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aufzufordern und die Entrüstung der Anwesenden über die schnöde Art auszusprechen, in welcher Römer die Soldaten, die Mitglieder der Reutlinger Deputation waren; anfuhr. Bekanntlich haben die Soldaten sich bereits massenweise für bie Durchführung der Verfas­sung erklärt. Die Ludwigsburger Soldaten haben sich zwar am Geburtstag des Königs auf dessen^ Kosten betrunken, wobei die Offiziere fervirten und Cigarren umreichten; aber sehr viele haben am andern Morgen die ertra erhaltenen 6 Kreuzer als Blutgeld von sich geworfen. Der Bürgerwehrverein lat einstimmig beschlossen, für die Reutlinger Beschlusse emzustehcn; er erklärt, daß er in dieser politischen Frage nur deutschgcsinnten Offizieren gehorchen werde und fordere andersgesinnte Offiziere auf, abzutreten. Der Lander- ausschuß hat folgenden Aufruf erlassen:

An die Volksverci ne!" Die Rationalver- sammlung muß vo» dem Erbfeind der deutschen «Lache den Preußen, fich flüchten. Sie ist auf dem Weg nach Stuttgart, den Schwaben wie vor Alters die tueichv- fahne anzuvertraucn. Waffnet Euch, seit bereit zum Parlamcntshcer, in das sie Euch zum heiligen Kampf für unsere Freiheit führen wird; das Schwerdt Deutsch­lands ist jetzt in unsere Hand gedrückt! Möchte der Nationalversammlung gelingen, was uns nicht ge­lungen ist, daß unsere' Regierung und mit ihr unser Heer es endlich aus der Scheide ziehe. Wo nicht, so können wir Baden nur mit unsern Leibern einstehen. Hierzu seid jede Stunde bereit!

Stuttgart, I. Juni !849, Vormittags 10 Uhr."

Auch das Ministerium rüstet. Die Truppen an der badischen Grenze werden zurückgezogen, um für Stuttgart bereit zu sein. Das Bürgerwehrkommando von Stuttgart hat ausgedehnte Vollmachten; es ist nicht zu bezweiflen, daß ein nicht unbedeutender Theil der Residenzbürger für die Regierung ist. Eine fried­liche Lösung scheint kaum noch möglich. Römer der an der Spitze der deutschen Bewegung stehen konnte, hat sie verlassen und verrathen und den Bürgerkrieg heraufötschworen. Auf sein Haupt die Verantwor­tung! (N.D.Z.)

Mannheim, 2. Juni. Im Gefecht bei Heppen­heim wurden der ehemalige Hauptmann Speck und ein Offizier vom Leibregiment gefangen. Sie kämpf- ten gegen ihre Fahne, gegen ihr Land. Das Militär ist sehr erbittert gegen sie; allgemein verlangt man rasche Untersuchung und strenge Bestrafung. Unnach­sichtlich sollte man mit den Offizieren verfahren, welche dem Feinde als Führer in das Land dienten; wir hören, daß sich eine ganze Schaar dieser Herren in Frankfurt befindet. (N D. Z.)

Frankfurt, 4. Juni. In diesen Tagen, schreibt dieN. D. Z." muß es in der Berastraße,mr .Cut­ter Prmz Emil von Hessen einen allgemeinen Angriff machen. Gestern hieß cs, derselbe wäre bereits ge- nuW; gestern Abend gingen auch wieder zwei kurhes- sische Bataillons, darmstädtische Artillerie und öster­reichische Dragoner von hier nach der Bergstraße ab. Bei diesem Angriff wird es sich entscheiden, welcher Geist in der Mehrzahl der Truppen herrscht; denn allch darüber gehen die widersprechendsten Gerüchte. So hieß es gestern hier, vom hessischen zweiten Regi­ment und von den baierischen Jägern seien sehr viele zum Volksheere übergegangen. Die Nassauer liegen eine Stunde von Darmstadt, in Roßdorf; sie wollten nicht gegen die Badenser fechten. Die Mecklenburger sind sehr entrüstet über die Lügen, durch welche man sie zum Marsch hierher bewogen hat, und machen kein Hehl daraus. Man hat ihnen gesagt, sie sollten die Nationalversammlung schützen und jetzt sollen sie ge­gen Baden ziehen, welches sich für das Werk der Na­tionalversammlung erhoben hat. Die Artillerie hat sich geweigert, gegen deutsche Brüder zu kämpfen, die dasselbe wollten, wie sie. Deshalb kam vorgestern diese Artillerie zurück, nicht weil die Schienen zwischen hier und Darmstadt aufgerissen waren, wie einige Blät­ter meldeten. Dasselbe sollen die stattlichen Dragoner hier erklären; mir eine Schwadron ist hinaufgegangen. Der Oberst hat das Herrn Peucker mitgetheilt und ihm eröffnet, daß er vorerst Verhaltungobefehle von seiner Regierung einholen würde. Man möchte die- sen Angriff gar gern, wie es scheint, mit einem An­grif der Preußen auf die Pfalz, von Kreuznach her fombiniren; aber man scheut den Eindruck, den das Einschreiten der Preußen auf die übrigen Truppen machen möchte. Die Macht ter fürstlichen Heere ist groß; aber größer ist die Macht eines Volkes, welches easichloycn ist, frei zu leben oder zti sterben.

Köln, 1. Juni. Der Bürger Friedrich Wilhelm Hoheuzoliern, an dessen königlichem Worte bekanntlich Niemand zweifeln darf, hatte im Artikel 24 der oktroyir- t.n Verfassung vom 6, Dezember v. I. Preßfreiheit verheißen. Es heißt dort:die Preßfreiheit darf un­ter feinen Umständen in keiner Weise namentich iveber durch P o st Verbote und ungleichmäßigen Post- satz oder durch andere Hemmungen des freien Verkehrs beschränkt, suspendirt oder aufgehoben werden." Bür­ger Hohenzollern, der nie sein Wort brach, läßt jetzt durch seinen frommen Knecht von der Heydt auch diesen Artikel sortoktroyiren. Der Knecht von der Heydt hat unterm 30. v. Mts. folgendes Cirkular erlassen:

Kammer die zahmen konstitutionellen in der Oppo­sition gegen das Ministerium mit Chorus machen zu sehen, sind auch die sogenannten Freunde der Regie­rung nicht eben erbaut von der neuen Oeffentlichkeit und fürchten deren doppelschneidige und vielleicht einst rückwirkende Kraft bei einem geänderten RegiecungS- system. Mancher mußte für conservativ ü tout prix bisher fich geriren; wer es aber nicht (Andere sind es), wollte jedoch nicht so erscheinen. Jetzt nöthigt das Ministerium sie, bei den Wahlen, sich zu decouvriren. Ein Wahlgesetz mit Census wäre mit allgemeinem Jubel in diesen Sphären ausgenommen worden. Der erste Eindruck des Gesetzes hat bei den Demokraten entschieden den Willen hervorgerufen, sich des Wäh­lens zu enthalten und es auf Minoritätswahlen ankommen zu lassen (Fr. I.)

Wien, 30. Mai. Die Debrecziner Regierung macht bereits Anstalten nach Pesth zu übersiedeln, wo sie diese Woche eintreffen soll.

Wien, 30. Mai. (Die Belagerun g Vene­digs.) Laut eingelangten telegraphischen Nachrichten hat Venedig am 28. o. ein heftiges Geschützfeuer aus den Batterien, welche an der Eisenbahnbrücke ausge­stellt sind, und aus den längs der Brücke entfernt stehenden Schiffen unterhalten, um die Batterie-Arbei­ten beim Fort San Giuliano und der Mauth, von wo aus Venedig beschossen werden zoll, zu hindern.

Das Feuer war ohne Erfolg, und die Arbeiten wurden fleißig fortgesetzt. Der Feldmarschall gedachte den 29. Mittags anzufangen Venedig zu bombardiren und pi gleicher Zeit in Brondolo die nöthigen Opera­tionen vorzunehmen. (W. Z.)

Wien, 30. Mai. Es sind hier Briefe aus Ofen angelangt, welche unsere kriegsgefangenen Offiziere zur Beruhigung ihrer Freunde und Angehörigen hie- her beförderten. Sie sind insofern von großem Troste, daß wir nebst dem Verluste der Festung Ofen nicht auch traurige Mordscenen zu beklagen haben, welche ben ersten Berichten zufolge den Schlußstein der Erstürmung Ofens gebildet haben sollten. Jene Briefe versichern, daß außer denen, welche im ehi'li- lichen Kampfe gefallen, kaum irgend einer ihrer Waffen­brüder von den übermächtigen Siegern mißhandelt oder ermordet wurde. Die Kroaten, welche auf dem Plateau standen, alS die Ungarn bis dorthin gedrun­gen waren, hatten ihre Waffen weggeworfen und rie­fen: Zevio Kossuth! wahrscheinlich weil ihnen dies die eindringlichste Sprache schien, um Pardon zu bit­ten, die meisten hatten sich jedoch mit den Offizieren in das Schloß zurückgezogen, und da Görgey nicht lange auf sich warten ließ, so waren diese ans ihrer schreckensvollen Lage bald befreit und seitdem mit so schonender Rücksicht behandelt, daß sie ihre Anerken- .........iv ....v ^.. ä>. Un ^h^ kijriu

Ehrend Pesther Blätter von der unwürdigen Be­handlung erzählen, welche dem tapfern Commandan­ten Hentzi noch nach seinem Tode zu Theil geworden, stimmen alle anderen Berichte über die ehrenvolle, ja pompöse Weise überein, mit welcher die Ungarn das Leichenbegängniß eines helbenmüthigen Feindes ehrten. Die ganze Äcann schaft rückte bei der feierlichen Beer­digung aus, Kanonen donnerten die Ehrensalven ins Grab nach, und erst dann zog die Truppe auf der Altofner Straße ab, auf welchcm Wege auch die kriegsgefangene Garnison abgeführt wurde. Für die Wittwen der Gefallenen wird der Kaiser und der Staat sorgen. (C.B.a.B.)

Wien, 30. Mai. (Rt. Z.) Dem Vernehmen nach soll wirklich ein Theil der Prager Garnison an den Rhein marschieren, da in der Gegend von Mainz ein Bundesher gegen die Revolution verwendet werden soll. Unter jener ist ein Bataillon Großfürst Michael. Einigkeit kann man in dieser Hinsicht der gewaffneten Contrerevolution nicht absprechen. ' Russen besetzen Oesterreich Oesterreich eine russische Provinz! Norb^ deutschland preußische Provinz! Süddentschland, von Preußen und Oesterreich überfluthet österreichische Provinz! Damit die Sache besser geht, wird Hr. Römer demschweren Geschütze Oesterreichs" die Reichs-(!!)feftung Ulin einräumen welch gräulicher Hohn!), und so würden wir freilich nicht, nach Hrn. V. Gagern, die Rolle der Russen in Ungarn über­nehmen, was einem späteren Kulturtragen nach Osten überlassen bliebe, sondern erst würden wir die russische Cultur in österreichischer Uniform bei uns sich anbaueu lassen Deutschland wird wie immer der Tummel­platz der gottesbegnadeten Gelüste werden Dank' seinen überweisen, konstitutiv wllcn Ministern, welche zwar auch keine besondern Lorbeeren ernten, aber da­zu benutzt werden sollen, die verschiedenen Bewegungen microscopisch zu untersuchen, ob sie reindeutsch, ober re in russisch n. s w. find! Der Plan der Contre- revolution ist klar wie Sonnenlicht; weniger deutlich aber ist der Gehirnban deutscher Philister und Minister! Die Herren können sich aber doch etwas verrechnet haben. Sie vergessen bei allen ihren Rechnnngen einen Hauptfaktor: das Volk!

Wien, 31. Mai. Der F.-Z.-M. Baron Weiden ist des Oberbefehls der österreichisch-ungarischen Armee enthoben unb kehrt als Gouverneur nach Wien zurück. An seine Stelle tritt F.-M.-L. Haynau. Der Grund dieser Abberufung soll in Gesundheitsrücksichten zu su­chen sein; eine andere Version sagt, daß Baron Wei­den sich mit den russischen Heerführern nicht habe ver-

An sämmtliche preußische Postämter und Postver­waltungen

(erd. der im Auslande belegenen).

In denjenigen deutschen Ländern und Laudeötheileu, welche in offener Empörung gegen ihre rechtmäßige Regierung begriffen sind dem Großaerzogthum Ba- dcn und dem Regierungsbezirke der Pfalz des König­reichs Baiern verbreiten die politischen Zeitungen und periodischen Schriften fortdauernde Angriffe gegen die gesetzliche Ordnung in anderen deutschen Ländern, Aufforderungen zur Anflehnung gegen die Regierungen und grobe Schmähungen gegen die Person Sr. Ma- jestät des Königs. Bei dem in diesen Gebieten herr­schenden Terrorismus und der unterbrochenen Wirk­samkeit der Gesetze ist cs cs nicht möglich, diesem Uu- wesen wirksam entgegen zu treten. Da die preußischen Posten aber nicht dazu gemißbraucht werden dürfen, ; zur Verbreitung solcher verbrecherischen Schriften die Mittel zu bieten, so werden die Postanstalten ange­wiesen, diejenigen Blätter der gedachten Art, welche ' aus den genannten in Empörung begriffenen Ländern, ; es sei in Folge des Abonnements oder unter Kreuz- I band, eingeyen, nicht weiter zu be'ördern, sondern un- , ter Mittheilung des ergangenen Verbotes, der betref­fenden fremden Postanstalt zurückzuscnden.

Die untergeordneten Postanstalten, so wie die Abou- - nenten solcher Zeitschriften find von diesem Verbote in Kenntniß zu setzen.

Der Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten, von der Heydt."

Wenn wir in einem Staate leben, wo überhaupt noch auf Recht und Gerechtigkeit zu hoffen wäre, so würden wir dem Knecht von der Heydt rathen , vor­her dieMinisteranklage" auch fortzuoktroy:ren.(W.D.Z )

Köln, 1. Juni. (Westd. Z.) Es geht hier ein wundersames Gerücht über die Behandlungsweise der Landwehr. Man sagt, sic müsse ihre Gewehre in eine Kaserne stellen und dann erst dürfte sie ihr Quartier aufsuchen. Der Kommandantur wollen wir Bürge werden, daß einstweilen von Köln aus Niemanb zu den Pfalzern übergeht.

^ummföyfe ihr, W iS habt ihr bayon, Daß ihr Leib und Seele verpachtet Und für fünf Kreuzer würget und schlachtet Und senget und brennet wie Raubgesindel DuS Alles für eine unbefleckte Windel Das Alles damit euer Knmniandant Im Knopfloch trage ein russisches Band DaS Alles, damit mit blutigen Leim Ein morscher Kerker gek ttet werde, Und daß, wenn ihr selber kehret heim, Ihr Knechte seid am eignen Heerde.

Dieweil ihr schießet und würget im Dften, Zahlt ihr im Westen selber die Kosten, Und weil ihr im Süden musst morden, Schmiedet man eure eigenen Fesseln im Norden. SAV't«niifir"\j ikp" "?bt HVNrefsrnèchsss * Und dann---mit vollen Händen nehmt Ihr euch, was ihr braucht die Freih.it, die Rechte. Sie sollen dann sehen, ob ihre Kanonen Mit Seldstschüssen sind geladen

Und ob die Kartätschen von Gottes Gnaden Von selber fliegen ins Herz der Nationen Und ob Sophie mit Gebeten

Entzünden kann kongrevische Raketen.

Wollt einmal nicht! sonst müßt ihr bald Marschieren gegen Brüder und Väter, Denn alle sind sie Hochverrâther, Wenn sie des Windisch grâtz Gewalt Aubeten nicht auf ihren Knien

Und wenn sie nicht finden, daß in Wien Die allerschönste Kirchhofruh, Und wenn sie nicht das Kalb und die Kuh Hergeben für den lieben (Scfammtilaat, Den Gott im Himmel im März verdammt hat."

Berlin, 2. Juni. Bei Trentsch in hat nach der W. K. ein blutiges 9stündiges Treffen zwischen den Oesterreichern unter Haynau und Vogel und den Magyaren (wahrscheinlich unter Dannenberg) stattgefunden. Da mit der Nachricht von der Schlacht kein Siegesbulletin in Wien eingelaufen ist, so finö die ©Österreicher wahrscheinlich geschlagen, namentlich da Vogel Trentschin verlassen und sich auf Tyrnau zurückgezogen hat, wohin auch die Russen von Hradisch über ungar. Brod, Strany und Vay Ujhelz a. d. Waag am 28. sWai etwa 20,000 Mann stark cinge- rückt sind, (N. D. Z.)

Berlin, 2. Juni. Die Nachricht von besondern preußischen Instruktionen an den General von Pritt­witz bestätigt sich. Der Höchstkommandirende hat die preußische Ordre erhalten, während derFriedcnsunter- Handlungen in Jütland nur langsam vorzurücken, uns zwar so, daß er immer den dänischen Truppen zum Rückzüge Zeit lasse. Nach ähnlichen ausdrücklichen Instruktionen handelte Prittwitz, wenn er den General Nye, statt ihn mit seinem Corps abzüschneiden, zum Meere entkommen ließ. Es soll in letzteren Instruk­tionen dahin lauten, daß, da in dem truppenentblöß- ten Kopenhagen ein republikanischer Aufstand gefürch­tet werden müsse, so sei die militärische Energie gegen Rye, insofern er sein Vaterland vor Anarchie zu ret­ten habe, nicht in gewohnter Weite zu handhaben.

Berlin, 2. Juni. Das neue Wahlgesetz mit seinen drei Steuerklassen und öffentlicher Stimmabgabe findet bei keiner Partei entschiedenen Anklang; bei der überwiegenden Mehrzahl aber hat es eine allgemeine Indignation hervorgerufen. Abgesehen von diesem neuen Akt absolutistischer Gesetzgebung ohne Zuziehung der Kammern, und der formalen Rechtsverletzung, welche uns das Schauspiel bieten dürfte, in der neuen