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Dasselbe Unglück soll General Herzinger mit seinem Corps gehabt haben, welcher gleichfalls über die Waag vordrang. I» ähnlicher Weise dürfte |id) bald ber' Rückzug der Ungarn und das siegreiche Vor­dringen der Oestreicher, worüber die Wiener Blätter schon so unqemeffen jubelten, noch weiter aufklären.

7 Perczel schlug am 18. Mai den Rest der Puchner- schen Truppen bei Orsowa.

Bem boinbardirte Temeswar, dessen Vorstadt am 11 Mai gänzlich abbrannte.

' Jellachich hatte am 16. Mai sein Hauptqurtier in Vickowar; er hat über kaum 6 bis 7000 Mann zu gebieten.

Perczel ist in Syrmie» eingefallen und hat Kar- lowitz binnen 6 Stunden zur Uebergabe und ganz Syrmieu binnen 24 Stunden zur Unterwerfung auf- gefordert.

Am 23. Mai war großer Kriegsrath in Dcbrcc- zin, woran unter Klapka's Präsidentschaft Dembinski, Görgey, Bem u. A. Theil nahmen.

Zwischen der serbischen Landesregierung und dem österreichischen Bevollmächtigten Mayerhofer ist es zum offenen Bruch gekommen, welcher der Macht und dem Einfluß der Oesterreicher in den südlichen Grenzgegen­den Ungarn den letzten Stoß gibt.

In Preßburg wurde am 27. Mai der Ober­stuhlrichter Olle, wegen seiner Verbindungenmit den Magyaren kriegsrechtlich zum Tode verurtheilt, jedoch auf 12 Jahre schwere Kettenstrafe begnadigt.

Auch eine Dame soll jetzt standrechtlich erschossen werden. Cs ist die reiche Gutobefitzenu Udvarnoky auf der Insel Schütt, welche mehrere österreichische Offiziere den Ungarn in die Hände lieferte. Wann werden die österreichischen Staudrechtshelde» von den Rebellen" Humanität lernen?

Nachschrift.

Frankfurt, 2 Juni. Gestern Abend wurde dahier in Sachsenhausen der bekannte Demokrat und Mit- rcdaktcur derRheinischen Zeitung,, Herr Dronke vom kurhessischen Militär arretirt. (Fr I.)

Kaiserslautern, 31. Mai. Der polnische Gene­ral Sznayde (Schneider), der das Oberkommando über die gcsaminte rheinpfälzische Streitmacht übernommen, hat sich bis jetzt als ein Mann gezeigt, der nicht nur den ganzen Umfang seiner schwierigen Stellung genau kennt, sondern auch Geist und Energie genug besitzt, sic würdig auszufüllen. Er liegt mit einer ungewöhn­lichen Thätigkeit der Organisirung unserer Volkswehr ob, und seine, in dem Amtsblatt der provisorischen Regierung veröffentlichten Tagesbefehle bekunden ihn als einen Feldherrn, der Ordnung, Leben unb Bewe­gung in unsern entstehenden Wehrkörper zu bringen versteht. Er erfreut sich bereits der allgemeinen Hoch­achtung. Es wird mit allen Kräften dahin gestrebt, die innigste Verbindung zwischen der Pfalz und Baden herzustellen. Wie wichtig ein gemeinsames Wirken beider Länder wäre, liegt auf der Hand. Täglich erhält die pfälzische Erhebung neuen Zuwachs nicht nur an militärischen sondern auch an intelligenten Kräf­ten. Jeder bemüht sich, der provisorischen Regierung Dienste zu leisten, und zwar mit einer Uneigennützig­keit, die der großen Sache würdig. Es ist sich hier Jeder klar bewußt, daß es nicht blos um die Freiheit der Pfalz, sondern um die Freiheit Deutschlands han­delt und daß alle Mittel, alle Kräfte aufgeboten wer­den müssen, um beut hier begonnenen Kampfe einen siegreichen Ausgang zu verschaffen. (Fr. I.)

Kaiserslautern, 31. Mai. Die Beeidigung der Beamten auf die Reichsverfassung und die provisorische Regierung geht ihren geregelten Gang fort. Eben läuft die Meldung ein, daß auch sämmtliche Staats­und Gemeindebeamten des Kantons Rockhausen den Eid geleistet haben. F. I.

Karlsruhe, 29. Mai. In vielen Lügenblättern wurde die Ansicht verbreitet, die Rastatter Bürgerwehr und Soldateu wollten verfassungstreuen Reichstruppen die Thore öffnen. Das ist falsch: die Rastatter werden nur thun, was der regierende Landesausschuß verord­net, und haben Das gerade in der angegebenen Be- ziehung ausdrücklich erklärt. Unsere Soldaten sind überall vom besten Geiste beseelt.

(Krlsr. Z.)

München, 30. Mai. Seit heute Morgen hat sich das Gerücht verbreitet, daß gestern im Staatsrath der Beschluß gefaßt worden sei, gegen jedes eigen- mächtige militärische Einschreiten Preußens in Süddeutschland, insbesondere in der Pfalz, ohne daß cs auf Verlangen der provisorischen Centralge- walt geschehe, mit En tschiedenheit zn prote sti­ren, und daß noch gestern Abend ein Kourier mit diesem Beschlusse nach Berlin abgegangen sei. Ich geben Ihnen diese Nachricht, wie sie mir diesen Vor­mittag von mehreren Seiten mitgetheilt wurde, ohne sie bis jetzt verbürgen zu können. Gewiß ist indessen, daß die neuesten Nachrichten and Berlin über verschie­dene offene und geheime Vorhaben und Gelüste der preußischen Politik hier in allen Kreisen der Bevöl­kerung vielfache Besorgniß erregen und den nie ganz erloschenen Haß gegen dasPreußenthum" auf's 9teuc anfachen. (N. C.)

Berlin, 1. Juni. Nach einer im heutigen Staats­anzeiger erschienenen f. Verordnung haben sich die Ur­wähler für die zweite Kammer am 17. Juli b. J. zur Wahl der Wahlmänuer zu versammeln, und die Kammern sind auf den 7. August d. I. zp- I sammenberufen. (F. I.)

Aus Westpreußen, 28. Mai. Während der Ver­haftungen gegen die Bürgerlichen überall Schlag auf Schlag folgen und es mit den politischen Verfolgun­gen eben so grausig in Preußen zugeht, als es nur mit den religiösen nach Luthers Zeiten gewesen sein kann wird gegen die ungehorsame Landwehr stets mit der größten Nachsicht verfahren. Während das Ministerium jede Amnestie gegen Bürgerliche streng derweigert, soll für alle Landwehrmänner, die sich jetzt noch stellen, volle Verzeihung gewährt werden. Kein Wunder dies! Das Ministerium weiß recht gut, daß zu jeder Flinte iyib Kanone, die gegen das Volk gerichtet wird, auch ein guter Wille gehört, und wenn man auch die Leute vielleicht zwingt, ciuzutreten, so kann man doch bei Keinem nachsehen, ob er nicht, wenn's heißt:Feuer!" ins Blaue schießt. Das Mi­nisterium will sich kein böses Blut beim Militär machen, dessen Bajonette allein es ja stützen. Wenn nur leider aber das böse Blut nicht schon da wäre!

Noch immer rücken russische Truppen auf Kalisch zu, zur Reserve für das Heer in Ungarn, wo der Tanz bereits begonnen; er wird viel Geld und Blut kosten. Das Geld will der Czaar aus seiner Tasche geben, das Blut soll das Volk liefern, In dem rus­sischen Offiziereorps herrscht eine allgemeine Mißstim­mung. Ganz gegen den Wunsch und Willen der rus­sischen Generalität geschah die Invasion in Ungarn. Nur auf Machtspruch des Kaisers. Dembinski soll in Galizien überall siegreich vordringen. Alles tritt zu ihm und ergreift für Ungarn Partei. (F.J.)

Lübeck, 28. Mai. Die schon erwähnte, von der Lübecker Zeitung" mitgetheilte Correspondenz aus St. Petersburg vom 9/21. b. ist, selbst wenn sie sich nur theilweise bestätigte, zu bedeutend, um ganz mit Stillschweigen übergangen werden. Sie lautet:Die Nacht vom 8. auf den 9. b. war für die höheren Kreise der St. Petersburger Welt eine Schreckensnacht. Ohne Ahnung davon wurden Söhne der angesehensten Familien nächtlich von Polizei und Genöd'armerie Überfällen, aus den Armen der Ihrigen gerissen und sind seitdem verschwunden. Das Gerücht mag die Anzahl der auf die brutalste Weise vorgenommenen Verhaftungen übertreiben, zumal da es natürlich Nie­mand wagt, über die Angelegenheiten noch zu sprechen; aber die ängstliche Gewitterschwüle, die seitdem über uns lagert, ist nicht zu ertragen. Als zuverlässig können wir berichten, daß die Anzahl der Verhafteten in St. Petersburg die Zahl 100 überschreitet, Manche geben dieselbe auf 200 und 300 an. DieVer­schwörung", welche dieser Maßregel zu Grunde liegen soll, wird als eine kommunistischsociale bezeichnet, jedoch nach den uns zum Theil bekannten Persönlichkeiten, welche von dem Zorne des Selbstherrschers betroffen sind, kann dieselbe nur einen sehr gemäßigt politischen Charakter gehabt haben. Unter den Verhafteten be- finden sich namentlich Garde-Offiziere und junge Adelige, welche im Ministerium des Innern und tut Departement der Diplomatie 'angestellt waren. Mit welcher Rohheit viele Verhaftungen vorgenommen wurden, läßt sich daraus schließen, daß der Sohn eines sehr angesehenen Staats- und Edelmannes, Kaschkin, auf den Tod erkrankt im Bette, von den Polizeischergen vor den Augen der weinenden Eltern hinweggetragen wurde. Die Gefangenen wurden zu­nächst nach der Festung Petersburg gebracht, von da sollten sie jedoch nach den Kasematten von Kronstadt transportirt worden seyn. Unstreitig ist hiermit die spirituelle Blüthe Rußlands vernichtet; denn Sie werden unsere Verhältnisse hinlänglich kennen, um zu wissen, daß die verhafteten Jünglinge für immer ver­schwunden sind.

Ueber den wirklichen Zusammenhang erfährt man eigentlich nichts. Die Russen, welche unter einer Re­volution nur eine Ermordung des Czaaren verstehen, behaupten, man habe die Ermordung desselben bei der großen Revue, die der Kaiser über die St. Peters­burger Garden vor seiner Abreise nach Warschau an- gekündigt hatte, beabsichtigt. Die Parade wurde am 11. b. M. wirklich über 40,000 Mann abgehalten und war in Bezug auf die militärische Dressur, das Glänzendste, was man sehen kann. Der Kaiser hielt eine energische Anrede, in welcher er versprach, den Mordbrennern und Räubern" den Ruhm der russi­schen Waffen fühlen zu lassen. Bei der Anwesenheit des Kaisers in Moskau wurde eine Entdeckung ge­macht, welche den gepriesenen Helvenmuth Nikolaus bedeutend erschüttert haben soll. Man entdeckte näm­lich, daß in den Gewölben des neuen Kaiserpalastes Kremlin Pulverminen angelegt waren, bereit Bestim­mung der Selbstherrscher mit seiner Person in Ver­bindung brachte.

Wien, 28. Mai. Der Verlust der Österreich sche i Armee dürfte sich seit Anfang des Krieges auf 60,000 Mann belaufen. Hiervon ist nach den 36 Biilletins nur ein Drittheil auf dem Schlachtfelde gefallen. Das Fieber und die Ruhr haben die Andern aufgerafft. Auch die Russen spüren schon den Einfluß des Klima's. Keine Schlacht ist noch geschlagen worden und hier beherberge» die Spitäler viele Kranke.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

GeksNKLmachungen.

<°"> EdictartadnnS.

Nachdem über das Vermögen des Peter Wüst intb dessen Ehefrau , Anua Maria gcboruc Schäfer von Welterod der ConcnrSprozeß rechtskräftig erkannt worden ist, werden alle, welche dingliche oder persönliche Ansprüche an der Masse haben, uufgefordert, solche bei Meldung des Ausschlusses Donnerstag, den 24. Juni Morgens 8 Uhr dahier zu liquidiren.

j St. Goarshausen, den 18. Juni 4â9.

H e r z o g l i ch N a s s a u i s ch e 5 A m t Hildenbrand.

(683) Nach einer Meldung des Herrn Oberstaabsarztes Dr. Ebhardt sind Zusendungen von Leinwand, Charpie und Verbandzeug in so reichlichem Maaße erfolgt, daß die Hospitäler hinreichend damit versehen sind. Es werden also weitere Sendungen nach den Herzogthümern Schleswig und Holstein nicht mehr gemacht werden.

Ich ergreife mit Vergnügen diese Gelegenheit, um für die bereitwilligen Spenden von Verbandmaterialien aller Art öffentlich meine Danksagung auszu­sprechen. Alefeld.

(am Gefror «es

Täglich in mehreren Gattungen zu haben pr. Glas zu 10 fr. Ertra- Bestellungen von jeder Größe können, da ich das Gefrorne in 6 Minuten durch eine Maschine schaffe, in ganz kurzer Zeit au Orte besorgt fein.

M. Wen®, Conditor.

Ausverkauf.

(685) Wegen Wohnortsveränderung zeige ich meinen verehelichen Abnehmern den Aus­verkauf meiner sämmtlichen Waare an, auch ist bei mir eine Ladeneinrichtung zu verkaufen.

P. Koch, große Burgstraße.

(687) Ein junger, schwarzer Pudel, mit weißer Brust und einer weißen Vorderpfote hat sich verlaufen. Dem Wiederbringer wird eine Belohnung Langgaffe Nro. 41.

(675) Steingasse Nro, 33 sind 200 Wellen zu haben.

Berloosung der Erzeugnisse süddeutscher Ge­lverbhallen.

(647) Die zu der in Darmstadt stattfindcnden Verloosuug and der Nassaui­sche» Jnduskriehalle dahier gewählten Gegenstände sind täglich in dem großen Saale des Theatergebäudes zur unerktgeldlichen Ansicht ausgestellt.

Die unterzeichnete Commission gibt sich der Hoffnung hin, daß sich das Pub­likum zur Hebung des darniederliegenden Gewerbestandes durch Ankauf von Loosen, welche in dein Äusstellunasloeal im Theater sowohl als auch in der Industriehalle

6 F dulden zu haben sind, recht lebhaft betheiligen wird.

Wiesbaden, 19. Mai 1849.

Oie Sndush'iehane-Coiiimissioii.

^öffentliche Danksagung.

(682) Nachdem mein Sohu schon lieben Jahre lang mit einem Knieübel zu kämpfen gehabt und ich Aerzte fast aus allen Gegen­den zu Hülfe gerufen hatte, haben cs die Herren Militär-Aerzte Ebhard, Dörr, Cratz und Alefeld aus Wiesbaden durch eine ge­schickte und merkwürdige Operation dahin gebracht, daß dieser mein Sohn, der vorher 2 Krücken gebrauchen mußte, vollkommen hergestellt ist. Das vorher krnmme Bein ist gerad und ebenso lang und stark, wie das andere.

Dank, öffentlichen Dank den edeln Hel­fern, auf die ich meine Mitbürger aufmerk­sam zu machen mich verpflichtet fühle.

Mittelheim, den 28. Mai 1849.

Philipp Dietz, Lehrer.

Annonce.

(686) Jemand, der die Schnellessigfabrika- tion auf das neueste, leichteste und Vortheil - haftestc praktisch und ohne großen Kostenauf­wand anzulegen versteht, womit mehrere Sorten aus-, als inländische Essige erzielt werden können, ist nicht abgeneigt, Eiurich­tungen deren gegen ein augenicffcnes Hono­rar zu übernehmen. Besondere Vortheile werden mit anvertraut. Lusttragende belieben sich unter Adresse G. H. portofrei in Wies­baden zu wenden.

(652) 1500 fl., 4000 fl, sind gegen dop­pelte gerichtliche Sicherheit sofort auszuleihen. Durch wen sagt die Erped. d. Bl.

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