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Der russische General Rüdiger lud vor einiger Zeit Gorgey nebst allen gefangenen ungarischen Generalen zur Tafel, bei welcher er zwischen Görgey nnd Kiß saß. Die ungarischen Chefs trugen die glänzendsten Uniformen, während Görgey im schlichten Honvedrock und einem grauen Calabreser, ohne alle Abzeichen sei­nes früheren Ranges erschien. Er trägt seinen Kopf wegen der bei Acs erhaltenen Wunde verbunden, und sieht sehr ernst und melancholisch aus.

Wien, 31. August. Rach Briefen aus Pesth vom 29. wurde der Feldzeugmeister Baron Haynau mit seinem Hauptquartier kommenden Tages dort erwartet.

Italien.

Aus Rom wird vom 23. August mitgetheilt, daß General Oudinot vor seiner Abreife nach Frankreich an die Römer eine Proclainatio» erlassen, worin er freundliche Abschiedsworte an dieselben richtet.

Am 23. wurde in Rom noch eine zweite Procla- mation des Generais Oudinot veröffentlicht; sie ist an die Occupationsarmee gerichtet und benachrichtigt diese, daß sie eine Verminderung ihres Effeetivbestan- des erfahren und General Rostolan den Oberbefehl übernehmen werde.

C^ r t f eh enland.

Athen, 18. August. (A. A.) Eine Eabinetsverän- derung hat soeben stattgcfunden. Der Minister des Innern, Ehristides, ist plötzlich seiner Stelle enthoben und der bisherige Finanzininister Christenites mit der­selben betraut worden. Das Finanzministerinm er­hielt Balbo, ein Anhänger der Kolleti'schen Partei.

Nassauischer Landtag.

Sitzung vom 4. September.

Raht trägt den Bericht vor über die Entschädi- guugsreute für die aufgehobne Patrimonialgerichtöbar- teit. Er ist der Meinung, daß die Patrimottialjurls- diction, die bis jetzt noch fortbestaudeu habe, dlirch die Grundrechte aufgehoben und deßhalb keine Eutschädi-

gungsrentc zu entrichten sei an den Fürsten Wied, die Grafen Basseuheim und Walterdorf, und den Freiherrn v. Preusche». V. Eck sucht in seinem Spezialvotum darzuthun, daß die Entschädigung schon früher festge­setzt sei, und deßhalb die Grundrechte nicht maßgebend wären. Er trägt daher auf Fortbezahlung der Renten an, glaubt jedoch, daß später ein Gesetz über völlige Aufhebung gegeben werden könne. Ministerialrath Bertram hält die Nichtauszahlung für eine offenbare Vertragsverletzung, die Grundrechte fänden hier gar keine Anwendung, und die Gerichte würden jedenfalls den Staat zur ferneren Zahlung verurtheilen. v. Eck's Antrag wird mit 25 Stimmen angenommen.

Deisler erstattet Bericht über den Großmanu- schen Antrag, die sofortige Verlegung des Hofgerichts von Usingen nach Wiesbaden betreffend Da alle Ver­hältnisse für die Verlegung sprechen, so trägt er auf Annahme des Antrages an. Das Specialvotum Heh- ners lautete auf Uebergang zur Tagesordnung, da erst vor Kurzem die Kammer beschlossen habe, die Ver­legung des Hofgerichts bis zur vollendeten Gerichtsor- ganisatio» hinauszuschiebe». Preiß spricht gleichfalls für das Verbleibe» des Hofgerichts i» der Stadt Usiu- ge», die einen zu große» materiellen Nachtheil erleide, wenn der Gwßmauu'sche Vorschlag durchgehe.

Jung II. glaubt, daß man allerdings der Stadt Usingen eine gerechte Entschädigung müsse zukommen lassen, auf de>' andern Seite aber die Mißstände, welche durch die Trennung des Hofgerichts vom Anklagesenat und dem Erimmalgericht herbeigeführt würden, nicht länger mehr fortbestehe» dürfte». W i in p f warnt vor der Aufhebung erst vor Kurzem gefaßter Beschlüsse; außerdem möge man der Stadt Usingen den Lebeus- faden nicht abschneiden. Man könne eher das Crimi- nalgericht anch noch dorthin verlegen, da ohnehin Wies­baden schon zu sehr gegen die Provinzialstädte bevor­zugt sei. Der Minister verspricht der Stadt Usin­gen jede mögliche Entschädigung. Hehn er's Antrag, auf Uebergang zur Tagesordnung fallt durch. Der Großmann'sche Antrag wird mit 25 Stimmen au- genommen, für ihn stimmen Fresenius, Jung I., Hei- demcich, Kalt, Rau, Zollmauu, Wirth, Bertram, Großmann, Leisler, Brann, Jung II., Habel, Remy,

Schlemmer, Heil, Haupt, Wenkenhach, Lang, Müller v. Gödecke, Geigens, Keim, Bellinger.

Der Herr Ministerpräsident ersucht die Kam­mer, eine Commission zu wählen, die nach der Ver­tagung der Stäudeversammluug sich mit der Iustizor- ganisatio» beschäftige. Die Tagesordnung führt zur nochmaligen Besprechung der Kräiner'schen Angelegen­heit. Wirth trägt darauf an, daß die Regierung er­mächtigt werde, sofort eine Neuwahl anzuordnen, da die Frist von 14 Tagen abgelaufen sei, welche sich der Abgeordnete Krämer erbeten habe, zum Arrangement seiner finanziellen Verhältnisse, widrigenfalls man sei­nen Austritt annehmen könne. Braun trägt darauf an, die Kammer möge den Abgeordneten Krämer als ausgeschieden betrachte», ohne nähere Angabe der Gründe. Man thue auf diese Weise der Ueberzeugung der Einzelnen keinen Zwang an, da Manche blos aus den von Kalt angegebenen Gründe» für Kräi»er's Ausschluß feien , Andere wieder aus den von Wirth angegebenen für den Austritt, welche beide Begriffe das Wort Ausscheiden in sich fasse.

B r a u »' s Antrag wird mit 19 Stimmen ange­nommen ; alsdann wird ein Ausschuß gewählt zur Be­gutachtung der Negierungsvorlage, die Forstorganisa­tion und insbesondere die Anstellung der Förster be­treffend. Die Wahl fällt auf Haupt, Müller II., Preiß, Heyl, Wirth.

c v t d) f i ß n it ß.

In dem gestrigen Artikel^ Vom Rhein " muß in der 5ten Zeile von oben statteinige"eine noth­wendige Folge gelesen werden.

F r u ch t p r e i s e.

Diez, 3I. August.

Rother Walzen .....

Weißer Walzen ......

Korn.........

Gerste........

Hafer ........

lr.

Preis.

2r. Preis.

11

fl. fr.

11

fl. 37 fr.

10

fl. 30 fr.

11

si. 3 fr

7

fl. 40 fr.

8

fl. 32 fr

6

fl. 50 fr.

9

fl. 30 fr

si. fr.

Verantwortlicher Redakteur: I Oppermann.

Bekanntmachungen.

Verein ;ur Wahrung der Volksrechte.

(937) Mittwoch de» 5. September Abends 8 Uhr, Sitzung des Vcrcilis im Nerothal. Nichtmitglieder könne» durch Mitglieder eingeführt werden.

Tagesordnung: 1) Wahl des Vorsitzenden; 2) Wochenbericht über die neuesten politischen Ereignisse. Der Vorstand.

(984) Soeben ist erschienen und in Wiesbaden durch die H. W. Ritter'sche Buch­handlung zu beziehen:

Die Volkserhebung in Baden im Mai und Juni 1849, dargestellt von

Wilhelm Frey.

Preis 36 kr.

(197) Fliedner &* Eomp. in New-Aork empfehlen assen deutschen Aus­wanderern, insbesondere den Cajülen-, und Steerage Passagieren, ihren neu eingerichtete» Gasthof zum BArcesitvi^Si SBouse, Greenwich Straße Nro. 82, nahe am North River. Bei den vielen Prellereien , denen so manche deutsche Emigranten in den hiesigen Gasthöfen ausgesetzt sind, kann es Jenen nur erwünscht fein, nach einer langen, beschwerlichen Seereise einen soliden Gast­hof zu finden. Wir bitten über unsere Realität und gute Bedienung bei der uns schräg gegenüber stehenden Agentur der deutschen Gesellschaft Nro. 95 Erkundigung einzuziehen, und keinem Makler Gehör zu schenken, da wir solche nicht unterhalten.

New-Uork, den 24. November 1848.

S'tècffsser 4* BJonep.

(887) Bei F. A. Brockhaus in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen

zu beziehen:

Entwurf

/(. Writlbertf

Schustergasse in Mainz bringt sein großes Lager in allen Sorten Wachstuch, welches durch neue Muster aufs Schönste und Billigste sortirt ist, in empfehlende Erinnerung. (956)

zu einem allgemein deutschen Civilgesetzbnche

11 c b st M o t i v e n von Friedrich August Freiherr» von Preuschcu-Licbenstciu, Hof.,erichtsrath zu Usingen.

Gr. 8. geh. (32 Bogen) Ladenpreis 2 Thlr.

Frankfurt.

Cours ber Staatspapiere.

Schluß der

Börse.

Oesterreich

Preußen

Bayer»

Würtemb.

Baden

Den 3. September 1849._________ MetalligueS Obligationen ....

....

Wiener Bank-Actien .....

250 fl. Loose von 1839 .... Bethmännische Obligationen . . .

50 Thaler Prauuen-^chelue . . . Staats-Schnld-Scheine â 105 , .

Obligationen........ Ludwig-Kanal-Aclien mol. d. v. C. Bexbacher Eisenbahn-Aktien . . . Obligationen........

Obligationen ........

Lotterie-Anlehen a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .

pEt.

5

4

3

3

4

4%

3%

3%

4%

3%

5

3'/a

Papiers 87%'

53

47% 1348

150 98% 74

81

103 88% 82% 45 83% 94% 81% 96% 78'/4 52%

32%

Geld 1

87'/. 70% 52 /a' 46%; 1340 1 149%'

98%' 73 1 80

87% 82%

82% 94 81 96% 77% 52 32

Darmstadt

Kurhessen Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Den 3. September 1849,_________ Obligationen........ Lotteri'e-Anlehen von 50 fl. . . . 25 f(. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbah» . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen........ Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . .

Obligationen........

ditto von 1839 . . . .

ditto von 1846 ....

Taunuo-Eiscnbahn-Aktien â 250 fl. . Jntcgr.-Obligatioucn..... Syndicats......... Sintere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup..... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frö. Loose bei Gebr. Bethmann

ptät.

362 4

4

5 3%

3 3% 3%

2% 3%

3

-

Papier

81 90% 74% 25% 49% 33%

102 84% 24% 80% 93% 90%

302 53%

27%

107 81%

Geld 80% 90 73% 25 49% 33 101% 84 24% 79% 93%

300 53%

27%

81% 36%

fr.

Zwei Monat

st.

Kurze Sicht

Gold- und

(985) Eine im Aarthale iu der Gemarkung Burgschwalbach, Amts Dietz, sehr gut ge­legene Dachschiefergeube, welche sich sehr gut rentirt, ist ans freier Hand zu verkaufen von Philipp Voller in Burgschwalbach.

(986) Ein braves Mädchen vom Land, wel­ches im Nähen und in allen häuslichen Ar­beiten bewandert ist, sucht einen Dienst bei einzelnen Leuten auf Michaeli.

(981) Es sind wieder i Ur Solten schlesischer Leinen, sowie Hausmache,leinen augokommeu, welche zu den billigsten Pieiseu ompsschlt

Loilis Sdn öd er.

(9 0) Frische Kartvffelkrnpfell» Jeden Mittwoch Abend bei SS«*» 6teM"Sa Kcaj;#'?.

Cours der Wechsel.

Den 20. August.________ Amsterdam, loo fl. En. . . . Augsburg, IOD fl. Ert. . . Berlin, 60 Thlr. .... Bremen, 50 Nthlr. in Louisd or Hamburg, loo Mrk. Bco. . . Leipzig, im Thlr . . .

in der Mepe . . . London, 10 Livr. St. . . . Lyon, 200 Fr...... Paris, 200 Fr...... Mailand, 250 Lir. Anstr. . . Wien, in 20r 100 fl. E.-M. . Discouto . . . - - - -

Geld

Briefe

Geld

Briefe

100%

119%

105%

--

98%

87%

105%

121

120%

95%

95%

107%

87%

99%

120%

Diene Louisd'or..... Friedrichöd'or......

Duca tcu .......

20 Frank-Stücke ^ . . . Holländische 10 fl. Stücke Englische Souveräns . . . Laubthaler ...... Preußische Thaler . . . . Hochhaltiges Silber . . Gering-mittclhaltigeö Silber

11

9

9

10

12

6 53/ 39 38

1

3

I 45 24 21%

(Frkf. I.)

(973) Muhr kohlen.

In einigen Sagen einnute ich eine Ladung Nnhrkoblea s' isch ans der ®rube, welche ich per comptant zum billigsten Preise verabreichen kann ^Vt. /£ Mfr.

(982) Bei Schneider Nusch kann ein Junge vom Laude in die Lehre treten.

(935) Ein Logis nebst Laden in der Nähe des Kranzplatzes ist zu vermieth.u.

Das Nähere in der Expedition dieses Bl.

W c s rr eh.

(970) Gegen gute Hypothek werden zu leihen gesucht ^<>0 fl. Näheres bei Amts- scribent Dingel zu Nastätten.

5s

Druck und Verlag der (4. Ritte,'scheu Buchdruckern