Bologna, 3. Scpt. Santo Co utoli, .Constantin Caroli und Onerzolo Bartolomeo sind verlostet, der erste, weil er Waffen getragen, die beiden andern, weil sie solche verborgen. Eantoli wurde zum Tode verurteilt und füsilirt; Caroli wurde ebenfalls zum Tode verurtheilt, seine Strafe jedoch umgewandelt, das Urtheil Querzolo's lautete auf sechs Monate Ge- fangniß.
G r N ß b r i L a R U i e N.
London, 11. Sept. (Tr. Z.) Die Cholera wüthet in London seit einigen Tagen auf fürchterliche Weise, man sieht allenthalben nur Trauerzüge h^ das beste Geschäft haben die Sargmacher, die Tag und Nacht arbeiten. Die feisten Herren Bourgeois machen bedenkliche Gesichter dazu, denn der Reiche scheidet nicht gern aus dem Leben, welches ihm so viele Annehmlichkeiten bringt. Aber desto mehr begrüßen viele Proletarier diesen Würgengel mit Freuden als ihren Erlöser und vereinigen sich im Tode mit denen, die im Leben ihre Peiniger gewesen, welche sie zu physischer und geistiger Erniedrigung verdammt. Es läßt sich leider nicht verkennen, daß eben jene phi- lantropisch deklamirenden Bourgeois, welche so viele „wohlthätige Zweckeffeu" veranstalten, bei denen so wacker gegessen und fleißig getrunken wird auf das „Wohl der Königin und der arbeitenden Klasse", daß eben jene es sind, welche der Verbesserung der Lage der arbeitenden Klasse und ihrer moralischen Erziehung im Wege stehen. Daher auch die zunehmenden Verbrechen und Mordthaten, von denen wir in der jüngsten Zeit wieder einige schöne Beispiele gehabt. Was soll aus all' den Sträflingen werden, welche in England geschaffen werden, da die Colonien auf dem Cap der guten Hoffnung und Vandiemensland re. keine mehr aufnehmen wollen? England muß ein anderes System befolgen, cs muß seine sozialen Verhältnisse umgestalten, wenn es nicht in wenigen Jahren eine gewaltsame soziale Revolution erleben will, wozu selbst die Herren Bourgeois jetzt den Anstoß gegeben, währenddem sie cs doch sind, welche den Arbeiter zu dem bringen, was er ist. Man sehe döch wie die armen Leute durch diese reichen Wucherer in enge Kammern und Kellern zusammen gesperrt werden, aus denen der Tod und moralische Entsittlichung hervorgeht. Die enorm hohen Miethpreise der Wohnungen sind es besonders, welche , hemmend der Beförderung des Wohles des Volkes im ' Wege stehen, und was die philanthropischen Bourgeois- ■ Wucherer auf der einen Seite als Almosen geben, das nehmen sie an herabgedrückten Löhnen, in hohen Zinsen und Miethen wieder zehnfach hinweg. Hülfe erblicken wir nur in dem Wucher der reichen Bourgeois, welcher viele kleine Geschäftsleute in das Proletariat wirft, und was auf die Spitze getrieben wird, muß endlich herunterfallen.
® d? w H z.
Basel, 14. Sept. Die Schweiz. Nationalzeitung berichtet: „Nachdem am letzten Montag das vormalige Mitglied der provisorischen Regierung der Pfalz, R e i- chardt, hier durchpasstrte, um sich nach Havre und von dort nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika zu begeben, hat heute auch einer der höheren militärischen Chefs der badischen Revolution, Germain Metternich, den Schweizerboden verlassen, um mit seiner Frau in der transatlandischen Republik eine neue Heimath zusuchen. — Aus bester Duelle vernch- men wir, daß gestern der vormalige Finanzminister unter der provisorischen Regierung von Baden, Heu- n i sch, vom Gerichtshof in Colmar fre igc sp röchen und somit das Ausliefernngsbegehrev abgewiesen worden ist."
Nepubiik Frankreich.
Paris. Der Streit über den Brief des Präsidenten hat einen Skandal herbeigeführt, der seines Gleichen sucht. Fallour nämlich hat eingewilligt, bis zum Wiedcrzusammcntritt der Nationalversammlung im Ministerium zu bleiben; dagegen hat er durchgesetzt, daß ein Artikel in der napoleonischen „Patrie", welcher versicherte, Fallour habe den unverantwortlichen Brief gekannt und gebilligt, durch den amtlichen Moniteur für unwahr erklärt wurde. Dieser Artikel aber war von niemand anderem geschrieben als vom — Präsidenten selbst!
Paris, 13. Sept. Der „Moniteur" meldet noch nicht die Ernennung des Generals Nando» zum Nachfolger des Generals Nostolan im Oberbefehl über das französische Erpeditionsheer in Rom. Nach allen Mittheilungen ist jedoch an der Genauigkeit dieser Nach- richt nicht zu zweifeln. Nach dem „Courrier francais" würde General Randon, welcher sich zu vermählen im Begriffe steht, erst in acht oder zehn Tagen nach Rom abreisen.
Man spricht von einem sehr heftigen Wortstreite, welcher in der letzten Sitzung des Ministerraths zwischen Herrn Dufaure und dem General Oudinot statt- gesunden hätte; dieser hätte zuletzt bemerkt, er könne im Augenblicke wegen der offiziellen Stellung des Hrn. Dufaure nicht weiter gehen, werde aber auf der Red- nerbühne der National-Versammlung sich Luft machen und das Verfahren des Herrn Dufaure gegen den Commandanten der französischen Erpedition in Rom , offen darlegen.
Paris, 13. Sept. Die legitimistischen Provinzial- Journale schreien laut über den Sozialismus; er drohe i Gefahr, man müsse durch andere Mittel als mit Swl- i dateil abhclfen. Das Mittel lassen sie nicht errathen, sondern geben cs deutlich an: man müsse die alten ■ religiösen und politischen Traditionen nicht ersterben [
lassen. Sie bauen ihre Pläne auch darauf, daß sie der Mittelpartei zu beweisen suchen, ihre Cristen; sei in Gefahr, die Sozialisten haßten beide Parteien gleich sehr, und da die Thierspartei in der Minorität sei, so müsse sie sich der wahren Partei der Ordnung, den Legitimisten, anschließen. Eine bedeutende Hülfe der Legitimisten ist die Geistlichkeit. Die niedere Geistlichkeit in Frankreich ist unwissend und völlig von der höheren abhängig.
Paris, 14. September. Nach dem „Toulonuais" vom 10. Septbr. herrscht im Hafen von Toulon die größte Thätigkeit. Ein Geschwader unter Befehl des Vice-Amirals Parseval-Deschones sollte in den nächsten Tagen nach Marocco abgehen und, wo fern Frankreich nicht hinreichende Satissication gegeben werde, eine Stellung an einem Punkte der maroccanischen Küste einnehmen. — Mit Bezug auf das Zustinuucn- trcten der Provincial-Concilien wird behauptet, in dem heutigen Ministertathe sei beschlossen worden, dasselbe zu gestatten, jedoch mit Vorbehalt der Rechte des Staates. — Im Conferenzsaale der National-Versammlung fand gestern eine Zusammenkunft mehrer Mitglieder des Berges statt. Man einigte sich über einen Antrag, in welchem baldmöglichste Zusammenberufung der gesetzgebenden Versammlung verlangt wird. Derselbe ward einem der Vice-Präsidenten der Versammlung überreicht und ist u. Ä. von Lagrange und Bae unterzeichnet. (K.Z.)
— Endlich ist in zwei Departements, Cher und Gironde, von den versammelten Räthen der Antrag auf Revision der Verfassung zum Zweck, der Präsidentenwürde „größere Dauer" zu geben, gestellt worden. Allein in dem erstem Departement fiel der Antrag glänzend durch, im andern wurde er mit starker Majorität der Kommission zugewiesen.
Aus einem längeren Artikel des Constitutionell heben wir folgende Stelle aus, welche von dessen Liebe zu den Arbeitern zeigt: Der Wein ist für den Arbeiter kein unbedingt nothwendiges Nahrungsmittel; die Getränkesteuer ist deßhalb und damit der Arbeiter sich nicht berauschen kann, sehr empfehlenswerth.
Im Polygon von Vincennes wurde ein Versuch mit einer Kanone gemacht, welche tonische Geschosse wirft._______________________________________________________
F r u ch t p r e i s e
Diez, 14, Sept. lr. Preis. Rother Waizen.....10 ü. 32 fr. Weißer Waizen......10 fl. 27 fr. Korn.........7 fL 45 fr. Gerste........5 fL 43 fr. Hafèr ........4 st. 2 fr.
2r. Preis.
10 fL £0 kr.
10 st. 40 fr.
8 fL 55 kr,
6 fL 12 fr.
Zu der heutigen Zeitung wird morgen Abend eine WeiLage ausgegeben.
Beran wörtlicher Redakteur: J. Ovpe rm an n.
Bekanntmachungen.
(loos) P o ft f d) i f f e zwischen London â Äew-Tork,
Die Spezial-Agentur der einzigen regelmäßigen Postschiff-Linie, befördert durch ihre 16 großen, schönen dreimastigen, gekupferten, schneUsegclnden amerikanischen Postschiffe am 6., 13., 21. und 28. eines jeden Monats Auswanderer zu den billigsten Preisen. Das Nähere ertheilt auf portofreie Anfragen
Mainz, den 1. August 1849.
T». II. IPswliscEB, Spezial-Agent in Mainz.
Ferner die Agenten desselben, Herren Gustav Mofalirrs è< CoMP. in Frankfurt a. M., Herr Gottfried Kraus in Biebrich, Herr Jacob Mvèh in Dillenburg, Herr Adolph Burbach in Diez, Herr Wilhelm Marx $. in Cambcrg, Herr Christ Wagner in St. Goarshausen.
Bneher-Versteigernng.
Das von ber H. Fischer'schen Buchhandlung dahier noch vorhandene Lager, bestehend in Büchern ane allen Fächern, Landkarten, Lithographien und Stahlstichen wird
Mittwoch den 26. September, Vormittags 9 u hr ansangend, dahier in dem Locole der H. Fischer'schen Buchhandlung (Webergasse, Eckladen des Badhauses zum Stern) freiwillig gegen gleich baare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert.
Wiesbaden den 14. Scplbr. 1819.
Der Bürgermeister
F i s ch c r.
(991) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist zu haben:
Dr. Heinrich âlix PausitZkp, Anleitung für L a n d l e u L e zu einer
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(984) Soeben ist erschienen und in Wiesbaden durch die H. W. Ritter'sche Buchhandlung zu beziehen:
Die Volkserhebung in Baden
lm Mai und Juni 1849,
dargestellt von
Wilhelm Frey.
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nach den
vereinigten Staaten von Nordamerika.
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Nach eigner Anschauung und nach den neuesten Quellen zusammengestellt von Alexander Siegle r.
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(992) So eben ist erschienen und in der H. W. Nittcrffchcn Bnchhandlung in Wiesbaden
Tagebuch für das Geschäftsleben auf das Jahr l^W.
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St. Goarshausen 8. Sept. 18)9
H. T. Linck.
Druck und Verlag der E. Rittrr'sch.n Buchdruckerei.