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gebildet, welches durch Verloosung werthvoller, von hiesigen Frauen und Jungfrauen gefertigter Gegen­stände, ein Scherflein zur Milderung der Noth un­glücklicher Bruder beitragen möchte. Die Anzahl der zur Verloosung bestimmten Gegenstände mehrt sich täg­lich. (Stuttg. Beob.)

Stuttgart, 26. Juli. Die Wahlbewegung dauert fort. Der Staatsminister v. Herdegen hat erklärt, er werde nicht als Candidat anftreten, doch werde er eine auf ihn gefallene Wahl nicht ausgeschlagen. Eine Wahlversammlung in Magolsheim empfiehlt den bis­herigen Abgeordneten Süskind. In Reutlingen hat Schnitzer viele Aussicht gewählt zu werden. In Freudenstadt ist Dr. Mayer, als zu bekannt, wieder zurückgetreten. Freiherr von Schwarzenberg und Amtsnotar Walther haben beide große Aussichten. : In Buttlingen, ebenso auch im Oberamte Balingen läßt sich noch kein vermuthlicher Erfolg für den einen ' oder andern Candidaten angeben. In Oberamtsstadt hat sich die Partei des Volksvereins für W. Zim­mermann entschieden, die konservative Partei dage­gen für Oberjustizrath Huck. (M. Z.)

Karlstadt, 25. Juli. Die demokratische Partei hat zwei ihrer Kandidaten durchgesetzt: Weipert von Sendelbach und Binder von Gemünden. Außerdem wurde noch der bisherige Degenhardt gewählt.

Köln, 25. Juli. (K. 3-) Ueber das Verhältniß Preußens zu Oesterreich erhalten wir gleichzeitig aus Wien und Berlin merkwürdige Aufschlüsse. Die in solchen Fragen wohlunterrichtetePresse" theilt ihren Lesern die Unionsvorschläge mit, welche das preußische i Kabinet dem hiesigen durch Hru v. Canitz hatte machen lassen. Zwischen dem unter dem Protektorate Preu­ßens stehenden Deutschland und dem österreichischen Kaiserstaate sollte, wie unseren Lesern bekannt ist, eine ewige Union Statt finden. Regensburg wäre der Sitz des Direktoriums geworden, das aus vier Mitgliedern bestand, wovon zwei den österreichischen Kaiserstaat, zwei das deutsche Reich repräseutireu. Nicht durch Stimmenmehrheit, sondern durch Einstimmigkeit wären die Beschlüsse gefaßt worden. Der Entscheidung des Direktoriums unterlagen Krieg und Friede, sowie alle internationalen Verträge. Die österreichische Regierung hat dies alles abgelehnt.Das Problem", sagt die ministeriellePresse",kann anders gestellt werden, als dies von preußischen Staatsmännern geschehen ist. Es kann das System zu großer Centralisation für den preußischen Bundestag apfgegeben werden, und es kann auf der anderen Seite durch die Bildung eines zwei­ten süddeutschen Bundesstaates unter Oesterreichs Lei­tung oder Protektorat ein System des Gleichgewichts entstehen, in welchem für die Gegenwart keine Ver­letzung, sondern vielmehr eine Erhöhung der materiel­len Interessen für die Zukunft aber nicht fortwäh­rende Kämpfe und Vernichtung des Rechtes zu erwar­ten wären." Das ist verständlich: Preusten und Oester­reich sollen eine Theilung Deutschlands vorneh­men. Diese Vorschläge erschrecken uns nicht, eben weil es nur Vorschläge sind. Aber der heutige leitende Artikel der Neuen Preuß. Ztg., die leider oft wohl unterrichtet ist, ist uns viel bedenklicher. Die Kreuz­zeitung sagt:Die deutsche Frage scheint sich, nach der Natur der Sache, immer mehr zu einer öster­reichisch-preußischen zu verschärfen, und wir haben uns je zuwellen schon der Besorgniß nicht erwehren können, auf das Frankfurter Fastnachtsspiel und denGothaer Wurstpicknick"" noch ein ernsthaftes Nachspiel folgen zu sehen. Streit mit Oesterreich heißt auch Krieg mit Rußland und Frankreich, und Preußen würde schwer­lich gut thun, sich mit süddeutschen Freischaaren zu alliiren. Was sollte das siegreiche Oesterreich bewege», seine bisherige Stellung und seinen Einfluß in Deutsch­land aufzugeben? und warum zieht es Preußen nicht vor, seine Kraft nnd seine Bedeutung auf Kosten der Revolution, anstatt auf Kosten Oesterreichs zu vermeh- ren? Preußen und Oesterreich werden jetzt etwa quitt sein, und eine friedliche Ausgleichung wird sich von selbst ergeben, wenn Preußen davon absteht, das Gagern'sche Pulver als das unvermeidliche Specificum für Deutschlands Genesung zu präsentireu, und wenn Oesterreich nicht zu stolz ist zu dem Auerkenntniß, daß eine Armee, die in Ungarn der russischen Hülfe bedarf, außer Staude ist, die süddeutschen Rebellen zu besiegen."

Berlin, 25. Juli. (Mz. Ztg.) Daß Preußen auch noch geheime Artikel bei der WaffeustiUstandSkonveution gegen Dänemark eingegangen sei, wurde vermuthet und ist jetzt gewiß. DieBerlingsche Zeitung", das amtliche Blatt des dänischen Cabmets, bittet ihre Le­ser geradezu, ihr Urtheil über die Konvention so lange aufzuschieben, bis die geheimen Artikel, die für Däne­mark wichtig seien, bekannt gemacht werden könnten. Unter Anderem soll Preußen sich, laut der Allg. Ztg., anheischig gemacht haben, den Frieden durchzusetzen, auch wenn die Herzogthümer widersprechen. Dies stimmt ganz mit der Motivirung der Neuen Münche­ner Zeitung wegen der Abberufung der Baiern über­ein, damit sie nicht gegen die Schleswig-Holsteiner, für die |ie bisher gekämpft, verwendet werden möchten.

Aus Varel ist eine Adresse an die Regierung ab­gegangen, in welcher dieselbe ersucht wird, die olden­burgischen Truppen dem Commando des General V. Prittwitz zu entziehen und unter den Befehl des schleswig-holsteinischen Generals v. Bonin zu stellen, damit sie zu keinem andern Zweck als znr Bekämpfung des Feindes verwendet werden. (Z. f. Nd.)

Aus Holstein, 24. Juli. (O.-P.-A.-Z.) Unsere Eisenbahn erpedirte heute Morgen zum erstenmal wie- berum einen Ertrazug mit Munitionswagen, Geschützen u. s. w., es war bayerische Munition; ihr folgte gleich inrhessflche mit dem gewöhnlichen Perso­nenzug. Doch werden diese Truppentheile das Her- zogthum nicht verlassen, sondern nur auf den Eidlich­sten Punkteudicht um Altona, in Ottense, Eiderstedt u. s. w. itcistoii ui bleiben. Die Reichsartillerie mußte Rendsburg Verlagen, um den vom Norden rückkehren­den Truppen Platz zu machen, da Rendsburg allein von unsern Truppen besetzt werden soll. Dw Bayern und Kurhessen waren sehr erbittert, dem sie zurückkeh­ren, und freuten sich nun, wie sie erfuhren, daß sic vorläufig im Lande bleiben sollten und noch Hoffnung vorhanden sei, daß sie in den Kampf geführt werden könnten, woran aber nun nicht mehr zu denken ist, da nach derAllg. Ztg." bereits in München der Befehl zur Rückkehr ertheilt worden. Unsere Rüstun­gen dauern fort. 1000 Mann Reserven find bereits zur Nordarmee durch Hadersleben gegangen und in Eckernförde, welches zu diesem Zweck 150 Mann aus­heben sollte, haben sich allein 400 Freiwillige gemel­det; Altona stellt gegen 700 und so fort in allen Städ­ten. An allen Straßenecken ist zur Bildung von Frei­schaaren ein Aufruf von Seiten der Statthalterschaft angeschlagen, um welchen Hunderte hernmstehen und Männer, die längst über die Dienstzeit hinaus find, erbieten sich, und besonders ist dies an solchen bemerk­bar, welche früher im Schleswig-Holsteinschen Heere standen. General v. Bonin und Oberst v. Zastrow haben die preußische Uniform aus- und die schleswig- Holsteinsche angezogen, auch hat sich Oberst Gerau von den Nassauern zum Eintritt in unser Heer gemeldet. Die gestern aus dem Norden ge- kommenen Sachsen-Weimarer 274 Mann kehren mor­gen nach der Heimat zurück. Von den deutschen Prin­zen, welche dem Kampfe beiwohnten, ist bereits der Erbprinz von Lippe-Schaumburg heimgekehrt und der Prinz von Lippe hat bereits 7 Pferde und 3 Perso­nen aus seiner Suite zurückgesandt Der Traus­port der Kranken wird nun auch beginnen müssen. In Hadersleben liegen noch 7800, welche wohl blei­ben werden; dagegen sind in Kolding noch 30 bis 40, die intransportabel sind und in Christiansfeld 80 schwer Verwundete, welche zwar bis auf die Koldin- ger innerhalb unserer Linien sind, wenn wir nemlich die schwedische Linie als innerhalb unserer Linie be­trachten. Vorläufig ist bei Aarhuus eine Demar- cationslinie gezogen, die aber, da sie von den Dänen nicht respectirt wurde, schon zu Differenzen Veranlas­sung gegeben hat.

Wien, 22. Juli. Als einen kleinen Beitrag zur militärischen Gerichtspflege des 19. Jahrhunderts, und als einen Ausfluß unsererErrungenschaften" will ich Ihnen einige Paragraphen von dem Befehle des zu Neutra eingerückten k. k. Major Mainony mittheilcu. Wenn ein einziger Einwohner von Neutra das Le­ben eines Kaiserlichen bedroht, wird die ganze Stadt vernichtet. Wer aus der Stadt durch die Postenreihe gehen sollte, wird ohne Untersuchung niedergeschossen. Wenn drei Personen beisammen stehen, werden sie augenblicklich niedergemacht. Die ganze Stadt muß bei jedem Fenster Licht brennen re. Den vollen In­halt dieser, den Altmeister Tilly beschämenden Pro­klamation enthält dieOstdeutsche Post" von heute.

Italien.

Rom, 16. Juli. Die Listen, den Papst zurückzu- rufen, sind ziemlich leer. - Die Munizipalität hat lieber ihre Entlassung gegeben, als eine Deputation nach Gaeta gesendet.

S d) w e è z.

Bern, 25. Juli. Der politische Barometer deutet bei uns auf Sturm! Der Bundesrath hat gestern den ersten Bundesauszug, 64,000 Mann, auf's Piket ge­rufen, während das Kriegsmaterial schon früher in Bereitschaft gesetzt jwordeu ist. Die Cernirung nach allen Seiten wird immer enger, und nach der Aus­sage eines an den Bundesrath geschickten Abgeordneten der Walliser Regierung fürchtet diese eine Besetzung des Simplonpasses durch die Oesterreicher. Frankreich weist nicht nur die Flüchtlinge, welche sich aus der Schweiz dahin begeben wollen, zurück, sondern die französische Gesandtschaft in Bern verweigert laut er­haltener Instruktion das Visum Bernerischer Pässe, welche für Flüchtlinge, welche nach Amerika gehen wollen, zur bloßen Durchreise durch Frankreich ausge­stellt sind. ' Auch im Innern der Schweiz bereiten sich bedenkliche Erscheinungen vor. Der Bundesrath ist wegen seines Ausweisungsbeschlusses mit einem großen Theile des Volkes zerfallen. Die Regierungen von Bern, Zürich, Aargau und Luzern haben gegen den Beschluß ernste Reklamationen erhoben, weil derselbe das Asylrecht verletze; sie erwarten erst noch weitere Aufschlüsse vom Bundesrath, bevor sie seinen Beschluß vollziehen. Eine Bundesversammlung wird wohl außer­ordentlich einberufen werden, um die Einigkeit im Lande wieder Herzustetten. Während dessen verhalten sich die 10,000 Flüchtlinge, wovon 2400 auf den Kanton Bern kommen, ruhig. Einige Haupführer halten sich noch hier auf. Blenker ist wegen der Angriffe, denen er ausgesetzt ist, sehr niedergebeugt und krank. Er schreibt an einem Rechtfertigungs-Bericht, R a-

veaur (e&^ in größter Zurückgezogenheit in Thier- achern be, Thun, Vogt ist im Oberland bei Nau- werck. Das Corps der Hanauer Turner ist noch muner hier und wird auf militärischem Fuße verpflegt,

^tragen hat ihm die allgemeine Achtung erworben. Welche Prüfungen auch der schwer; bevorstehen: das Volk ist gerüstet und ent- schloyen, seine Unabhängigkeit zu vertheidigen. Wer wetß^ ob nicht wie zur Zeit des Sonderbundskriegs die schwer; berufen ist, noch einmal den eben schwer gebeugten Volkern das Losungswort zur Freiheit zu ^-ben! Nach sch rr fU Eben kurz vor Abgang der Post vernehme ich, daf) bereits 27,000 Mann unter tte Waffen gerufen worden sind, und sogleich an die nördliche Gränze marschiren werden. Es sind 7 Ba­taillone Berner darunter. Auch die südliche Gränze wird besetzt. Die außerordentliche Einberufung der Bundesversammlung muß nun gleich erfolgen, (^.^j

Nepublik Frankreich.

Pans, 24. Juli. (Mz. Ztg.) Man erzählt sich hier überall folgende Anekdote:Nach einer Sitzung der 15. Abtheilung sagte Michel de Bourges zu Tylers: er verschwöre sich gegen das Volk. Thiers nannte Michel einen Träumer.Ja, ich träumte: Einst war ich in Air mit einem gewissen Thiers; eine Arbeit über Vauvenargues wurde als Preis ausgesetzt; Thiers verfertigte zwei Schriften, eine weißer, die andere ro­ther Färbung, weil die Akademie in zwei Partheien getheilt war; eine dieser Schriften trug den Preis da­von. Abends versammelten wir uns in einer Art ge­heimer Gesellschaft, die nur ein Trinkgelage gewesen wäre, wenn die Polizei sich nicht darein gemischt hätte. Thiers schwur Haß dem Köuigthume bei einem Kreuze, das ich hielt."Nicht dem Köuigthume"", unter­brach Thiers,sondern der älteren Linie der Bourbo­nen."" Diese Erklärung erregt Aufsehen, indem der Erminister seine Vorliebe für das Haus Orleans zu erkennen gab. Als Strafe hiefür soll er nicht in die Finanzkommission gewählt worden sein und seine Ernennung als Berichterstatter der Unterrichtskommission verfehlt haben.

DieOpinion publique" zeigt mit dürren Worten die Reise des Präsidenten nach Ham an. Wir fügen folgende, vom Präsidenten an den dortigen Maire ge­richtete bedeutungsvolle Worte hinzu:Heute, als Er­wählter von ganz Frankreich, bin ich das gesetzmäßige Haupt dieser großen Nation geworden; ich kann mich keiner Gefangenschaft rühmen, die ihren Grund in einem Angriff gegen eine regelmäßige Regierung hatte. Wenn man gesehen hat, wie viel Unglück die gerechtesten Empörungen zur Folge haben, so begreift man kaum die Kühnheit, wie man die schreckliche Verantwortlich­keit eines Regierungswechsels übernehmen wollte. Ich beklage mich daher nicht, durch eine sechsjährige Ge­fangenschaft meine Verwegenheit gegen die Vaterlands­gesetze abgcbüßt zu haben; und ich bin glücklich, hier an diesem Orte, wo ich gelitten habe einen Toast zu Ehren der Männer vorzuschlagen, die, ungeachtet ihrer Ueberzeugungen, entschlossen sind, die Institutionen ih­res Landes zu achten!" Auch hat der Präsident bei seiner Anwesenheit in Ham den Kabylenhäuptling Bou- Maza, der seine früheren Zimmer in der Festung be­wohnte, begnadigt und ihm erlaubt, nach Paris zu kommen. Bou-Maza wird vorziehen, in Ham zu blei­ben. Ein Journal schlägt vor, ihn nach dem Senegal als Anführer einer fliegenden Kolonne zu senden. Andere Journale bestreiten, den Vorschriften der Con­stitution gemäß, dem Präsidenten das Recht der Be­gnadigung oder Freilassung eines gefangenen Feindes, ohne den Staatsrath darüber vernommen zn haben.

Ein Journal bringt folgende Anekdote: Der Präsident besuchte den Jardin des Plantes und fragte den Direktor, ob etwas Neues angekommen?Bür- gerpräsident! ES ist hier nichts Neues, als ein Thier- mehr ein Waldmensch, der so eben angekommen." Der Präsident kehrte dem Direktor dem Rücken. Man behauptet, derselbe würde abgcsetzt werden.

Paris, 25. Juli. Die Regierung hat, wie ver­lautet, diesen Nachmittag auf telegraphischem Wege die Mittheilung erhalten, daß die sardinische Negic- rung das von Oesterreich ihr gestellte Ulti­matum angenommen. (F

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Preßburg, 22. Juli. Der Krieg in dem fernen Siebenbürgen ist vorläufig von untergeordneter Be­deutung. Derselbe ist der Natur des Landes zufolge zu einem Gebirgskriege geworden, in welchem der rus­sische General Lüders bis jetzt nur geringe Fort­schritte gegen die Szekler gemacht, und daher das öster­reichische Corps Clam Gallas zur Verstärkung von Nimnik nach Kronstadt gerufen hat. (ConstZZ.)

Privatberichte sehr wohlunterrichteter Personen stim­men alle darin überein, daß Görgey dem F-M.-L. Paskiewitsch in zweitägiger Schlacht eine Nieder­lage beigebracht und in nordöstlicher Richtung seine Verbindung mit der ungarischen Hauptarmee in Inner- Ungarn hergestellt habe. Ja, einer unserer Correspon- ten meldet sogar, daß 10,000 Mann Russen durch das Görgey'sche Corps, von der russischen Hauptar- mee a b g e s ch n i t t e n und ins Gebirge geworfen feien, wo sie rettungslos verloren sein dürften. Ueb- rigens dauert der Kampf bei Ko morn, wo außer der achtttausend Mann starken Besatzung^ noch 6000 Mann zum Schutze der Schanze» bei O'szöny