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entsprechend, was ich bereits gesagt habe, wirst Du in Amerika, wo noch das Capital nach Herrschaft-mischt-, kalte, herzlose' Menschen im Durchschnitt finden, die unaufhörlich nach Geld, und abermals Geld ja­gend, nicht darauf achten, wenn sie durch ihre egoisti­schen Glückspläne das Wohl ihrer Brüder untergra­ben und vernichten. Den Geist der Brüderlichkeit, den Geist der sozialen Republik, der Republik, die auch in ihrer Form einen lebendigen Inhalt birgt, und die Dich begeistert, diesen Geist, wirst Du, ver­laß Dich drauf, jenseits des Meeres schmerzlich ver- misien. Dieser Geist der Brüderlichkeit aber ringt bereits in Europa um seine Existenz, und hier komme ich denn auf die viel beklagten trostlosen Aussichten, für Europa und unser deutsches Vaterland insbeson­dere zu sprechen, worüber in einem weitern Briefe mich zu verbreiten, da dieser schon sehr angewachsen ist Du mir gewiß gestatten wirst.

Der CorrferiptionSarzt.

DieFreie Zeitung" vom 21. d. M. bringt einen Artikel, daß künftig Obermedizinalrath v. Franque als einziger Civilarzt die ganze Rekrutirung mitmachen würde, und begrüßt diese Anordnung als eine zweck­mäßige , sowohl wegen der Kenntnisse des Herrn V. Franque, als auch deßhalb, weil er recht gut einige Monate von der Regierung abkommen könne. Wir wollen beides nicht in Abrede stellen, ersteres hauptsächlich deßhalb nicht, weil ja die Einser in ihrer Schrift den Ruhm und Flor von EmS an die berühmte Persönlichkeit von Franque anknüpfen, und das zweite darum nicht, weil es factisch vorliegt, daß der technische Regierungsreferent für das Medizinalwesen jedes Jahr wenigstens die Hälfte der Zeit abwesend ist. Es wäre gewiß eine wünschenswertste Gleichmä- ßigkeit bei der Conskription dadurch zu erzielen, daß Herr v. Franque, der sowohl bei der Regierung, wie dargethan, als auch in der Praxis, wie besagter Artikil meldet, entbehrlich ist, die Reisen mit dem Re- krutirungsrath machte. In diesem Falle wäre der Regierungsreferent 6 Monate in Ems, 3 Monate auf Conskriptionsreisen und drei ganze Monate mit dein Referate an der Regierung beschäftigt. Wenn diese Zeit ausreicht, dann brauchten wir auch so keine hohe Besoldung dafür. Künftig soll nun die Emser Praxis von der Referentenstelle wegfallen, weil es eben ein­gesehen wurde, daß der Referent an die Regierung und nicht au andere Orte gehöre. Und nun, da diese Ermulation aufgehoben werden soll, erfindet man eine andere? Und doch will der ärzliche Stand stets und ständig bei der Regierung vertreten sein. Wenn es freilich wahr ist, daß Herr v. Franque auf seine Refcrcntcnstclie zu Gunsten der goldnen Badearztstelle zu Ems verzichtet, dann wäre die Conscriptionsreise recht paffend für ihn oder einen andern der Badeärzte, indem diese zur Zeit der Conscription ohnehin nichts zu thun haben, und man überhaupt nicht weiß, wa­rum sie so hoch als solche besoldet werden; es müsste dann sein, weil sie eine bequemere und sehr einträgliche Praxis haben. Vielleicht will auch Hr. v. Franque diese Gelegenheit benutzen, die vorgeschriebene Visita­tion bei den einzelnen Medizinal - Beamten an- zustellen. Uebrigeus wäre es auch zu wünschen, daß die Aerzte bei der Regierung einen Blaun hätten, der stets und ständig das Interesse des Standes zu wahren im Stande wäre.

D e u L s el) E K n &.

K Weilburg, 23. Sept. Neuerdings dringt die Politik leider in Schichten, wohin sie nicht gehört, und wo sic verderblich wirkt. Die Ludimagister eines Gym­nasium illustre benutzen die Schulstunden, welche für

Die Naben.

Novelle nach Madame Charles R e y b a u d.

(Aus dem Bilderinagaziii.)

(Fortsetzung.)

Diesmal thäten Sie doch wohl, wenn Si: dem Baron gehorchten, denn im Grunde haben Sie doch keine triftige Einwendung. Sie lieben die schöne Wittwe nicht; das wird sich später finden, wenn sie Ihre Fran ist.."

Nie," antwortete Greoulx mit einem Blicke auf Gabrielen;auch habe ich einen andern, nicht per­sönlichen , Grund zu dieser Weigerung. Paub von Gil- larct, mein Jugendfreund, liebt die Frau von Chateau- relvu und wird von ihr vielleicht geliebt. Sie begreifen, daß ich Sie nicht heirathen kann, nachdem er mir sein Geheimniß offenbarte; aber dies kann ich dem Barone nicht sagen."

Ja, ja, ich verstehe," sagte cie Alte, die davon nichts verstand; einen Freund nicht ju hintcrgehen und wenn man darüber sein Erbe und Vermögen verlöre, ziemt sich für einen Edelmann, wie Sie sind; jedoch..."

Ich bedauere nichts!" unterbrach sie der junge Mann mit ungestümer Freude; niemals war ich so hoffnungsreich und so voll Muth. Ach, wie schön und

Griechisch und Lateinisch und andere mehr oder weni­ger nützliche Gegenstände bestimmt sind, zu catiliuari- fchen Reden gegen Hecker, Struve und Breittano und zu donnernden Philippiken gegen die Demokratie, sowie zu sonstigen, dem Herrn wohlgefälligen politischen Alotriis, welche weder auf dem Lectionscatoloq, noch in der Schulordnung vorgezeichnet stehen. Bekanntlich dient ein Gymnasium dazu, um auf den künftigen Staatsdienst vorzubereiten. '3$ weiß nun nicht, ob es auch in der Absicht, auf den künftigen Staatsdienst vorzubereiten, geschieht, wenn die Ludimagister die Be- handlung, welche sie den ihrer Obsorge anvertrauten einzelnen Gymnasiasten zu Theil werden lassen, nach deren politischer Gesinnung, ja sogar nach deren poli­tischer Gesinnung ihrer Eltern und Geschwister bemes­sen und damit dem Beispiel des Herrn folgen, welcher die Sünden der Väter rächt bis in das wer-wciß-wie- vielfte Glied. Man erzählt, daß ein Gymnasiast, wel­cher unglücklich genug ist, einen demokratischen Vater und mehrere sehr demokratische Brüder zu besitzen, eine Behandlungsart erfahren hat, welche geeignet war, ihn über die verkehrte politische oder sogar unpo­litische Richtung seiner Angehörigen zu belehren. Die­ser Gymnasiast hatte in dem Schloßpark eine Rose ge­brochen. Ein Ludimagister, dessen Naine ihn in den (gewiß unverdienten!?) Verdacht von Rückschrittsgelü­sten bringen könnte, nahm hieraus Veranlassung, dessen Mitschüler vor dem Umgang mit ihm zu verwarnen, weilsie von einemDieb" (sic!) doch nichts lernen könnten, alsstehlen."

Göttlichster aller göttlichen Ludimagister, welchem das Abbrechen einerHerzoglichen Rose" ein Diebstahl ist, wo haben sie ihr Criminalrecht gelernt, im Ver­gleich zu welchem die Peinliche Halsgerichtsordnung Caroli V. eine Kinderschrift ist? Wahrlich, Sie ver­dienen, daß Ihnen, bei ihrem Aufsteigen zum Olymp, Carpzow, im Verein mit einigen andern der be­rühmtesten Herenprozeßlehrer, die Bürgerkrone auf das erfindungsreiche Haupt drückt!

t Weilburg, 24. Septbr. Der zeitige Vorstand des nassauischen naturwissenschaftlichen Vereins hat Weilburg zum diesjährigen Versammlungsort seiner Mitglieder bestimmt. Obgleich die Wahl de. Zeit eine unglückliche genannt werden muß, da den 1. und 2. Oktober, wo der Verein hier zusammenkommen soll, zugleich die Versammlung der deutschen Landwirthe und Forstleute in Mainz statt findet, so ist es doch als ein glücklicher Griff anzusehen , daß der Verein einmal im Lahnthal tagen will. Die zahlreichen Berg- und Forstleute, die Laudwirthe, Elementar- und Real­lehrer desselben können sich auf diese Weise leichter betheiligen, und die Bewohner aus dein Süden und Norden des Herzogthums haben den gleich weiten Weg zu machen. Dadurch, daß der naturwissenschaftliche Verein sich zu einem Wanderverein gestaltet, wird im ganzen Lande eine größere Theilnahme für ihn und die große Sache, welche er vertritt, sich entwickeln und diese auf seine Anstalten und Bestrebungen in Wies­baden günstig zurückwirken. Weilburg wird sich der Ehre würdig zu erweisen suchen, daß es zuerst unter den Städten des Landes den Wandervereiu in seinen Mauern begrüßen soll. Hoffentlich werden alle Theile des Landes recht zahlreich bei der Zusammenkunft ver­treten sein, damit die künftige Organisation des Wander­vereins umsichtig und durchgreifend besprochen und fest­gesetzt werden kann.

Mainz, 26. Sept. (Mz. Z.) Vor einigen Tagen bereits wurde Bürger Kaiser von Algesheim und gestern Adler von Worms als Untersuchungsgefangene in das hiesige Arresthaus gebracht. Die ihnen zur Last gelegten Verbrechen oder Vergehen sind natürlich politischer Natur.

Bis heute sind 4 neue Cholera-Erkrankungs-, 7 Genesungsfälle und 1 Sterbefall vorgekommen.

In K a st c l und K o st h e i m hat sich nichts er­eignet.

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herrlich ist die Freiheit! Wie gut lebt sich's, wenn man zufrieden mit) freier Herr isti Wenn Sic wußten, wie traurig id) meine Jugend verbringen mußte! Ist es eine Schande, arm zu sein und arbeiten zu müssen? Ich fühle cs, ich werde glücklich sein. Ich war wie ein Gefangener, der sich nach seiner Erlösung sehnt; ich dachte fortwährend und gegen meinen Willen an den ' Tod des Barons, weil mir derselbe die Freiheit bringen I mußte. Gewiß ich hätte ihn nicht beweint. Jetzt möge ihm Gott noch langes Leben geben!"

Er ist fünfundsi'ebenzig Jahre alt," sagte Veronica und der selige Baron, sein Vater. dem er sehr ähn­lich ist, brachte sein Leben auf 98 Jahre. Auch er war ein schrecklicher Mann, der drei Frauen nach ein­ander durch Gram und Kummer ins Grab brachte."

Haben Sie ihn auch gekannt?" fragte Greoulx verwundert.

Allerdings," antwortete Susanne trocken.

Ich habe Muth und Hoffnung," begann der junge Mann von neuem,und später werde ich Ihnen meine Pläne mittheilen. Jetzt muß ich zuerst überlegen, was ; ich beginne, um auf ehrenhafte Weise meinen Lebens- i unterhalt zu verdienen. Ich werde in die Armee des Königs treten."

Gabriele erbleichte bei diesen Worten und die Raben riefen gleichzeitig aus;Daran denken Sie nicht, Herr Ritter; der Krieg ist ein schlimmes Handwerk."

Im Correktionshause dahier, wo sich die Erkran­kungen sehr gehäuft hatten, kommen keine neue Fälle mehr vor. Im sogenannten Arresthause ist bis jetzt überhaupt noch kein auch nur verdächtiger Fall vor- gekommey. Die Brechruhrepidemie ist im Schwinden.

Rastatt, 21. Septemb. Nicht die Cholera, son­dern der Typhus fordert unter unsern armen Gefan­genen so viele Opfer. Nach dem jüngsten Wochen­blatt starben in der vergangenen Hälfte des Monats über 40 Soldaten und Wehrmänner. (Schw. M.)

Rastatt, 22. Sept. Heute war neuerdings ein Frei- schäler vor dem Standgericht, Namens H i r sch fe I d e r, der zu zehn Jahren Zuchthaus verurtheilt und noch diesen Abend nach Bruchsal abgeführt wurde. Corvin, dessen Frau die Zeit seiner Begnadigung bei ihm hatte zubringen dürfen, ist vorgestern in die Srtafanstalt nach Bruchsal verbracht worden.

In Freiburg wurden am 22. zwei Rheinländer, Dorl aus Köln und Schrodt aus Kevelaer zum Tode verurtheilt, auf Vorstellungen jedoch ihre Akten nach Berlin zur Bestätigung gesandt. Von Berlin ist noch kein Entscheid gekommen. Prof. Kinkel sitzt in Freiburg in Sonderhaft.

Freiburg, 22. Sept. Gestern Mittag wurde auf Requisition des Militärkommandos dahier durch das Stadtamt Obergerichtsadvokat Dr. v. Weisen ek, Vertheidiger des I. Jörger, verhaftet, weil er sich ge­gen das Standgericht in Bezug auf das Urtheil obge­nannten Falles beleidigender Ausdrücke bedient hatte.

Freiburg, 22. Sept. Dieser Tage wurden in ver­schiedenen Kaufläden hiesiger Stadt auf Befehl des k. preußischen Stadtkommandanten verschiedene Gegen­stände consiscirt, welche das Bildniß Heckers trugen. Gestern wurde auch ein hier erscheinendes Localblatt, derFreiburger Bote" mit Beschlag belegt, weil er einer Erzählung über die jüngsten Ereignisse die Bild­nisse von Brentano und Struve beigegeben hatte. Im Uebrigen geht hier alles seinen ruhigen gewohnten Gang. (D. Z.) y

Mannheim, 25. Sept. (B.M.) In der Karls­ruher Zeitung war früher mitgetheilt, daß der hiesige Vaterländische Verein, der lange Zeit als Vorort der vaterländischen Vereine in Baden eine so große Thä­tigkeit entwickelte und den Bestrebungen der Volks­vereine so entschieden entgegentrat, von dem Stadtamte dahier zugleich mit dem Volks-, Arbeiter- und Bürger­verein aufgelöst worden ist. Der Ausschuß hat den Rekurs ergriffen, und die großherzogiiche Regierung hat die stadtamtliche Verfügung aufgehoben.

Das heutige Standgericht verwies die des Hoch­verraths Angeklagten, Jakob Kappler, ehemaliger Prinz-Mar-Wirth, und Joseph Schaaf, Droschkier, beide von Heidelberg, in Berücksichtigung mehrfacher Milde, ungögrüude, vor die ordentlichen Gerichte.

Berlin, 22. Sept. Außer Baiern hat noch ein Staat seinen definitiven Nichtbeitritt zum Drei-Königs- Bündnisse angezeigt -- Hessen-Homburg. Die Erklärung spricht übrigens die Motive, welche man in München zurückhielt, offen aus:Ich schließe mid) nicht an", sagt der Landgraf,weil ich noch fer­nerhin ein selbstständiger deutscher Fürst, bleiben will, wie ich es bisher gewesen." (K. Z.)

Prag, 21. Sept. Herr Buchhändler Andre ist wie wir vernehmen, vom f. k. Militärgerichte am Hradcjn wegen Verbreitung aufreizender Schriften zu dreimonatlichein Stockhausarreste in Eisen verurtheilt worden.Die Reimchronik des Pfaffen Mauritius" soll das verpönte Werk sein, das bei Hrn. Andre auf dem Lager gefunden wurde, und den Grund zu der obigen Verurtheilung gegeben hat.

Schweiz.

Basel. 24. Sept. Gestern passirte Florian Mör- des, vormaliger Finanzminister von Baden unter der provisorischen Regierung, hier durch, um sich durch Frankreich nach Amerika zu begeben!

Ich muß aber doch etwas thun; mit hundert Louisdor , die ich and dem Verkaufe einiger überflüssiger Juwelen wohl lösen könnte, kann man nicht lange leben und wenn man sich noch so sehr einschränkt."

Darüber machen Sie sich keine Sorgen," antwor­tete Veronica,besonders aber verkaufen Sie Ihre Ju­welen nicht etwa an einen Juden, der Ihnen nur die Hälfte des Werthes geben wurde. Bleiben Sie ruhig in demsilbernen Hahne."

Aber," fiel er ihr in die Rede,ich kann doch nicht länger ganz als Edelmann leben und mag mich der Nothwendigkeit nicht ausseycn, die Anerbietungen annehmen zu müssen, die Sie mir so edelsinnig machten. Die Schulven sind mir verhaßt."

Ich sage Ihnen ja, Sie sollen sich darüber keine Sorgen machen, wiederholte der Rabe;wir spre­chen nächstens wieder über ihre Angelegenheiten , die sich mit Gottes Hilfe bald besser gestalten können, als Sie es glauben; nicht wahr, Schwester?"

Das meine ich and)/' antwortete der andere Rabe.

Ich danke Ihnen herzlich für die Theilnahme, die Sie mir schenken," entgegnete der Herr von Greoulx indem er über das feste Vertrauen lächelte, mit dem ihm die beiden Bitten Glück verkündeten, aber auch tief gerührt über die Uneigenützigkeit, mit welcher sie ihre kleinen Ersparnisse zu seiner Verfügung stellten.