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Krieg dem Herrn der Heerschaaren empfehlend, der die Herzen der Völker und ihrer Hirten lenkt nach seinem Wohlgefallen.

9k a ch sck rift.

2g Kaiserslautern, 6. Juni. Vor einigen Tagen brachte Obristlieutenant Anneke die von der vrovi- sorischen Regierung der Rheinpfalr in Baden ange- kaufte Batterie von 8 Geschützen nebst Mumtiomswä- gen, Feldschiniede rc. unter dein Jubel der Bevölkerung hierher. Leider hatte unterwegs ein Fnhrknecht wegen grober Widersetzlichkeit niedergeschofsen werden müssen.

Das renitente Gebühren des Gemeinderaths zu Speyer machte eine Erpedition dahin nöthig. Ge­wähnter Gemeinderath hatte es sich bekommen lassen, in einer am 1. Juni abgehaltenen Sitzung zu beschlie­ßen:daß der Vollzug der von der provisorischen Regierung bis setzt erlassenen Gesetze bis zu der Be- stütigung einer noch zu berufenden Volksvertretung zu sistiren sei." Dieser Akt offener Rebellion konnte die provisorische Regierung unmöglich dulden, und da selbst der Civilkommiffar Hilgard in Speyer von der dortigen Reaktion cingeschüchtert zu sein schien, so sandte sic die Bürger Eckhardt (pfälzischer Abgeordneter in der baicrischen zweiten Kammer) unb Dr. b'Ester (preußischer Flüchtling) als Specialkommissüre hin. Diese reisten am 3. Juni ab. Ihnen folgten: die Bürgerwehr von Kaiserslautern, die Mobilgarde von St. Lambrecht und ein Theil der Mobilgarde von Neustadt nebst 2 Kanonen auö Kaiserslautern.

Das Kommando führte der Geueralstabs-Major Beust. Unverinuthet rückten die Mannschaften in Speyer ein und besetzten sofort die Thore, die Brücke und den Platz vor dem Rathhause. Die Spezial-Eommissüre aber, nachdem sie sich mit dem Civilcommissür ver­ständigt hatten, begaben sich mit letzteren! auf das Nathhaus, wo der Gcmeinderath versammelt war und das Geschehene als einMißverstündniß" darzusteUen suchte. Doch diese Ausrede half ihin nichts. Der Ge- meinderath wurde aufgelöst und die Neuwahl aus den 4. Juni anberaumt, wo sie auch stattfand. Eine Pro­klamation, unterzeichnet von Eckhardt und d'Ester, unterrichtete das größere Publikum von dem Vorgang. Das rasche, energische Einschreiten der provisorischen Regierung, der Renitenz einiger unverbesserlichen Ari­stokraten gegenüber, machte übrigens unter dem Volke zu Speyer den besten Eindruck. Auch zeigte sich zwi­schen der eingerückten Volkswehr und den Bürgerwehr- männern von Speyer das herzlichste Einverstaudniß. Ain 5. Juni kehrten die Erpeditionstruppen mit klin­gendem Spiele hieher zurück.

In Zweibrücken, wo sich in den höhern Kreisen und namentlich im Centralvertheidigungsausschusse ebenfalls der Geist der Renitenz auf eine bedauerliche Weise offenbarte, half sich der gesunde Volkssinn selbst.

Am 5. Juni wurde daselbst eine Volksversammlung abgehalten , wobei die Leute mit Dreschflegeln und Mistgabeln erschienen. Das Resultat der Versamm­lung war, daß der Centralvertheidigungsausschu sich auflösen mußte. Am folgenden Tage schritt man zur Neuwahl, die auf dcinokratisch gesinnte Männer fiel. Ein Advokat Golz hatte sich vor der Wuth des Volkes flüchten müssen. Ueberhaupt scheinen die Volksversammlungen etwas Schreckenerregendes für die

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Reaction zu haben. Die Sachsen, welche im Land- commissariatSbezirke K i r ch h e i m b o l a n d e n mehrere dergleichen veranstalteten, haben durch die bloße An­kündigung derselben reactionäre Pfarrer und Beamte zur Flucht veranlaßt. Heute ist die Bahnstrecke von Frankenstein bis Neidenfels eröffnet worden, wodurch die Eommunication zwischen hier und 9(ciu stadt sehr erleichtert wird. Der ehemalige Ober- Commandant der Pfälzer Volkswehr Fenner von Fenneberg hat sich als Wehrmann in die Volks­wehr zu Neustadt einstellen lassen. Nächsten Sonn­tag, den 10. Juni, findet eine große Volksversamm­lung auf dem Donnersberge statt.

Frankfurt, 5. Juni. (D. Z ) Soeben trifft von Berlin die Nachricht hier ein, daß die preußischen Truppen, welche bei Creuznach conzentrirt sind, die Grenze der Rheinpfalz überschreiten und Landau nehmen sollen. Ein nach Berlin ge­sandter baierischer General hat diese Unterstützung er­wirkt.

Frankfurt, 6. Juni. Die an der hessisch-badischen Gränze ausgestellten Reichstruppen belaufen sich nach Angaben von Militürpersonen auf circa 13,000 Mann. In Folge der ungeheuern Hitze, welche seit 14 Tagen herrscht, sind viele Soldaten erkrankt, so daß die in der dortigen Gegend befindlichen Spitaler überfüllt sind. (Fr. I.)

Mainz, 7. Juni. Die Deutsche Zeitung meldet: Die hessischen Truppen haben Weinheim eiligst wieder verlassen. Im Laufe des gestrigen Tages (5. Juni) ward in Weinheim von der Bürgermeisterei ausgeschellt, daß am Abend 9000 Mann badische Trup­pen ankommen würden. Heute Morgen, so berichtet ein eben ankommender Reisender, standen 16 Geschütze in Weinheim aufgefahren. Es heißt allgemein, daß die Badener im Laufe deö Tages einen Angriff beab­sichtigen." Ob durch diese Furcht vor einem Angriffe oder in Folge eines wirklich erfolgten Angriffes ein Gerücht entstanden sei, das gestern Abend hier ver­breitet war, können wir noch nicht entscheiden, genug, gestern Abend hieß es hier, jene Weinheimer Affaire am 4. sei nur ein Scheinmanover der Badener gewe­sen, welche dadurch die Hessen beschäftigt und der Weile ein Manöver ausgeführt hatten, in dessen Folge sie nur noch 3 Stunden von Darmstadt ständen. Bei der gänzlichen Absperrung des Kriegsschauplatzes hes­sischer Seits ist der Wahrheit, wie gesagt, schwer auf den Grund zu kommen. (Mainz. Z.)

Darmstadt, 6. Juni. Der heute Nachmittag 3 Uhr von Frankfurt abgegangene Main -Neckar-Eisen­bahnzug, bis Heppenheim bestimmt, brachte die Passa­giere nur bis hierher, indem der um dieselbe Zeit von Heppenheim nach Frankfurt gehende Bahuzlig eine Stunde später eintraf und ungünstige Nachrichten von Heppenheim mitgebracht haben mußte. Man er­fuhr auch alsbald, daß die badischen Truppen Wein- heim abermals besetzt und sich in großen Massen mit den Freicorps zwischen Heppenheim und Weinheim gezeigt hätten. Die abermalige Einstellung des Per­sonentransports zwischen Heppenheim und Frankfurt wurde amtlich in dem hiesigen Bahnhöfe augezeigt. Alle hier und in Frankfurt vorräthigen Waggons wurden zum Militärtransport bestimmt, indem das hier und in der Umgegend einguartierte Militär (wo­

runter auch Baiern und Mecklenburger) heute Nacht schleunigst nach Heppenheim gebracht werden "mußte. Schon heute Nachmittag ging ein Theil des hier gar- msomrenden großh. Hess. Militärs dahin ab. Im Laufe des folgenden Tages glaubte man sicher, daß ein allgemeiner Angriff auf Weinheim rc. erfolgen dürfte. Viele kranke und verwundete Militärs kommen fortwährend hier an, und werden theilweise weiter in das Lazareth nach Offenbach gebracht. (F. I.)

Heidelberg, 3. Jui. (Wesid. Zkg.) Die Frei- schaaren von Lahr, Sinsheim und Bruchsal, die Bür- gerwehr von Gernsbach und Baden haben sich in der Schlacht von Heppenheim weit besser geschlagen, als das ehemalige Dragonerregiment des General Hinkel­dey. Es war wirklich eine Schlacht, denn es standen 11,200 Hessen und Nassauer u. s. W. und 6500 Ba­denser gegen einander über. Unter Letztern waren 3,200 Freischärler, die erst seit 10 Tagen organisirt und seit 6 Tagen bewaffnet waren. Die Hessen hat­ten 12, die Badener 5 Geschütze. Der größte Fehler war, daß Siegel ohne Artillerie nahe zu habe», an­griff. Die fürstlichen Truppen ließen die Unsern sehr nahe herankommen, öffneten durch ein geschicktes Ma­növer ihre Reihen und feuerten dann plötzlich aus 12 gutbedienten Feuerschlünden. Die Dragoner hielten nicht Stand, machten kehrt und ritten die eigene In­fanterie über den Haufen. Diese aber und die Frei- schaaren hielten sich tapfer; besonders die sehr gut postirten Schützen. Die Badener haben wie ich aus sehr guter Quelle berichte 50 Todte, 56 schwer Verwundete, 36 Mittelverwundete, und 30 leicht Ver­wundete , die nicht einmal aus dem Glied zu treten brauchten. Amputationen fanden in Heidelberg gar nicht statt.

Die großartigen Lugen über den Hader zwischen Brentano und Bornstedt, von 3 bereits errichteten Guillotinen iu s. w-, werden von den geflüchtete ehemali­gen Offizieren des Großherzogs von Baven, nament- lich demgebornen Russen von Hartmann, Oberlieutenant, fabricirt. In Baden herrscht die größte Mäßigung und Achtung vor dein E genthum selbst den entschiedensten Anhängern des gestürzten Systeiils gegenüber. Man nenne uns ein Beispiel des Gegentheils! Bornstedt ist in Kißlau unauöge,etzt thätig, er erercirt die Bürger­wehr der benachbarten Orte, verschafft ihnen Waffen, betheiligt sich an Volksfesten und hat sich durch seine Humanität die Verehrung der ganzen Bevölkerung er­worben, wie dieses Herr von Reichenstein der Eom- mandant von Kißlau in einem amtlichen Berichte an­erkennt. Bornstedt wird übermorgen nach Paris reisen um Privatsachen zu ordnen, namentlich nm gehörige Wagen und Gelder abzuholen.

Amtlich angemeldet sind bereits 76 Franzosen, 62 Preußen, 117 Polen und 1600 Würtemberger, die in die Reihen der Badener getreten sind. Von allen Seiten strömen Gaben an Charpie und Geld herbei. Bornstedt hat auf seine Kosten eine deutsch-böhmische Musikbande ausgerüstet. Besonders thätig sind die Mannheimer Frauen.

Altona, 4. Juni. Ar H u u s soll nun endlich von Reichstruppen (Preußen) besetzt worden sein. (F.J.)

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

^ GekarmtmackuW.

Aus der Concursmasse des Johannes Odeiner in Lorsbach kommen Freitag, den 29. Juni d. I., Vormittags 19 Uhr in der Gemeindestube daselbst zur Versteigerung

A. I m mobi11e n: ein zweistöckiges Fabrikgebäude, ein dergleichen 'Wohnhaus mit Mahlmühle von 2 oberschlächtigen Gängen, Scheuer, Stall und Holzschoppen; sodann 4 Wiesen; und

B. Mobilien:

Maschinen zu einer Wollespinnerei und Weberei.

Hochheim, den 30. Mai 1849.

Herzgl. Nass. Landoberschultheiserei

Victor.

^ Volksversammlung

zu Ansbach, Amts Usingen Sonntag den 10. Juni.

Verwesung der Erzeugnisse süddeutscher Ge- werbhallcn.

(647) Die zu der in Darmstadt stattfindenden Verloosung aus der Raffaui- schen Jnduftriehalle dahier gewählten Gegenstände sind täglich in dem großen Saale des Theatergebäudes zur unentgeldlichen Anficht ausgestellt.

Die unterzeichnete Commission gibt sich der Hoffnung hin, daß sich das Pub­likum zur Hebung des darniederliegenden Gewerbcstandes durch Ankauf von Loosen, welche in dem Äusstellungslocal im Theater sowohl als auch in der Jndustriehalle a 1 Hulden zu haben sind, recht lebhaft betheiligen wird.

Wiesbaden, 19. Mai 1849.

l>ie IiidustHeiialle-C'ommission.

Bureau zum Schutze der Auswanderer!

Genehmigt von der Königlichen Negierung.

(667) Für das schöne Dreimasterschiff Sarah, Capitän Maekensie, welches zwischen dem 15. und 18. Juni a. c. den Hafen von Antwerpen verläßt, nehme ich Passagiere zu den möglichst billigsten Preisen an, welche sich unter meiner Aufsicht einer schleunigen Beförderung versichert halten dürfen. Wegen des starken Andranges bitte ich die Contrakte baldigst mit mir abzuichließen.

F. W. Geilhaufen,

Caftorpfaffengaye 409 A. in Coblenz.

General-Agentur für Auswanderer nach

9kew-Bork, Baltimore, Boston und 9tew- Orleans in Nord- Amerika.

(694) Jeden Monat gehen regelmäßig drei bis viermal schöne schnellsegelnde Post-Schiffe von Rotterdam ab. Die Fahrt über Rotterdam ist die billigste und zweckmäßigste und ertheilt mit Vergnügen nähere Auskunft

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(605 ) In der E. Ritter'schen Buch- druckerei kann ein wohlerzogener Junge, der mit den nöthigen Lchul- kenntnissen versehen ist, als Setzer­lehrling ausgenommen werden.

(652) 1500 fl., 4000 fl. sind gegen dop­pelte gerichtliche Sicherheit sofort auszuleihen. Durch wen sagt die Erped. d. Bl.

(698) Zwei Kakadu und ein Papagei ist im Schwanen dahier zu verkaufen.

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckern.