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schrieben:Die jetzt stattfindende Nekrutirung mag manchen Beamten, in dessen Bereich sie einschlägt, manchen Familienvater, der vielleicht schon seinen drit­ten oder vierten Sohn den Wechselfällen des Kriegs-- ; dienstes anheim gestellt sehen soll, in eine unangenehme Lage versetzen. Mancher von den ersteren glaubt aber i zu jeder Gewaltmaßregel berechtigt zu sein, die mit einem Schein von Gesetzlichkeit umschleiert werden kann. Ein Beispiel solcher empörenden Handlungsweise lie­fert folgender Vorgang in der Stadt Hnmpolec, Cas­lauer Kreises. Als sich daselbst am 19. d. M., als an einem Markttage, eine große Anzahl Marktbe­sucher eingefunden hatte, wurden auf wessen Auf­trag ist mir nicht bekannt Schergen ausgesen­det', welche alle Männer, die ihnen zum Militär' dienst tauglich schienen, um ihre Pässe befragten, und jeden der mit keinem Ausweise versehen war, gefäng­lich einzogen. Nach einer Aussage sind auf die geschilderte Art 14 16, nach Anderen 28 Männer aufgefangen, hierauf vor die Assentirungscommission gestellt und 7 davon auf Rechnung der Stadt Hum- polec abgeführt worden. Den Rechtsgrund dieser schrankenlosen Willkür soll das Gesetz liefern:daß Ausweislose und Vagabunden auf Rechnung des die­selben ergreifenden Dominiums assentirt werden sollen." Im Angesichte der Welt frage ich: Wer darf eitle solche Auslegung selbst eines vormärzlichen Gesetzes wagen? Wer darf unter einem Marktbesucher, der einer % Stunde weit entfernten Gemeinde angehört, einen Vagabunden wähnen? Wer kann dem österrei­chischen Gesetzgeber die Absicht zumuthen, er habe durch Erlassung jenes Gesetzes eine Menschenjagd autorisiren wollen? Dars ein Beamter so den Auftrag seines Mi­nisters, wie ihn das Rundschreiben Bachs enthält, mit Füßen treten? An die Behörden des Landes wenden wir uns mit der Bitte, diesem alles Menschenrecht verhöhnenden Unfuge zu steuern, einem Unfuge, der nicht vereinzelt in Hnmpolec vorkam, sondern auch, wenn auch in einer andern Art, in Mährisch-Saar rc. vorfiel.

Reap l» 17. Septbr. Im Augenblicke, als der Papst vom Balköne des Palastes auf dem Platz San- Franzisko herab seinen Segen ertheilen wollte, fiel ein Pistolenschuß. Zwei Meißner werden sofort verhaftet, von denen der eine eine Handgarnate, der andere ein frisch abgeschossenes Pistol mit sich führte. Aber Nie­mand war verwundet worden, und die Kugel wär nir­gends zu finden. Das ganze Attentat sieht eher nach einem Polizeicoup aus, um der päpstlichen Restaura­tion als Hebel zu dienen, als nach einem Mordversuche.

In Neapel erscheint jetzt ein neues Blatt, das den Titel führt:Journal der Ankunft und des Auf­enthaltes Papst Pius IX." Es trägt das päpstliche Wappen mit der Inschrift:

Super hanc petram Aedisicabo ecclesiam meam

Et portae inferi non praevalebunt ad versus eam.

(Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.)

Rom. Nach der Concordia sind von der Amnestie ausgeschlossen: 9 Mitglieder der provisorischen Regie­rung, 200 Mitglieder der Constituante, 12Triumvirn und Minister, 14 Chefs der mobilen Korps; Amue- stirte von 1846 (16. Juli) 6000; Beamte, die der Absetzung ausgesetzt sind, 4000; Gendarmeriekorps, das aufgelöst ist, 3000. Zusamen eine Sume von 13,235 Ausgeschlossenen. Alle sind amneftirt, Alle ausgenommen.

Freiburg. (N. Z. Z.) Unlängst ist hier folgen­des Testament aus derguten" Zeit von 1845 bekannt geworden:Dem frommen Wunsche ihres verstorbenen Ehemanns entsprechend, stiftet die Dame Ruffer obbe- meldet 900 Fr., um monatlich drei heilige Messen zur Ruhe der armen Seele des Verstorbenen lesen zu las­sen; sollte diese Seele der drei monatlichen heiligen Messen nicht mehr bedürfen, so sollen sie zum Heil der Stifterin ihrer unb des Mannes seligen Anver­wandten gelesen werden." Diese Klausel ist wirtlich sehr interressant und konnte nur von Jesuiten gemacht werden, da diese ehrwürdigen Väter wohl allein im Stand sind, zu vernehmen, wann der gute Ehemann Ruffer ins Paradies eingeht und also die Seelenmessen nicht mehr nöthig hat.

Bern. Das Werbgeschäft für Neapel wird in der Bundesstadt selbst ganz offen und schwunghaft betrie­ben. Namentlich ist es dabei auf die deutschen Flücht-

Hnae abgesehen. I Om eipiec fand gestern ein großerunnprerrary

Unter den Flüchtlingen, welche im Kanton Bern statt. Der Präsident führte den Vorsitz. Die Regie­sich aufhielten waren 166 Hessen, 10 Nassauer, 121 ........n .......A>.......

Baiern, 43 Preußen, 7 Hanauer, 2 Mecklenburger, 3 Hamburger, 1 Tscherkesse, 26 Sachen, 76 Würtem­berger , 1 Hohenzoller, 617 Badener, 74 Polen, 69 Ungarn, 1 Lombarde, 2 Franzosen, 13 Oesterreicher 2 Tyroler, 6 Frankfurter, 1 Holsteiner, 1 Bremer.

Basel. Ein aus Berlin gebürtiger Unteroffizier im Königl. preuß. 8ten Uhlanenregimeut, ließ sich am 16. d. Mts. beikommen, in einem hiesigen Goldladen einen goldenen Siegelring, im Schätzungswerth von 22 Fr., zu stehlen. Der betreffende Goldschmied wurde , *....,......--.y....- -........ ^ ---------

jedoch gleich nach seinem Weggang den Diebstahl ge- Diejenigen, mit denen diese Versuche gelängen, sollen wahr und ließ am Thore den Herrn Unteroffizier ab- 1 dann auf der Stelle freigelassen werden, fassen. Das korrektionelle Gericht verurtheilte ihn nur

zweimonatlicher Einsperrung, zu vierjähriger Ver­weisung aus der Schweiz und zur Bezahlung der Kosten. (Sch. N.-Z.)

Zürich. Jüngster Tage sind eine ziemliche Anzahl österreichischer Deserteurs aus Ungarn und Böhmen hier eingetroffen, welche nach Italien zurückkehren sollen. Nun ist aber zu bemerken, daß sich unter denselben auch solche befinden, die z. B. bei der österreichischen Besatzung in Mainz desertirt sind, auf welche wahr­scheinlicher Weise die von Radetzky nur für die italie­nische Armee ertheilte Amnestie keine Anwendung findet. Die armen Teufel gehen daher höchst u n g e r n e und befinden sich überhaupt in einer trostlosen Lage. (Eidg.Z.)

Republik Frankreich.

Paris. Der National hat für die schamlosen Angriffe der herrschenden Gewalt auf die persönliche Freiheit eine eigene Rubrik eröffnet. Es ist schon mehrmals vorgekommen, daß Verhaftete namentlich Nedakteure und Drucker, nicht blos zu Fuß zwischen zwei Gënsdarmtn, sondern in Ketten geschlossen über weite Wegstrecken vor Gericht geschleppt und sogar mit Galeerensträflingen zusammengesperrt wurden. So wurde kürzlich wegen eines regierungsfeindlichen Brie­fes, der auf der Post geöffnet worden, ein Schwieger­sohn von Pierre Leroux, der Drucker Luc Desage und ein Hausgenosse desselben von Boussac 200 Lieues weit gefesselt und geknebelt nach Lyon vor das Kriegs­gericht geschleppt. Desages Frau kam in Folge des Schreckens mit einem todten Kinde nieder. Ein an­

dermal faßte man in einer Restauration 63 Personen ab und steckte sie in die Conciergerie, obgleich sie nichts als die harmlose Absicht zu diniren gehegt hatten; da nichts gegen sie vorlag, ließ man sie allmählich wieder frei.

Paris, 28. Septbr. Die legitimistische Partei ist ; durch die Veröffentlichung des Motu proprio des i Papstes in große Bewegung gerathen. Gestern ! und heute fanden zahlreiche Versammlungen der Ver- I tretet dieser Partei statt, in denen die Frage erörtert wurde, ob man dieses Manifest annehmen sollte. Es wurde fast einstimmig beschlossen, daß die gemäßigte Partei mit allen ihren Kräften und ihrem ganzen Ein­fluß die Vollziehung dieses Dokumentes unterstützen und den Rücktritt des gegenwärtigen Mi­nisteriums fordern werde, und diese Erekution Hrn. Mole zu übertragen, der mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauftragt werden solle. Man ist gespannt wie sich der Präsident der Republik diesem entschiedenen Willen der legitimistischen Partei

gegenüber benehmen werde. Der Schluß des Con­ciliums fand heute bei dem Gesänge des Veni Creator, (ich kam o Schöpfer zum Jammer der Welt!) einer feier­lichen Messe und dem Tedenm statt. Morgen wird nach sehr großen Vorbereitungen das neue Drama ' Rom" hièr aufgeführt werden. Die Polizei hat der ' ,...... . ____________

Theater-Direkton angezeigt, daß sic Pius den IX. 1 das ganze Volk Gottes auf Aktien zur'Heimkehr'ein- nicht als Papst auf der Bühne erscheinen j " ' '

lasse n werde. Män wird ihn daher nur als Of- ! fizier, im Dienste des französischen Kaiserthnms, hier- i auf als jungen Liebhaber, ferner als Geistlichen, als Bischof und als Cardinal siguriren lassen. In den letzten Akten wird er nicht auftreten. Armes Bona- pärtchen, du kannst den Papst nur auf der Bühne ab- ;

setzen. Was gilts, Pius IX. setzt dich ab.?! (W.Z.) '

Paris, 30. Sept. (Mz. Z) Die Debüts bestä­tigen heute die Nachricht aus Konstantinopel, die ; wir nach einer telegraphischen Depesche vor einigen i Tagen gaben. Die Höfe von Wien und Petersburg haben den 17. Abends gedroht, jeden Verkehr mit der Pforte abzubrechen, wenn sie darauf bestände, der Wäch­ter der ungarischen und polnischen Flüchtlinge zu sein. .......a------o 7., ........,

Die Gesandten von England und Frankreich thun daS der Auswanderungsluft in ihren Landen nach der Hc-

Ihrige, die Pforte in ihrer Ansicht, auf der sie übri- " gens zu bestehen scheint, zu befestigen. Man versichert heute, der französische Gesandte in Konstantinopel habe die Absendung einer franzöflscheU Flotte nach den Dar-

dancllen verlangt.

Der Siecle bespricht die Gefahren, die aus dem Benehmen Rußlands der Pforte gegenüber entstehen können. Der französische Gesande schreibt Briefe über Briefe, um Verhaltungsbefehle zu haben, doch vergeb­lich; man will Rußland nicht zuwider handeln, damit Rußland wiederum unsere Politik in Rom nicht durch­kreuze. Uebrigens besprechen heute alle Journale die­sen Gegenstand und machen auf seine Wichtigkeit auf­merksam. Bis jetzt haben wir nur die Assemblee na­

tionale, als die einzige Zeitung einzuregistriren, die der Pforte rathet, Rußland nachzugeben.

Im Elysee fand gestern ein großer Ministerrath

rung ist entschlossen, die Kammersitzung mit einer Mit- ; theilung in Bezug auf Italien zu eröffnen. Fast alle Kabinetssitzungen in der letzten Zeit hatten die aus-

wärtige Politik zu behandeln.

Jn Toulon ist die Cholera so stark ausgebrochen, ! langen Unterfuchungshaft zu lOwöchentlichem Profosen- daß ein Drittel der Einwohner die Stadt verlassen ! arreft in Eisen verurteilt. Von Semlin aus hat. Ein Militärarzt in Marseille hat bei dieser Ge­legenheit der Regierung vorgeschlagen, die Cholera als Schutzmittel zu inoculiren, Wieman die Kuhpocken inoculirt, und zu den ersten Versuchen mehre auf Le­benszeit verurtheilte Galeerensträflinge anzuwcnden.

Großbritannien.

London, 24. Septbr. Eine neue Ueberlandspost bringt Nachrichten aus Bombay vom 6. August, Cal- cutta, 8. August, Canton, 26. Juli, Hongkong, ,28. Juli. Sowohl die indischen, als chinesischen Zeitun­gen find an Nachrichten von politischer Wichtigkeit völlig arm. In Canton hat die Verweigerung des Einlasses der Engländer in die innere Stadt bis jetzt keine Verwickelungen herbeigeführt, auch die Entfüh­rung des britifchen Miyionslehrers aus dem Gefäng­nisse in Macao ist ohne Folgen geblieben. An der Nordwestgränze Indiens ist es vollkommen ruhig. Von einem Feldzuge nach Kaschmir verlautet nichts Be­stimmtes, wenn auch Die halbofsizielle Widerlegung in Bezug auf das bedenkliche Verhalten Gulab Sings nicht allgemeinen Glauben findet. Die indo-britische Armee im Pendschab unter Sir W. Gilbert ist über 45,000 Mann stark; daß die Sikhs die britische Herr­schaft nur unwillig tragen, ist sicher, an Männern würde es einem Aufstände nicht mangeln, aber es feh­len Führer, Kanonen und Geld.

I London, 28. Sept. (Westd. Z.) Wenn auch die beabsichtigte Expedition nach Cuba vor der Hand durch das Einschreiten der nordamerikanischen Behörden auf- gefchoben worden, so ist dieselbe doch nicht aufgehoben. Die Freistaaten haben nur gethan, was sie auf Re- ! quisition Svaniens nicht unterlassen konnten, ohne das . jetzt noch bestehende s. g. Völkerrecht mit einem Male ! zu verwerfen. Ob dasselbe zwischen Freistaaten und I Monarchien in seiner jetzigen Ausbildung noch lange wird bestehen können, ist eine Frage, deren Beant­wortung vielleicht schon der nächsten Zukunft vorbe­halten ist. Selbst unsere ministeriellen Blätter geben zu, daß es den Nordamerikanern nicht in den Sinn kommt, die Ideen des Freischaarenzuges nach Cuba ge­richtlich zu verfolgen und was wird die Folge sein: daß man mit größerer Vorsicht einen andern Hafen zum Sammelplätze der Expedition bestimmt. Jede Macht, welche Spanien auf Cuba werfen mag, wird unzureichend sein, die Begeisterung für republikanische Institutionen zu unterdrücken oder einem, von Außen unterstützten Aufstande wirksam entgegezüutreten. Cuba wird sich mit Den Freistaaten vereinigen und zwar weniger durch Waffengewalt, als durch das siegende Vorbild republikanischer Freiheit. Jamaica wird nicht zögern, dem lockenden Beispiele zu folgen; und wie es in unseren Canadas aussieht, wird Jeder einsehen, welcher Die Geschichte der Jahre 1781 u. f. nachzu­lesen sich die Mühe geben will. Die Republik wird die Reise im Westen beginnen und von dort aus eine Weltumsegelung vollenden.

Die Londoner Blätter vom 21. Sept, sind aller politischen Nachrichten bar. DerStandard", bekanntlich kein Freund der Judenemancipation, gibt den reichen Israeliten Rothschild, Montefiore u. (V w. den Rath, Palästina dem Sultan, der sich wahrschein­lich billig würde finden lassen, abnckaufen, und dann

zuladen. (Spiegelberg hat den Plan schon früher entwickelt.) So wäre, meint das Journal, den mef* siashoffenden Juden geholfen, wenigstens der erste nöthige Schritt zum künftigen messianischen Reiche gethan, und die christlichen Völkerschaften, dieGojim," würden dieselben wahrscheinlich nicht ungern mit allen golde­nen und silbernen Geschirren ziehen lassen Freilich das Sanb, wo einst Milch und Honig floß, sei in neu- rcr Zeit sehr wüst und steinig geworden, und es wie­der anzübauen, möchten die, wiewohl ursprünglich auf den Ackerbau angewiesenen, Kinder Mose kaum so be­quem und profitabel finden, wie ihre bisherige euro­päische Industrie.

Die Negierung hat, so berichtet Die D. Ref., um

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misphäre in humaner Weise entgegenzukommen, in Südamerika 19,000 Land angekauft, welches zu ge- rmgem Preis an diejenigen losgeschlagen werden soll, die ihr Heil in der neuen Welt bei einer zweckmäßi­gen Beschäftigung suchen wollen. Durch ein von der Regierung niedetgesePtes Konnte, das die Anordnun­gen und Verhältnissen Amerikas bekannt zu machen hat, damit sie gegen Betrügereien geschützt werden, wird die Ueberschiffung geleitet, und hat sich das Kö­

mite dieserhalb an einige Schiffsrheder gewendet, um über die Ueberfahrtspreise zu unterhandeln. Die Fahr­ten werden nächstes Frühjahr beginnen und jedem Schiffe wird ein königl. Kommissar zugetheilt, dessen Verhält­niß zu den Passagieren nicht ein überwachendes, son- deru freundschaftliches und in mißlichen Umständen aushelfendes sein soll.

Ungarn.

Wien, 28. Sept. Unter den neuem gefällten kriegs­rechtlichen Urtheilen bemerken wir jenes des Probsten und Dechanten Samuel, Stadtpfarrers in Pesth, wegen angeordneter Andacht zu Gunsten der ungari­schen Insurgenten. Er wurde in Berücksichtigung der

wurden 700 Honveds, die bei Arad gefangen und durchgängig als Gemeine assentirt wurden, größten- theils Adelige und Juraten, eine kräftige und lebens­frohe Schaar, unter starker militärischer Escorte nach Pettau abgeschickt. Unter diesen Gefangenem befanden sich über 300 Honveds-Offiziere und 4 Feldkaplâne. Aehnliche Transporte werden in Semlin noch erwar­tet. (Fr. I.)