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Quelle schöpft, behauptet nun in einem Schreiben ans , Berlin, daß die Vorgänge vor Fridericia, weit ent- ' fernt, einen Abbruch der Unterhandlungen zwischen , Preußen und Dänemark hervorzurufen, vielmehr ge­rade den schleunigsten Abschluß der Verhandlungen veranlaßt hätten und zwar in der Art, daß Preußen zu Forderungen seine Zustimmung ertheilte, welche bisher als durchaus unstatthaft zurückgewiesen worden waren. Als Grund dieser Nachgiebigkeit Preußens , fügt der N. Corr. an, daß man in Berlin bestimmte ' Kunde davon gehabt habe, es seien von der proviso- rischen Centralgewalt Insinuationen nach Kopenhagen gejandt worden, welche ein Scheitern an formellen Schwierigkeiten befürchten ließen. Dazu sei nun noch die Niederlage vor Friedericia gekommen, in Folge deren man doppelt fürchten zu müssen geglaubt habe, daß Dänemark die Verhandlungen abbrechen werde. In dieser Lage habe sich nun Preußen, um sich nicht am Ende das Heft aus den Händen winden zu lassen, zu Konzessionen verstanden, die, wenn sie sich als be­gründet zeigen sollten, für Deutschland das Maaß der Schmach vollmachen würden. Unter anderen, sagt die Nb. Corr., habe Preußen eine Entschädigungs­summe für die bei Eckernförde zerstörten dänischen Schiffe und die in Jütland ge­machten Requisitionen verwiltigt. Alle andern Bedingungen, sie feien so nachtheilig als sie wollen, dürfte man noch hingehen lassen; aber die verlangten Trophäen herauszugeben: das ist denn doch zu schmä- lich! Keine andere Nation würde sich dazu verstehen. Die Hauptfrage bleibt immer, was die prov. Central - gewalt zu den Waffenstillstandsbedingungen sagen wird, wenn sie diese erfährt. Wie man hört, soll der bai­rische und würtembergische Gesandte bei der Central­gewalt darauf dringen, daß sie den von Preußen mit Dänemark abgeschlossenen Vertrag nicht genehmige, möge Preußen in eigenem Namen oder in demjenigen von Deutschland die Unterhandlungen geführt und ab­geschlossen haben.

München, 17. Juli. Was bis jetzt Nachmit­tags 3 Uhr von den heute hier Satt gehabten Ur­wahlen bekannt ist, so sind die Wahlmänner größten- theils aus dem Gewerb-Vereine, der eigentlichen mün- chener Bourgeoisie, hervorgegangen und nur wenige Beamte gewählt worden.

Berlin, 17. Juli. (Köln. 3 ) Ueber die Ent­lassung des Minister-Präsidenten Habicht in Dessau berichtet dieConst. Corr.", daß der Grund nicht in dem Beitritte des Herzogs.zum Dreikönigs-Entwurfe zu suchen ist, sondern zunächst nur eine sehr gering­fügige, äußere Veranlassung gehabt hat. Der Herzog hatte eine Genehmigungs-Urkunde für eine Wohlthätig- keits-Anstalt, die der in Dessau lebende preußische General-Lieutenant Graf Henkel-Donnersmark gestiftet hatte, zu unterzeichnen und fand cs anstößig, daß Herr Habicht den Bescheid an den Grafen Henkel (einen Ausländer)an Herrn Henkel adressirt hatte. Hr. Habicht fand in diesem Wunsche eine Verfassungs­Verletzung, da der Adel in Dessau abgeschafft sei, und begehrte aus diesem Grunde seine Entlassung, die ihm schleunigst gewährt wurde.

Berlin, 18 Juli. Wir können heute mit noch größerer Sicherheit das gestern angegebene Wahlresnl- tat im Verhältniß von % der Wählenden zu % der Nichtwähleuden bestätigen, obwohl dies von der con- servativen Partei noch zu entstellen versucht wird, in­dem dieselbe aussprengt, daß % der Urwähler an den Wahlen sich beteiligt, % aber nicht. Ein Moment, welches gegen die Versicherung der Conservativen spricht, ist, daß die Zeitungen dieser Farbe sich scheuen, bei Veröffentlichung der Wahlmännerlisten die Zahlenver- hältniste der in den einzelnen Bezirken Erschienenen und Attsgebliebenen zu veröffentlichen; ein wesentliches Erforderniß, welches die Nationalzeitung nachzuholen bemüht sein wird. Von den 80,000 berechtigten Ur­wählern Berlins haben noch nicht 30,000 gewählt. Gleiche Wahlresultate werden heute aus einer Menge größerer und kleinerer L-tüdte genietet, aus Breslau, Frankfurt a. O., Brandenburg, Neustadt, selbst dem loyalen Stettin; überall fanden Minoritätswahlen statt. (Fr. I.)

Berlin, 17. Juni. (K. Z.) Die heutigen Ber­liner Blätter beschäftigen sich vorherrschend mit den Wahlen. Die Physiognomie der Stadt schildert die National-Zeitung", in folgender Weise :Schon vom frühen Morgen an sah man denn auch zahlreiche Spazierwagen die Straßen durchfahren, hauptsächlich den Thoren zu, welche nach den Vergnügungsorten Tegel, Saatwinkel und spandauer Berg führten. Einer wandelnden Karawane glich der Zug, welcher am Abende von 8 Uhr ab zu Fuß, zu Pferde nutz zu Wagen das oranienburger Thor passirte. Danach zu urtheilen, muß Tegel von vielen Tausenden Menschen besucht worden sein. Eben so stark war die Frequenz auf der Charlottenburger Chaussee. Auf beiden Chaus­seen bewegten sich den Tag über reitende Militär-Pa­trouillen, welche mit dem Eintritt des Abends stärker wurden. Die Straßen hatten den Tag über ein sonn­tägliches Aussehen. Die Geschäfte ruhten, die Schulen waren geschlossen, und man schien den Tag als einen Ruhetag zu betrachten, denn überall wär cs ausnahms­weise still auf den Straßen. Das Militär wurde von Morgens 8 Ahr bis Nachmittags 2 Uhr, wo die Wahlen in allen Bezirken ruhig vorüber gegangen varen, consignirt gehalten."

Köln, 19. Juli. (Köln. Z.) In Köln und Düsseldorf hat durchschnittlich noch nicht der zehnte Theil der Berechtigten gewählt. Aus Crefeld schreibt ' man derDüss. Ztg.:Es hat sich heute hier bei den Wahlen im Durchschnitt höchstens ein Achtel der Urwähler beteiligt, und die Erschienenen wählten ' fast einstimmig entweder Mitglieder des hiesigen con- ' stitutionellen Clubs oder des Prcußen-Vereins' Wie ich höre, hat der Preußen-Verein nur solche Candi­daten aufgestellt, die den früheren Abgeordneten in Frankfurt, Hrn. Beckerath, wählen werden." Aus Elberfeld schreibt dieElberfelderZeitung": Elber­feld zählt9000llrwähler, von diesen haben etwa 800 ge­stimmt. Sehr viele haben nicht gewählt, um auf diese ; Weise gegen das neue Wahlgesetz und den Constitn- j tions-Bruch, den cs nach ihrer Ansicht enthalte, zu protestircu. Mancher wollte nicht unter dem Belagerungs- | Zustande wählen, der Vorversamnilung und sonstige ! Besprechungen der Wahlangelegenheit nur spärlich er- , laubte. Mehrere erklärten, sie enthielten sich der Wahl, weil sie nicht helfen wollten, Deputirte zu machen, die, sobald sie nicht ministeriell gesinnt seien, wieder nach Hause geschickt werden. Eine Menge Urwähler ging lieber ihren gewöhnlichen Beschäftigungen nach, j als in die Wahllocale, und sehr viele haben sich durch die öffentliche Stimmung abhalten lassen." Dieselbe Lauheit hat, wie wir hören, in Barmen, Lennep, | Soli »gen , Witten, Hagen rc. geherrscht. Nicht ! viel bc]ier scheint die Theilnahme in Westfalen ge- ; wesen zu sein. So schreibt man uns aus Münster: Von der Gesammtzahl der wahlberechtigten Personen hat sich heute etwa nur ein Fünftheil bei der Wahl beteiligt, und da die Demokratie sich planmäßig bei der ganzen Handlung passiv verhielt, so kann es keine Verwunderung erregen, daß das Resultat ein den Conservativen völlig günstiges gewesen ist. Auch bei der ländlichen Bevölkerung hat sich in unserer unmit­telbaren Nähe nur ein sehr geringes Jnterresse für die Wahlen gezeigt; denn in dem außerhalb der Stadt gelegenen Kirchspiel St. Mauritius fanden sich in dem einen Wahlbezirke etwa 28 Personen und in dem anderen einige 40 ein, ungeachtet jeder derselben über 100 Wähler umfaßt." In Paderborn wählten von den 1857 Urwählern nur 361.

Köln, 20. Juli. (Köln. Z.) Die uns heute vor­liegenden Berichte über den Ausfall der Wahlen gehen ostwärts bis Schlesien. In Breslau ist, wie man uns von dort meldet, nicht der dritte Theil, nach andern Angaben nur der vierte, und in vielen Bezir­ken kaum der fünfte Theil der Urwähler erschienen. Die gewählten Wahlmänner gehören alle der conser­vativen und constitutionellen Partei an. So viel man am 17. Abends in Breslau wußte, hat auf dem Lande die Nicht-Bcthcilignng an der Wahl noch in einem weit größeren Maße statt gefunden.

Aus der Provinz Posen fehlen uns noch alte Nach­richten ; und diejenigen, die wir aus Brandenburg ha­ben, sind sehr spärlich. In Frankfurt a. d. Oder sind von 6000 Urwählern 1600 erschienen; in der Um­gegend von Berlin war die Betheiligung gering. Auch Sachsen hat nur Minoritäts-Wahlen geliefert In Magdeburg haben nur 2054 unter 10,662 Urwählern gewählt, in Halle 1700 bis 1800 unter 6000 (ähn­lich in der Umgegend), in Burg gar nur 212 unter 2903, in Cochstedt 32 unter 360, in Wanzleben 75 unter 561, in Aschersleben 550 unter 2600, in Barby 250 unter 800, in Halberstadt 500 unter 4000. Es ist uns bisher kein Ort bekannt, wo die Majorität der Wähler erschienen wäre. Auch Westfalen hat sich völ­lig lau gezeigt. So schreibt man uns aus Münster: Die Wahlen haben unter Betheiligung von nicht ein­mal einem Fünftel der sämmtlichen Urwähler (4331) stattgefunden. Nicht allein die demokratische Par­tei, sondern auch der ganze gewerbtreibende Mittel­stand, Handwerker und Arbeiter hatten sich ausge­schlossen; selbst von den gegen 100 betragenden Be­theiligten der ersten Classe war ein Drittel ausgeblie- ben. " In den ländlichen Wahlbezirken in unserer Nähe war die Theilnahme noch bei Weitem geringer. Bei­spielsweise führe ich nur an, daß in dem nahe gelege­nen Wahlbezirke Albachter von 12 Urwählern der er­sten Classe nur Einer (Graf Schmiesing), von den 30 Urwählern der zweiten Classe Keiner, und von den 309 der dritten Classe nur 13 (die Geistlichkeit und das Gesinde des Grafen Schmiesing) erschienen. Es wählten in der Stadt nur Beamte, Pensionärs, einige Geistliche und das Militär." In Coesfeld kamen 53 Urwähler, und unter ihnen 45 Beamte. Aus der Rheinprovinz bleiben die heutigen Nachrichten den früheren gleich. In Trier hat sich nur etwa der sechste Theil der 2663 Urwähler beteiligt; in vielen kleine­ren Orten an der Mosel erschien Niemand, so daß die Wahl unterbleiben mußte. In Coblenz wählten 409 unter 5600. In Boppard erschienen nur 13 Wähler, und in einem Bezirke unterblieb die Wahl ganz. In Bergheim wählten ebenfalls nur 13 Personen, in Kreuznach kaum 100, in Simmern 45 unter 518, in Wittlich nur 24 u. s. f.

Frankfurt, 19. Juli. Um das so weit zu Ende geführte Werk der Pazifikation Badens auch für die Dauer zu garantiren und die jetzt dort herrschende Ruhe zu bewahren, wird, wie man aus guter Quelle vernimmt, ein preußisches Armeecorps von 3036,000 Mann für mehrer Jahre dort verbleiben und im Lande vertheilt werden.

Die KronePreußen hat demnach eine Mission übernom­

men, welche eigentlich dem Reichöministerium zustehèll und von diesem geleitet werden müßte. Die badischen Puppen anbelangend, so sollen diese außerhalb des Bereiches ihres engeren Vaterlandes, wie man sagt, in Westphalen, reorganisirt werden. Ob die Bundes- scsinng Rastatt nach der nahe bevorstehenden Ueber- gabe oder Einnahme derselben gleichfalls ausschließlich mlich preußische Militärkräfte oder durch gemischte Bun- devtruppen besetzt werden dürfte, muß vorläufig noch cahln gestellt bleiben. Im Verlaufe des gestrigen Tages ist ein Transport von Kranken des hiesigen Li- nicnmilitärs, welches bekanntlich im badischen Seekreis stationirt, hier angekommen. (Fr. I)

Karlsruhe, 16. Juli. Ueber den jetzigen Com­mandanten in Rastatt, Tiedemann, sind die folger den Notizen vielleicht nicht ohne Interesse.

Der Sohn des berühmten Heidelberger Anato­men, war er in den zwanziger Jahren hier, spä­ter in Bruchsal Neiteroffizier. Ein Mann von Bildung, hatte er höhere Ideale als Pferde und die Flasche, hielt sich streng und pünktlich im Dienste, zog aber sonst den Umgang von Gesinnungsgenossen dem seiner Regimentskameraden vor. Auf diese Weise gerieth er bei dem Negimeute in eine mißliche Lage, ward von den anderen augefeindet, bekam spitze Reden zu hören, um ihn in Händel zu verwickeln," und so durch eine Reihe von Duellen aus dem Regiment hinauszuhauen". Tiedemannaber, von einer zähen Festigkeit des Charakters, welche seiner Familie eigen sein soll, hatte über den Zweikampf bestimmte Ansich­ten, an denen er unbeugsam und stets mit demselben Gleichmuth fcsthielt. So kam es endlich, daß er doch den Abschied nehmen mußte, oder vielmehr daß er ihn ungebeten, doch ehrenvoll erhielt. Der bald darauf in Griechenland ausgebrochene Kampf bot ihm einen neuen erwünschten Kreis der Thätigkeit. Vor seiner Abreise dahin soll Tiedemann denBadischen" Rache geschworen haben, und nach zwanzig Jahren bringt ihm die Zeit Gelegenheit, jene Rache in wahrlich vollem Maße zu üben. Der Commandant von Rastatt ist jetzt ein starker Vierziger, hoch und schlank von Gestalt, mit blon­dem Bart und ernstem Wesen. Mit einer Griechin ver- hcirathet, lebte er seit einigen Jahren wieder in der Heimath. (A. Z.)

Konstanz, 16. Juli. Die baierischn Truppen sind aus lleberlingen und Mörsburg wieder nach Lindau zurückgekehrt; zugleich haben sie auch ihr bei der Vor­hut des Neckarcorps, unter General v. Bechtold ste­hendes Bataillon, abberufen, welches vorerst nach Mannheim in Besatzung kommt. Die Würtemberger sollen jetzt ein Gleiches mit ihren, bei dem Corps be­findlichen Bataillonen des 4. und 8. Regiments, be­absichtigen. Laut Nachrichten vom 2. Bataillon des 2. Regiments, das zu Singen steht, traf Oberlieute­nant Scholl bei einer Recognoscirurg den linken Flü­gel der Vorhut in Stühlingen; die Recognoscirenden fanden in jener Gegend Alles ruhig und wurden von den Einwohnern friedlich und gut aufgenommen.

Dänemark.

Aarhuus, 14. Juli. Hier lebt man immer in der größten Spannung. Die Dänen haben sich größten- theils von Fridericia auf hier eingeschifft. Zwei Ka­nonenböte und ein Dampfschiff liegen beständig etwas nördlich von der Stadt. Die dänischen Vorposten stehen in Veilbye, eine halbe Meile nördlich von hier, und täglich werden wir alarmirt. Schon dreimal ist die Bagage aus der Stadt gewesen. Die preußischen Truppen sind auf hier und Skauderborg vertheilt und zusammen 11,000 Mann stark. Gestern Abend mußte die sämmtliche Bagage wieder aus der Stadt; das Militär erhielt Befehl, sich nicht zu Bette zu legen; die Feldpost, die Kriegskasse, die Intendantur, alles hat diese Nacht bet Vibye bivouaquirt. Gestern Abend um 11 Uhr fuhr der Bürgermeister Herz von hier ins dänische Lager.

I t Ä S L e n.

Rom, 8. Juli. (Mz. Z.) Täglich kommen Trup­pen und Geschütz an; 5 Kanonen sind auf dem Corso aufgepflanzt. Man erwartet tagtäglich eine päpstliche Regierungs;Kommission. Nächsten Sonntag wird ein Te Deum in der Peterskirche gesungen, um zu dan­ken . . . wofür? Die Aufregung hat äußerlich nach­gelassen. Doch weder Gemeine noch Offiziere finden einen, der mit ihnen spricht. Man will eine Ma­nifestation von Gensdarmen und der niedersten Volks­hefe veranstalten, die den Pabst hochleben lassen soll, um den Glauben zu verbreiten, das Volk wolle den Pabst. Als Mitglieder eines Kabinets nennt man Monsingor Corboli, Bussi und den Advokaten von Rossi.

Vom 9. Ein Befehl des Generals Oudinot ver­ordnet, die Fahne und das Wappen der Republik, so wie die phrygische Mütze zu entfernen. Der Gene­ral hat den Trasteverinern vorgeschlagen, sie an den Festungsbauten zu beschäftigen. Der Aufenthalt der Fremden in Rom ist sehr erschwert. Viterbe ist von 3000 Franzosen besetzt worden. Der Triumvir Ar- ' melliiii hat sich mit seiner Familie nach Marseille em- I geschifft. Der General Zamboni, der eingesperrt war, ist in Freiheit gesetzt worden. --Herr Latour d'Auvergne hat alle römischen Gckängnisse besucht, um dem General Oudinot einen Bericht abzustatten.