seit wul'tlgm Punkt als ein Untcipjaud für die Er- , füll iiiig der Görgcy in Bezug auf die Zukunft Ungarns etwa gemalten Versprechnuugc» betrachte». Bei der gänzlichen Auflösung der ungarischen Heere wurde indeß selbst durch fernere Vertheidigung kein ; günstiger llnischwnng in der Vage der Dinge, kein erfolgreicher Wiederbeginnn des Krieges zu erwarten sein. (Couch Z.)
Aus dem Eernirungslager bei Kanienic wird geschrieben, daß die Mannschaft des Görgey'schen Corps in die Heimath entlassen, Görgey selbst aber nach Wien abgeführt worden sei. — Letzteres berichtet übereinstimmend auch die Agramer Zeitung.
Ueber die Zustände der ungarischen Armee,-'namentlich das gegenseitige Verhältniß der Führer gibt das i nachfolgende Schreiben Kossuth's an Bem Aufschluß. 1 Dieses Schreiben soll beim Vorrücken der österreichi- j schen Armee nach Karaiisebes aufgefangen und in beglaubigter Abschrift von F.Z.M Haynau nach Wien geschickt worden sein. Es lautet: „An den Hrn. F.M. V. Bem. Teregova, den 14. Aug. 1849. An meiner persönlichen Sicherheit ist mir nichts gelegen. Ich bin des Lebens müde; denn ich sehe, wie der schöne Bau meines Vaterlandes und mit ihm das Heiligthum der , europäischen Freiheit, nicht durch unsere Feinde, son- i deru durch unsere Brüder zusaminenstürtzt. Es ist da- ■ her nicht die feige Liebe zum Leben, die mich bestimmt , hat, mich zu entfernen, sondern die Ueberzeugung, I daß meine Gegenwart schädlich für mein Vaterland geworden ist. Der General Guyon schreibt uns, daß die bei TemeSvar vereinigte Armee in völliger Auflö- , fung begriffen ist; Sie, Hr. G.L. sind kampfunfähig; Görgey an der Spitze der einzigen Armee, die nach diesem Berichte noch bestand, hat erklärt, daß er nicht mehr gehorchen, sondern regieren wolle. Ich habe ihn beschworen, Patriot, seinem Vaterlande treu zu sein, mit ihm Platz gemacht. Gegenwärtig bin ich ein einfacher Bürger mit nichts weiter. Ich bin nach Lugos gegangen, um zu sehen, wie es dort aussteht und auf welche Streitmacht man noch zählen könnte, um den Kampf fortzusetzen. — Das Korps des Generals Vecsey fand ich wohlgeordnet und von gutem Geiste beseelt, alle übrigen in völliger Auflösung. Dessewfy, Kmetn haben mir erklärt, daß sich diese Armee nicht mehr schlagen, sondern bei'in ersten Kanonenschuß anseinanderlaufen wirb. Ich fand einen gänzlichen Mangel an Lebensmitteln und uns aus Ne- guigtionen beschränkt, ein jämmerliches Mittel, welches das ganze Volk zu unserem Feinde macht, die Bank nach Arad transportirt, also in Görgey's Gewalt. ' Ich gewann daher die Ueberzeugung, daß, wenn Görgey sich ergibt, die Armee bei Lugos sich nicht 24 Stunden lang halten wird, da es ihr an Subsistenzmitteln fehlt. Eine Armee kann sich wohl mit Zwangsrequisitionen und Kontributionen in Feindesland erhalten — aber im eigenen Lande! Ich meines Theils werde nie die Hand zu gewaltsamen und feindseligen Maßregeln gegen mein Volk bieten; ich möchte es gerne mit Aufopferung meines Lebens retten; aber unterdrückcu: nie. Sie sehen also, Herr General- lientenant, es ist eine Gewißenssache. Ich kann nicht gestern abtreten mit heute wieder die Zügel ter Negierung ergreifen. Wenn die Nation und die Armee anders entscheiden, dann würde sich die Sache anders gestalten; aber die Armee Görgey's, die tapferste unter
allen, müßte dazu beistimnien. Sonst bin ich einfacher Bürger mit als solcher werde ich nie den Beistand meiner, auch nur passiven Gegenwart Maßregeln des Terrorismus, der Verheerung, Plünderung, Nequisi- tionen, Unterdrückung gegen das Volk leihen. Wenn mich auch Görgey's Armee auffordert, die Negierung wieder zu übernehmen — wenn es Ihnen gelingen wird, einige Operationen auszuführen, um die Ver- proviantirung Ihrer Armee ohne Schreckens- mit Un- terdrückungsmaßregkln gegen das Volk sicher zu stellen — wenn die Bank in die Möglichkeit versetzt wird, zu arbeiten, und wenn sie zu meiner Disposition steht — unter diesen drei Bedingungen würde ich, auf den Ruf der Nation, die Regierung wieder übernehmen — wo nicht, nein; denn für mich ist der Krieg nicht der Zweck, sondern nur das Mittel, um das Vaterland zu retten; wenn ich keine Wahrscheinlichkeit habe, mich dem Ziele nähern zu können, so will ich auch meine Hand nicht dazu bieten, den Krieg einzig des Krieges wegen fortzusetzen. Ich rathe Ihnen daher als guter Bürger mit ehrlicher Mann , ein Comite von Volksrepräsentanten niederzusetzen; denn nur die souveräne Gewalt kann über die Negierung verfügen. Schicken Sie Kuriere nach Komor» und Peterwardein, damit sie sich halten; verschaffen Sie sich die Gewißhe t ter Mitwirkung des Kommandanten von Arad. Dies ist vor Allem nothwendigst nicht meine Gegenwart; denn da Sie jetzt zu Maßregeln der Gewalt gegen das Volk genöthigt find, um Ihre Armee zu erhalten, so würde ich durchaus nicht den Beistand meiner Gegen- für solche Maaßregeln leihen. Genehmigen Sie die Versicherung meiner vollkommensten Hochachtung. L u t- w i g Kossuth."
Nachschrift. Die Herren Zamoiski mit Bis- zoranovoli sagen mir, es wäre Ehrenpflicht für uns Ungarn, die Verwendung der polnischen und italienischen Legion so zu disponiren, daß sie wichtige Dienste dem Lande thun, aber im schlimmsten Falle die Möglichkeit haben, nicht nach Sibirien transportirt zu werden. Ich fühle diese Pflicht, und auf meine Bitte disponirte selbe der General Guyon, die Kommunikation mit der Türkei über Orsowa zu decken; aber hier erfahre ich, daß der Herr Generallieutenant die Garnison von Orsowa (nur 2 Kompagnien, die binnen drei Tagen von den Serben vernichtet sein werden) nach Siebenbürgen beorderte. Sie ist heute in Kor- nya, machte 6 Meilen und besam nichts zu essen. So werden auch diese zwei Bataillons 311 Grunde gehen, mit Orsowa binnen wenigen Tagen in Feindes Händen sein."
Wien, 28. August. Einer Meldung des Fürsten j von Serbien an den k. k. Gen.-Maj. Meyerhofer in Semlin tom 18. t. zufolge hatten sich Kossuth und Bem mit ihrem Anhang an den Pascha von Neu- Orsova ergeben und dessen Schutz nachgesucht. Der Pascha von Orsova ist längst bekannt als ein Anhänger der Magyaren und Bem hatte sich früher schon zwei Mal nach Neu-Orsoya begeben.
Wien, 26. August. Ich beeile miche Ihnen folgende höchst wichtige Neuigkeit zu melden. F.-M.-L. Graf Gyulai, dermalen Kriegsminister, wird Civil- und Militär-Gouverneur in Ungarn. — F.-M.-L. Nitter v. Heß, Chef des Generalquartiermeifterstabs in Italien, wird Kriegsminister. — F.-M.-L. Graf Schl,^ wird commandirender General in Böhmen. — F.M «.
Graf Kheven Hüller wird eommaiidirender General in Mähren und Schlesien. - F M-L. Graf Elam-Gal- las wird Generaladjntant bei Sr. Maj. dem Kaiser von Rußland. Ebenso wird ein russischer General (dermalen noch unbekannt) diesen Rang bei Sr. Maj. dem Kaiser Franz Joseph bekleiden. — Der Kaiser- Nikolaus von Rußland, der bisher Inhaber des 9. Husarenregiments war, wird Inhaber des 5. (Graf Auersperg) Kürrassierregiments. - Zugleich glaube ich Ihnen nachstehendes interessante Aktenstück auS den letzten Tagen ter magyarischen Revolution überschicken zu müßen; es ist ein S ch r e t b e 11 K 0 ssuth 's a 11 teil Grafen Casimir Esterhazy mit lautet: „Lieber Gras! Dieses Schreiben erhalten sie durch den Obersten von Kalmany, der den Auftrag hat, Ihnen meine Wunsche mündlich zu eröffnen.
Meine Ihnen am 23. Juni zu Szegedin mitgetheilten Ahnungen sind erfüllt; — die Eroberung von Ofen durch Görgey war das letzte Leuchten der unter- gehenden Sonne der Republik, denn bald darauf wurde Dembinski im Norden, Perezel im Süden geschlagen, später geriet.) Gorgey in die fatale Lage bei Eonwrn und endlich mußte auch Bem den siegreichen Waffen Lüders zurückweicheuv unterliegen. — Meine geringen Hoffnungen durch gewaltige Ausbietung außerordentlicher Mittel unserer Sache einen günstigeren Umschwung zu verschaffen, scheiterte gänzlich an dem schmachvollen Undank Görgey's, denn die plötzliche Offenbarung und Ausführung seines — von mir 'längst vurchblick- ten und gefürchteten — Planes war Verrath an der Sache des Vaterlandes, und gaben mir mit dadurch der Republik den Todesstoß. — 200,000 Kanonenkugeln hat uns uns.r Unglück gekostet und ich sehe nun das Grab so vieler herrlichen Siege in der nun schon ge- fährteten Flucht. Unsere Sache ist nun gänzlich verloren die ungeheuren Anstrengungen der letzten Zeit haben mei- Geist ermattet mit meine körperlichen Kräfte zerrüttet. Ich sehne mich nach Ruhe; doch den größten Trost in dieser meiner jetzt unläugbar sehr kritischen Lage gewährt mir die Ueberzeugung, daß das mir Höchste mit Tpeuerste nach dem Vaterlande — meine Familie — in Sicherheit ist. Heute Nacht gehe ich mit Esanyi mit Horvath nach Lugos — wo ich Ihre mündliche Antwort durch Obersten Graf von Kalmany erwarte. Indeß nehmen Sie die Versicherung meiner besonderen Hochachtung. Arad, 11. Aug. 1849. K 0 s s u t h m. p."
Fruchtpreis e.
M a i n z, 31
. Ang.
Preis.
Waizen,
daS Malter 205 Pfd.
. 7 fl. 45 fr.
Korn
ditto
. 5 fl. 10 fr.
Gerste
ditto
. 4 fl. 30 fr.
Haser
ditto
. 2 fl. 30 fr
Spelz
ditto
. 4 fl. 47 fr
Zu der heutigen Zeitung wird morgen Abend eine Beilage ausgegeben^
Verantwortlicher Revakteur: I. Oppermann.
Bekanntmachungen
Bitte an Gartenbesitzer.
(972) Zur Ergänzung der Wachsobstsammlung des landwirthschaftlichen Instituts wird beabsichtigt, eine Anzahl edlerer Soinmerapfel- und Sommerbirn-Sortcn, welche in jener Sammlung noch fehlen, in Wachs abbilden zu lassen. Es werden daher hiesige Gartenbesitzer, welche solche Obstsorten ziehen, gebeten, schöne Exemplare davon (zwei Stück von jeder Sorte) mit Nummern und Namen versehen an Hrn. Maler van Besten, Oberwebergaiie, Eck der Stein- gaste. Nro. 34 gefälligst abzugeben. Auswärtige sind ersucht, allenfaUsige Zusendungen durch Botengelegenhcit an die Direktion des landw. ZnstctutS gelangen zn laff.n.
Wiesbaden, den 1. September 1849. Mr. 'JTieoeBiee.
Ä. Vf ltlbery
Schustergaffe in Mainz bringt sein großes Lager in allen Sorten Wachstuch, welches durch neue Muster aufs Schönste und Billigste sortirt ist, in empfehlende Erinnerung. (956)
(947)
Steinkohle».
Münchner Lagerbier.
(973) Bei Unterzeichnetem ist vorzügliches Münchner Lagerbier, welches derselbe verflossenen Winter zu 9 kr. per Flasche verkaufte, von heute an per Glas zu 3 fr. zu Haden.
Wiesbaden, den 2. September 1849. Ji tey. Jiiiläer.
In den Monaten Scptbr., Oetbr., Nvbr. d. J. kommen Schiffe mit Steinkohlen von vorzüglicher Qualität für uns an, ivelche zu sehr billigen Preisen vom Schiffe wie aus dein Magazin nach preuß. Scheffelmaaß geliefert werden, für Kunden findet während des Winters keine Preiserhöhung statt. Anfragen und Bestellungen so wie auch Zahlungen können bei dem Agenten der Eölner Dampfschifffahrt-Gesellschaft Hrn Earl Leyendecker in Wiesbaden gemacht werden.
Biebrich im August 1849. »le«H äilevn 4* Comp.
Nachricht für Auswanderer nach Jkord-Amerika.
Dio «Herzoglich Nassauische Lt,„tzesregLeruttg
hat auf den Grund gesetzlich bestimmter und ihr geleisteten Garantie die Unterzeichneten zu Haupt-Agenten für das Herzogthum Nassau für den gewerbmäßigen Betrieb der Bermittlung des Traneports von Auswandernden bestätigt und diese Verfügung durch das Intel- ligenzblatt Nr. 24 vom 16. Juni l. J. nicht allein zur öffentlichen Kenntniß gebracht, sondern auch insonderheit die Nassauischen Staatsangehörigen, welche zum Zweck der Auswanderung UeberfahrtSvertrâgc abfchließen wollen, darauf aufmerksam gemacht, daß eS ihrem Interesse entspricht, sich deßfalls an die im Herzogthum concesstonirten Agenturen zu wenden.
Personen, welche nach Ainerika auözuwandcrn gesonnen sind, können nunmehr mit aller Sicherheit für die Erfüllung contractmäßig eingegangener Verbindlichkeiten dahier eingeschrieben und mit ihnen Uebcrfahrtsvcrträgc abgeschlossen werden.
Die Ueberfahrtskosten sind die billigsten bei monatlich mehrmal wiederholten Gelegenheit zur Abreise mit den Paquetschiffen über Havre oder über Rotterdam.
Nähere Auskunft erteilen auf mündliche oder postfreie schriftliche Anfragen mit großer Bereitwilligkeit
Wiesbaden unb Biebrich im Juni 1849.
«F. L?. Huss Sohn, Nicolaus Schnuilder,
Hsupt- Agent Haupt-Agent
iu LZieSbabc». in Biebrich. (773)
WgiCTJ«1''“'" ^^ ' ---
Druck und Verlag der E.
(W) Kirchweihe zu Rumbuch.
Sountag den 2., Montag den 3. und Sonntag den 9. September findet in Rambach Kirch- wcihe statt, wozu höflichst eingeladen wird.
PH. Fischer. L. Fritz. L. Häuser. 6. Merkel K L. Simon.
Ph. Bombardier. Fr. Lendle. F. Zerbe.
(967) Meine Wohnung ist gegenwärtig Unterwebergasse in der Restauration von Hrn. Kieme. D. Fay.
(968) Bei SchreinermcisUr Dorr auf dem Heidenberg in Wiesbaden stehen 4 Aepfel- muhlen zum Verkauf bereit.
G e s u ch«
(970) Gegen gute Hypothek werden zu leihen gesucht 1200 ft. Näheres bei Amts- scribent Bingel zu Nastätten.
(966) 20 — 23000 fl. sind ganz oder getheilt zum Ausleihen auf Güter bereit. Wo sagt die Expedition.
Rit ter'schen Buchdrucker«.
Zu vermiethen.
(961) Es find auf neue gropere und kleinere Wohnungen mit oder ohne Möbel in dem Regsster des Geschäfts-Bureau von Carl Leyendecker Marktplatz Nr. 38 eingeschrie- den uno können gleich auch später bezogen werden.
(935) Ein Logis nebst Laden in der Nähe des KranjptatzeS ist zn vermiethen.
Das Nähere in der Erpedition dieses Bl.
(953) Ein Kapital von 1000 jL wird gegen genügende Hypothek oder Ecssion von Hypotheken gesucht. Näheres in der Exped.