und bei Szöny zurückgelassen wurden, ununterbrochen fort, so daß die österreichisch-russische Donauarmee nur zum sehr geringen Theil für die Operationen gegen Inner-Ungarn kann verwandt werden, weil zur Eer- nirung Komorns, welches vermittelst seiner günstigen Lage beide Ufer der Donau und die untere Schütt beherrscht, wenigstens dreimal so viel Truppen, als in demselben liegen, also fast 50,000 Mann zurückgelas- fen werden müpen. Somit erreichen die Ungarn durch ihr Zurückweichen ins Innere den Zweck, die österreich- russische Armee, je weiter sie vordringt, desto mehr zu zersplittern und zu schwächen, während sie im Gegentheil durch Conzentrirung sich selbst immer mehr verstärken. (RH. u. M.-Z.)
Agram, 19. Juli. (C. Bl. a. B.) Heute und gestern von der untern Donau angelangte Briefe bringen die Kunde, Bem sei plötzlich bei Szombor erschienen mit einer Macht von 40,000 Mann , habe die genannte Stadt besetzt und entwickle so drohende Positionen, daß der Bau bedeutend zurückgewichen und in Gefahr sei, gänzlich abgeschnitten zu werden. Schaaren von Flüchtlingen und zahlreiche ^Wagen mit Verwundeten seien in Mitrowitz und Essegg an- gekommen.
Nassauischer Landtag.
^Wiesbaden. (Sitzung vom 28. Juli.)
Der VerfassungSeutwurf vom 28. März ist auf gesetzlichem Wege zu Staude glommen; er kann nie direkt ober indirekt beseitigt ober durch Machtsprüche ersetzt werden. Wer für den AuSgang unserer Wirren einen solchen Gedanken faßte: dessen Vermessenheit könnte nicht genug beklagt werden.
von Nadowitz.
Probus: Ich habe eS stets Vorgelegen, eher unterzugehen, als meine Ehre auszu- gebeu.
Jgnavus: Die Ehre schmeckt nicht, sie riecht nicht, sie läßt sich nicht sehen, nicht fühlen. WaS ist die Ehre? Guter Freund ! mit der Ehre kann ich mir noch keinen Schuh- riemen kaufen.
Die Geschicke Nassau's erfüllen sich rasch. Die Kammer verläßt die Bahnen nicht, welche sie jetzt schon über ein volles Jahr gewandelt ist. Heil Dir nassauisches Volk! Heil Dir nassauische Kammer! Heute hat unsere Kammer mit 22 gegen 17 Stimmen beschlossen, die Regierung zu ersuchen, sie möge dem Entwürfe und Bündnisse der drei Könige beitreten. Folgende Personen, von denen, wie wir hoffen, das Volk in Nassau sich wird Bildnisse anfertigen lassen -- haben für den Anschluß an die Dreikönigsverfassung gestimmt: Fresenius, Müller L, Heydenreich, Kalt, Rau, Krämer, Zollmann, Bertram, Großmann, Leisler, v. Eck, Remy, Blum, Schlemmer, Preiß, Heyl, Kürtel, Schmidt, Tripp, Keim, Bellinger, Wirth. Gegen den Anschluß an die Dreikönigsverfassung stimmten: Ger- gens, Braun, Jung II., Habel, Naht, Snell, Born, Haupt, Wenkenbach, Hehner, Lang, Müller II., Justi, von Gödecke, Ereutz, Wehrfritz und Wimpf. Dieser 28. Juli hat uns also den Untergang der nassauischen Freiheit gebracht, dieser 28. Juli hat also auch unser Land der gottseligen Manteuffel'schen Wirthschaft überliefert. Preßgesetze, Clubbgesetze und Staatsdienergesetze im Brandenburg-Manteuffel'schen Style werden
nunmehr auch unserm Staate in schneller Folge zu Theil werden.
Adieu Preßfreiheit! Adieu ihr deutschen Grundrechte! Wie wird erst jetzt unser Staatsanwalts der bisher schon gegen Artikel Prozesse einleitete, welche ohne Anstoß und Verfolgung fast in jedem deutschen Lande veröffentlicht werden könnten, wie wird erst jetzt unser Staatsanwalt mit Lust Prozesse instruiren, da nunmehr ein schwarz-weißes Preßgesetz uns wol demnächst beglücken wird!! Die heutigen Verhandlungen in der Kammer waren sehr lebhaft; viele und tüchtige Gründe wurden gegen den Anschluß an den Sonderbmid vorgebracht: allein die Majorität hielt fest am Sonderbunde. Der Berichterstatter der Mehrheit der Commission, welcher den Anschluß an den Entwurf vom 28. Mai beantragte, war Heydenreich: Lang, ebenfalls Mitglied der Comission für die deutsche Frage, gab ein Sondergutachten ab, welches so ziemlich Alles enthält, was gegen den Anschluß an den Entwurf vom 28. Mai vorgebracht wurde, und welches wir in der nächsten Nummer vollständig unsern Lesern mittheilen werden.
Lang beantragte: Die Kammer solle an der Verfassung vom 28. März festhalten und die Negierung ersuchen, sie möge, sich mit den Staaten, welche letztere Verfassung anerkannt haben, und noch nicht dem Sonderbund beigetreten sind, in Verbindung setzend, eine Reichsversammlung ans Grund des von der Nationalversammlung beschlossenen Neichswahlgesetzes zu Stande zu bringen suchen. Alle diejenigen, welche für den Anschluß an den Sonderbund stimmten, stimmten auch gegen diesen Lang'schen Antrag und alle diejenigen, welche gegen den Anschluß an die Verfassung vom 28. Mai ihre Stimme abgaben, stimmten für den Lang'schen Antrag.
Da wir, wie wir bereits versichert, das Sondergutachten Lau g's in der nächsten Nummer ausführlich mittheilen werden, so leisten wir darauf Verzicht, die einzelnen Reden, welche gegen den Anschluß an den Sonderbund gehalten wurden, im Auszuge mitzu- theilen. Gegen den Anschluß an die Verfassung vom 28. Mai sprachen Braun, Wimpf, und insbesondere mit Entschiedenheit und Feuer: tonell, Naht, Justi; und ebenfalls sehr entschieden und mit vielem Beifall: Haupt; für den Anschluß sprachen: Wintzingeroda, Vollpracht, und die Abgeordneten Bertram, Großmann, Keim, Fresenius, Leisler, Schmidt.
Das Werk wäre also vollbracht und Nassau, vielmehr ein Theil Preußens, als ein Glied Deutschlands geworden. Die deutsche Entwicklung ist aber trotz der gegentheiligen Versicherungen des Herrn Jost Schmidt noch nicht zu Ende: sie ist erst am Anfang, und es kann noch ein Tag kommen, an welchem der starre Mann, der Abg. H eyd en r e i ch, vielleicht seine heutige Abstimmung selbst verdammen wird, an welchem die Donnerstimme des Herrn Keim zu einem bebenden Flüstern herabsinken, an welchem die zuversichtliche Haltung des Herrn Großmann zusammenbrechen, und an welchem auch vielleicht das geringschätzende Lächeln aus den Zügen des Herrn Voll prach t verschwinden wird. Inzwischen bezahlen wir Naffaner gerne unsere Steuern und Abgaben.
9k a ch f «H r i f t.
Wien, 23. Juli. Um zu bezeichnen, welch' ein russisch-türkischer Styl nachgerade in den österreichischen Blättern Eingang findet, geben wir hier noch die Be
trachtungen, welche der „Wanderer" über die neuesten Hinrichtungen in Preßburg anstellt:
Heute um die Mittagsstunde wurden zehn Gefangene pèle möle abgeurtheilt. Es ist übrigens durchaus nothwendig, daß die hier gesetzten politischen oder besser „unpolitischen" Verbrecher schnell abgregirt (abgefertigt? selbst die deutsche Sprache scheint dort ihrem Untergange nahe zu sein!) werden; denn die Candidaten sind sehr zahlreich und ihre Verpflegung ist nichts weniger als unbedeutend. Das ist doch in der That wohl mehr als russischer Humor, der Witze reisen kann, wo andern Leuten die Haare zu Berge stehen!!
Frankfurt, 27. Juli. (F. I.) Die Rückkehr des Erzherzogs Reichsverwesers nach unserer Stadt wird bis zur Mitte Äugust's erwartet und ist dadurch als sicher verbürgt, daß das seither von ihm bewohnte Hotel bereits wieder in weitere Miethe genommen worden ist.
Aufruf.
Ueber 3O5M) Kämpfer des Volksheeres find in der Schweiz ohne Mittel und ohne Arbeit. Es wäre schmachvoll für das deutsche Volk, wenn es den Schweizern allein die Sorge für die Erhaltung dieser Braven überließe.
Die demokratische Parthei wird, wir zweifeln nicht daran, ihre Pflicht thun.
Die Expedition dieses Blattes erklärt fich bereit, Gaben in Empfang zu nehmen, und an das Haupt-Comite in Zürich zu befördern.
Wiesbaden, 21. Juli 1849.
Die Redaction.
Für die deutschen Flüchtlinge in der Schwer; sind bis heute bei der Erpedition der Freien Zeitung
eingegangen:
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„ B. in Wiesbaden.
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20
„ Fr. D.: „Für die deutschen Freiheitskämpfer" ... 1 30
Summa 52 23
Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.
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Bekanntmachungen.
(8G8) Eekanutmaehung.
Montag ben 27. August l. I., Vormittags 10 Uhr, lassen die Erben des Ludwig Koffler zu Diez ihre in hiesiger Stadt gelegenen beide zweistöckigen Wohnhäuser, Oeconomic- und Nebengebäude, mit mehreren in hiesiger Gemarkung gelegenen Grundstücken, zusammen 10,343 fl. tarirt, in dem Nathhause zu Diez mit obcrvormundschaftlichcm Consens freiwillig versteigern.
Das eine von diesen Wohnhäusern mit zwei Anbau ist ein Eckhaus, in der Vorstadt und gleichzeitig an der Aar gelegen, an welchem die Passagen von und nach Limburg, auf die Aar und durch die Dbcr- und Untergasse vorbei gehen, worin bisher Färberei betrieben worden ist und noch betrieben wird, und welches zum Wirthschafts- und jedem andern Geschäftsbetrieb, besonders aber außer zur Färberei, noch zum Betrieb der Bierbrauerei, Branntweinbrennerei und Seifensiederei geeignet ist.
Das andere Wohnhaus ist demselben unmittelbar durch d e Aar getrennt, gegenüber gelegen, noch neu, und befinden sich dabei ein Garten, eine Branntweinbrennerei, eine Scheuer, drei Ställe und ein Schoppen. In diesen Gebäuden wurde bisher und wird noch Oeconoinie und Branntweinbrennerei betrieben, wozu dieselbe besonders sowohl, als zum Betrieb der Färberei , Bierbrauerei und Gerberei rc. geeignet sind.
Diez, am 24. Juli 1849.
H. N. Landobcrschultheiserci.
M e l i o r.
Vogelschießen
der
Küchen - Schützen * Ges eTschaft
in Wiesbaden.
Sonntag den 28. und Montag den 30. Juli 1849 wird von der Büchsen-Schntzen-Gesellschaft das bekannte Vogelschießen auf der Walkmühle abgehalten. Mit freundlicher Einladung zur Theilnahme an diesem Volksfeste verbinden wir die Bitte an hiesige Gesangvereine und Turngemeittden sich dem Feste anzuschließen. Nähere Auskunft wird durch das Programm ertheilt.
(872) Der Vorstand.
l363) Anzeige.
Die Mitglieder des Gewerbevereins für Wiesbaden werden hierdurch zu einer Generalversammlung auf Sonntag den 29. Juli, Morgens 9 Uhr, im Gasthofe^zur schönen Aussicht am Dotzheimer Weg cingcladcn. Es wird daselbst nach den neuen Statuten über die Wahl eines Localvorstandis für den Wiesbadener Localverein berathen werden.
Für den Vorstand: Für ben Ansschuß:
89 r. 55°. fassetmrmn. #'. Ä'ejTewtlorf.
â» S^iiHlM^y^ Schustergasse in Mainz, empfiehl! Hiermit sein wohl assortirtes großes Lager in seidenen und baumwollenen Regen- und Sonnenschirmen zu nachstehenden Prcißcn:
Seidene Sonnenschirme mit Garnirungen, Bordüren oder Franzen in geschmackvoller Auswahl von 1 fl. 45 kr. bis 5 fl. 30 fr.
Halbseidene und baumwollene Sonnenschirme von 48 kr. bis 1 fl. 45 kr.
Solide seidene Regenschirme, elegant gearbeitet, von 4 fl. bis 7 fl.
Baumwollene Regenschirme von 1 fl. 20 kr. bis 2 fl. 30 kr. (862)
(871) Mercadier Fabres
aromatisch-medicinische Seife, von mehreren der Herren Aerzte als ein vorzügliches Heilmittel gegen gichtische Leiden, Flechten, Hautschärfen, Sommersprossen jc. anerkannt und welche auch zur Anwendung als Toiletten - und Badeseife sehr zu empfehlen ist, indem sie die Haut geschmeidig und weiß »rächt und dieselbe in frisiern und belebtem Ansehen erhält, wird fortwährend in der Handlung des Herrn I. L. Seibert, Langgasse Nr. 14 in Wiesbaden, in grünen Päckchen a Stück IS kr. mit der Dr. Grafe- schen Gebrauchs-Anweisung und meinem Siegel versehen, verkauft.
«J. L»'. Stern har <11 in Berlin.
(867) Indem ich gesonnen bin, meine Wirthschaft aufzugeben, so können 5 Stück-, 10 Zulastfaß, gut und rein gehalten und auch eine neue noch nicht gebrauchte Aepfelmühle abgegeben werden. Näheres bei A. Thoma, im Gasthaus zum gold. Schwanen in Wiesbaden
Aufforderung.
(869) Die Herren Oddernheimer, Naht und Necken haben in Nr. 48 der Freien Zeitung versprochen, seiner Zeil das Resultat der eine gewisse Denunciation, resp. Verläumdung betreffende Untersuchung zu veröffentlichen; da, wie verlautet, die Sache beendigt, dieselbe aber von allgemeinem Interesse ist: so hofft und erwartet man eine baldige Erfüllung jenes Versprechens.
Mehrere Bürger und Wehrmänner.
Druck und Verlag der C. Rttter'schen Buchdruckerei.