Einzelbild herunterladen
 

ben seiner Zeit ebenfallsden Umständen gemäß nach > Aussprache des P-«-s-r Wrangels - zu handeln wissen. - Der Verkauf der jungen ,n den Straßen von Paris ist mit dem 6. wirklich unterdrückt

Das Pariser Journalla repubhpue tragt seit ^iaen Tagen die Worte des früheren Kammer-Oppo- sltlons-Gll'edes, jetzigen Werkzeuges der europäischen Reaktion, Odilon-Barrot, gleichsam als Stimme des Rufenden in der Wüste, an seiner Spitze, welche das­selbe im Jahre 1832, als über den Belagerungszu­stand discutirt wurde, ausgesprochen hat:

Der Belagerungszustand, außer in Kriegszeiten ist eine Lüge. Er ist ein Mittel der Hinterlist, Angeklagte ihren natürlichen Richtern zu ent­ziehen, sowie das öffentliche Urtheil durch in einem gewissen Auftrage urtheilende Creaturen zu berücken."

Der in Paris brodelnde Herenkessel, legislative Kammer genannt, hat am 6. d. die neue Geschäfts­ordnung zu Stande gebracht. Dasselbe ist die roheste Usurpation des Rechtes des Stärkern; die schmählichste Unterdrückung des Schwächern; es gibt dem Präsiden­ten die schnödeste Gewalt, einem Redner das Wort zu entziehen, sobald er gegen das Ministerium auftritt; es ist mit einem Worte die vollständige Hintansetzung des Rechtes und der Gerechtigkeit die allen Parteien zustehen. Ein Amendement zu diesem parlamentari­schen Willkürgesetze von Pierre Lerour zur Revision desselben nach einjähriger Erprobung konnte nicht ein­mal durchdringen. Der stolze Uebermuth der Majori­tät wähnt sich unfehlbar ein Conzil.

Seit einigen Tagen sind die Straßenecken von Paris mit Anschlagszetteln wie übersäet. Dieselben gehen von den versteckten Royalisten aus, tragen aber falsche Unterschriften von Chefs der demokratisch-sozia­listischen Partei und sind darauf berechnet, den Samen der Zwietracht in diese Partei zu streuen, um für sich günstige Ersatzwahlresultate zu erlangen.

Paris, 8. Juli. (Mz. Ztg.) (Telegraph. Depesche. ) Marseille, 7. Juli, 10 Uhr Morgens. Der Adju­tant des Generals Ondmot hat mir czcsagt, daß Ga­ribaldi mit 5 6000 Mann den 3. Rom verlassen und sich, wie man glaubt, gegen Terracina gewendet hat. Die erste Division der Erpeditionsarmee ist den 4. abgereist, um ihn zu verfolgen. Der General- Kommundant der 7. Militärdivision an den Kriegs­minister.

Ueber die Maßregeln, welche die Regierung in Bezug auf Rom fassen will, verlautet nichts Bestimm­tes. Die kursirenden Gerüchte sind ;o widersprechend, daß wir sie unmöglich mittheilen können.

Das Unterrichtsgesetz schreitet in der Kommission nur langsam vorwärts. Eine bedeutende Veränderung zu Gunsten der geistlichen Orden ist eingeführt worden. Statt eines Titels als Bacheliers ès leUres (Abitu­rientenzeugniß) bedarf der Geistliche, um eine Schule zu gründen, eines einfachen Obedienzscheines, von einem Superior ausgestellt.

Combarel de Leyval wird morgen seinen Bericht über das neue Preßgesetz abstatten; dasselbe wwo Don­nerstag zur Berathung kommen und den neuen Sitzungs­saal einweihen.

Der Moniteur bringt die Ernennung von Drouyn de Lhuys als außerordentlichen Gesandten in England.

Die Ernennung Lamoricieres zum Gesandten in Petersburg wird heute von der Assemblee Nationale bestätigt. Er habe diesen Platz gewünscht und habe seine Abreise nur verzögert, um zu erfahren, wie er in Petersburg würde ausgenommen werden. Der Na­tional hingegen meldet, er hätte formell jeden Platz in der Diplomatie ausgeschlagen, weil er das befolgte System mißbillige.

Das ©iècle' melbet, daß ein Polizeiagent die Ordre erhalten hat, sich in der Loge der Repräsentanten stets bereit zu halten.

Der Ministerrath ist heute Morgen versammelt, und man erwartet stündlich einen ausführlichen Bericht über die römische Angelegenheit seit dem 30. Juni. Es ist auffallend, daß wir fast ohne Nachrichten blei­ben; entweder war Oudinot mit der Feder zu karg,

oder das Ministerium fand es für gerathen, unter den obwaltenden schwierigen Umständen nur das Nothwen- digste initzutheilen.

S ch w e i z.

Die Schweiz,der Heerd der europäischen Revo­lution", wie man sie in Berlin zu nennen pflegt, wird nachgerade aufmerksam auf die preußischen Pläne. Noch beobachtet der Bundesrath ein zurückhaltendes Still­schweigen, aber in den Blättern beginnt der schweize­rische Freiheitsgeist laut zu werden. Die in Basel er­scheinende schweizerische Nationalzeitung bespricht die Aussicht auf einen Konflikt mit Preußenohne Furcht vor den hohenzollerischen Nadelgewehren". Auch bei dem eidgenössischen Schützenfeste kam die preußische Frage auf die Tagesordnung, und ein Redner brachte ein Hoch ans aus das schweizerische Gaisbüblein, das einst dem Fremden aus die Frage, was dies für ein Hügel sei, antworten werde:der Preußenhügel." Der ungarische Gesandte, Graf Draskovies, gewinnt in Bern die Theilnahme und Liebe des Volkes täglich mehr. Die Art wie dieser warmherzige, offene Mann den Bundespräsidenten Furrer sein Beglanbigungs- schreiben überreichte, stach sehr von dem verbrämten Betragen sonstiger Gesandten ab. Er trat ohne Um­stände mit einem kurzen traulichen Nicken des Hauptes zu dem Bundespräsidenten, bot ihin herzlich die Hand und sagte einfach:Guten Morgen Herr Präsident! Ich bringe Ihnen ein Gruß von Kossuth und einen Brief von ihm."

Schaffhausen, 6 Juli. Die heute Morgen ein- gekommeneu Berichte aus bem Badischen sprechen von neuem Widerstand, den die Badenser im Schwarzwald leisten wollen. Die Artillerie ist im Himmelreich u.id im Höllenthal, ein paar Stunden von Freiburg, in Batterien ausgefallen und verschanzt sich dort. Der ganze Halbkreis von dort bis Donaueschingen ist von den Badensern unter der Anführung Sigels besetzt; auch in Lenzkirch werden Schanzen aufgeworfen, um dem Feind jeden Fuß breit Laub streitig zu machen. In den angränzenben badischen Gemeinden sind heute Morgen neue Aufgebote an die Truppen und Volkö- wehr erlassen worden. Merkwürdig ist es, wie trotz den erlittenen Niederlagen, das badische Volk, in sei­ner großen Mehrheit, noch mit einem ungemeinen En­thusiasmus an der Sache der Freiheit hängt; nur wer diese Leute sieht und hört, kann sich einen Begriff da­von machen. Auch die Flüchtlinge, welche ich gesehen und gesprochen, sind, mit wenigen Ausnahmen, durch­aus nicht niedergeschlagen. Ihre Niederlage schreiben sie den: Verrathe mehrerer ihrer Führer, der Würtember­ger re. zu.

Italien.

Venedig, 25. Juni. (Mz. Ztg.) Die Stadt wider­steht tapfer. Die Oesterreicher erleiden viele Verluste.

S ch § e s w i g - H o è st e r u.

Hadersleben, 7 Juli. Der gestrige Tag ist für I unsere Armee keineswegs ein glücklicher gewesen. Die Dänen, die ihre ganze mobile Macht, soweit sie aus Infanterie besteht, in Frideriria zilfammengezogen hat­ten, machten mit dieser in der Nächt von vorgestern auf gestern einen Ausfall. Unsere zweite Brigade, be- stehend aus dem 5., 6., 7. Bataillon und aus dem 4. Jagerkorps, hatten die Vorposten und hielten sich rwch so lange wie irgend möglich gegen die ungeheure Ueber- macht; Offiziere versichern, daß die Dänen 18 bis 20 Bataillone in den Kamps geführt hatten. Nach und nach kamen mehrere unserer Bataillone hinzu, allein die Uebermacht war zu groß, und nach hartnäckigem Kamp sc waren die Unsrigen gezwungen, ihre Stellung $u verlassen und sich^großenthecks nach Veile, zum Theil nach Kolding hin zurückzuziehen. Das Gesecht, das von Nachts 1 Uhr bis nach 10 Uhr Vormittags ge­dauert , hat viele Opfer gekostet, aber die Bravonr unserer Truppen aufs Neue bestätigt. Am meisten ausgezeichnet haben sich, so weit man hier vernommen, das 4. Jagerkorps und das 6. Bataillon, die auch am meisten gelitten haben; am wenigsten haben verloren das I. Jagerkorps und das 9. Bataillon, welche den geringsten Antheil an dem Gefecht genommen haben. Unser Verlust ist groß, er mag leicht auf 1200 (?)

Mann angeschlagen werden können, wenn alle Leicht­verwundeten und Vermißten mitgezählt werden, und leider ist Mancher verwundet in die Hände der Dänen gefallen; allein der Verlust der Dänen ist gleich­falls sehr bedeutend, und schwerlich geringer als der Unsrige. Der Major Thalbitzer vom 6 Ba­taillon soll todt, außerdem ein Stabsoffizier verwun­det sein; die Zahl der verwundeten Offiziere, so wie die der verlornen Kanonen, habe ich noch nicht in Erfahrung bringen können. Die Vorposten der Dä­nen stehen jetzt von Norre-Viert bis nach Tanlov- Mühle, doch werden sie schwerlich lange dort stehen bleiben. Es rückten heute Morgen von hier aus ein Bataillon Kurhessen und ein Bataillon Altenburger; es ziehen fortwährend Hannoveraner hier durch. Man will heute Morgen wieder Schießen gehört ha­ben. (H. N.)

Schleswig-Holstein, 8. Juli. (Fr. I.) Mit ge­spannter Erwartung sahen wir den heutigen Nachrich­ten aus Jütland entgegen, indem wir nach den gestern Abend eingegangenen Nachrichten zu der freudige» Hoff- nung berechtigt waren, daß unsere Armee vor Frive- ricia nun mit dem Bombardement der Fcstnng in ernsterer Weise fortfahren werde, um dadurch den Aus­fall der Dänen einigermaßen zu rächen. Statt dessen aber vernahmen wir, daß die günstigen Berichte von gestern Abend jeves wahren Grundes entbehrten und so $u sagen nur aus der Luft gegriffen waren; hin­gegen die gestern Morgen hier angelangten Nachrich­ten , die von einer Vernichtung unserer Armee vor frideriria Meldung brachten, leider nur zu wahr wa­ren. Ja wohl! unser schönes Heer ist so gut wie aufgerieben, und seine Trümmer sind cs nur noch, die bei Gudsoe stehen. Seine Artillerie, sein ganzes Lager ist der Dänen Beute geworden; der Dänen, die von Deutschen geschont wurden, damit sie der schleswig- holstelnifchen Jugend auf den Feldern vor frideriria den Untergang bereiten, damit sie die Kraft der Her- zogthümer lahmen, auf daß sie sich nicht erheben kön­nen gegen einen Frieden, der sie auf's Neue unter Dänemarks Joch bringt und Deutschlands Ehre preisgibt.

Das Nyesche Corps war bestimmt, die Blüthe un­seres Landes zu zerstören, den Kampfesmuth seiner Einwohner zu brechen; deshalb ließ man es ganz ruhig aus Jütland abziehen; deshalb gefährdete man seinen Rückzug nicht. O, der Plan ist sein gesponnen; aber diese blutige Saat wird einst noch blutigere Früchte tragen! Die Manen der Schleswig-Holst in er, die auf den Schlachtfeldern von frideriria dieser Politik ge­opfert wurden, diese werden die Urheber dieser Poli­tik wie Furien verfolgen Sieben Stunden kampf- ten mit muffiger Todesverachtung die Unsrigen gegen 20,000 Mann Dänen, die aus der Festung gegen sie heranrücktcn, und gegen die Batterien von Striib, auf Hülfe Hoffeno, die aber auSblieb, weil den SchleS- wig-Holstcinern zu hel fcn nicht im Plaue dieses Feld­zuges liegt. Das schöne vierte JägcrkorpS wurde end­lich auseinander gesprengt und der Rückzug mußte angetreten werden, alles Kriegsmaterial den feinden überlassend.

Die Führer, d. h. alle Offiziere des 4. Infan­terie -Bataillons, fanden theils hier den Heldentod, theils in Lazaretten eine Aufnahme, und der muthige Lieutenant Christiansen, der im Leben den Dänen manchen Schäden zugefügt, und manchem von ihnen daö Lebenslicht ausgeblasen hat, hat diese seine Tae- tik noch im Tode bewährt. Ein zweiter Simson, troll­te er mit den Philistern zugleich sterben und sprengte sich mit seiner Schanze in die Luft, welche Helden- tpat noch vielen Dänen daS Leben kostete.

Was thut Prittwitz nun? Jetzt, da daS schleswig- Holsteinische Heer fast aufgerieben und vernichtet ist, jetzt sendet der preußische General ihm Reichs- truppen. Bayern, Hannoveraner, K »ehesten und noch andere sollen nun zu ihm stoßen. Wäre dies früher geschehen, das dänische Heer bestände nicht mehr und Schleswig-Holstein blutete nicht aus tausend Wunden; die Eltern jammerten nicht nach ihren Söhnen, die Schwestern weinten nicht um ihre Brüder, die Bräute j nicht um ihre Verlobten; viele Kinder hätten noch ihre Väter und viele Frauen ihre Mânner!

Bllantwortlichec Redakleu,: I Oppermann.

Bekanntmachungen.

(812) Peter Rosenbach von Niederlahnstein ist Willens, mit Familie nach Amerika aus- zuwandern.

Braubach den 5. Juli 1849. Herzogs Raff. Amt.

B r u nne t.

(302) In dem Hause der H. W. Nrtter'schen Buchhandlung ist der zweite und dritte Stock zu verrnietben und sogleich zu beziehen.

S>cl)uMatt für Maffstu»

Die erste Nummer des 2tcii Semesters ist bereits erschienen und bitten wir Bestellungen baldigst an die betreffenden Poststellen gelangen zu lasten.

(817) Buchhandlung von ^ö . j^'ö^4^^#^ in Wiesbaden.

(808) ^ür Auswanderer

empfehle id; meinen Gasthof zum Vater Rhein in Cvln unter einer stets reellen und billigen Bedienung auf's beste.

P. Schupp, Buttermarkt Nro. 46.

Großes Scheiden schießen

zu Nastätten, auf nächsten Sonntag den 15. Juli, Anfang Mittags 1 Uhr, wozu Jedermann und besonders die Bürgerwehrmannschaften cinladet

(815) der Hauptmann daselbst.

(816) Ein weißes Spitzen-Taschentuch, gcz. K. 8., ist am Sonntag Abend, am Theater­platz verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, solches gegen eine Belohnung an die Erpedition dieses Blattes abzugeben.

(813) Von meiner Reise nach Bayern bin ich heute wohlbehalten zuriickgckchrt; dies zur Beruhigung meiner Freunde. Zugleich em­pfehle ich mich mit

ächtem bayerischem Vier per Flasche 9 kr.

1848r Wein per Schoppen . . . 4 fr.

Miltagstisch, in und außer dem Hause 18 fr.

Wiesbaden den 1 i. Juli 1819.

Johann Beck, im Gasthaus zum Karpfen.

(803) Nerostraße Nr. 24 ist Efelömilch zu haben.

Druck und Verlag der E. Ritter'schen Buchdruckerei.