truppen bei Weinheim blutig geschlagen worden , daß gleichzeitig eine andere Kolonne der badsscheu Schaaren bis auf dritthalb Stunden von Darmstadt vor gedrungen und daß den ganzen Tag Verwundete und Todte auf der Eisenbahn nach Darmstadt gebracht worden seien In Offenbach, erzählte ein von dort fommenber Reisender, konnten keine Ver- wlindete mehr ausgenommen werden, weil das dortige Larareth überfüllt sei. Letzteres findet durch die Neichs- taas-Ztg. Bestätigung: eS lagen in Offenbach schon mehr denn 300 kranke und verwundete Soldaten"; eben so sind, laut derselben Zeitung, die Spitaler in Darmstadt überfüllt. Man hat also in der Residenz Grund, einen Schleier über die Folgen der „Siege" zu werfen, welche man so stolz in die Welt posaunte. Die Neichtags-Ztg. meldet auch, daß das 2. hessische Infanterieregiment, „das erste Treffen gegen die Badenser verloren", jetzt in die dritte Linie gestellt ist und daß die ohnehin darbenden Quartierträger, die oft 30 Mann Einquartierung haben, um so mehr in Verzweiflung sind, weil die Bezahlung für die Einquartierung auf sich warten läßt.
Das hessische Papiergeld wird hier wie in Frankfurt unter der Hand in Dosen von 10,000 bis 100,000 Gulden in Ersatz gegen 5 pCt. Geld in Versatz ausgeboten und dazu freigestellt, gegen gute Provision das Pfand zu verwerthen. Es ist uns nicht gesagt, aus welcher Region diese geheimnißvollen Anleihen kamen; es ist auch nicht unsere Sache, darüber mit der Darmft. Ztg. zu polemisircn: genug die geheimnißvollen Anerbietungen „um ein Vortheil Haftes Geschäft zu machen," sind Thatsachen, wir haben aber noch nicht gehört, daß ein Banquierhaus Luft zum Anbeißen gezeigt habe.
Frankfurt, 7. Juni. Heute Abend war das Gerücht einer Niederlage der Reichstruppen bei einem in der Bergstraße statr gehabtem Kampfe hier allgemein verbreitet; ja, eS verlautete, daß die Reichstrup« pen bis Bensheim zurückgedrängt worden seien. Die hessischen Chevaurlegers, von den Sensenmännern angegriffen, sollen große Verluste erlitten haben, eben so seien Bayern (?) hart mitgenommen worden. (F. I.)
* In der ersten Sitzung deS Parlaments, welche eS am 6. Juni in Stuttgart abgehalten hat, wurden außer dem Beschluß, eine Regentschaft niederzusctzen, noch folgende Anträge mit großer Mehrheit angenommen: „1) das von den Regierungen von Preußen, Sachsen und Hannover verkündete Wahlgesetz zum nächsten Reichstage ist null und nichtig. 2) Jeder Versuch, solche in Deutschland zur Anwendung bringen zu lassen, ist als Hochverrat!) gegen die souveräne deutsche Nation zu betrachten. 3) Der Theilnahme an diesem Hochverrath machen sich alle Personen schuldig, welche auf irgend eine Weise zur Ausführung dieses Wahlgesetzes mitwirken."
* Wiesbaden, 8. Juni. Die „Karlsruher Zeitung" schreibt in ihrer Nummer vom 6. Juni: „Der König von Württemberg erkennt die nach Stuttgart übergesiedelte Nationalversammlung nicht an; er hat die Auflösung seiner Ständevcrsammlung beslchos- sen; die Volksredner und Führer unter den Soldaten sollen vor ein Kriegsgericht gestellt, viele Mitglieder der äußersten Linken verhaftet werden. — Gottlob, die Würfel sind gefallen, trotz deS Zögerns der Volksführer.
Wien, 2. Juni. (C. Z.) Aus Ungarn ist die Nachricht eingegangen, daß der neue Feldmarschatt- Zeugmeister Frhrn. v. Haynau gleich zu Anfang seines Obcrfehls über die k. k. Armee nicht recht glücklich gewesen ist. Er suchte am 29. Mai die Magyaren bis Komorn zurückzudrängen, auch hatte er bis
gegen 11 Uhr Vormittags bedeutenden Vortheil über dieselben errungen und ein schönes ungarisches Husarenregiment total vernichtet; da ihm aber das russische Eorps, welches ihm bis Vaika gefolgt war, wenig oder gar keinen Beistand leistete, die Magyaren aber von Komorn bedeutende Unterstützung erhielten, so mußte er zurückweichen, nachdem die noch gar nicht im Feuer gewesenen Russen bereits zum Theil über die Donau, nach Bruck zu, gegangen waren. Der Verlust ist auf beiden Theilen groß, doch fielen den Magyaren mehrere Geschütze re., sowie Vaika selbst in die Hände, und unsere Armee lagert wieder in einiger Entfernung von Preßburg. Die enormen Truppenmassen der Russen sind zum guten Theil nur auf dem Papier vorhanden.
Seegefecht bei Helgoland.
Der electrische Telegraph bringt so eben folgende frohe Botschaft: „Bremerhaven, 5. Juni, 11 Uhr 3ö Min. Kapitän Brommy hat gestern um 12 Uhr 30. Min. die Wesermündung verlassen, daö dänische Geschwader verjagt, bis Helgoland verfolgt, wo die deutschen Schiffe mit einer dänischn Cor- Vette 25 Minuten lang Kugeln gewechselt. Capt. Brommy lobt die Mamiichft seiner Schiffe. Abends ging derselbe auf der Diyeoe vor Curhasen vor Anker. L. Weber, Pr. Lieutenant." — (Wie wir erfahren, waren die drei Kringsdampfschiffe Barbarossa, Bremen und Hamburg gestern Morgen von der Weser ausgelaufen.)
Die Meldung des optischen Telegraphen, Bremerhaven, 5. Juni, lautet: Unsere 3 deutschen Dampfschiffe haben gestern Abend n a ch 5 st ü n d i g e n K a m p s e die da n i sch en K r i e g s sch i ffe vor d er E l b e und Weser in die Flucht geschlagen." — (In einem telegraphischen Privatbericht an eine hiesige Firma ist von einem 3stündigen Kampfe die Rede) (Wes. Z.)
Erklärung.
Ain 25. Mai wurde der Antrag auf eine Aussetzung der Kammersitzungcn für den Zeitraum von 8 Tagen gestellt und angenommen. Wir unsererseits sprachen und stimmten theils gegen die Aussetzung überhaupt, theils suchten wir dieselbe auf einen kürzeren Zeitraum zu beschränken. Unsere Beweggründe hierbei waren der Hinblick auf die obschwebende deutsche Verfassungsfrage und die aus den vorhandenen Con- flikten drohenden Gefahren für das Vaterland, insbesondere auch die Befürchtung des Nichtvollzugs unserer Beschlüsse vom 25. v. M., sowie die Nothwendigkeit, die vollständig vorbereitete Berathung des Verfassungswerkes, der Organisation der Centralverwaltung, des Domänenbudgets und der Civilliste schleunigst zu beginnen und zu Ende zu führen und dadurch die nächste Aufgabe der Abgeordnetenversammlung zu erfüllen.
Nachdem die Abgeordneten sich am 3. d. M. ein« gefunden hatten, wurden Ausschußsitzungen auf den 4. ; und 5. anberaumt, in welchen das Domänen-Budget i und die Rechnungsprüfung zur Berathung vorbereitet wurden. Die öffentliche Sitzung wurde auf den 6. d. M. anberaumt, jedoch auf Veranlassung der Regie- ] rnngskommissäre durch den Kammerpräsidenten auf ' den heutigen verlegt unter dem Vorgeben, daß das Ministerium zwischenseitig wichtige Mittheilungen über öffentliche Angelegenheiten vorbereite. Wir konnten diese Aussetzung der Sitzung, deren Anberaumung schon verspätet war, nicht billigen, weil die von der Regie-
mng zu machenden Mittheilungen kein Hinderniß wirren, die hinlänglich vorbereiteten Arbeiten, namentlich das so sehr dringende Verfassungswerk, in Angriff zu nehmen.
Ein von mehreren der Unterzeichnerin den Präsidenten der Abgeordnetenkammer gerichtete Aufforderung auf den gestrigen Tag eine allgemeine Ausschußsitzung zur Berathung der in der gegenwärtigen Lage zu ergreifenden Maßregeln anzuberaumen, wurde von demselben abgelehnt mit der Versicherung, daß sich an diesem Tage^eine große Anzahl der Abgeordneten nicht in der Stadt anwesend befinden.
In der endlich heute Morgen stattgehabten öffentlichen Sitzung erfolgte die uns erst unmittelbar vorher mitgetpelUe Vertagung der Versammlung Seitens der Regierung, nachdem wir vorher im Hinblick auf die versassunggebende Defugniß der Kammer und auf die drohende Lage des Vaterlandes Protest dagegen eingelegt hatten. Die Vertagung wurde Seitens der Regierung motivirt durch die Angabe, daß der Mini- stenalpräftdent Hergenhahn seine Entlassung genommen habe, jedoch, nach erfolgter Annahme derselbe bis zur Ernennung des neuen Ministers die verantwortliche Leitung der Geschäfte behalte.
Wir können in diesen Angaben keinen Grund zu einer Vertagung finden, da immerhin ein verantwortliches Ministerium noch vorhanden ist und die in den Ausschüssen beschlußreif vorbereitete Berathung der wichtigsten und dringlichsten Gegenstände namentlich der Verfassung, der Organisation der Ceutralvtr- waltung, des Domänenbudzets und der Civilliste zunächst in keiner Verbindung mit der Ministerkrise steht und bis zur Bildung eines neuen Ministeriums begonnen und fortgesetzt werden konnte, während die Aussetzung dieser Arbeiten (welche in wenigen Wochen vollendet gewesen wären und hierdurch einen gesicherten RechtSzustand für unser engeres Vaterland begründet hätten) für unsern Staat in der dermaligen gefahrvollen Lage Deutschlands unberechenbare Nachtheile in sich schließt.
Wir können daher nur unsern Protest der Negierung gegenüber wiederholen, unsere Wähler und daS Nassauische Volk von demselben in Kenntniß setzen und unsern Entschluß erklären, uns den 15. d. M. zur Fortsetzung unserer landständischen Thätigkeit, getreu unserm Mandat, einzufinden.
Wiesbaden, 8. Juni 1849.
Wehrfritz.
Jung I.
Braun.
Naht.
I u st i.
Habel.
A. GergenS.
Creutz.
Jung 11.
Gödecke.
Snell.
Wc nkenba ch.
Müller H.
H e h n e r.
F. A. Wimpf.
Lang.
Born.
Fruchtpreise.
W i e s b a
den, 7. Mai.
Preis.
Waizen. .
. . 175 Pfd. . .
. . 7 fL 45 fr.
Korn . .
. . 160 „ . . .
. . 4 fl. 40 fr.
Gerste . .
• 144.....
. . 4 fl. 10 fr.
Hafer . .
• - 100 „ . . .
. . 2 fl. 50 fr-
Mainz, 8.
Juni.
PreiS.
Waizen,
das Malter 200 Pfd.
. . 8 fl. 40 fr.
Korn,
bitte
. . 5 fl. 30 fr.
Gerste
ditto
. 4 fl. 50 fr.
Hafer
bitte
. . 6 fl. — fr.
Spelz
bitte
. . — fl. — fr.
Verantwortlicher Redakteur: 3 Oppermann.
Bekanntmachungen.
Frankfurt. Cours der Staatspapiere. Schluß der Börse.
Den 7. Juni 1849.
pCi.
Papier
Geld 1
Den 7. juniU849
pCt.
Papier j
Geld
Österreich
MelaUiques Obligationen ....
5
71%
71%
Darmstadt
Obligationen........
3%
77%
77«
4
53%
—
4
847,1
84
3
42%
417«'
ff
Lotteric-Anlehen von 50 fl. , . .
—
20%
21%
70%
2'',
38%
38 1
ff
25 fl. Loose........
—
21
Wiener Bauk-Actien.....
3
1060
1052 •
Kurhesstn
Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .
4
34%
34 %
500 fl. Loose........
1217,
121 '
Nassau
40 Thaler Loose bei Rothschild . .
—
26%
26%
Ö
250 fl. Loose von 1839 ....
73'/,
73 1
Obligationen ........
5
IO174
99%
Bethmännische Obligationen , . .
4
61
________ 1
Obligationen bei Rothschild . . .
3%
80%
79% 2074
4'/,
—
64%!
ff
bitte 25 fl. Loose . .
—
20% 78%
Preußen
50 Thaler Prämien-Schcine . . .
—
IOI7,;
Frankfurt
Obligationen........
3
78
Staats-Schuld-Scheine â 105 . .
37,
80
79%'
bitte von 1839 ....
37,
93%
92A
Bayern
Obligationen........
Ludwig-Kaual-Actien incl. b. v. C.
3%
77% 46
77 '
bitte von 1846 . . . .
Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. .
37,
907, 274
90
270
ff
Bexbacher Ciseubahu-Actien . . .
—
68
67 7J
Holland
Jutegr.-Obligatiouen.....
2%
49%
497,
Würtemb.
Obligationen........
47,
92
91%
Syndikats . . . ......
37,
—
78%
37,
74%
73% 917,
Spanien
Innere Schuld neue Obligationen .
3
24%
24%
Baden
Obligationen........
5
92
Ardoins incl. 14 Coup.....
—
—
ff
3%
727,
72
Polen
Lotterie-Loose 300 ......
—
—
97
H
Lotterie-Auleben ä 50 fl. von 1840
—
467s
46 %
bitte 500 ......
72%
72%
ff
35 fl. Loose Dem Jahr 1845 . . .
—
26 7s
1 25%
Sardinien
36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
—
25
—
(701) Das Devot der französischen CorsetS von Madame JPillattt, nebst fertigen Chemisetten, Damen- und Ätnberbauben, Kindcr- kleidchcn, Mäntelchen u. dgl. ist durch neue Sendungen wieder auf's Reichhaltigste assor- tirt und empfehle solche zur geneigten Abnahme zu billigst festen Preisen.
Wiesbaden den 7. Juni 1849.
Joh. Phil. Altstätter, untere Webergase Nr. 4.
Cours der Wechsel. Den 7. Inn.
Kurze Sicht
Zwei Monat
Gold- und Silber-Sorten.
fl.
fr.
Briese
Geld
Briefe
Geld
Neue Louisd'or............
Friedrichsd'or .............
Ducaten..............
20 Frank-Stücke ...........
Holländische 10 fl. Stücke........
Englische Souverains..........
Laubthaler .............
Preußische Thaler...........
Hochhaltiges Silber........ .
Gering-mlttelhaltiges Silber........
11
9
5
9
10
12
24
24
(Frk
6 58 40
41
7
5
30 20
f.I.)
Amsterdam, 100 fl. Crl. . . . Augsburg, 100 fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in LontSb'or. Hamburg, lOO Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr......
„ in der Messe .... London, 10 Livr. St. ... . Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr....... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . . Diskonto ........
101 7b
88%
121%
957, 95%
100% 967,
1017.
120
105%
997, 88%
105%
95%
957b
1017,
101
87%
121
%%
Druck und Verlaa der 6. Ritter'schen Buchdruckerei.
(702j Die mit I*P. unterzeichnete Dame in Wiesbaden, welche am 23. Mai cm Schreiben an die Expedition des Frankfurter Journals geschickt hat, welches mit byt Worten anfängt: „In der Hoffnung, daß Sie die Farben schwarz, roth, gold lieben, wird von dem Betreffenden ersucht, de Gelegenheit genau zu bestimmen, mit welcher ihr eine genügende Antwort zukom- men kann. Zu richten an 0. R. Frankfurt poste restante.
Mercadier Fahre's aromatisch-medicinische Seife, von mehreren der Herren '.erzle als ein vorzügliches Heilmittel gegen gichtische Leiden Flechten, Hautschärfen, Sommersprossen k. anerkannt, und welche auch zur Anwendung als Toiletten- und Bade-Seife sehr zu empfehlen ist, indem sie die Haut geschmeidig und weiß macht und dieselbe in frischem und belebtem Ansehen erhält, wird fortwährend in der Handlung des Herrn I. L. Seibert, in der Langgaffe in Wiesbaden, in grünen Päckchen â Stück 18 kr. mit der I)r.-Gräfe'schen Gebrauchsanweisung und meinem.Siegel versehen, verkauft.
(703) J. G, Bernhardt in Berlin.