Einzelbild herunterladen
 

so vergißt er, daß die Nation einen Beamten und kein Oberhaupt gewählt hat. Wenn er sie aus seinem Titel als Erbe Napoleon's schöpfe» wollte, so stände» wir auf dein Standpunkte der monarchischen Erblich­keit, und auf diesem Boden könnte sich wieder seine Legitimität nicht halten. Denn da das französische Volk seine Souveränität ursprünglich einer Dynastie übertragen hat, so konnte es das Recht, eine neue zu wählen, erst bei der Erlöschung der bestehenden aus­üben."

Ungarn.

Neuestes magyarisches Bulletin. Die Ne- tirada nicht nur Hayuau's, sondern auch der von Dembinski geschlagenen Nuyen die Donau hinab, u»- terliegt den neuesten Nachrichten zufolge keinem Zweifel mehr.

Durch die für die Ungarn glückliche Schlacht bei Waitze» haben die Heerführer Ungarns erreicht, was sie wollten. Görgey und Dembinski haben sich hinter dem Rücken Paskiewitsch's vereinigt. Die Schlacht, die Görgey bei Waitzen lieferte, war seit dem Ein­märsche der Russen die blutigste. In Pesth, wohin die Verwundeten bis zum 19. fortwährend gebracht wur­den, sind alle öffentlichen Gebäude mit Verwundeten überfüllt; es liegen bereits da 3400. Die Russen ha­ben über 6000 an Todten und Verwundeten verloren. Der Kampf dauerte zwei Tage; am ersten wurde bis spät in die Nacht gekämpft, 120 Kanonen spielten en fronte. Tags darauf hat die Nachhut Görgey's furcht­baren Widerstand geleistet; es war vom 17. auf den 18. in der Nacht selbst Straßenkampf in Waitzen. Nun ist die österreichisch-russische Armee im Mittel­punkte Ungarns von der ungarischen umgeben. Klapka behauptet Acs, Görgey und Dembinski stehen mit 90,000 Mann von Jpolysagk bis Tokay; Vescey und Guyon (das 3. ungarische Armeekorps) jenseits der Theiß bei Szolnok.

Aus Inner - Ungarn. Ein uns vorliegendes Schreiben eines Preußischen Arztes, welcher seit Kur- zem in die österreichische Armee cingetreten ist (worin

bekanntlich großer Mangel an Aerzten ist), theilt nns unter dem Datum vom 18. aus Pesth mit, daß die Zahl der in Folge der Schlacht bei Waitzen einge- brachten russischen Verwundeten eine ganz erschreckende, ungeheuere sei. Das Schauspielhaas, die meisten Kir­chen und öffentlichen Gebäude seien in Spitaler ver­wandelt; die Verwundeten hätten meistens gefährliche, sogenannte Schwadronhiebe (wohl von den Husaren) und Kartätschenschüsse. Der Preis der Lebensmittel sei em unerschwinglicher. Manche Lebensbedürfnisse seien gar nicht zu haben; so seien die Apotheken von den Ungarn ausgeräumt und weggeschafft, aber auch alle Drogerien und Instrumente. Der Mangel an Arbeitern sei unbegreiflich und die Gesinnung der we­nigen Zurückgebliebenen eine solche, daß er für Geld gar nicht einmal eine Wäscherin habe auftreiben kön­nen. Schuster gebe es gar nicht mehr, und Geldwechs­ler, in Folge der Assignatenausgaben, noch viel we­niger. (Rat-Z.)

Ein Brief aus Kronstadt berichtet, daß Bem, der nach Siebenbürgen bererts zurückgekehrt ist, wenn er überhaupt sich von dort entfernt hatte, um zur magya­rischen Sudar, nee sich zu begeben, energische Anstalten zur Vertheidigung von H ermann stad t treffe, und zu diesem Zwecke Abtheilungen semes Corps nach Großscheuern und Salzburg detachirt habe. Hermann- stadt soll von zwei Seiten angegriffen werden, näm­lich durch die von Kronstadt und durch die vom Ro- thenthurmpasse her marschirenden Truppen. Die Stärke der in Hermannstadt concentrirten Insurgenten beläuft sich auf 10,000 Mann. Die Russen haben sich am 14. d. Monats von Kronstadt in Beweauna gesetzt.

In Lemberg erwartet man frische russische Trup­pen, unter ander» die Ankunft eiiics russischen Kuras- sierregiments. Die in und um Stry dislocirt gewe­senen Truppentheile unter General Ost-Sacke» sind gegen Vereezke aufgebroche». Im Sandeczer Kreis hat eine 4000 Mann starke Ho»veds-Abtheil»»g einen Einbruch in Galizien versucht, wurde jedoch zurückgedrängt.

Ein Privatschreibe» and Ungarn will wissen, daß die Insurgenten am linken Donauufer in der Nähe von Calocza gn^c Streitkräfte konzentriern und zwar unter dem dominante ihrer Generäle Vetter und Gall. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so dürfte es in dieser Gegend zu einer Schlacht kommen. Baja ist mit 4000 Mann Insurgenten besetzt, die nächsten Kriegsbülletins werden wohl aus dieser Gegend ba« tirt sein.

Aufruf.

Ueber SOtW Kämpfer des Bolksheeres find in der Schweiz ohne Mittel nnd ohne Arbeit. Es wäre schmachvoll für das deutsche Volk, wenn es den Schweizern allein die Sorge für die Erhaltung dieser Braven überließe.

Die demokratische PartheL wird, wir zweifeln nicht daran, ihre Pflicht thun.

Die Expedition dieses Blattes erklärt flch bereit, Gaben in Empfang zu nehmen, und an das Haupt-Comite in Zürich zu befördern.

Wiesbaden, 21. Juli 1849.

Die Redaction.

AmtlicheNachrichten?

Dem provisorischen Lehrvikar Grün in Neuweil­nau ist die Lehrvikarstelle daselbst definitiv übertragen worden.

Dem provisorischen Lehrvikar Müller in Astert ist die dasige Schulstelle definitiv übertragen worden.

Dem provisorischen Lehrgehülfen Siebel in Ren­nerod ist die dafige Lehrgehülfenstelle definitiv über­tragen worden.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

(874)

Edictalladung

Nachdem durch rechtskräftig gewordenes Erkenntniß vom 28. Juni insinuirt am 9. Juli L I. über das Vermögen des Peter Veit 2r und seiner Ehefrau Margaretha geb. Maul in Lykershausen der Concursprozeß erkannt worden ist, werden alle diejenigen, welche dingliche oder persönliche Ansprüche an die Masse zu machen haben aufgefordert, dieselben in dem auf

Dienstag den IS. September l. J. Vormittags 8 Uhr anberaumten Termine unter dem Rechtsnachtheil des Ausschlusses von der vorhandenen Masse dahier zu liquidiren.

Braubach den 21. Juli 1849.

Herzog!. Justiz«int

Brunne r.

l8,i) Edictalladung.

Zur Geltendmachung dinglicher und persönlicher Ansprüche an den überschuldeten Nachlaß der Jakob Nöllers Eheleute von Niederlahnstem wird auf den Grund rechtskräftigen Eon- curscrkcnntnisscs Termin auf

Montag, den 17. September l. I. Morgens 8 Uhr unter dem Rechtsnachtheil dcö von selbst eintrctendcn Ausschlusses von der vorhandenen Masse anberaumt.

Braubach den 18. Juli 1849.

Herzog!. Justizamt

Brunner.

(873) Alkine» Verwandte» und Freunde» theile ich die traurige Nachricht mit, daß meine Ehefrau »ach kurzem Leiden, heute Morgen um 4 Uhr dem Herrn entschlafen ist.

Ich bitte um stille Theilnahme an dieser mid) und meine 3 Kinder betroffenen Trauer.

Wiesbaden am 29. Juli 1849. Philipp Göbel,

Gasthalter zum Einhorn.

KunstanzeLge im Kurgarten zu Wiesbaden.

(878) Heute Dienstag den 31. Juli gibt die Artisten-Gesellschaft der Gebrü­der Iohannowitsch vom Nativnaltbeater.ans fpcsth, eine große brillante Vorstellung. MnfNUg 4 Uhk.

(876) Caffee per Pfd. 18 kr. bei Joh. PH. Reinemer, Metzgergaffe.

(879) Neinschmeckenden Caffee per Pfd. 18 kr. bei Carl Cramer.

Rachricht für Auswanderer nach Nord-Amerika.

Die Herzoglich Raffauifche Landesregierung

hat auf den Grund gesetzlich bestimmter und ihr geleisteten Garantie die Unterzeichneten zu Haupt-Agenten für das Herzogthnm Nassau für den gewerbmäßigen Betrieb der Ver- nuttlung des Transports von Auswaudernden bestätigt und diese Verfügung durch das Jniel- ugcnzblatt Nr. 24 vom 16. Juni l. I. nicht allein zur öffentlichen Kenntniß gebracht, sondern auch uisvnderhett die Nassauischen Staatsangehörigen, welche zum Zweck dec Auswanderung Uebersahrtsverlräge abschlicßcn wollen, darauf aufmerksam gemacht, daß es ihrem Interesse entspricht, sich deßfalls an die im Herzogthum conccssiomrtcn Agenturen zu wenden.

Personen, welche nach Amerika auözuwaiidern gesonnen sind, können nunmehr mit aller Sicherheit für die Erfüllung contractmäßig eingeqanqener Verbindlichkeiten dahier eingeschrieben und mit ihnen Uebersahrtövcrträge abgeschlossen werden.

Die Ueberfahrtskosten sind die billigsten bei monatlich mehrmal wiederholten Gelegen­heit zur Abreise mit den Paguctschiffen über Havre oder über 3iotterbam.

Nähere Auskunft ertheilen auf mündliche oder postfreie schriftliche Anfragen mit großer Bereitwilligkeit

Wiesbaden und Biebrich im Juni 1849.

J. ß« Kuss Sohn, Nieotaus Sehm Hitler»

Haupt-Agent Haupt-Agent

ü» Wiesbaden. in Biebrich. (773)

Aufruf un alle Menschenfreunde!

Die unterzeichneten Schweizer und Deutsche, Männer verschiedener politischer Ansichten, haben sich Angesichts der großen Noth, tu welcher sich Hunderte, ja Tausende mittelloser deutscher Flüchtlinge in der Schweiz befinden, zu einem Hülfs-Comite vereinigt, um durch Einsammlung von Liebesgaben dies Elend so viel als möglich zu mildern.

An Euch, Ihr Männer, Frauen lind Jungfrauen Deutschlands, ergeht daher unser dringender Ruf: Verbannet eure politischen Antipathien, tretet zusammen in den Städten und in den Dörfern, beherziget nur das Unglück und ft e u e r t Euer S ch e r s l e l n zu d r e s e in Zwecke!

Dem Rufender Noth soll ohne engherzige Rücksichten die Barmherzig­keit antworten.

Jeder der hier Unterzeichneten wird die ihm eingesandten Gaben annehmcn und durch das Comite deren Empfang öffentlich bescheinigt und verdankt werden.

Wer schnell gibt, gibt doppelt, und schnelle Hülfe thut noth!

Zürich, den 14. Juli 1849

Das Hülfs-Comite für die deutfcheu Flüchtlinge.

Dubs, Verhörrichter.

Fischer, Eduard, Kaufmann.

Gastell, Dr. med.

Habich, August Heinrich, Kaufmann. Kälin, Robert, katholischer Pfarrer.

Kammerer, Jacov Friedrich.

Kempin, Robert, Buchhändler.

Die Expeditionen und Verleger von Zeitungen, denen dieser Aufruf nicht zukommen sollte, sind herzlich gebeten ihm gleichwohl einen Platz unter den Inseraten gratis anzuwciscn.

(862) Bei ^stcob Kieck bei Frankfurt %i ist erschienen und in der H. W. Nitter'schen Buchhandlung in Wiesbaden um den Preis von IS kr. zu haben:

Die gekrönte Schlange

oder das rothe Männchen.

Sieben Vätze, in welchen eine merkwürdige Prophezeihung über Europa's politische Zukunft, vom Jahre 1810 bis 1860, entwickelt wird.

Aus einem zufällig aufgefundenen lateinischen Manuscripte übersetzt von Dr. V. H.

Aninerk. des Uebersetzers: .Wer erinnert sich nicht dieses räthselhaften Männchens» das ganz roth gekleidet, beim großen Kaiser öfters gesehen wurde? Vor allen großen Bege­benheiten und Schlachten hatte cs mit Napoleon eine Unterredung und hätte er seinem Rathe gefolgt, so wäre der Zug nach Rußland unterblieben.

(870) Ein junger gewandter Kellner, wel­cher geläufig französisch spricht, sucht eine Stelle. Zu erfragen in der Expedition.

(877) Samstag früh wurde von einem armen Arbeiter 5 fl. und einige Kreutzer nebst Aufenthaltskarte verloren; der redliche Finder wird gebeten, selbiges gegen Beloh­nung von 1 fl. bei der Expedition, d. Bl. abzugeben.

(839) fl. 260, 300, 800, 1000 bis zu 6000 sind stündlich auszuleihen durch

Friedrich SchauS.

(867) Indem ich gesonnen bin, meine Wirth­schaft aufjugeben, so können 5 Stück-, 10 Zu­lastfaß, gut und rein gehalten und auch eine neue noch nicht gebrauchte Aepfclmühle abge­geben werden. Näheres bei 21. Thoma, im Gasthaus zum gold. Schwanen in Wiesbaden

(860) Aechte Neuwieder Kernseife, pr. //. 15 kr. unb pr. % ^. 3 fi. bei

Carl Cramer»

(813) Bei Knefeli auf dem Heidenberg ist zu haben: 1847er Wein zu 3 fr., 1848er zu 6 kr. und Krugbier 2 fr. der Schoppen.

Druck und Verlag der C. Ritter'schcn Buchdruckeret.