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von dem der Kaiser noch immer den Titel führt. Fast scheint es, als wäre der verzweifelte Marsch der öster­reichisch-russischen Armee auf das nicht zu vertheidi­gende Raab mit Preisgebung der Positionen an den Flügeln nichts als eine Finanz-Operation! Man will der Welt zurufen können, wir rücken vor, wir werden Ungarn bald in Händen haben, nehmt unsere Aktien! Darum ruft auch das Blatt der preußischen Geldmänner, die Hansemann'sche Coust. Ztg.: Finis Hungariae, die Kaiserlichen haben Raab. Lächerlich, die Kaiserlichen können sogar Pesth haben, hatten sie es doch schon einmal, und Ungarn war nicht verloren. O die Ungarn sind schlau, sie ziehen den Krieg in die Länge und besiegen Oesterreich durch Geldmangel. Nicht umsonst ist Kossuth Finanzminister. (St. Beob.)

Wien, 1. Juli. (N. O.-Z.) Der hinkende Bote vom Kriegsschauplätze ist schon angelangt und erzählt uns schauerliche Nachrichten, welche die bei Raab er­rungenen Erfolge mindestens paralysiren. Die Russen sollen außerhalb Epenes, gegen Kaschau zu, von Dem­binski tüchtig zusammengebeutelt worden sein und sich wieder zurückgezogen haben. Nach dem österreichischen Korrespondenten haben sie gesiegt, jedoch mit einem Verlust von 3000 Mann. Bei Titel soll der Bau eine arge Schlappe erlitten haben und St. Thomas von den Magyaren reokkupirt sein. Reisende aus Pesth fürchten für die Oesterreicher selbst bei Raab, sie sollen in einen Keil gedrängt sein, aus welchem sie sich nur mit großen Verluste wieder herauswickeln fehln teil. Die Flucht der Magyaren auf allen Seiten war also eine planmäßige, so was man sagt eine Maus­falle, und ich hatte recht, als ich Ihnen schrieb: ich fürchte, so lange die magyarischen Heerführer Bem, Dembinski und Gorgey noch am Leben und auf un­garischem Boden, ist die magyarische Sache nicht ver­loren:

Wren, 3. Juli. In Prcßburg sollen der Prinz Joinville und der Herzog von 91 u m a I e angekom- men und ersterer gesonnen sein, in österreichische Dienste zu treten Er wird deßhalb dem Kaiser nach Raab nachreisi».

Kraft erhaltenen Auftrages vom Miliar- und Civil- Gouvccuemeut, verbietet die Stadthauptmannschaft in der heutigen Wiener Zeitung die Feier der sonst üblichen Volksbelustigung des Brigittenkirchtages.

Pole II.

Krakau, 29. Juni. Bei Neumarkt und an anderen Orten, wo die Russen einige Zeit bivouakirt haben, ist durch sie in einem Halbmesser von anderthalb Mei­len alles Getreide von Grund aus vernichtet und zer­stört worden. Dieser Umstand ist dem galizischen Bauer nicht angenehm, und sie mögen hie und da nichts vom Landsturm wissen; sie glauben den schönen Worten der k. k. Beamten nicht, welche sie früher für Halbgötter gehalten; sie fürchten die Ungarn und sa­

gen es offen:Wenn die Magyaren zu uns kommen, so werden wir gegen sie die Waffen nicht ergreifen, denn sonst würden sie unsere Dörfer von Grund aus zerstören. Verhalten wir uns aber freundlich, so kön­nen sie uns gar nichts Schlechtes anthun. Ist der Kaiser und seine Soldaten zu schwach, was können denn wir arme Leute machen? Zwingt man uns aber von Seiten der Kreisämter, die Waffen zu ergreifen, so laufen wir bei erster Gelegenheit auseinander."

Republik Frankreich.

Paris, 3. Juli. (M.Z) Das Bombardement Roms ist eine Thatsache, deren sich die Machthaber schämen. Die Abendzeitungen brachten gestern eine Protestation der in Nom anwesenden Konsuln gegen die Beschie­ßung Roms Tag und Nacht hindurch. Das Verfah­ren setze nicht nur das Leben und den Besitz der neu­tralen Bewohner in Gefahr, sondern auch das Leben unschuldiger Frauen und Kinder. Der General erwi­derte darauf, die Instruktionen seiner Negierung lau­teten dahin , keinen Widerstand zu beachten und ohne Verzug sich Noms zu bemächtigen. Das Bombarde­ment ziehe natürlich die Zerstörung von Monumeteu nach sich. Das sei zu bedauern, doch nicht den Fran­zosen zur Last zu legen. Oudiuot räumt also das Bombardement und die Zerstörung von Monumenten ein. Der Gesandte Eorcelles schreibt nun dem Mi­nister, dies wäre nicht wahr. So sehen wir Eorcel­les und Oudinot in Hader. Nneinigigkeit herrscht auch zwischen dem General und seinen Offizieren. Bedeau ist mit bedeutenden Vollmachten abgegangen. Diese können ihn jedoch ebenso wenig vor einer späteren Un­gnade schützen, als die Abschiedsworte Louis Napole- ons Hru. Lesseps schützten:Gehen Sie nach Rom. Meine Sympathien sind den Römern zugethan, an meiner Seite fiel mein Bruder, als wir für die Frei­heit Italiens kämpften."

Herr Tocqueville hat, sicheren Nachrichten zufolge, dem österreichischen Gesanvten eine Note übergeben las­sen, worin derselbe zur Mäßigung in seinen Forde­rungen gegen Piemont, das sich unter Frankreichs Schutz gestellt hat, auffordert. Die Note soll ruhig jedoch energisch abgefaßt sein.

Die Literatur liegt jetzt ganz darnieder; der Buch­handel ist todt, und selbst Lamartine zieht das Publi­kum nicht mehr an.

Guizot hat seine Muße in England benutzt, um die Geschichte der englischen Revolution zu vollenden. Mit diesen beiden letzten Bänden werden die beiden ersten in einer neuen Ausgabe, von einer allgemeinen Einleitung begleitet, erscheinen. Die neuen Bände werden die Geschichte Cromwells und der englischen Republik enthalten. Seine Arbeit wurde ihm mit 40,000 Frs. bezahl.

Paris, 4. Juli. (Mz. Z.) Die römische Depesche beschäftigt natürlich die heutige Presse. Rom hat sich

brav geschlagen, doch der Mangel an Lebensmittel" und die Unmöglichkeit, einer Nation von 36 Millio­nen zu widerstehen, zwang die Konstituente sich auf Unterhandlungen einzulassen. Dafür bewerfen die mo- derirten Journale Nom mit Schmutz. Banditen sind die heldenmüthigen Vertheidiger.! ! Die^.Nachrichten über den inneren Zustand Roms sind zuZwiderspre­chend, um ein nur ziemlich sicheres Besinne zu geben. Sturbini und Bonaparte wollten Garibaldi mit der militärischen Diktatur bekleiden, um Mazzini ein Ge­gengewicht zu bieten. Eine Tagesordnung soll diesen Gegenstand in der Konstituente ^beseitigt haben.

Eine Depesche eilte gestern Bedeau nach und soll seine Vollmachten modifizirt haben. Frankreich, heißt es in der Kammer, will Rom besetzen und diploma­tische Unterhandlungen sollen das Weitere bestimmen.

Rom ist in den Händen der Franzosen! Die Oest­reicher wollen auch einrücken. Bedeau soll mit Radetzky direkt unterhandeln. Oesterreich will sich Frankreichs Einfluß widersetzen. Der Streit zwischen Frankreich und Oesterreich, der nothwendig sich erheben muß, wird mit dem Schwerte entschieden werden, denn sonst erklärten sich nicht die fortwährenden Anhäufungen der französischen Truppen.

Paris, 4. Juli. Ein englisches Journal ist zu 500 Pfund Sterling verurteilt worden, weil es ge­äußert: Herzog Karl sei von Braunschweig wegen seiner Tyrannei verjagt worden. Herzog Karl hat Geld nöthig!

Als Boichot den 10. Mai nach Vinzennes abge­führt werden sollte, widersetzten sich einige Soldaten der Abfahrt des Wagens vor der Kaserne.- Vier der­selben sind zum Tode verurteilt.

Am e r i k a.

Das Britische und Nord-Amerikanische Post Dampf­schiffEuropa" ist am 2. Juli im Hafen von Liverpool angekommen. Mit Ausnahme der Todesnachricht des Er -Präsidenden Polk bieten die Nachrichten aus den Vereinigten Staaten durchaus kein Interesse dar.

Wie vor Kurzem das SchiffLepiugtou", so bringt jetzt wiederum dieEuropa" Nachrichten von der An­kunft einer halben Million Dollars aus Kalifornien.

Aus Canada sind die Nachrichten ohne Interesse. Die bei Weitem wichtigste Nachricht ist folgende: Die Europa" rannte auf ihrer Heimfahrt gegen die Brigg Charles Bartlett, die von,London nach New-Aork fuhr. Es kamen 135 Personen um und nur wenige konnten gerettet werden. Unter diesen Letzter,! aber befinden sich folgende Deutsche: Daniel Garteman, Joh. Ticken, Wilh. Barlag, sämmtlich Zuckerbäcker, P. Reity, Schnei­der, und Heinrich Stodola, Bäcker. DieEuropa" litt nur unbedeutend.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Danksagung.

(805) Allen, welche die Leiche unsers innigst geliebten Kindes zu seiner letzten Ruhestätte mit so aufrichtiger Theilnahme begleiteten, drücken wir hiermit unsern herzlichsten Dank aus.

Einen schmerzlich freundlichen Anblick gewährte uns die zahlreiche Begleitung von seinen Mitschülerinen und jungem Gcspielinen; und tiefergreifend, doch auch sanft beruhigend, er­tönte der vierstimmige Trauergesang an der Gruft in das verwundete Elternherz. Allen un­sern innigsten Dank. Die trauernden Eltern

H. Matern.

Charlotte Matern.

Central Verein für Auswanderung conftituirt mit Genehmigung und unter dem Schutze einer hohen Staatsregierung.

(795) Wir erpediren vorzügliche gekupferte Dreimasterschiffe erster Elasse:

von Antwerpen nach New-Aork am 10, 25. und 30. jed. Mon.

Havre ! äber Rotterdam , nach New-Aork am 5., 15. u. 25. jed. Mon.

" I per Dampfboot bis Havre > ,

Rotterdam nach New-Aork am 5., 15. und 25. jeden Monats,

Bremen nach New-Aork, Baltimore und Philadelphia am 1. u. 15. jed. Mon.,

nach New-Orleans am 15. August,

nach Galveston in Teras am 15. September,

Hamburg nach New-Aork am 1. und 15. jeden Monats.

Die Preiße sind auf's billigste von den verschiedenen Sammelplätzen ab, inclusive aller Beförderungskosten und deö amerikanischen Kopfgeldes gestellt. Der Prospectus, sowie nähere Auskunft sind in unserem Geschäftslokalc, Friedrich-Wllhelmstraßc Nro. 6 und 8, sowie bei unsern sämmtlichen Agenten zu haben.

Köln im Juni 1849. Der Centralvercin für Auswanderung:

,S. S§M<ltT. </»» Tremery. S^jiegelth« f.

Unter Bezugnahme auf das Vorstehende, erklären sich zur Abschließung von Ueberfahrt- Verträgen bereit

Wiesbaden und Biebrich am 1 Juli 1849.

f. SS9. i*«sebi<r, « ®ie>^e»ä&ffcA,

in Wiesbaden. in Biebrich.^

Nähere Auskunft ertheilen die Herren H. Schlachter in Diez, P. I. Hammerschlag in Limburg, H. Reinewald in Kirberg, L. Ebertz in Idstein und Peter Heil in Nastätten.

(762) In der H. W. Nitter'schen Buchhandlung ist zu haben:

K^M^ Dâs Dresdener Blutbad.

Oder des Volkes Erhebung und Fall.

Eine treue Schilderung des Volkskampfes

zn Dresden im Mai 1849.

Von einem Augenzeugen. Preis 2 Ngr.

Marktanlegung.

Nachdem die Herzogliche Landesregierung die Genehmigung zur Errichtung dreier neuen Viehmärkte in der hiesigen Stadt ertheil! hat, so wird die Abhaltung derselben mit den bereits bestchenden Vieh- und Krämermärkten in der hierunter folgenden Ordnung zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Die Märkte finden Statt:

der erste auf Petntag, 22. Februar, lediglich Viehmarkt;

der zweite am Dienstag nach Ostern, Vieh- und Krämermarkt;

der dritte am zweiten Dienstag vor Johanni, Vieh- und Krämermarkt;

der vierte am ersten Dienstag im October, lediglich Viehmarkt;

der fünfte am Dienstag vor Martini, Vieh- zunächst Schweine- und Krämermarkt; der sechste am Dienstag vor dem Adventssonntag, lediglich Vieh- insbesondere Schweinemarkt.

Langenschwalbach, den 25. Juni 1849.

Herzoglich Nassauisches Amt

Winter.

(197) Fliedner Hs Comp. in New-Aork empfehlen allen deutschen Aus­wanderern, insbesondere den Kajüten» und Stecrage - Passagieren, ihren neu eingerichteten Gasthof zum ^reemrèeBe. Bremse , Greenwich Straße Nro. 82, nahe am North River. Bei den vielen Prellereien, denen so manche deutsche Emigranten in den hiesigen Gasthöfen ausgesetzt sind, kann es Jenen nur erwünscht sein, nach einer langen, beschwerlichen Seereise einen soliden Gast­hof zu finden. Wir bitten über unsere Realität und gute Bedienung bei der uns schräg gegenüber stehenden Agentur der deutschen Gesellschaft Nro. 95 Erkundigung einzuziehen, und keinem Makler Gehör zu schenken, da wir solche nicht unterhalten.

New-Aork, den 24. November 1848.

. FZifdiier ^* Comp.

(302) In dem Hause der H. W. Nitter'schen Buchhandlung ist der zweite und dritte Stock zu vermiethen und sogleich zn beziehen.

Ausländische Vögel.

(804) Sieben verschiedene Sorten nebst 4 sprechende Cacadu sind im Gasthaus jum Goldenen Schwanen bis zum Sonntag Abend zu verkaufen.

(803) Nerostraße Nr. 24 ist EsclSmilch zu haben.

(806) Ein zweistöckiges Wohnhaus in der schönsten Lage der Stadt ist wegen Wohn­ortsveränderung billig zu verkaufen. Näheres in der Erped. d. Bl.

(807) Zwei neue Glasschränke sind billig zu verkaufen, am Kranz Nro. 5.

Druck und Verlag der E. Nitter'schen Buchdruckern.