen. Wesendonk protestirt gegen die Maß­regel, von der er plötzlich betroffen wird, beim Mini­sterium des Innern und ist vorläufig noch hier, wird aber nichtsdestoweniger in den nächsten Tagen Frank­reich verlassen müssen. In dieser Ausweisung zu der sich auch nicht der geringste Grund vorbringen läßt, wenn er nicht eben darin liegt, daß die französische Republik allen Fremden, die dem preußischen, österrei­chischen und russischen Gouvernement mißliebig sind oder waren, das Gastrecht aufkündigen will, offenbart sich deutlich der traurige politische Standpunkt, auf dem sich eine Nation, wie die französische, plötzlich wieder durch ein Gouvernement herabgedrängt sieht, welches auf die Luftzüge, welche aus Wien mit) aus Petersburg kommen, als auf die Würde Frankreichs achtet. Bei allen Ausweisungen ließ sich gewisserma­ßen behaupten, daß die Ausgewiesenen in Frankreich irgend eine politische Stellung einnehmen wollten, bei Wesendonk ist nichts von allem dem der Fall, er hat hier als harmloser Fremder sich Paris ansehen wollen und die französische Republik weiset ihn aus, weil er einmal der Berliner und der Frankfurter Lin­ken angehörte! Frankreich ist jetzt der ungastlichste Bo­den Europas, das französische Gouvernement ist es, welches die Schweiz zu den erorbitantesten Maßregeln gegen die Flüchtlinge treiben möchte. Auch Wesen- tz onk hat die Absicht, nach Amerika auszuwandern. Dit Arbeiter-Associationen, deren sich in Paris mehrere hunderte nach allen Berufszweigen hin gebildet haben, entwickeln sich immer weiter, obgleich sie von Seiten der Regierung weit mehr Schwierigkeiten zu bekämp­fen haben, als Unterstütztung finden. Sie scheinen auf praktischem Wege das erreichen zu wollen, was man Organisation der Arbeit nennt, und wenn man bedenkt, daß alle diese Arbeiter-Associationen, welche in Paris bereits ein so reiches Leben entfalten, fast nur der Arbeitskraft ihrer Mitglieder, meistens bei Mangel an jedem Japital, ihre Arsbildung verdan­ken, so muß man anerkennen, daß sie noch eine große Zukunft haben. Waö die Regierung ganz besonders zu verhindern sncht, das ist die Centralisation ihrer jungen Kräfte. Die Arbeiter - Associationen basiren auf zwei ganz verschiedenen Elementen, die einen neigen sich dem Socialismus, Prolidhon lind Blanc zu und können als die Propaganda desselben gelten, die andern halten es für zweckmäßig, von öko­nomischen Gesichtspunkten auszngehcn. In den Asso­ciationen der Schneider, der Coiffeurs und der Köche herrscht das entschiedenste socialistische Element und sie haben deßhalb am meisten von der Polizei zu leiden. Alle Pariser Assoziationen aber, wie verschieden sonst auch ihr Standpunkt sein mag, Projektilen jetzt: t) sich gegenseitig alle Waaren zu dem billigsten Preise zu liefern, 2) alle Differenzen unter einander durch freigcwählte Schiedsrichter schlichten zu lassen, 3- durch ein Reglement die Rechte und Pflichten aller Assoziir- ten, Lehrlinge it. s. w. festzu stellen, 4) nach Recht und Billigkeit sich über die Arbeitsstunden zu vereinbaren, 5) gemeinschaftlich für alle Assoziationen medizinnche Institute, öffentliche Organe rc. kinzurichten.

Paris, 1. Oktober. Legislative Versamm­lung. Die Sitzung wird um 2 Uhr eröffnet. Alle Minister sind in der Sitzung, Fallour ausgenommen. Er will die Debatten abwarten, um seine Handlungs­weise darnach cinzurichten. Deshalb, so meinen viele,

bleibt er auf dem Lande. Bei der Eintrachtsbrücke bemerkt man einige Männer aus dem Volke in Kit­teln. Sie gruppiren sich in kleinen Kreisen plaudern über Politik. Zwei oder drei Stadtsoldaten gehen durch die Gruppen. Aber vor dem Palast befindet sich ein Militärposten. Unter den zahlreich anwesenden Ab­geordneten bemerkt man vor Allem die Generäle Ou- dinot und Changarnier und Peter Bonaparte. Die erste halbe Stunde der Eröffnung verläuft in gegen­seitigen Höflichkeitsbezeugungen. Der Präsident: Ich ersuche die Abgeordneten, ihre Plätze wieder einzuneh­men. Der namentliche Aufruf wird statt finden. 53 Abgeordnete haben einen Urlaub verlangt. Die Na­men derselben werden verlesen. Der Name des Herrn Gustav de Beaumont, der als Gesandter nach Wien geschickt werden soll, erregt Aufmerksamkeit. Der na- mentliche Aufruf findet nicht statt, da er einiges Murren erregt; statt dessen tritt jeder Abgeordnete vor die Tri­bune hin und wirft seinen Namen in eine Urne. Diese Namen werden in den Moniteur eingerückt werden. 484 Deputirte sind anwesend. Der Präsident zeigt den Tod von Navez an. Hr. Tocqueville, Minister des Auswärtigen:M. H.! die Expedition von Rom hat Ausgaben veranlaßt, die einen Kredit nöthig ma­chen. Der Minister des Kriegs und der Marine wer­den Gesetzvorschläge einbringen. Ich verlange einen Kredit von 140,000 Fr. um die Unkosten zu decken, die bis zum 31. Dez. zu machen sind. Die Regie­rung will die römische Angelegenheit der Kammer in ihrem wahren Lichte zeigen. Die drei Gesetzvorschläge mögen einer besondern Kommission überwiesen werden. Der Kriegsminister verlangt für die römische Expedi­tion einen Kredit von 6,817,720 Fr. Der Marine- minister für denselben Gegenstand 1,945,200 Fr. Hr. Passy bringt mehrere Gesetzvorschläge ein: 1) die Aus­zahlung des Wittwengehaltes an die Herzogin von Orleans nach dem Gesetz vom 9. Mai 1837; 2) ein Gesetz über den Stempel der Handelspapiere. Herr Malardier richtet an den Minister eine Anfrage we­gen des Gefängnißwesens. Man hatte den Personen, die politische Gefangene besuchen wollen, den Eintritt verweigert. Der Minister gibt einige Erklärungen und rechtfertigt den Präfekten. Die Sitzung ist aufge­hoben. (M.Z.)

Paris, 1. Oktober. Lord Normanby hatte heute Vormittag eine lange Conferen; mit Herrn v. Tocque­ville. Es wird versichert, in dieser Conferen; sei der Beschluß gefaßt worden, daß unverzüglich eine Collec- tivnote von Frankreich und England an die russische und österreichische Regierung gerichtet werden solle. Unmittelbar nach dieser Conferen; schickte Lord Nor- manby einen außerordentlichen Courier nach London ab.

G r i c cb c 11 (a it d.

Ueber Paris erhalten wir die Nachricht von einem ärgerlichen Vorfälle, welcher das griechische Ca- binet in eine unangenehme Lage versetzt hat. Die griechischen Journale haben nämlich einen Brief Col- lettl's veröffentlicht, aus welchem hervorgehen soll, daß der gegenwärtige Minister des Innern, Cyristenides, früher wegen Fälschung verurteilt worden ist und außerdem des Mordes angeklagt war. Der Senat hat deshalb den Antrag gestellt, die Versammlung möge unter den obwaltenden Verhältnissen jede Verbindung mit dem Minister Christkindes abbreche».

Verantwortlicher Redakteu : J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

FreichrLstitcher (^i^fd)faiboHfcb er) Gottesdienst. (1097) Sonntag den 7. d., Vormittags 9 Uhr, Gottesdienst der freien christlichen (dentschkatholischen) Gemeinde im Saale des Gymnasiums, geleitet durch Herrn Pfarrer Engelmann aus Mainz.

Der Vorstand.

Einladung zum Abonnement auf die

Die Westdeutsche Zeitung erscheint in Köln mit Ausnahme des Mourags täglich. Sie vertritt die Demokratie in allen ihren (Konsequenzen und darf mit Recht als erstes Parteiorgan in T cutschland betrachtet werden. Der vierteljährige Pränumeratiouspreiö (vom 1 Oktober bis Ende Dezember 1849) beträgt bei allen Preuß. Postanstalten 1 Thlr. 17 ègr. Anzeigen, welche in der Westdeutschen Zeitung die größte Verbreitung erlangen, werden mit l'^Sgr. die Pctitzeile oder deren Raum berechnet.

Köln, im September 1849. Expedition der Westdeutschen Zeitung,

große Sandkaul 34.

n Po st f ch i f f c zwischen London â? Wew-Vork.

Die Spezial-Agentur der einzigen regelmäßigen Postschiff-Linie, befördert durch ihre 16 großen, schönen dreimasngeu, gekupferten, schnellsegelnden amerikanischen Postschiffe am 6., 13., 21 und 28. eineä jeden Monats Auswanderer zu den billigsten Preisen. Das Nähere ertheilt auf portofreie Anfragen

Mainz, den 1. August 1849.

E». ES. Ameisen, SpezialAgent in Mainz.

Ferner die Agenten desselben, Herren Gustav Rofalino # Comp. in Frankfurt a. M., Herr Gottfried Kraus in Biebrich, Herr Iacob Noth in Dillenburg, Herr Adolph Burbach in Diez, Herr Wilhelm Marx I. in Camberg, Herr Christ Wagner in St. Goarshausen.

(991) Zu der H. W. Ritter'scheu Buchhaudlung in Wiesbaden ist zu haben:

Dr. Heinrich SeliX Paulitzky, Anleitung für Landleute zu einer ^crnihifti^cu GesrzndheitspfieHe, worin gelehrt wird, wie man die gewöhnlichen Krankheiten durch wenige und sichere Mittel, hauptsächlich aber durch ein gutes Verhalten verhüten und heilen kann.

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(1091) Meine Wohnung ist bei Herrn Werk­meister Seiberth auf dem b'ouiscnplatze.

Wiesbaden den 1. Oct. 1849.

r#c»eH*r, Hosgcrichtöprocurator.

(1068) Dir Wohnung des Ober- appellationsgerichts-Procurators I >r. C Großmann befindet sich seit dem 25. Sept, in dem Hause des Kut­schers Börner, verlängerte Markt- straße Nro. 22, eine Stiege hoch.

(1098) Der Unterricht für das Winter­semester in der Lehranstalt der Unterzeich­neten beginnt Montag den 8. Oktober d. J.

C. Hmi/werdf.

(1096) Für die auf heute den 3tcn Oktober ungeordnete Ausstellung in- ländischer Seide von unstchtbarer Feinheit sagen die heutigen Besu- cherinen dem Verein hiermit ihren schönsten Dank.

(1094) Die Gemeinde Kirberg beabsichtigt ein im Finite Limburg ausstehendes gericht­liches Aktivkapital von 650 fl. baldigst durch Cession eilizuziehcn. Hierauf Akeflektirende wollen sich an den Unterzeichneten wenden.

Bender, Bürgermeister.

(1072) Flaschenbier 5 9 kr, und Neu wieder Lagerbier i» 12 kr. bei

Ji. Engel.

ffFwwffaaI mal ffranrFiw^iMiHiiwffiiMM n1 h

Druck und Verlag der 4. Ritter'scheu Buchdruckerei.