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die Nationalversammlung anerkannten, als auch für diejenigen, welche eben so wie die drei Könige vorher noch Modifikationen für nöthig erachten" zu berathen. Die deutsche Nation kennt diese Ausreißer, auch darf sie nichts mehr von ihnen wissen wollen, denn unmög­lich ist der deutsche Michel so dumm, daß er sich noch einmal Männern anvertrauen könnte, deren lluzuläng- lichkeit," Fürstendienerei und Eitelkeit weltkundig ist. Mögen sic bleiben, was sie sind, todt und vergessen, und die Luft nicht von Neuem mit ihrem Leichcugc- rnchc verpesten ! (M. Z )

Darmstadt, 1. Juni. lN. D. Z.) Heute hat der Obcrlieutenaut v. Rosenberg beim großh. 4. Ju- fantericrcgimcnt seinen Abschied aus dem Militärdienst verlangt/ weil er den beabsichtigten Angriff auf Ba­den als Bürgerkrieg gegen einen verfassungstreuen Bruderstamm ansehe, und deshalb mit seiner politi­schen Uelurzeugung nicht vereinigen könne. Man ist begierig, welchen Eindruck dieser Schritt auf das übrige Offiziercorps machen werde, indem sicherem Vernehmen nach schon vor einiger Zeit eine große Anzahl Offiziere des 2. Regiments dem Minister Jaup eine ähnliche Erklärung abgegeben und die Ab­sicht ausgesprochen haben soll, äußersten Falls eben­falls ihren Abschied zu nehmen.

Frankfurt, 5. Juni. (N. D. ZI Es ist unmög­lich, zu erfahren, was auf dem Kriegsschauplätze an der hessisch-badischen Grenze vorgeht, mau thut ab­sichtlich Alles, um keine Nachrichten von dort her in das Publikum dringen zu lassen. Selbst den Eisen- bahnbeamten ist strenge untersagt, davon zu rede», was sie oben hören und scheu. So wissen wir denn nur, daß beide Heere zum neuen Kampfe rüsten, ohne daß in ihren Stellungen eine wesentliche Veränderung vor­gegangen wäre. Das Volksheer soll die Neckarlinie stark besetzt und mehrere Batterien errichtet haben. Der Angriff, den das Gerücht erst auf den 4 ansetzte, ist und) demselben nun auf heute bestimmt. Den Ober­befehl soll Prinz Emil von Hessen führen, der mit dein Reichs-Kriegsmittister und seiner Familie seit langer Zeit in Verbindung steht; wenigstens sahen wir Hrn. Peucker gestern hier. Wie es heißt, wird zugleich rin Angriff des bei Wetzlar sich sammelnden preußischen Korps damit verbunden werden, wenn nicht etwa die neue Niederlage der Oesterreicher in Ungarn andere Dispositonen herbeiführt.

Vergangene Nacht sind hier mit der Eisenbahn darmstädtische verwundete Soldaten angekoinmen, um nach Offenbach gebracht zu werden. Sind die Spitäler oben schon voll? Heute Morgen ist das vor einigen Tagen nach dem Odenwald dirigirte bairische Regiment zurückgekommeu. Warum? War es vielleicht nicht gesinnungstüchtig,,?

Der eigentliche Grund der Demission Grävell's scheint in der Veröffentlichung mehrerer Aktenstücke über die Verhandlungen Preußens mit der Centralgewalt zu liegen, die, wie es scheint, von der österreichischen Partei im Ministerium ohne Wissen der preußischen ausging. Hr. GrävcU erklärte sehr gereizt, daß diese Aktenstücke nur durch einen strafwürdigen Bruch der Amtsverschwiegcuheit in die Hände derO.-P.-A.-Z." hätten gelangen können, und aus Zorn über diese Ju- diskretion, welche Preußen allerdings nicht im besten Lichte erscheinen ließ, nahm er seine Entlassung.

Aus den Untersuchungen des Hrn. Rauschenplatt geht hervor, daß der Sekretär von Schütz ausguter, redlicher Absicht",um der Welt einen Beweis von den hochherzigen Gesinnungen seines erlauchten Ge­bieters (des Neichsvcrwescrs) zu geben", wie er selbst sagt, die Antwort Johann's auf die preußische Note au Herrn V. Kamptz veröffentlicht hat, auf welche Ant­wort jetzt dieO -P.-A.-Z." noch eine Antwort Brau- denburg's veröffentlicht. Hr. GrävcU ist abgegangen, Schütz 'ist geblieben. Präsident des Ministerrathes ist Fürst'Wittgenstein (!!) geworden; das Portefeuille des Innern ist Hrn. Detmold, dem Justizminister, nebenbei übertragen, bis sich etwa noch ein vacanter Pascha findet.

DieO.-P.-A.-Z." streicht mit gewohnter Scham­losigkeit vor der Thatsache der Oktroyirung gehorsamst die Segel und hofft von dieserneuen Phase des Ver- fassungswerkes" (!!!), von demguten Willen der Fürsten" alles Gute.Faules Schmollen", ä la Ger- vinus, sei keine staatsmännische Tugend, und dasAb- schließen gegen eine andere (oktroyirte) Meinung" oder gar Widerstand gegen die Gewalt erst recht nicht. Vor 4 Wochen predigte sie noch Revolution gegen die, welche die Verfassung nicht anerkannten.

Die HH. Dahlmann, Gagern, Mathy, Francke, Soiron, Gicch, JRumelin, Wiedenmann fliehen noch weiter von dem Schauplatz ihrer einstigen Größe. Sie laden ihre politischen Freunde zu einer Besprechung die oktroyirte Versagung auf den 26. nach Gotha. Die Besprechung wird unzweifelhaft zu einer Anerkennung führen.

Es ist fürchterlich, nichts mehr heilig'. DieFrkf- Ztg." beschuldigt Bassermann und Mathy, daß die Fäden des pfälzischen Aufstandes durch ihre Hände gegangen seien. Sogar der Edle soll sich rechtfertigen ! Den Schwefelfaden zu einer Pulvermine faßten diese Herren lieber an, als einen Revolutionsfaven. Bas­sermann und Revolution! Weich' seltsame Begriffs­verwirrung!

Frankfurt, 5. Juni. Der Erzherzog-Reichsverweser wird, wie wir hören, morgen seine Gewalt in die

Hände der Bevollmächtigten niederlegen. Wohin das Amt nach der neulichen sublimen Erklärung kommt, wissen wir nicht. Also hätten wir vor der Hand den alten B u n d e s t a g wieder. Nun zweifle Einer noch an der Auferstehung der Todten! Einem weiteren Ge­rüchte nach will der Reichsvcrwescr dann nach Berlin reisen. Baiern soll nunmehr der preußischen Reichs- Verfassung beigetreten sein. Wahrscheinlich kann cs doch die Hülfe des Hoheuzollern bei seinen Neunions- zwecken nicht entbehren. Der Ausführbarkeit der Ver- fassung wegen kann cs kecklich zustimmeu. Sciuc Pa- thenschaft wird dein unreifen Kindlein auch fein be­sonders Glück einbinden.

Aus Baden, 2. Juni. (N. D. Z.) Eine ' furchtbare Erbitterung spricht sich überall aus über den Kaffenraub des Hrn. Mathy, des Bruders des berüchtigten Abgeordneten und Erunterstaatssecretärs Mathy. Derselbe war vom Ministerium Bckk nach Effringen, dem südlichsten Punkte der Eisenbahn be­ordert, um dort die großartigen Speditionen zu be­sorgen. Seine Maßregeln hatten schon längst den Verdacht einiger Beamten erregt, welche sich verpflich­tet fühlten, darüber an das Ministerium Bckk zu bc- richten. Aber Mathy's Bruder war Mitglied dieses Ministeriums, die Beschwerdeführer wurden stets zur Ruhe verwiesen. Jetzt ist nun Hr. Mathy glücklich mit Geldern vom Staat und von Privatleuten, wie es heißt über Frankreich nach Amerika geflüchtet, nach­dem er seine Habseligkeiten und seine Familie in Si­cherheit gebracht hat. Wieder ein Fluch mehr, der an dem Namen Mathy klebt!

Bei unserer neuen Emigration fehlt es nicht an komischen Zwischenfällen. Ein Regierungsbeamter floh nach Aarau und begegnet einem Jugendbekannten, ei­nem früheren politischen Flüchtlinge, der dort als Kapellmeister seine Cristen; gefunden hatte, nun aber in sein befreites Vaterland zurückkehrte. Man ver­ständigte sich rasch, der neue Flüchtling erhielt die Kapellmeisterstelle des alten und der alte eilte nach Baden, um die Beamtenstelle des neuen Flüchtlings ciuzunehmen. Die Welt ist einmal rund!

Halle, 2. Juni. Einer der Redacteure der ein- gegaugenen hiesigen demokratischen Zeitung, B ü r g e rs, ist bei dem Kampfe in Dresden erschossen worden.

Trier, 4. Juni. Die Truppenbewegungen bei uns dauern fort und nehmen einen immer lebhafteren Cha­rakter au. Am Freitag Abend kam ein Bataillon des 27. Landwehrregiments in der Umgegend an und mar- schirte gestern Morgen wieder in der Richtung nach der Saar ab. Die beiden hier gewesenen Eskadronen des 9. Husarenregiments sowie die 2. reitende Com­pagnie 8. Artillerie-Brigade haben gestern ihren Marsch nach dem Hundsrücken angetreten, wogegen eine Eska­dron Dragoner und die 1. reitende Compagnie der 8. Brigade über die Eifel her einrückten. Man erwartet in diesen Tagen wieder Landwehr und Pioniere. Die Ereignisse der uns zunächst gelegenen Pfalz nehmen fortwährend die öffentliche Aufmerksamkeit hier in der gespanntesten Weise in Anspruch. Reisende, die aus der dortigen Gegend kommen, wissen die begeisterte Einmüthigkeit des Volkes dort nicht genug zu schildern und die ungestörte Ordnung in allen bürgerlichen Zu­ständen. Heute beginnt die gerichtliche Verhand­lung desBernkasteler Aufruhrs" vom vorigen Jahre vor den hiesigen Assisen. (Tr. Z.)

Berlin, 31. Mai. Aus sehr zuverlässiiger Quelle wird uns von Paris her die Mittheilung, daß die nähere diplomatische Verbindung, in welche Preußen durch die Ernennung des Grafen Hatzfeld zum bevollmächtigten Minister, mit der französischen Republik tritt, in einer sehr saubern Weise beginnen soll. Graf Hatzfeld ist vorzüglich beauftragt, mit der französischen Regierung über die zukünftige Be­handlung der voraussichtlichen polititischen Flüchtlinge aus Baden und der Pfalz in Unterhandlung zu treten. Seine Instruction lautet besonders dahin, diese supponirten Flüchtlinge als socialistische Anar­chisten der verderblichsten Art zu schildern und die französische Regierung zu bewegen, daß sie diesen ewigen Feinden aller Civilisation und gesellschaftlicher Ordnung" von vornherein den Eintritt nach Frankreich wehre, damit sie den preußischen Würgengeln unrett­bar in die Hände fallen müssen und den verdienten Lohn ihrer Schandthaten finden.

Berlin, 1. Juni. l Fr. Z.) Was den Frieden mit Dänemark betrifft, so läßt sich über seinen defini­tiven Abschluß durchaus noch Nichts mit Sicherheit berichten; nur so viel hört man, daß sich die beiden Friedenökom missäre, die Herren von Reedtz und Ouadde, in diesem Augenblicke noch hier befinden, und daß Hr. von Schleinitz mit der Fortsetzung der Unterhandlun­gen beauftragt worden ist. Ueber seine Ernennung zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten ver­lautet noch nichts Bestimmtes. Das Ministerium des Handels und der Gewerbe hat in der Person des Reg.-Raths Delbrück ein sehr achtbares neues Mitglied erhalten. Derselbe ist zum vertragenden Gehcimcn- Finanzrath ernannt worden. Er hatte sich als Mit­glied des früheren Handelsaintes das nicht geringe Verdienst erworben, gemeinschaftlich mit dem Regier. Assessor Hegel in monatlichen Heften ein Handelsar­chiv nach amtlichen Quellen zu redigiren und heraus- zngebcn, durch welches, obgleich es erst im Anfänge des Jahres 1847 erschien, eine große Masse interessanter

statistischer Mittheilungen über den Zustand und die Ent­wickelung des Handels und der Industrie in der preus­sischen Monarchie, zum großen Nutzen des Publikums niedergelegt worden sind. Die Aufsätze in dieser Zeit­schrift haben einen großen Vorzug vor der langen, trockenen Zahlenstatistik, mit welcher der selige Herr Hoffmann, weiland Direktor des statistischen Burcau's, die Spalten der damaligen Staatszeituug anfüllte.

Aus dein Haag traf gestern der Legationsrath Jffording als Cabinetscourier hier ein, und aus War­schau kam heute Vormittag ein Feldjäger zurück, wel- cher zwilchen Holo unb Lenczyk, ein schönes meist aus Gardetruppen bestehendes russisches Armeecorps auge- troffkn hatte. Die Bestimmung desselben ist, zwischen Kalisch und Petricau Cantouirungsquartiere zu be­ziehen , die vor weuigcnTagen ein Rcservccorps ver- Ia||en hat, das, über Krakau gehend, dem Corps Ves GeueralRüdiger nach Oesterreich folgt. Somit ist die Gränze von Neuem bewacht, und auch das Groß- herzogthum Posen vor einer neuen Schilderhebung ziemlich sicher gestellt.

Berlin, 3. Juni Seit gestern wird hier allge­mein erzählt, die Russen unter General Saß hatten bei Pordanow an der galizischen Gränze gegen die Ungarn eine bedeutende Niederlage erlitten und ihre sämmtliche Bagage verloren.

Berlin, 3. Juni. Wir erhalten heute aus einer Quelle, in deren Lauterkeit kein Zweifel zu setzen ist, die bestimmte Mittheilung, daß Braunschweig, Anhalt-Bernburg und Mecklenburg sich für den Verfassungs-Entwurf der drei Königreiche erklärt haben. Von Anhalt-Bernburg haben wir dies schon vor der Veröffentlichung des Entwurfs gemeldet, von Mecklenburg war der Anschluß damals gleichfalls schon wiederholt behauptet worden; doch mußte man Be­denken tragen, dieser Behauptung Glauben zu schen­ken, da Mecklenburg die Verfassung vom 28. März anerkannt hatte, ohne in der Lage zu sein, durch welche Bernburg gezwungen wird, um jeden Preis mit Preußen Hand in Hand zu gehen. Höchst wahrscheinlich wird auch der Großherzog von Baden noch in diesen Tagen den Verfassungsentwurf anerkennen. Gewiß ist, daß hierüber unterhandelt wird und daß die Gewährung der erbetenen preußi­schen Hülfe zur Unterdrückung der Revolution in Ba­den zum Theil von dieser Anerkennung abhängig ge­macht ist. Der Bevollmächtigte des Großherzogs ver­handelt merkwürdiger Weise direkt mit dem Prinzen von Preußen. Ein Gerücht, daß dieser Prinz sich an die Spitze der nach Baden bestimmten Truppen stellen wird, findet in jenem Umstände eine Stütze.

Rendsburg, 31. Mai. (W. G. N.) Das bei der Reichsarmee gegen Dänemark stehende Bataillon großherzoglich babener Infanterie , welches in der letzten Zeit keinen Sold vom Hause aus bezahlt er­halten hatte, ist jetzt in schleswig-holst. Sold getreten. Die Rückstände sind demselben bereits ausbezahlt worden.

Nachrichten aus Oesterreich.

Wien, 1. Juni. (§. I.) Die österreichische Re­gierung läßt 40 Millionen Gulden neues Papiergeld durch die Wiener Nationalbank anfertigen, welches für die Verproviantirungs- und Besoldungskosten der rus­sischen Jnvasionsarmee bestimmt ist. ES enthält die Werthbezeichnung in russischer und deutscher Sprache. Der österreichische Haudelsstand, welcher schon mit Entzücken daran dachte, wie die Russen Gold unb Silber in Fülle ins Land bringen würden, und schon von 9 Millionen Rubel fabelte, die in Lemberg an­gekommen seyn sollten, ist dadurch aufs Empfindlichste in seinen Erwartungen und goldenen Träumen ge­täuscht und hört nun zu seinem Schrecken , daß sogar eine Million Gulden an Silberzwanzigeru, die in Wien eine wahre Rarität sind, aus der Bank nach Krakau für die Russen gewandert sind. Auch die lange ersehnten 80 Millionen Lire, welche Sardinien als Kriegskosten zahlen soll lassen nichts von sich hören und die Sündfluth des Papiergeldes ist im vollen Steigen. Billeti di Tresoro mit Zwangscours in Italien; Asignaten auf die ungarischen Vanbeseinfünfte; fast drittehalb hundert Millionen Banknoten, welche schon 15 bis 20 pCt. unter pari stehen, und jetzt noch russisch - österreichische Papierscheine wo will das hinaus?!

Wien, 1. Juni. Die Insurgenten sind Willens, die vom Plattensee umflossene Halbinsel Tihany bei Füred zu befestigen. Es ist bereits die Anschaffung von Baumaterialien, 200,000 Ziegel, 2000 Metzen Kalk, circa 8000 Stück Bauholz, circa 18,000 Stück Bre ter, Pfosten rc. nach dem Pläne des Geniecorps­chefs F-M.-L. Niklas Gaal amtlich aubefohlen. Diese Materialien müssen bis 15. Juni in Tihany seyn, die Lieferungslicitation wird am 4. Juni in Beszprim abgehalten.

Wien, 1. Juni. Pest soll der Aussage eines Rei­senden zufolge furchtbar verwüstet, in einen Schutt­haufen verwandelt worden sein. Die Erstürmung Ofens kostete den Magyaren 4 5000 Mann. Die gefangenen Croaten wurden vom Volke furchtbar miß­handelt und nach Pest getrieben. Sehr viele kaiserlich Gesinnte wurden- verhaftet.

Der bekannte F a n e I i ch, Vicepräsident des seligen Sicherheitsausschusses und im Oktober Auditor beim N. G- Obercommando, wurde aus Triest hierher ge­bracht, um vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden.