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schäftigte. Während dies die magyarische Reiterei mit großer Herzhaftigkeit verrichtete, fingen die Serbianer und Grenzer an ow Redouten zu übersteigen und woll­ten der fliehenden feindlichen Kavallerie nachsetzen, von welchem Unternehmen sie jedoch Knicanin zurückhielt, da seine Absicht blos dahin ging, sich defensiv zu ver­halten und jeden Angriff seinerseits zu vermeiden. Nachdem die feindliche Cavallerietruppen die Todten fortgeschafft hatten, begann auch die Infanterie der Magyaren zu weichen und Knicanin gab hierauf einem Theile seiner Truppen den Befehl, die Verschanzungen zu verlassen, die Vorposten zu beziehen und die fer­neren Bewegungen ^des Feindes zu beobachten. So endete dieser Angriff auf Vilovo nach 9 Uhr mit großem Blutvergießen. Die andern Lager hatten nicht so viel zu thun, zwischen Perlas und Titel wahrte jedoch der Kanonendonner bis spät in die Nacht. Die serbischen Truppen sind begeistert und brennen vor Kampfgier. Aus Essegg berichtet man, daß General Neustädter mit 10 Bataillons Infanterie , 2 Escadronen Eavallerie und 3 Batterien die Donau und Drave besetzt halte, um den Magyaren den Ueber- gang zu wehren. Nach der Baranja wurden 3 Ba­taillons, 2 Escadronen und 9 Kanonen entsendet, um Fünfkirchen, Darda n. s. w. im Zaume zu halten. Am kroatischen Drave-Cordon ist es wieder ruhig ge­worden, auch ist F. M. L. Dahlen aus Warasdin bereits nach Agram zurückgekehrt.

Dole n.

Krakau, 5. Juni. (B. Z.) Samstag, den 2. Juni, rückte die in Galizien sich befindende rus­sische T r u p p e n m a ch t auf allen Punkten, wo sie in Lagern bivouakirtc, als bei Jordaunow, Sypt- kowice, Dukla re., in einer Anzahl von 150,000 (?) Mann über die Karpathen ins Ungarland ein. Dieser Befehl zum Ausmarsche wurde überall gleichzeitig in aller Frühe befolgt. Ungeachtet dieser bedeutenden Macht rückt noch ein ganzes Corps aus Congreßpolen über Krakau gegen Ungarn vor. Seit dem 30. Mai sind bis jetzt schon gegen 28,000 Mann einmarschirt. Die Durchmärsche durch Krakau geschehen meistens bei Nacht, manchmal durch 5 Stunden in Einem fort, der ungeheuern Hitze wegen, welche die Magyaren zu begünstigen scheint. Heute sind 8000 Mann Infanterie um 10 Uhr früh mit 12 Kanonen eingerückt, und be­gaben sich, nachdem sie vor dem General Rüdiger de- silirt, alsogleich nach Galizien in der Richtung gegen Dukla hin, wo die Straßen seit dem 1. Juni vom russischen Militär wimmeln. Von Dukla aus wird also allem Anscheine nach der Hauptschlag gegen die Magyaren erfolgen.

Italien.

Rom, 1. Juni. Nach dem Abzug des Bürgers L e sse ps hat General Vaillant auf dem Monte Mario, dessen sich die Franzosen durch den schmutzigsten wort­brüchigsten Verrath bemächtigen, Belagerungsar­beiten gegen Nom begonnen. Die Römer rüsten sich zum Angriff, und dieser erste Feldzug des glorreichen Napoleon II. wird ihm wohl bald diejenigen Lorbeeren um die Stirn winden, welche die neuliche Züchtigung Oudinots erwarten ließen. (An der Pariser Börse hieß es in der That, daß die Franzosen bereits zum zweiten Mal vor den Thoren Nom's geschlagen wor­den seien.)

Garribaldi hat einen Theil der Truppen über Vellctri hierher geschickt, von wo sie gestern sofort den Oesterreichern entgegenzogen. Der Nest, ein Corps von 8000 Mann , ist fortwährend im Vordringen im Neapolitanischen, wo Garribaldi allenthalben das Pri-

" vateigenthum deS bourbonischen Tigers konfiszirt und öffentlich versteigern läßt.

Nach einer Mittheilung der PariserTribune des Peuples" hatte Garribaldi am 1. Juni nur noch 5 ! Meilen von Neapel gestanden (?). Er hätte nirgends ; Widerstand gefunden, wäre vielmehr in allen Ortschaf- I ten als Befreier begrüßt. Die neapolitanischen Trup- - pen hätten sich sämmtlich gegen die Hauptstadt gezogen, wo Garribaldi in diesem Augenblicke wahrscheinlich I schon die Republik proklamirt hätte. Die Besatzung von Rom sei trotz der Entfernung Garribaldi's und : seines Korps vollständig stark genug zur Vertheidigung der Stadt.

Die verschiedensten Gerüchte über Roms Lage waren während der letzten Tage in Paris im Um­lauf. Es wurde behauptet, Oudinot habe seine Ope­rationen am 2. eröffnet; nach Schießung einer Bresche seien seine Truppen stürmend ciugedrungen und hät­ten sich eines Stadttheiles bemächtigt. Bei diesem Angriffe seien französischer Seits 150 Mann kampf­unfähig geworden; der Verlust der Römer jedoch sei weit bedeutender gewesen, indem sie 400 an Todten und Verwundeten und 600 an Gefangenen gehabt. Nach diesem Erfolge der französischen Waffen habe die römische Nationalversammlung Friedensvorschläge ge­macht. Nach einem andern Berichte hatten die- mer einen Ausfall gemacht, bei welchem auf beiden Seiten die Zahl der Gebliebenen bedeutend war; 25 gefangene Franzosen wurden sofort erschossen. Die Eröffnung der Laufgräben sollte am 4. oder 5. Statt finden. Endlich wird versichert, die französische Re­gierung habe auf telegraphischem Wege die Nachricht vom Einzuge Oudinot's in Rom erhalten. Was an diesen -verschiedenen Angaben wahr ist, müssen die nächsten Tage zeigen.

DasSwcle" veröffentlicht einen langen Brief des Herrn von Lesseps an General Oudinot, datirt Nom 1. Juni, in welchem der französische Gesandte sein Verfahren rechtfertigt, der schnöden Behandlung welche er von Seiten des Generals erfahren, Erwäh­nung thut und über dessen Verhalten und den Gang der Verhandlungen mehrfach interessante Auskunft gibt. Es wird auf die am 8. Mai vom Minister der aus­wärtigen Angelegenheiten erhaltenen 'Instructionen hin- gewiesen.

Der Großherzog von Toscana wurde am 8. oder 10. in Florenz erwartet; man glaubte, der Pabst werde mit ihm kommen und sich dann nach Bologna begeben, wo er seine Residenz auf;uschlagen gedenke. Nach Nachrichten aus Mestre vom 4. war Radetzky dort im Lager unerwartet wieder eiugetroffeu. Eine Conferenz, welche er in Verona mit den Ministern über die Friedensunterhandlungen mit Sardinien ge­habt hatte, soll ihn bewogen haben, sogleich zurückzu­kehren , um die Fortsetzung der Belagerung Venedigs mit der größten Energie zu betreiben. In Mestri glaubte man allgemein, der Friede mit Sardinien sei als abgeschlossen zu betrachten.

Republik Frankreich.

Paris, 9. Juni. (K. Z.) Seit dem l.Juni hat die Cholera hier einen heftigeren Charakter angenommen als im Jahre 1832; es fielen ihr zwar nicht so viele Opfer, wie damals, aber die Opfer, welche sie dieser Tage faßte, waren eben so plötzlich, wo nicht schneller, als bei ihrem ersten Besuche, verloren. Furcht uud Uebertreibung räumten ihr übrigens eine bei Wei­tem größere Verheerungskraft ein, als sie wirklich übte; es hieß allgemein, daß täglich gegen 2000 Personen gestorben seien, während 500 Todte seit dem 1. Juni die größte Zahl war. In der allgemeinen Angst wollte

Niemand am Vorabende seines Todes ein Geschäft abschließen, und so gerieth der Verkehr in eine Stockung, die leicht durch die bevorstehenden stürmischen Debat­ten der künftigen Woche über die römische Angelegen­heit und die Botschaft des Präsidenten unterhalten werden dürfte.

Marschall Bugeaud, dessen Krankheit bereits einen günstigen Verlauf genommen hatte, besiudetâsich seit gestern Abends in einem Zustande, der an feinem Aufkommen verzweifeln läßt.

S ch l e s w è g - H o l ft e L n.

An den Düppeler Schanzen kam es am 6. Juni zufällig zu einem Gefechte, obgleich die Reichs- truppen Ordre haben, sich alles Schießens zu enthal­ten. Bis Nachmittags zwei Uhr hatten die Braun­schweiger u. Nassauer 17 Verwundete. Die Dänen debou- chirten aus dem Brückenköpfe, aber die 84pfündigen Kar­tätschen der Kronwerksbatterie räumten furchtbar unter ihnen auf. Die Kolonnen mußten sich in Eile zurück- ziehen. Auch die 8 mitengagirten dänischen Kanonen- boote mußten, zum Theil sehr beschädigt, aus dem Bereich der deutschen Kanonen sich zurückziehen; das alte Schloß in Sonderburg, jetzt dänische Kaserne, wurde sehr beschädigt. (Mz. Z.)

Kiel, 9. Juni. Von Fridericia erhielt man gestern die Nachricht, daß das Bombardement am 6. d. nur äußerst schwach gewesen sei und endlich ganz aufge­hört habe; auch hat man im Lager erzählt, daß eine achttägige Waffenruhe abgeschlossen sei. In Fridericia soll der Feind nur noch einige Tausend Mann stark sein, dagegen das Rye'sche Ärmeecorps im Norden Jütlands jetzt wieder eine Stärke von circa 20,000 Mann besitzen; auch Alsen muß nach den Erzählungen über die letzten Düppeler Affairen jetzt wieder stärker besetzt sein. (B. H.)

D ä n e m a r k.

Kopenhagen, 6. Juni. Die Art der Kriegsfüh­rung des Herrn v. Prittwitz gehört nicht zu den ! glänzendsten. Bei einer fünfmaligen Uebermacht ist Aarhuus zweimal besetzt und zweimal wieder aufge­geben, und nock nicht genommen, geschweige denn ganz Jütland besetzt worden. Man operirt, als habe man Feinde von allen 4 Weltgegenden zu Laude uud zu Wasser zu erwarten, anstatt fest und entschlossen nach Viborg vorzudringen, so daß man nur Front zu ma- ; chen brauchte, wenn auch die ganze dänische Armee ; über Einen Herkäme. Mit dem Drittel ihrer kleinen Armee halten die Dänen gegenwärtig 40,000 Mann im Schach; so wird ihr Gegner kaum mehr als Aar- Huus besetzen können, und bei der ersten Truppenlan­dung wahrscheinlich wieder räumen müssen. Ilcberall sind es Friedensgeneräle, die Wrangel rc., welche ta- leut- und thatenlos an der Spitze stehen und die höher strebenden jugendlichen Geister der Gegenwart zurück­halten. Der bei Aarhuus gefangene Prinz Salm- Salm, preußischer Cavallerie-Lieutenant ist hierher ge­bracht worden und liegt schwer verwundet darnie­der. (Fr. I.)

Frachtpreise.

Die;, 8. Juni. Preis.

Rother Walzen .......15 fl. 38 Fr, Weißer Waizn .......14 fl. 11 fr.

Korn..........9 fl. 19 kr.

Gerste.........7 fl. 28 kr.

Hafer ..........5 si. 15 kr.

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

GeksRntMSchungen.

(712)

AeKanutmaehnnZ.

Die Lieferung von

3932 Ellen %' breite weißhänfene Leinwand

184 Ellen % breite weißflächsene

1787% Ellen % breite ungebleichte wergene Leinwand,

48 Ellen % breite ungebleichte wergene Leinwand,

30 Ellen % breiten grauen Zwillich,

258V2 Ellen % breite graue Beiderwolle

37 Stück einpersönige wollene Decken und

11 Stück zweipersönige

soll ans dem Submissionsweg an die Wenigstnehmenden vergeben werden.

Hierauf bezügliche Offerten wolle man schriftlich und verschlossen unter l er BezeichnungSubmission für Stoffelieferung" an die unterzeichnete Behörde ge­langen lassen.

Die Eröffnung geschieht Samstag den 30. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, aus dem Bureau des Easernirungs-Osfiziers des Herzoglichen 2tcn Regiments.

Später eingehende Offerten bleiben unberücksichtigt.

Die, den Lieferungen zu Grund zu legenden Muster und Bedingungen sind täglich in hiesiger Infanterie-Caserne einzusehen.

Wiesbaden den 9. Juni 1849.

Der Verwaltungsrath des Depot-(5ommando's des

Herzoglichen 2. Regiments.

Turnverein.

(719) Da die auf Samstag den 9. Juni anberaumte Generalversammlung des Vereins nicht abgehalten werden konnte, so wird diese nun Freitag den 13. mnM; Abends 8 Uhr, im Saale des Rerothales stattfinden.

' Der Vorstand.

Haupt - Agentur für Auswanderer.

(714)^ Zufolge Decrets Herzoglicher Landesregierung ist mir der Cousens ertheilt worden, eineHaupt-Agentur zur Beförderung von Auswanderern nach Amerika" durch den Großherzogl. Hessischen Cvnsul und Lchiffsrehoer, Herrn H. Serigiers zu Antwerpen, auf hiesigem Platze errichten zu dürfen.

Indem ich die Errichtung dieser Hauptagen'ur zur öffentlichen Kenntniß bringe, erlaube ich mir für die Interessenten noch besonders zu bemerken, daß mein Bestreben stets dahin ge­richtet seyn wird, durch billige, reelle und prompte Bedienung das Vertrauen aller derjeni­gen zu erwerben, welche sich meiner Agentur bedienen werden, und daß durch die von der Landesregierung geforderte und von mir gestellte Caution Jeder hinlänglich gesichert ist.

Zur Bequemlichkeit der Auswanderer habe ich vorläufig Herrn Georg Nathan in Epp­stein, Amts Königstein, zum Unteragenten angenommen, und werde nächstens noch Andere in den verschiedenen Theilen des Hcrzogthums anzeigen.

Wenn sich Gesellschaften von wenigstens 25 Personen bei mir vcraccordircn^ so bin ich auf deren Verlangen bereit, zur besseren Beförderung uncntgcldlich einen Commiffar bis Ant­werpen mitzusenden.

Jeden Monat werden 3 auch 4 große gekupferte Dreimaster-Schiffe nach den verschie­denen Häfen Amerikas erpebirt.

In diesem Augenblick sind in Ladung und gehen ab:

Am 15. Juni nach New -York: Der Dreimaster Medera, Capt. Hltchoch;

Am 21. Juni nach New-Aork: Der Dreimaster Stadt Antwerpen, Capt. Govart.

Die Preiße mit Inbegriff des Kopfgelds werden allen Anforderungen der Billigkeit ent­sprechen.

Wiesbaden, den 9. Juli 1849. K IVwIEtmi.

Schwarz - Roth - Gold."

(715) Um 3 Uhr von Frankfurt abgefahren, war ich, durch Verzögerungen auf der Eisen­bahn, erst um 5 Uhr an Ort und Stelle, und vergebens. Diesen Samstag Nach­mittag zwischen 5 und 6 werde ich mich aber­mals einfindcn. Bei höchst ungünstiger Wit­terung bitte ich die Colonade links vom Kur­hause zu wählen. Jedenfalls erwarte ich bis dahin noch einige Zeilen von Ihnen.

L. S. 0. R.

Für die Seidenzüchter.

(718) Die Züchter mögen dafür Sorge tra­gen, daß bei den jetzigen kühlen Tagen die Wärme in der Seidenkammer nicht unter 17 Grade fällt._______________________________

(716) Schöne gesunde Blutegel, per Stück 7 kr. bei J. Fischer, Häfnergasse Nr. 2.

(717) Bei Bäcker Berger ist ein vollstän­diges Logis zu vermiethen.

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckern.