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der Inquisition. Dieser Römer betreibt seine Apostasie mit einer Schamlosigkeit, mit einem Fanatismus gegen . seine früheren Gesinnungsgenossen, die man nicht'häu­fig sieht. (N.D.Z.)

Triers 12. Juli. Dr. Grün sitzt noch immer in sehr strenger Haft, er darf sich nicht einmal das Essen von außen bringen lassen. Das Sprechlokal der Ge­fangenen ist mit einer neuen Einrichtung bedacht, | welche eine wahrhaft raffinirte Quälerei derselben zum ; Zweck hat. Der Gefangene und der Besuchende sind | durch einen 6 Fuß .breiten , mit dichten Drahtgittern ' umschlossenen Raum getrennt, in welchem sich der Auf- . seh er befindet. Man -male sich die Annehmlichkeiten einer solchen Unterhaltung aus! Gegen den Abge­ordneten Zell ist nun doch eine Untersuchung einge­leitet, obgleich er in Gotha war, weil er, nicht ganz so schamlos wie die übrigenbesten Männer", sich für die Oktroyirung wenigstens nicht demüthig bedanken wollte. .(.N.D.Z.)

Hamburg, 13. Juli. (B.-H.) Der heutige Vor- mittagszug bringt vom Kriegsschauplätze im Norden keine Nachricht von neuen Operationen. Einem Ge­rüchte zufolge soll Lieutenant Christiansen verhaftet worden sein, weil er von Verrath abseiten des Gene­rals v. Prittwitz gesprochen habe. In Schleswig soll der Befehl angekommen sein, Vorbereitungen zur ; Auswechselung der Gefangenen zu treffen. Wer die- i sen Befehl ausgestellt haben soll, wird nicht angegeben. Der Departementschef Harbou wird aus Berlin zurückerwartet.

Wien, 12. Juli. (N. D. Z.) Während die Wie­ner Standrechtsblätter sich in vornehmes Schweigen ] hüllen oder gar von Siegen und baldiger Beendigung des ungarischen Krieges träumen, gehen die Dinge in Ungarn von Tag zu Tag besser. Auf die große Nie­derlage der Kaiserlichen bei Acs folgte eine zweite Schlappe bei Mezö Eörs. Die kaiserlichen Truppen und die Russen fangen nach und nach an zu begreifen, daß man sie gegen einen Feind geführt hat, der nichts weniger als entmuthigt und feige ist, wie man na­mentlich den Russen einzureden bemüht war. Sie lernen allmälig die Heldenkraft der Magyaren kennen, sie lernen aber auch die Schrecknisse des Bodens ken­nen auf dem sie stehen, um für zwei absolute Herrscher ihr Blut zu verspritzen. Nach der Niederlage bei Acs ; ist kein Versuch mehr gemacht worden, die Ungarn in ihren festen Stellungen anzugreifen. Die Verluste wa­ren zu groß, die österreichischen und russischen Generäle werden es nicht zwei Male mehr wagen, ihre Leute in den offenen Tod zu jagen. Was Melden bei Somoni versuchte, das hat Hayn au vor Acs gethan. Er muß seinen Plan nun wohl aufgegeben haben, auf geradem Wege nach Ofen vorzudringen. Darauf deu­ten die Truppendislokationen, welche nach den neuesten Berichten vorgenommen wurden. Die russischen Offi­ziere haben bittere Klage geführt, daß man eben nur russische Truppen zum Sturme gegen die Schanzen verwendete. In Folge dieser Beschwerden wird ein Theil des 2. Armeekorps, welches auf der Insel Schütt steht, um Komorn einzuschließen, zur Hauptarmee ge­zogen werden. An dessen Stelle werden die Russen ihre verlassenen Positionen auf der Schüttinsel beziehen, ein Posten, welcher in diesem Momente freilich keine große Gefahr bietet, der aber nicht geheuer werden dürfte, wenn es wirklich wahr ist, daß die Ungarn ihre Streitkräfte aus den Bergstädten gezogen haben, um sich bei Neuhäusl zu conzentriren. Dort wurde Wohlgemuth im ersten Feldzug geschlagen, dort kann die Russen dasselbe Schicksal treffen. Das 1. Armeekorps scheint sich etwas nach rechts zu ziehen. Der Grund dieses Manövers liegt noch im Dunkeln. Die ungesunde Lage des öster.-russischen Lagers mag eine Dislokation der Truppen vor Allem nothwendig machen. Wenn das Schwert der Ungarn ruhig in der Scheide steckt, wenn ihre Kugel feiert im Rohre, kämpft das Klima ihrer Heimath und liefert dem Feinde furchtbare Schlachten. Wechselfieber nehmen auf furcht­bare Weise überhand, sie werden durch Cholera und Typhus abgelöst. Im offenen Felde, baar an jeder besseren Pflege, gehen die armen gehetzten Soldaten zu Grunde. Das Wasser an der Donau ist ungenieß­bar, aber selbst das schlechte Trinkwaffer ist nicht im Uebersiuß vorhanden. In den umliegenden Dörfern ist Alles wie ansgestorben, von Wein und Fleisch keine Spur. Die Viehheerden sind weit ins Land getrieben, sogar das Hausgeflügel wurde weggeschaft, der Wein ist längst in's ungarische Lager zu den geliebten Brü­dern geführt, dem Feinde ist die kahle Steppe über­lassen, wo er sich ein Grab aushöhlen mag. Schwer Erkrankte werden nach Raab und Prefiburg geführt. Kaum genesen, müssen sie weiter wandern in ferner- gelegene Spitäler bis nach Wien, Krems und Linz, um Nachkömmlingen Platz zu machen. Der Ungar findet aber in jeder Hütte des Landes freundliche Pflege, ihm fehlt keine Labung, er findet Wein im Ueberfluß, wenn ihm das Wasser nicht behagt. Die österreichische Armee bettelte bei denGutgesinnten" um Wein, und das ganze große, reiche, gutgesinnte Oesterreich hat seinen kämpfenden Söhnen nicht tausend Eimer zuge­führt. Das macht die Sympathie für die Regierung!! Der große Haß gegen das Haus Habsburg und seine Sache läßt den Vater hartherzig werden gegen den Sohn, der für Habsburg gezwungen in den Kampf geht. Nugent, der das Lager bei Pettau in Steyer­mark kommandirt, hat Marschordre bekommen. Er soll gegen Aulich ziehen, der sich am Plattensee ver-

eau m^ ?ugent kommandiren Polby, Rou- ^me Macht beträgt 12,000 Bauern s Nugent, der so oft von den Bauern d s Szalacker Komttats gejagt wurde Wir Der?"' /s ? ^" Aulich glücklicher ist.

Der Banus soll von Vetter bereits geschlagen sein. Stimmung" 7Z'7^ ""geben. Dies und dw schlechte T ^ 'n Kroatien, dem Lande seiner ?^ âkur, von ^ag zu Tag mehr kund gibt, hat ihn

Mannschaft näher zusammenzuziehen. Nick 1A8'?; ^ ^"' l«"° tapferen Kwâ 7 Hnuw laufen. Ueber Bem wissen wir Steht er bei Titl oder in Sie-

^01^ wieder zur Armee. Die Nach­richten vom Kriegs,chauplatz mögen ihn von diesem Vorhaben abgeschreckt haben. Er war Held, als die Truppen friedlich in Raab einzogen. Zwei Frauen, welche ihre Indignation über den heimwollenden Kö­nig von Ungarn nicht verbergen konnten und auf of­fener Straße vor demritterlichen" Kaiser ausgespieen ^" w"' wurden nachträglich vomwackern" Hattnau zu Ruthenftrelchen vernrtheilt. Sind wir denn wirk­lich lchon ganz und gar russisizirt?

Paßmandy soll gefangen sein.

Fürst Lob ko Witz starb an der Cholera.

Blilnyer Bruk ,oll von Italien abberufen wer­den, wo er einen so schlechten Unterhändler spielt.

jn Klattau ist das HusarenregimentPreußen" angefommen. Es zählt noch im Ganzen nur 300 ^ann. Die Andern waren alle nach Ungarn dcser- hrt. DieWiener Zeitung" jedoch erzählt noch immer, daß Husaren zu den Kaiserlichen übergehen. Und wenn's nur 10 Mann wären, man hätte sie durch alle Straßen Wiens geführt in größter Parade.

Beim Schlüsse^des Briefes kommt uns die wichtige Nachricht zu, daß Arad gefallen ist und sich den Ungarn ergeben hat. Die Nachricht ist verbürgt und sehr gewichtig.

Ungarn.

Die National-Zeitung sagt: Wiederum sind die Nachrichten von den Ereignissen auf dem ungarischen Kriegsschauplätze fast ohne alle Bedeutung, obschon die Stellung der gegenseitigen Armeen eine solche ist, daß eine noch länger anhaltende Verzögerung eines ent­scheidenden Zusammenstoßes fast ganz unerklärlich er­scheint. JDie ungarische Armee ist wie verschwunden und russische und österreichische Generale, wohl wissend, daß die Macht der Magyaren immer noch eine ganz bedeutende und augenblicklich zahlreicher als je ist, zer­brechen sich den Kopf über die Pläne des Feindes. So viel scheint gewiß, daß wie im vorigen Frühjahr die obere Theiß von Tokaj bis Szolnok, jetzt die untere Tbeiß von Szolnok bis Szegediu und Földwar und die großen Ebenen des Banats der Schauplatz des Kampfes werden wird. Dort ist nach neunmonatlicher Belagerung Arad endlich von den Ungarn unter Ge­neral Gaul erobert, so daß jetzt auch Temeswar bald folgen dürfte; dort hat Bem große Leermassen und noch größere Kricgsvorräthe gesammelt; dort endlich liegt Szegediu, der jetzige Sitz der Regierung, wel­cher das Debreczin des bevorstehenden Feldzuges wer­den soll. Zwar hauset der Banus noch immer in der Backa und soll sogar, wie die Agramer Zeitung mel­det, denhochmüthigen Nebeliengeneral" Bem, welcher ruchloser" Weise seine Operationslinie zu durchbrechen wagte, in den Niederungen von Bajso und Topolo jetzt so geschlagen haben,daß kein Mann übrig blieb;" aber der Banus hat sich genöthigt gesehen, nachdem die Ungarn ihn von Theresiopel aus angegriffen, sein Lager bei Sove zu verlassen, sich nach Titl, im äußer­sten Winkel der Donau und Theiß, zurückzuziehen und durch kolossale Verschanzungen sich gegen das feindliche Bombardement zu schützen. Statt Theresiopel zu neh­men, statt Teinesvar und Arad zu entsetzen, Ereig­nisse, welche derLloyd" und dieAgramer Zeitung" wenigstens schon zehnmal als vollbracht verkündeten mußte derstets Siegreiche" fast die ganze Backa wie­der aufgeben, und kann froh sein, wenn er aus der Mausefalle entkommt, worin er jetzt sich selbst einge­sperrt hat. In Pesth scheint man dieses wohl gewußt zu haben, denn sonst würde Kossuth gewiß nicht den Sitz der Regierung nach Szegedin verlegt haben, wenn vom Süden her eine ernstliche Gefahr drohen könnte.

Auch die russischen Siegesnachrichten" aus dem Nordwesten scheinen sehr übertrieben zu sein; ein Be­richt aus Nawes (an der mährisch-ungarischen Grenze) vom 8. b. Mts. meldet ausdrücklich, daß die Russen unerklärlicher Weise" in den oberen Komitaten noch immer unbeweglich stehen, weil man einen Durchbruch der Insurgenten nach Galizien fürchte. Hiernach wäre die vomLloyd" als bestimmt und dann als bestätigt gemeldete Besetzung der Bergstädte Kremmnitz, Schem- nitz rc. wiederum eine jener falschen Nachrichten, wo­ran in der letzten Zeit derLloyd" so reich war, daß wir es der Regierung nicht verdenken können, dies Blatt offiziell desavouirt zu haben.

Von der ungarischen Gränze, 10. Juli (Bresl. Ztg.) Trotz der glänzenden Erfolge, die uns in den offiziellen Dülletins von der Schlacht bei Acs mitge- theilt werden, kann ich Sie auf's Bestimmteste ver­sichern, daß die Schlappe eben so groß und bedeutend war, indem die Brigade Reischach bei dem Sturm auf O-Szony beinahe gänzlich aufgerieben wurde. Auch

d-e russische Division Paniutine soll bedeutend aeli'tten ^Verläü glaubwürdigen Versichern en w ' S $ W "Ganzen auf 3-4000 angegeben. Da- Tage/wâ^ 7 ^n Operationen seit einigen J , welche erst nach anlangender russischer Ver- Percre? soll -''?" Donauufer wieder beginnen sollen, sich Ä^Ä stabt und soll mit seinen Truppeneolonneu verpadifabirten rothen Thurmpaß besetzt halten.

©in Privatschreiben von der Armee theilt ein Wr- zerchnlß des Belagerungs-Materiales mit, welches bei Eomorn angekommen sein soll: 82 Stück Belaae- rungsgeichütz, darunter 30 vierundzwanzigpfündiae 20 achtzehnpfündige, 12 zwölfpfündige Kanonen und 20 sechszrgpfnnd.ge Mörser. Jede Kanone hat lOOO^a*

die Mörser 800; so daß an Schießbedarf bei X Zück vorhanden sind. Ferner 104 Bettungen, ^0-000 Pfahle für Schanzkörbe und Bettungen; 20,000 Stuck Raketen, 100,000 Stück Erdsäckr, 100,000 St. Faschinen - Würste. Zum Artilleriepark gehören noch 3000 neue Infanterie-Gewehre zur Aushülfe, 2000 Lanzen und 3,000,000 Musketenpatronen; 2 0 Bagage­wagen mit Pionier- und anderen Geräthen, 2 Feld- Und 2 stehende Schmieden, Pionier-Geräthe und Schneidwerkzeuge bei 10,000 Stück, ferner 400 Cu- l'llfuß Holz zu Rahmstücken bei den Minengängen- Aesten und Brunnen; 4000 Pallisaden, 400 spanische weiter, endlich Tau-Stricke, Schubkarren, Erdkörbe, Mmen und Laufgraben-Pumpen, Sägewerkzeug, Stück- pforten, Pontos-Equipagen u. vgl.

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Pans, 13. Juli. Der Moniteur bringt in seinem offiziellen Theile die Auflösung der 7. Legion der Pa- riser Nationalgarde. Die Maßregel ist durch die trau- rigeu Ereignisse am 13. Juni, welche eine Spaltung im Innern der Legion hervorgerufen, begründet. Zu­gleich stützt man sich auf die Entlassungsgesuche vieler Offiziere, weil eine Auflösung der Legion nöthig war. Schließlich wird bemerkt, daß genannte Legion in Folge des organischen Gesetzes über die Nationalgarde nächstens wieder hergestellt werden würde.

Die Verkündigung der Wahlen vor dem Stadt- hau;e hatte gestern nur wenig Neugierige hingelockt, und es waren fast mehr Soldaten als Zuschauer. Die 11 Kandidaten der Moderirten haben den Sieg davon getragen: ihnen folgen die 11 Kandidaten der So­zialisten , oder besser ausgevrückt der vereinigten Re­publikaner. Im Ganzen waren 373,800 Wähler in den Listen eingeschrieben, 234,588 nahmen Theil an der Wahl. 677 Stimmzettel wurden als unkonstitu­tionell nicht beachtet. 139,212 Wähler enthielten sich jeder Theilnahme am Wahlakt. Die Wahl einmal verkündigt, zogen die Truppen vom Stavthause ab und Alles gewann sein gewöhnliches Ansehen.

Den Debats zufolge soll die englische Flotte im Mittelmeere die Ordre erhalten haben nach der ita­lienischen Küste abzugehen.

In der Versammlungconseil détnt schlugen Montalembert und Bechard die Kautionserhöhung für die Journale bis auf 100,000 Fr. vor. Die Majo­rität bekämpfte diese Ansicht im Interesse des Preß­gesetzes, welches sonst Gegner finden könnte. Der Rapport des Gesetzes soll sicher den 16. Juli der le­gislativen Versammlung übergeben werden.

Das Evenement meint, man müsse den Römern die Freiheit lassen, zwischen dem Pabst und der Re­publik zu wählen. Das französische Cabinet könnte sicher darauf rechnen, daß der gesunde Sinn des- mischen Volkes Pius IX. würde Gerechtigkeit wider­fahren lassen; fürchte es jedoch die Wahl der Republik und lasse daher dem Volke keine Entscheidung, so sei dadurch seine Politik vernrtheilt, denn die Expedition wäre ja unter dem Vorgeben unternommen worden, eine Minorität von Aufwieglern zu verdrängen. Das Evenement kündigt zu gleicher Zeit der Majori­tät der Versammlung seinen Gehorsam auf.

Der Corsaire sagt heute, Odilon-Barrot habe gegen die Urlaubskommission erklärt, die Vertagung für einige Zeit wäre sehr gut; das Aufhören der politi­schen Deklamationen wäre nothwendig für das allge­meine Wohl. Auch müsse die erecutive Gewalt, in welche die Majorität ihr Vertrauen gesetzt, mit einer so geringen Aufsicht, als möglich, die römische Ange­legenheit ordnen. Die Majorität ist nicht dieser An­sicht; sie will nicht Hrn. Dufaure und den konstitu­tionellen Zirkel allein die römische Angelegenheit erle­digen lassen. Auch will man baldmöglichst die für 1850 aufgehobene Steuer auf die Getränke rc. wieder einführen.

Der National wundert sich, daß die Freude der moderirten Journale nicht noch bacchantischer ist wegen des errungenen Sieges; sollten sie vielleicht eingesehen haben, daß kein Grund zum Frohlocken vorhanden ist? Uebrigens war es unsere Aufgabe nicht", sagt genann­tes Blatt,einen ober mehrere Kandidaten unserer Partei in die Legislative eintreten zu lassen; wir woll­ten nur eine große Anzahl von Stimmen sammeln, was an sich schon eine imposante Manifestation ist; denn wäre es uns auch gelungen, 11 Kandidaten un­serer Liste wählen zu lassen, so wäre das numerfiche