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verwahrt hat, daß bie Gescllichaft ber Rechten ein Clubb sei, bilden die Herren selbst einen solchen doch nein, sie lassen sich ein Clubbgrundgesetz vom Vater Hergenhahn und dessen rechtem Arm, dem Herrn Dr. Großman n, octxoyiren. Die beiden Herrn fassen die Beschlusse, der Clubb macht sie zu den seinigen. .

Am 27. Juli wurde dieser Clubb der früheren Clubbfeindlichen Selbstständigkeit" gegründet. Am 28. Juli setzte er mit 22 Stimmen den Anschluß an Preußen durch. Wie Herkules die Schlange, so er­würgte er, noch in der Wiege, das Werk der conftitui- renden deutschen Nationalversammlung. Seine zweite That war die Veröffentlichung eines Programmes, besten Sinn wiederzugeben uns nicht gestattet ist, weil unS derselbe nicht klar geworden ist. Seine dritte That war die Gründung eines Landtagsblattes, als Beilage derNass. AUg. Zeitung", in welchem die erstaunte Welt von den sämmtlichen Landtagsverhand- lungen nicht mehr und nicht weniger mitgetheilt er­hält, als vier Reden, wenn wir nicht irren, von Jost Schmidt, Leisler, Bertram und Keim, welche sehr schön zu lesen sind.

3. Sie dritte Arbeit Hergenhahn's besteht in dem Druck gothaischer Artikel in derNass. AUg. Zei­tung", welche ohne Zweifel diejenige Verbreitung und Zustimmung finden werden, deren (ich dieNast. Allg. Zeitung" selbst zu erfreuen hat.

So hätte man also in Wiesbaden die erbkaiserlich- gothaische Partei in der Kammer, in den Vereinen und in der Presse orgänifirt, Hergenhahn kann mit seinem Großmann und Gagern mit seinem Hergenhahn zufrieden sein. Nur Eines bleibt zu organ isiren übrig, nämlich ein e Part ei in dem Volk. Allein hieran werden selbst die herkulischen Kräfte der Gothaer schei­tern. Das Volk hat eine andere Natur, es hat viel gelernt und nichts vergessen; und wenn der Tag einer Wahl zu dem Reichstag kommt, dann wird, trotz dreifach geglieder­te m Census, weder ein Hergenhahn noch ein Großmann aus der Urne hervorgehen.

Wiesbaden, 3. August. Man schreibt uns aus Rüdesheim, daß der dorthin versetzte Kreisamtmann von Gagern immer noch nicht da eingetroffen ist. Der­selbe ist zugleich Hofmarschall der verwittweten Her­zogin und befindet sich mit derselben in einem nieder­ländischen Seebad, wenn wir nicht irren, in Scheve- ningen. Es ist nicht zu begreifen, wie die Regierung einen hochbesoldeten Beamten beständig seiner Dienst- ausübung entziehen und zu einer Beschäftigung ver­wenden kann, für die ihn der Staat nicht bezahlt. Kürzlich wurde auf dem Landtag gerügt, daß für das Kreisamt in Langenschwalbach immer noch nicht das den Kammerbeschlüssen entsprechende Dienstlocal her- gerichtet sei. Eben so soll, in Folge der zu spät cr- folgten Ernennungen und Anordnungen, in der neu orga- nisirten Verwaltung überhaupt noch eine große und nachtyciliae Unordnung herrschen. und -sa« »van*

-..p -uv ^tumsnumstermm einen Theil der aller­dings sehr starken Energie, welche dasselbe auf Ab­setzungen und Pensionirungen, sowie auf politische Un­tersuchungen verwendet, der Beseitigung der großen Zerrüttung, in der unsere Verwaltung liegt, zuwen­dete. Man erzählt uns aus nicht unglaubwürdiger Quelle, daß der hiesige Canzlist Flindt, ehemaliger Sekretär an dem Parlament in Frankfurt auf Kosten unseres Landes dem Gothaer Congreß gedient habe, und fragt sich erstaunt, wie cs möglich sei, daß unser Staat, der bekanntlich einen großen Ueberfluß an Geld­mangel hat, die Verpflichtung übernimmt, das Can- zleipersonal für jenen Congreß zu stellen, der doch eine bloße Zusammenkunft von Privatmännern war und mit unserem Staat als solchem gar nichts zu thun hatte. Man hat im Stillen schon oft Parallelen gezogen zwischen dem Gothaer Congreß und dem Id-

der zweiten Kammer durckgesttzt. Nach Auflösung der zweiten Kammer der Nationalversammlung in seine Hei­mat!) zurückgekehrt, ging er über zum bewaffneten Wider­stand. Nachdem während der Elberfelder Ereignisse unter­nommenen Auge nach dem Siegburger Zeughause, floh er, steckbrieflich verfolgt, in die Pfalz und von da nach Baden , wo wir ihn als Deutschen wider Preußen fechtend gefangen nehmen sehen verwundet mit den Waffen in der Hand. Dies bedenke man wohl ehrlich, offen und todesmuthig hat er sich dem, was er bekämpfen zu müssen glaubte, entgegenge- worfen.

(Rhein. Bl.)

Der schweigsame Deputirte. Herr Y., ein Mit­glied tev englischen lluterhaup's, hat, seitdem er seinen Sitz eingenommen, nur ein einziges Mal gesprochen; als nämlich inmitten einer heftigen Debatte einer seiner Eollegen ihm zurief: Hört! Hört! entgegnete er ruhig:Ich that niemals etwas Anderes, mein Herr." Ein allgemeines Gelächter begleitete dieses aufrichtige Bekenntniß.

flehtet Congreß, dem Gothaer Reichsausschuß und dem Idsteiner Landesansschuß, der Erklärung des letzteren und dem Aufruf des "ersteren. Man findet in Allem eine große formelle Aehnlichkeit. Die materielle Ver­schiedenheit liegt darin, daß man in Gotha die Drei­königsverfassung, in Idstein die R c i ch s v er­fass u n g wollte, und aus diesem Unterschied wird sich auch das abweichende Verfahren erklären, das man gegen beide Congresse und beide Ausschüsse ein- zuschlagen für gut findet. Was würde aber unsere Regierung erst gesagt haben, wenn der Idsteiner Con­greß von ihr die Stellung deS ihm nöthigen Canzlci- personals verlangt hätte?

M. Herborn, Ende Juli. Von allen Seiten wird in der letzten Zeit geklagt, daß das Budget so hoch gestellt werden mußte, und ein so bedeutendes Deficit in der Casse sich findet. Ich lasse die Untersuchung über die Ursachen dahin gestellt sein und nur ein kleines Bei­spiel will ich für heute aus unserm kleinen Orte wäh­len. Als der Sitz des Kreisamtes nach Herborn bestimmt wurde, entwickelte sich alsbald Streitigkeit I wegen der Lokalität. Die Bureaur für beide Aemter sind in einem Gebände, und die Wohnung des Justiz- amtmanns ist im Hofe dieses Gebäudes. Sie zweite Wohnung für den andern Amtmann mußte nun auf i dem Schlosse hergerichtet werden. Es entspann sich nun ein Streit, wer von Beiden die Wohnung bei dem Amte und wer die auf dem Schloß haben sollte. Jeder wollte unten wohnen. Das Bauamt wurde zur Begutachtung ausgefordert, und mußte sich entscheiden, daß es zweckmäßiger wäre, wenn der Kreisamtmann unten wohne, indem bei dieser Wohnung die nöthige Stallung sei, die aber auf dem Schloß ganz fehle. ! Trotzdem will der Justizamtmann nicht auf das Schloß I ziehen, weil er dann jeden Tag einigemal hinauf und 1 herunter auf die Amtsstube gehen müße. Es kommt I darauf hin eine Commission von Wiesbaden, um die Lokalitäten zu untersuchen. Und das Resultat ist end­lich, daß, während bei der einen Wohnung Stall rc. vollständig vorhanden ist, der von dem Justizamtmann, da derselbe kein Dienstpferd zu halten hat, gar nicht be­nutzt wird, der Kreisamtmann in die Wohnung ziehen muß, wo er keinen Stall für sein Dienstpferd findet. Es muß also auf dem Schloß ein neuer Stall, Re­mise, Futterbehälter rc. gebaut werden, was eine Aus­gabe von mehreren hundert Gulden macht. Zudem muß, bis der Stall fertig ist, der Kreisamtmann seine Pferde in einen gemietheten Stall unterbringen. Auf diese Art spart man durch Commissionen und Neu­bauten! Außerdem, daß der vorhandene Stall gar nicht gebraucht wird, muß er doch auch unterhalten werden. Wie im Kleinen so im Großen!

Im letzten Wochenblatte forderte Herr Prof. Bauer dahier zu Beiträgen für die neu zu erbauende evangelische Kapelle in Hochheim auf. Er machte da­bei die Bemerkung, daß Hochheim in einer ganz katho­lischen Gegend läge, die das Entstehen eines evangeli­sch-... Gvlirvpauses wohl nicht mit Vergnügen fähe, und daher dort selbst keine Hoffnung auf Unterstützung sei. Allerdings ist es natürlicher, daß zum Bau eines protestantischen Kirchleins in protestantischen Gegenden die Scherflein zur Vollendung gesammelt werden; allein wir können cs nicht glauben, daß die Hochhei- mer, deren liberale Gesinnungen so bekannt sind, und sich bei der letzten Deputirtenwahl so sehr bewährt haben, mit Mißgunst auf den neu zu errichtenden Tempel Gottes sehen. Wir sind überzeugt, daß die Gemüther der Hochheimer Katholiken mehr frei von Intoleranz sind, als es der Herr Professor meint. Und, was uns am meisten auffiel, war, daß ein Lehrer am Seminar solche Aeußerung gethan, die auf eigne In­toleranz schließen läßt. In unsern Zeiten freilich hat sich ja aber auch die Intoleranz weniger mehr im Pu­blikum gesunden, als sie sich ja gerade der Herzen der sogenannten Geistlichen bemächtigt hat.

Unsere Kreisbezirksrathswahlen sind auf W eyell jun. von Herborn, Supper von Driedorf und Mi­chel von Eisenroth gefallen. Die politischen Parteien haben sich nicht sehr an den Wahlen betheiligt, es war mehr ein Kampf zwischen Land und Stadt. In Her­born erschienen bei den Urwahlen nur einige 30 Ur­wähler. Am Tage der Wahl waren die Stimmen sehr getheilt, so daß es unendlich lang gedauert hat, bis die drei Bezirksräthe gewählt waren. Leider zeich­nete sich die Wahl dadurch aus, daß mehrere Injurien vorgekommen sind. Als beim ersten Scrutinium die Wahl zwischen einem Landmann und einem Städter unentschieden war, äußerte sich letzterer in Beziehung ans den erster» in den niedrigsten Ausdrücken, die in der ganzen Kirche wiederhallten. Dadurch wurde ein großer Theil der Wähler in eine sehr gereizte Stim­mung versetzt, und die Folge davon war, gleichsam aus Rache für die von dem einflußreichen Städter an­gethane öffentliche Beschimpfung, eine abermalige Unanständigkeit, indem auf einem der nächsten Wahl- zettel eine sehr anzügliche Bemerkung über das Leben im Hause eines der nächsten Verwandten jenes Sitten­richters stand. Dieser sehr achtbare und allgemein ge­schätzte Verwandte fühlte sich natürlich sehr unange­nehm berührt, besonders da der Zettellescr unrechter Weise die Unanständigkeit zweimal laut vorlas. In j Folge dessen hat sich dieser Verwandte ganz zurückge- 1 zogen, und es geht das Gerücht, er wolle Herborn verlassen, was allgemein beklagt wird.

Airs Baden, 2. August. (N. D. Z) Da haben wir's! DieKarlsr. Ztg.," welche an schamloser Ver­höhnung aller und jeder Freiheit derNeuen Preuß." gleichsteht, an Geistlosigkeit sie aber weit übertrifft, hat den kühnen Griff gethanDie Kammeropposition, die Bassermann, Welcker, Soiron, Mathy haben die Revolution gemacht, weil sie zur Durchführung ihrer Zwecke sich zuerst und zu oft der Massen bedienten." Freilich waren dieseMassen" ihre Wähler; aber sic hätten nie vergeßen sollen, daß diese Wähler in ihr Nichts zurücksinken, wenn sie ihre Stimme abge­geben haben. Sie Herren haben seither Buße gethan ; seit die Herren Mathy und Bassermann den gröbsten Mißtrauensvoten ihrer Wähler so unerschütterlich Stand hielten und so thatsächlich ihren früheren Irrthum cin- gestanden, sind sie wieder zu Gnaden angenommen. Der schmachvolle Erguß von Brentano's gereizter Eitel­keit muß natürlich wiederum dazu dienen, zu beweisen, was die Folge ist, wenn man die Rohen, Ungebilde­ten, Besitzlosen, die so ost auch die Sittenlosen sind (cs fallen mir dabei allerlei bekannte Hofgeschichten ein, Kaspar Hauser, die Ermordung der Gräfin Gör- ; litz re.), Theil nehmen läßt an Rechten, welche nur solche üben sollten, deren Interesse mit dem wahren Wohl des Staates in irgend einer natürlichen Verbindung sieht" durch großen Besitz oder durch ein Amt! Wenn man in Zukunft das Wählen von Deputieren nicht überhaupt als ein gefährliches Mittel beseitigt, so wird man nur solche wählen lassen, die sich durch Amt oder Geld alsInteressenten am Staat" und durch ein Staatsexamen als Gebildete ausweisen.

Unser Land erliegt fast unter dem Segen der wic- ; derhergestelltcn Gesetzlichkeit. Es ist jetzt gewiß, daß gegen 50,000 Preußen künftig unser Land besetzt hal­ten werden. Preußen geht nicht wieder fort aus Süd­deutschlaud; durch Annahme der Oberhoheit über die beiden Hohenzollern und die Besetzung des Landes hat es sich eben in das neutrale Württemberg tief eingebohrt. Wie soll das Land diese ungeheure Last tragen, namentlich da so vielen Familien der Er- I Nährer fehlt? Es heißt zwar in allen wohlgesinnten Blättern, der Kern der Bürgerschaft hat sich nirgends an der Bewegung betheiligt. Ich glaube zwar nicht, daß Jemand so dumm ist, dieser Versicherung zu trauen. Thäte er's, so geben Sie ihm doch die erste beste Nummer der offiziellenKarlsr. Ztg," in die Hand, ob er da nicht fast von jedem Dorfe, das sich I betheiligte, den B ü rg ermeister, dieGe m e i n- deräthe, den Wirth, den Lehrer, den Arzt, den Advokaten und den Pfarrer unter denen aufgeführt findet, auf welche gefahndet wirdwegen Theilnahme an der Hochver­rät herischen Unternehmung." Wo ist denn außer diesen der Kern der Bürgerschaft?

Mannheim, 2. August. Die Untersnchungsgerichtc sind nun durch ein Rescript des Kriegsministcriums voltstänoig bestellt; die standgerichtlichen Verhandlungen werden IN Mannheim, Rastatt und in Freiburg statt finden; als Staatsanwälte werden die Hofgerichtsräthe Ammann und Haas und Assessor Schmidt bezeichnet, denen noch einige Rechtsprakticanten zur Beihülfe ge­geben werden.

Brentano hat den bestimmten Entschluß gefaßt, nach Amerika auszuwandern.

Vorgestern wurde der frühere Lieutenant Berni- gau, der als Major ein Bataillon des Mannheimer Aufgebots befehligte, mit seinem Adjutanten, Jansen aus Köln, von Heidelberg nach Rastatt gebracht, um dort vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden.

Karlruhe, 2. August. Heute früh um 3 llßr wurde Gottfried Kinkel von hier nach Rastatt ab­geführt. (Bad. Merk.)

Frankfurt, 3. August. Nach einem Berichte aus Baden, schreibt dieDeutsche Zeitung", der uns von verläßlicher Seite zukommt, ist der Professor Kinkel von Bonn gestern in Folge standrechtlichen Erkennt­nisses erschossen worden.

München, 31. Juli. Obgleich dasoffizielle Or­gan" noch darüber schweigt, so ist doch sowohl an die hiesige Garnison, als an alle übrigen Garnisonen, der strengste Befehl zur Marschbereitschaft ergangen, und das ganze baierische Heer wird schlagfertig geinacht. Bei Donauwörth werden 36,000 Mann ein Lager be­ziehen, und überhaupt wird die Armee in einige größere Corps konzentrirt werden. Alle diese Maßregeln gel­ten der Unterstützung der Zentralgewalt, und es ist nicht zu verkennen, daß unter den baierischen Sol­daten eine große Erbitterung gegen die Preußen herrscht. (Fr. I.)

Dresden, 31. Juli. Von den Untersuchungen beim Kriegsgericht hört man, daß bereits mehrere Er­kenntnisse auf Tod durch die Kugel lauten.

Berliu, 31. Juli DieNene Preuß. Ztg." wird religiös.Kaum noch eine Ahnung, daß es ein posi­tives göttliches Recht gibt, über welches sich kein Kammer-Beschluß erheben darf, saunt noch eine Spur von moralischem Muth und sittlicher Energie: überall die Religion der Zweckmäßigkeit und das Recht der Willkür. Uns, die wir uns stets in der Minorität be­finden, könnte deßhalb wohl bange werden, doch wir haben eine feste Burg und eine gute Wehr und Waffe, die uns fest machen gegen alle, welche nichts tödten können als den Leib. Die Zeit ist nicht fern, wo wir es sein werden, die als die Vertreter des christlichen

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