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bin, w' die deutsche Revolution ihren letzten Kampf .ivFtc. und wir müssen iimvUImrlich der Worte bcv scetcnvollen Dichters gedenken:

NNe jene Blüthen sind gefalle t

2^n ^ Nordens schauerlichem Äeh'u:

Einen zu bereichern mit v Allen

Mußte b ese Götterwelt vcrgch'n."

Wfsch ein herrliches Volk war das, das dereinst auf den Barrikaden kämpfte, und unter dem Flattern der schwarz-roth-goldnen Fahne siegreich vorwärts drang . Wie leuchtete aus seinen Augen die Revolutionsbegei- sirrung, die Kampfesentschloffenheit, der Siegesmuth. Wie bedurfte es nur Eines großen Mannes, um aus der chaotischen Masse, die nur durch die Eine Jder der Einheit und Freiheit des Vaterlandes bewegt war, eine disciplinirte Armee zu schaffen, den Bürger und den Soldaten unauflöslich an einander zu ketten, und aus vielen zerstreuten Erzklumpen Ein Monument aus Einem Gusse, eine einzige große und schöne Statur zu gießen! Das Bewußtsein ihrer gemeinsamen Mis­sion, ihrer Stärke, wenn sie vereinigt, mußte aus den vielen Stämmen Eine Nation schaffen ! Aber dies bieg­same, elastische Volk, das eine Ahnung von seiner ho­hen Aufgabe hatte, dem einen Moment lang die ge­ahnte und gesehnte Zukunft wie einweissagendes Ge­sicht" vor die Seele trat, es hatte so kleine Männer, so winzige Führer! In den Kammern und Par - l ameuten mußte die großartigste der Bewe- gun gen versanden! Werfen wir einen Schleier über dies Mißgeschick die Geschichte ist unerbittlich in ihren Konsequenzen; aber sie bewahrt auch die ge­schlagenen Ideen Jahrhunderte lang, und wälzt der­einst den Stein von dein Grabe weg, das die edelste Perle der Nation birgt, daß die geharnischten Wächter- erschreckt fliehen und die Speere ihren Händen ent­fallen. Ja, mein Volk, Du darfst hoffen und vertrauen. Auch die Blume verdorrt und senkt trauernd ihr Haupt der Frühling erweckt sie. Und Du willst klagen, daß deine Blüthen verweht, Deine Blätter gefallen sind, während noch fest in dem Boden der Etamin wurzelt? O, denke der Worte Deines großen Sohnes: Völker sind ewig!"

Mag Alles zertrümmern, schärfer und giftiger der Stachel der Tyrannei werden, weil jetzt selbst noch die einzige Stätte der Freiheit in Ungarn vernichtet ist: nicht wankt unsere Zuversicht, unser Glauben! Wir klimmen empor durch Mühen und Leiden zu den Ge­stirnen !

Aber Eines Volkes gedenken wir noch, das nur eristirt in seinen Ruinen, dessen Herz noch schlägt und zuckt, ob es die Könige dreimal zertheilt, zerfleischt ha­ben, jenerNiobe der Nationen." Als Frankreich im Jul i seinen Despoten verjagte, da war cs Polen allein, das die Stimme der Schwester erkannte, das dem Czaaren den Fehdehandschuh hinschleuderte, das zu ewi­gem Ruhme die Schlachten von Praga, von Ostrolenka schlug. Aber Nikolaus hatte die Worte gesprochen: ich werde das Land zusammenrollen, wie ein Stück Papier!" und vergebens führte das Volk die Waf­fen der Verzweiflung. Von Neuem ertönte der Ruf der Insurrektion, noch ehe Paris zum dritten Male Europa wachgerufen hatte: abermaliges Scheitern, und Einkerkerung von Hunderten der ersten Patrioten. Jene blutige Märznacht in Berlin löste auch von den ge­fangenen Polen die Fesseln; der Eine von den Für­sten, der einen Theil der Polnischen Beute geerbt hatte, gelobte feierlich die Unabhängigkeit des Landes, das schon seit vielen Jahrzehnten aus der Reihe der selbst­ständigen Nationen gestrichen war. Doch die Shrap­nelsmeines herrlichen Kriegsheeres" lehrten die frei» hritlechzende Masse an die Heiligkeit des Wortes glau­ben. So sieht sich diese unglückliche Nation nach allen riesenhaften Anstrengungen immer wieder in das alte Loos der Knechtschaft zurückgeworfen; fast ein Jahr­hundert lang strömt ihr Herzblut, aber die Hoffnung stirbt nicht, aber der Tod erscheint nicht.Ein Leben

I ohne Anfang und ein Sterben ohne Ende!" so klagen die Dichter um die Gefallenen. Noch überall, wo für Freiheit gekämpft wurde, hat Polen mitgekämpft, über­all hin hat es seine Söhne gesendet, Diese wandern» i den Insurgenten haben mitgefochten in Wien, in Pa­ris, in Sizilien, in Rom, in Baden, Venedig und Ungarn, und ihre Führer, die Bem und Dembinski, . haben sich dort im Lande der Magyaren unsterblichen Lorbeer um die Schläfe gewunden. Polen, das ist das flammende Wahrzeichen der Schande des Despotismus, das ist das brechende und doch ungebrochene Herz der Freiheit, Polen, das ist der Schmerz der Völker, die Mutter der R e v o l u t i o n e n!

Kriege, Bedrückungen und Aussaugungen aller Art hatten Deutschland durch Jahrhunderte entnervt: es : hat sich wieder erholt. Im Jahre 15 waren die Heere der slluftcn Monarchen in Paris eingezogen, und hat- | ton das legitime Königreich restaurirt: 15Jahre nach- ! her knüpfte die Geschichte schon wieder an das Jahr 89 an. ! Völker haben wohl ihrer Fürsten, die Fürsten noch nie , ihrer Völker entbehren können. Die Geschichte hat, wie das Meer, ihre Ebben und Fluthen; das Schiff der Revolution ist versandet: das nächste Schwellen der Fluth kann es wieder flott machen. Die Häupter Carls L und Ludwig XVL sind nicht im ersten, auch nicht im zweiten Jahre der Revolution gefallen. Uno wenn die Kontrerevolution jetzt Blut fordert, und zum gerichtlichen Hinrichten schreitet, so ruft sie nur die Sühne der Völker hervor, treibt den Nationen die Schaamröthe in's Gesicht. UnoWehe ihnen, wenn wir erröthen! Das Erröthen der Völker ist nicht, wie Rosenschein eines verschämten Mädchens; es ist Nordlicht voll Zorn und Gefahren!"

DeuLfehâSnZ.

# Wiesbaden, 4. Sept. Der in Gemäßheit der §§. 39 und 40 des Gesetzes über die Einführung des öffentlichen und mündlichen Verfahrens mit Schwur­gerichten vom 4. April auS den Bürgermeistern und beziehungsweise den ältesten Gemenwerathen ge­bildete Wahlausschuß des Justizamts Wies­baden hat nach Vorschrift des §. 42 des angezogenen Gesetzes folgende 40 Candidaten aus den von dem Gemeinderath der Stadt W i c s b a d e n ausgestellten Personen:

Adam Volz, Ober-App. -Gerichtsrath Strobel, Goldarbeiter R ohr, Stadtrath P o t h s, Nikolaus W ö r- n er, Jsaa k L e v i, Gold arbeitet' R e uendorf, Pro­fessor Dr. Greis, Kanzlist Stahl, Stadtrath B l u m, Stadtrath Gotz, H. Hammelmann, Obrist Ge- I r st u, Bäcker Hildebrand, Kupferschmidt W ö r n e r, ! 1 Hauptmann Mal in, Mediztnalrath Müller, Kauf- ; mann O. Schellenberg, Maurer Birck, Schrei- , ner W. L v w, W. H a b e l, Geh.-Regierungsrath E m» m er m a n n, Kutscher G. Walthe r, Bauaeeessist F a ch, Daniel Stuber, Kaufmann 9k i tz e l, Schmid P. B e n- der, Gemeinderath P. Hahn, Bezirks rath Zoll- mann, Professor Kirschbaum, Gastwirth Kögl er, Gastwirth Albr. Götz, Tüncher Schramm, Gold- ; arbeiter LugenbühI, Schreiner Weigand, Lorenz I Petry, Wilhelm Kuefely, Schreiner Linnekohl, 1 ; Hoffman li im Europ. Hof, Rechtspraktikant M ühl; und folgende weitere 12 aus der ganzen Liste des Justiz-Amts Wiesbaden:

Bernhard May von der Hammermühle, Land­wirth Friedrich Stritter zu Mosbach, Spediteur Schm öl der zu Biebrich, F.-G-Schöff Ph. Bals. Seilberger zu Bierstadt, F.-G.-Schöff Holz zu Dotzheim, Landw. Kasp. Born zu Erbenheim, Bür­germeister Schneid e r zu Frauenstein, Ludwig D a in m zu Nauroth, Joseph Baum zu Schierstein, Gemein- , derath Phil. Wintermayer zu Sonnenberg, PH. I Fried. Rossel zu Görgenborn, F.-G.-Schöff Belz von Dotzheim, ausgewählt.

Die in den einzelnen Justizämtern aufgestellten Ge- schwornenlisten, müssen von dem resp. Justizbramten spätestens an dem Tage, welcher folgt auf denjeni­gen , an welchem der Ausschuß des Justizamts die A uswahl getroffen hat, an das Hofgericht eingesen­det werden, welches letztere aus sämmtlichen Listen der Justizämter seines Bezirks, die Hauptliste der Geschworenen b e 6 Hvfgcrichtsbezirks zusammenstellt und dieselbe öffentlich bekannt macht. In einer öffentlichen Plenarsitzung des Hofgerichts, welche acht Tage vorher durch öffentliche Blätter und Anschlag an dem Sitzungsgebäude bekannt zu machen ist, haben nunmehr die Hofgerichtspräsidenten und zwar für die nächste Sitzung der Schwurgerichte in Gemäßheit des §. 6 des Gesetzesdie Einführung des öffentlichen Verfahrens mit Schwurgerichten vom 14. Juni betreffend", vor Ablauf des Monats September aus der Hauptliste der Geschwo­renen für das laufende Jahr, die Geschworenen für bad nächste Vierteljahr, und zwar 30 Haupt- und 9 Ersatzgeschworene für jeden Hofgerichts­bezirk durch das Loos zu bestimmen.

N. Von der Aar, 1. Sept. Seit einiger Zeit werden die Bürgermeistereien in hiesiger Gegend, na­mentlich Niederneisen, Flacht, Holzheim, Freiendiez re. mit derAUg Nass." versorgt, von wem und warum, wichen wir selbst nicht; denn gelesen wird dieß Blätt­chen doch nicht bei uns, weil man allgemein weiß, daß nur viele schlechte Advokaten und volksfeindliche Be­amte, trübe Pfaffen und dummstolze Adelige dahinter stecken; und was wir Gutes von denen zu erwarten haben, darauf leisten wir gerne Verzicht; übrigens der Postbote bringt sie ckmsonst mit und da kann man so ein Stückchen Papier immerhin annehmen, etwa um auf die Jagd das Butterbrod hinein zu wickeln; auch scheint das Blättchen etwas zu Hochdeutsch geschrieben zu sein, das verstehen wir Bauern nicht so recht s? >; und die Erzählereien von unsernrechten" Land­ständen, die außer den Nachrichten von Baden, Ungarn und dem preußischen Bündniß drin vorkommen, sind auch grad nicht nach unserm Sinn.

Heute haben wir auch die Geschwornen ans dem ganzen Amt Diez gewählt, und zwar wie folgt:

1J Jakob Pfeiffer von Diez, Vorsitzender vom Demofr. Verein.

2) Gerber Adolph Maier von Diez.

3) Kaufmann Daniel Deul von Diez.

4) Kaufmann Jean Heck von Diez.

5) Bäcker Friedrich Kuhn von Diez.

6) Bergverwalter Paul von Birlenbach.

7) An ton Lang schied von Birlenbach.

8) I. A. Heikhaus von Wasenbach.

9) Friedrich Meyer von Geilnau.

10) Jacob Pfeiffer von Hahnstätten.

11) Jakob Wagner von Hahnstätten.

12) Altoberschultheiß Bingel von Holzappel.

13) Karl M o h r von Niederneißen.

14) Hofrath Rudolph von Schaumburg.

15) Lehrer Ohristmann von Kaltenholzhausen.

16) A. Spitz von Altendiez.

?!? Hadamar, den 31. August 1849. Der Pius- Verein, dieses herrliche Werk der menschlichen Schöpfer­kraft, eine Erfindung, die alles bisherige an Größe übertrifft, denn er kann die sündigen Menschen dem Pfuhl der Hölle entreißen und geradezu in den Him­mel hineinbugsiren; hebt wohl nirgends mit frecherer Stirne sein Haupt empor, als in dem so wohlbekann­ten Hadamar. Außerdem hatte sich in dieser Stadt noch unter der klüftigen und umsichtigen Leitung des früher hier angestcUten Caplans und seines /cachfolgers eine Gesellschaft von alten Weibern und Jungfrauen gebildet, die, nun erst voltständig organisirt, wahrschein­lich den Piusverein bei dem weiblichen Geschlechte ver­treten soll; dessen Mitglieder sich aber auch noch neben­bei damit abgeben, alle Neuigkeiten und Stadtllatschc- reien dem Pfarrer zu hinterbringen, damit dieser Herr

Dir Regisseur lächelte freundlich und vergnügt, als ihm Jakob seinen Entschluß mitthcüte, mit ihm zu reisen.

Aber der Jakob muß noch heute fort," fiel Johann ' ein,denken Sie, Herr von Walter! er soll sich morgen zur Cvuseripüou stellen!"

Was heißt das?""

Zum Militär wollen sie ihn abführcu"

heißt, der Herr Pichta soll Soldat werden? mein Gott, ist denn so große Noth an Leuten, daß inan einen langen Mann ivie Sie aus seiner Carriere reißen muß?""

^ *9 so ein Kerl von Wmschreibet-, bei uns draußen, der den Pischm nicht leiden kann. Da hat 11 ll n â a-iehncbcn , und morgen soll er ans der Kanzlei untcriucht werden!"

mit einem schneidend spöttischen Lachtln Heil kalter,das ist aUerdirgo merkwürdig, daß ein |o gibaluuiev Individuum einen solchen Einfluß uns eu Zn>linst imcö jungen Mannes anoübcu kann. Die Llmlghltibct lind a>w bei Ihnen große Herren! niid man N-Un p!nn, eaß man mit solchen Nkachthabcru auf gutem Fuße steht! Nun, trösten S,e sich / ^err Pischta, Der Kaiser findet leichter einen Mnskcti'c/ für Sir, als ich einen Tenoristen! ich nehme das auf mein Gewissen! Also hören Sfe! ich will Extrapost bis Töp. ui) nehmen, und dort werde ich Sie einem übergeben der Cie heil und sicher zu uns nach Sachsen bringt!

Warten Sie um sieben Uhr Abends einige hundert Schritt vor dem Thore auf mich, und schicken Sie ihr Gepäck bis fünf Uhr zu mir. Brauchen Sie vielleicht Geld?""

Jakob erröthete und stotterte der Regisseur aber zog ohne ein weiteres Wort abzuwarten einige Zchn- gulbknschciue aus der Brieftasche und reichte sie Jakob hin.

Nehmen Sie nur, das ist ein Vorschuß, wir wer­den schon Abrechnung zusammen halten! aber nun au's Werk, meine Herren, damit wir dann nicht aufgehalten werden!"

Er verbeugte sich, und Johann zog seinen Freund zur Thüre hinaus. Jakob blickte das Geld in seiner Haud ungläubig an, es wollte ihm gar nicht eingehen, wie er wirklich und wahrhaftig dazu gekommen sei. Johann, der praktischere, führte ihn indeß gleich auf den Trödelmarkt, und zankte sich dort zwei Stunden mir Den Juden herum. bis er für seinen träumerischen Gefährten erhandelt hatte, was zur Vervollständigung seiner Garderobe unumgänglich nothwendig war. Ein altes Felleisen wurde mit der geringen Habe Jakvb's und den Roten hefte li voUgcpucft; ein paar verwelkte Blumensträuße, Andenken au Milada, sorgfältig in Papier gewickelt, waren seine Kostbarkeiten. Um fünf Uhr lag der bescheidene Ledcrsack in der Stube Herrn Walters, und beide Freunde gingen auf Jakvb's Bitte durch die Stadt. Jakob in einen derben warmen Mantel

cingcwickelt, eine Oltermüye auf dem Kopf, schritt fnbcis haft aufgeregt neben seinem Freunde einher, Der nicht aufhören konnte, das gute Glück zu preisen , das Alles so geführt und gelenkt habe.

Run sollen sie Dich morgen suchen, wenn sie Lust haben," sagte er die Hände reibend,wenn Du einmal über Der Grenze bist, kannst Du ihnen Esels­ohren machen!"

Also zu Weihnachten wirst Du Mila scheu?"" fragte Jakob,ich bitte Diel), Hauff ! rote ihr "zu, bleib* mein Freund , und laß mich nicht im Stich ich habe ja RicnumO, als Dich!""

Schreibe nur gleich, wie Du in Leibzig augckom- ; men bist ich w ree Dir auch gleich atitwortcu. Es wird die Mila freuen, wcnn ich ihr einen Brief von Dir zeigen kann sonst soll cs kein Mensch erfahren nicht einmal die Lik>!"

Ach Gott! mir ist bang mir ist bang!""

Sie stiegen den hohlen Weg hinan , es fing an dunkel zu werden. Durch das feine Schneegestöber blitzten einzelne Satcmen und erleuchtete Fenster sie schritten Durch Die hallende Wölbung des Rcichschorcs an der Schildwache vorbei, über die hölzerne Brücke.

(Foilseyung folgt.)