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Wien, 27. Scpt. (K. Z) DäS Ailerneuesie ist, daß Kossuth und Genossen bereits baltische Sch.fse bestiegen! Dem Sultan^ verdankt es die christliche Welt, daß das neunzehnte Jahrhundert M bir i) neue Gräuel gegen W Flüchtlinge ge Fandet wird. Von Kossntl) kann nun die Welt AuMrung erhalten über das Geschehene, denn triflwW ftetkr der auch in deut, cher Sprache die Feder 5u ren weiß. Es werden Memoiren an das ^geslicht kämmen wobei mancher Mann tief in die Seele n- wird, ter % Iltis durch die S°l°u- hm.

^' Hiunißend in der Rede durch die »u« »°»cr M schwellende Ueberzeugung, verschmähte Koffnth 6 I und BeamtemGunst. Er war, wie alle Ungarn, echt königlich gesinnt, nicht etwa «uS Anhang!,chkctt an d e herrschende Familie, welche."" 300/ahr.gen Besitz der ungarischen Krone so wenig für u n 1 BerfU- dieses Land that, sondern weil die Spitze der

*Ä w°r und diese- SB-m â Adern der'Verwaltung durchlauft. Srß %/%%!' Susanen gebrochen wurden und Croaten ins . and fn- len mit Irr mut-maßlich-u Einwilligung de« Wiener Ministeriums, drängte Kdffn.h ,.rSittenwrd-r d Willen des Königs und zu Beschlüssen ohne dcpe Genehmigung. Selbst der Krieg des Windsschgratz vermochte nicht, den entschlossenen Führer der Magya­ren von der verfassungsmäßigen Forin abzubringen; er hatte das Wort des Gesetzes, dessen Auslegung und Geist für sich. Die octroyirte Verfassung wurde von Kossuth mit Recht als ein hochverratherischer Eingriff einer freinden Gewalt in die ungarische Souveränität erkannt, und hierauf,: sowie aus die Herbeirufiing der Russen gründet sich der Debrecziner Thronentsetzungs- Beschluß vom 14 April.

Mit ihm schließt die Geschichte des Ungarreiches, da e man nun als erobertes Land in dieser oder jener Weise zerstückelt. Er bleibt aber ein Heros in der Chronik der Magyaren, dem wenige Völker einen größeren Mann an die Seite stellen können. In Ungarn wird er als ein Heiliger betrachtet, und da man seine Por­traits confiscirt, so werden sie meist unter Christus­bilder in Glas und Rahmen versteckt. Man schleu­dert ihm den Schimpf nach, daß er Millionen- zusam­mengerafft und ins Ausland geschickt habe; auch diese Denunciation wird sich bald lösen. Kossuth war weder ehr- noch geldgeizig, und der einzige Schatz, den er vielleicht mitgenommen, ist die heilige ungarische Krone. Der materielle Werth derselben ist aber ein geringer; als Symbol ist sie unschätzbar. Das Volk von Ungarn erkennt keinen König, der nicht mit des heiligen Ste­phan Krone geschmückt ist, worüber Joseph der Zweite h so heissen Streit gerieth. Kostuth wußte wohl, was das Verschwinden der Krone für Folgen hat. Man hat auch nicht die geringste Spur, wo die Insignien hingekommen sind. Sollten sie nach England gebracht werden, so wird die österreichische Regierung Anspruch

auf Auslieferung erheben; vielleicht glückt es ihr damit besser als mit Auslieferung der Verfolgten.

Wir erhalten zugleich über Wien und über Pa­ris die Nachricht, daß die Pforte auf das drohende Schreiben des Kaisers Nikolaus hinsichtlich der Aus­lieferung der ungarischen Flüchtlinge eine abschlägige Antwort gegeben hat. Sie Situation wird drohend und kriegerisch. Am 18. Sept, sollen die Gesandten von Rußland und Oesterreich, in Begleitung des Für­sten Radziwill, Konstantinopel verlassen und vorher erklärt haben, daß eine russische Flotte zum Einlaufen in den Bosporus bereit liege. Wir entnehmen der­selben Quelle die weitere Nachricht, daß Sir Strat­ford Canning, der in der ganzen Frage in Ueberein­stimmung mit dem französischen Gesandten handelte, den englischen Admiral beauftragt hat, sich mit seiner Flotte nach den Dardanellen zu begeben, daß er fer­ner von dem Gouverneur von Malta die Absendung aller disponiblen Kriegsschiffe verlangt hat. Diese Nachrichten, die uns auf außerordentlichem Wege zu- gehcn, erhalten durch die ganze vorhergehende Situa­tion große Wahrscheinlichkeit Die Gefangenen in Ungarn sind schlimmer daran als jene Flüchtlinge im Lande der türkischen Barbaren. Kossuths Mutter, die doch an der Revolution keinen Antheil hat, wird in einem Privathause zu Ofen bewacht; in ihrer Ge­sellschaft befinden sich ihre drei verheiratheten Töchter und noch eilf Kinder. Die Verurtheilungen und Miß­handlungen der Juden-Gemeinven nehmen kein Ende. DemWanderer" zufolge marschirt das 4. russische Armee-Corps unter General Grotenhjelm ans Sieben­bürgen geradcnweges nach Rußland zurück; auch soll das russische Cabinet von dem Gedanken abgekommen sein , die russischen Truppen in Galizien überwiute.n zu lassen, zumal die Verpflegung mit großen Unko­sten verbunden wäre.

Wien, 28. Sept. DieOstdeutsche Post" enthalt Folgendes:Comorn hat kapitulirt! Diesmal ist die Nachrich endlich wahr. Gegen Mittag hat ein Kourier die Depesche nach Schönbrunn gebracht." So heißt es diesen Abend in der ganzen Stadt, lind zuverlässige Freunde nennen uns sogar den Namen des Kouriers (Oberstlieutenant v. H), der die Depe­sche überbrachte. Indessen ist es jetzt 8 Uhr Nachts, ohne daß etwas Offizielles plakirt wurde. Nach Berichten, die von gestern hier einliefen, hatte Feld­zeugmeister Baron Haynau am 27. das Kommando der Bclagerungsarmee an der Stelle des Grafen Nu­gent übernommen und eine Aufforderung an die Be­satzung der Festung erlassen. Da keine genügende Antwort erfolgte, so wurde gestern das Bombardement des Sandbergs eröffnet. Der Kanonendonner wurde weit umher gehört, doch nur schwach von der Festung erwidert. Offenbar fam in der Mitte derselben der lange Zwiespalt zwischen derjenigen Partei, welche sich ergeben und derjenigen, die einen verzweifelten

Widerstand leisten wollte, in dieser Zeit zur Entschei­dung. Wahrscheinlich hat jene die entschiedene Ober­hand gewonnen, denn die obige Nachricht fügt hinzu: nachdem das Bombardement acht Stunden gedauert hatte, erfolgte die Kapitulation."

DerLloyd" meldet vom 29. Sept.:Laut einer Depesche des Feldzcugmeisters Haynau vom Haupt­quartier Acs, 27. Sept., 9 Uhr Abends, ist die Festung Comorn über geben worden. In der Unterwer- fungsacte ist festgesetzt, daß die Dampfschiffe die Donau sogleich ohne Hinderniß passiren können. Strenger- Befehl ist jedoch gegeben worden, daß sie in Comorn nicht eher anlegen dürfen, bis die Festung von k. f. Truppen besetzt sei. Das erste Dampfschiff wird mor­gen, Sonntag, von Wien abgehen."

DieAustria" meldet: Da mit dem Falle von Comorn das letzte Hinderniß, welches der freien Be­schiffung der Donau entgegenstand beseitigt ist, so wur­den die regelmäßigen Fahrten der ersten k. L priv. Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft unverweilt ausge­nommen. Das erste Dampfschiff wird Montag, den 1. Oktober von Wien nach Pesth abgehen, jedoch vor­läufig ohne in Comorn anzuhalten, noch daselbst Rei- scnde aufzunehmen. Das Nähere wird der von der Direktion kund zu machende Fahrtentarif enthalten. (Während alle obigen Nachrichten in Betreff der Uebergabe Comorn's keinen Zweifel übrig lassen, meldet jedoch die offizielleWiener Zeitung" nichts davon.)

Für die deutschen Flüchtlinge in der Schweiz sind bis heute bei der Expedition der Freien Zeitung eingegangen: fl. kr.

Transport 1012 8

Von mehreren Bürgern in Reichenberg, Amts St. Goarshausen .... 4 45

Von L. L. zu Nastätten.....10

Beim Ankauf einer Kupfergrube zu Dillen­burg von den Käufern zu mildthätigen Zwecken bestimmt und durch H. Schu­mann übersandt.......8 45

Von L. St. zu M...H----- A. Herborn 1

Von Weilmünster, übergeben durch Pfr. Snell..........7

Nachträglich von dem demokr. Verein zu Nassau..........5 24

Von Weilmünster, nachträglich übersendet rurd) Hrn. Schumann .....3

Von Langenschwalbach, übersandt durch Hrn. Kling........8 36

Das Resultat einer Sammlung zu Ha­damar, übersandt durch N. N. . . 9 36

Summa: 1070 14

Verantwortlicher Nedakteu : J. Oppermann.

- ... ...» . "->"-'. ]',T--'TJgg»

Bekanntmachungen.

Das Lohschäleu "» der Gemeinde Nied.

(1093) Die Gemeinde Nied, Amt Höchst, hat seit einer Reihe von Jahren in ihrem Gemeinde- wald ein Quantum Loh schälen lassen, welches immer zu den höchsten Preisen verwerthet wor­den ist. Durch die allgemeine GeschäftSstockung sonnten die seitherigen Käufer den alten Preis nicht mehr anlegen, boten aber der Gemeinde den Preis wie den benachbarten Orien Sulz­bach und Sodcn. Der Herr Bürgermeister und die Geineindcrathe gingen darauf nicht ein (warum weiß Einsender nicht), ließen vielmehr den Wald, ohne ihn schälen zu lassen, nieder­hauen, wodurch die Gemeinde einen wesentlichen Schaden erlitten hat; aber noch mehr ver­lieren die armen Arbeiter, welchen es namentlich in dieser Jahreszeit an Beschäftigung fehlt, und deren man in Nied leider viele hat; es wäre daher sehr wüuschenswerty, wenn der Herr Bürgermeister und die Herren Gemciiideräthe das Interesse ihrer Gemeinde, besonders aber das ihrer armen Arbeiter in Zukunft vernünftiger beherzigen würden.

(1081)

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Es wird daneben au$ alles besprochen, was auf den obeugedachten Gebieten außer der Politik von Wichtigkeit ist, und endlich durch Mittheilung anziehender Novellen und Erzählungen

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Österreich

Würtemb.

Bade»

Preußen Bayern

1 ff litt.

Cours der S t ci a t s p a p i e r e.

Schluß der

Börse.

Den 2. October 1849.

pEt.

Papier l

Geld

Den 2. Oktober 1849.

pEl.

Papier

Geld

Dktaüuiucv Obligationen ....

5

91%

Darmstadt

Obligationen.......

Jl

8i%

83

er , « »

4

70

75 %1

4

90%

90%

ff

3

56 *

5

Lottcric-Anlehen von 50 fl. . .

74

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2%

47

47%'

23 fl. Loose.....

27

26%

Wiener Bank-Actien.....

3

129 )

1282 1

Kurhessen

Fricdrich-WilheluiS-Nordhahu . .

4

49%

49%

500 fl. Loose . .......

-w-

154

153%

40 Thaler Loose bei Rothschild . .

34/2

34%

250 fl. Loose von 1839 ....

108%

108%'

Nassau

Obligationen ....

5

1 2%

101%

Bethmännische Obligationen . . .

4

77

76 1

Obligationen bei Rothschild . . .

3%

86

85%

ff ff

8o%

84 %l

ditto 23 fl. Loose

25%

24%

50 Thaler Prämieu-Scheine . . .

101%

Frankfurt

Obligationen ....

3

81

8 >%

Staats-Schnld-Scheine 3 103 . .

3%

89%

89 1

ditto von 1839 ....

3%

94%

93%

Obligationen........

3%

85%:

ditto von 1846 ....

3%

91

90%

Ludwig-Kanal-Actien incl. d. v. E.

45

Tannns-Eisenbahn-Actien 3 250 fl. .

306

302

Bexbacher Eilenbahn-Actien . . .

83%

82%

Holland

Inlegr.-Obligaliouen.....

2%

34%

54%

Obligationen........

4%

95%

94%,

SyndicatS.........

3%

84

ff .......

3%

83%

83%

Spanien

Innere Schuld neue Obligationen .

3

27%

27%

Obligationen........

5

102%

101%

Ardoins incl. 14 Eonp.

3%

86

83 %

Polen

Lotterie-Loose 300 ......

_

108

Lotterie-Aulchen 3 50 fl. von 1810

51%

54%

ditto 500 ......

4

81%

81%

33 fl. Loose vom Jahr 1843 . . .

32%

L

Sardinien

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

34

1 33'/»

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten.

kr.

fl.

Briefe

Briefe

Geld

Cours der Wechsel.

Den 2. October.

Geld 95%

Amsterdam, wo fl. Erl. . . . Augsburg, 10.) fl. Crt. . . . Berlin, 6:) Thlr...... Bremen, 50 Nthlr. in Louisd'or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr...... in der Messe . . . .

London, 10 Livr. St. ... .

Lyon, 200 Fr.......

Paris, 200 Fr......

Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. E.-M. . . Disconto........

120

103%

98%

88% 105%

114%

100% 119%

121% 93% 95%

113% 1%

(1094) Die Gemeinde Kirberg beabsichtigt ein im Ante Limburg ausstehendes gericht­liches Aktivkapital von 650 fl baldigst durch Ecssi.n einzuzieheu. Hierauf Neflektirenoe wollen sich an den Unterzeichneten wenden.

Bender, Bürgermeister.

(1091) Meine Wohnung ist bei Herrn Werk­meister Seiberth auf dem Louisenil itze.

Wiesbaden den 1. Ost. 1849.

HofgerichtSprocurator.

(1074) Bei Dreher H. Barth im baierischen Hof sind cm auch zwei möblirte Zimmer mit oder ei ne Kost billig zu vermieden.

(1068) Die Woh'.iun.q des Obcr- uppcllütlous.qcrlchts-PröciirutorS pr. C Großmann befindet sich seit dem 25 Sept, in dem Hause des Kut­schers -Börner, verlängerte Markt­straße Sho. 22, eine Stiege hoch.

Neue Louisd'or ....

Friedrichöd'or.....

Ducaten......

20 Frank-Stücke . . .

Holländische 10 fl. Stücke Englische Souverains . . Laubthaler ..... Preußische Thaler . . .

Hochhaltiges Silber .

Gering-mittelhaltiges Silber

11

9

5

9

10

12

6 55% 39

45

30

C^rfr. I.)

(1069) Der Unterzeichnete beehrt sich hicr- nut anzuzeigen, daß er sich vom 1 Oetober 1849 an mit der Vertretung von Partheien in Proceßsachen re. an hiesigem Amte, sowie an allen Aemtern des Herzvgthumö Nassau, beschäftigt.

Ich werde mir die piompte und genaue Besorgung aller mir aufgclragcnen Sachen angelegen sein lassen.

Usingen im September 1849

G. W. Dienstbach.

(1072) Flaschenbier â 9 kr, und Neu wieder Lagerbier 3 12 kr. bei

ES. Enget.

1

2 t

3

OFFM

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Druck und Verlag der E. Rttter'schcn Buchdruckerrt.