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Frankfurt, 1. Juni, Morgens. Der erwartete Entwurf einer von den königlichen Negierungen von Preußen, Sachsen und Hannover dein deutschen Volke dargebotene Neichsvcrfaffung ist endlich an das Licht der Ocffentlichkeit getreten Die heute früh hier ein­gegangene Nummer despreußischen Staatsanzeigers" theilt denselben mit: Angeschlosten sind ihm Ent­würfe der Grundrechte und des Wahlge­setzes.

Frankfurt, 1. Juni. Nach derDeutschen Ztg " sollen von den bei Heppenheim durch die Neichstrup- pen gemachten Gefangenen, deren viele in Darmstadt bereits eingebracht wurden, diejenigen, welche nicht deutsch sprechen konnten, sogleich erschossen worden sein.

(Fr. 3 )

Darmstadt, 30. Mai. DieDarmst. Ztg." be­richtet:Heute Morgens brach eine Colonne badischer Infanterie, deren Stärke von 800 1000 Diann angegeben wird, über die hessische Grenze in das Bir- kenauer Thal und wandte sich über^, Mörlenbach und Rimbach nach Fürth, auf dem Wege allenthalben auf­rührerische Aufrufe vertheilend. General von Schäffer traf sofort Anstalt, die Eingedrungenen zu verfolgen und wurden zugleich weiter nothwendige Verstärkungs- Truppen von hier und von Frankfurt requirirt.

Schon vorgestern hatten sich 14 badische Dragoner in Virnheim gezeigt und im dortigen Wirthshause geäußert, daß ihre Kameraden nun in kürzester Frist kommen und alle Hessen initzugehen und für die Frei­heit zu kämpfen zwingen werden. Diese Ankündigung erfüllte sich heute auf mehreren Seiten. Außer der erstgenannten Colonne, die um 3 Uhr in Fürth ein­rückte, suchte sich der Feind Nachmittags von Lauden­bach und Dorf Erbach her versteckt zu nähern, allein es wurden ihm sofort Truppen entgegengesendet, man vernahm Kanonendonner, der Feind zog sich zurück und wurde verfolgt. Diese Verfolgung dauerte bis gegen halb 7 Uhr Abends, wo neue Truppen nachge­sendet wurden. Zugleich kam die Nachricht, im nahen Gebirge stecken Freischärler, die sich den neuesten Mel­dungen zufolge auch in Oberhambach zeigten. So­gleich wurde auch nach diesen Richtungen die nöthige Truppenzahl verfügt. Um 8 Uhr fuhr in Heppen­heim ein Wagen voll Trophäen ein, meist Waffen und weggeworfene Montourstücke enthaltend. Um diese Zeit erfuhr man, daß sich unsere Truppen in Hems­bach befanden und daß uns in Dorf Erbach ein Mann getödtet und zwei verwundet worden waren. Erst um 9 Uhr kam in Heppe n h e i m die sichere Knnde von den Hemsbacher Vorgängen an. Das Gefecht, welches dort zwei Stunden lang mit den Insurgenten, fast lauter badisches Militär, bestanden worden, war ein sehr heftiges und endete damit, daß der Feind zurückgeworfen wurde, was jedoch mit nicht unbedeutendem Verlust von unserer toeite geschah. Wir haben den Tod zweier tapferen Offiziere, des Ober­lieutenants Zimmermann und Fr. Hoffmann zu be­

klagen. Lieutenant Wilh. Pönnies ist, wenn auch nicht lebensgefährlich, doch erheblich verwundet zwei Wagen mit verwundeter Mannschaft und ein paar Todte wur­den nach Heppenheim gebracht. General v. Schäffer rekognoszirte bis Weinheim, das man in starkem Ver- theidigungsstand und mit Kanonen besetzt fand. Unser Korps zog sich mit einbrechender Nacht zurück und glaubt man daß morgen, bei inzwischen eingerückten Verstärkungen, nach dieser Seite hin von uns offensiv vorgegangen werden dürfte. (F. I.)

Frankfurt 31. Mai, Abends 6 Uhr. Es wird uns so eben die Mittheilung, dasi heute Morgen bei Börstadt im Doenwalde ein neues Treffen stattgefunden, in welchem die Neichstrpfreu geschlagen worden sein sollen. Von dem Treffen bei Heppenheim sind viele Verwundete und todte Militärs in Darmstadt eingebracht worden ; letztere zählt man deren 17.

Nach der Meldung eines hessischen Offiziers hätten die Badenser bei Heppenheim 52 Todte verloren; doch sei noch nichts durch diesen Kampf entschieden; die Aufständischen gingen in guter Ordnung und mit Muth vor; mit Artillerie seien sie gut versehen. (F. I.)

Äiel, 27, Mai.Das Opfer fällt, die Naben steigen nieder!" Dies Wort wünschen unsere Feinde in und außerhalb Deutschlands auch bald auf Schles­wig-Holstein anwenden zu können. Es wird heute als eine von der Statthalterschaft selbst herrührende Mit­theilung erzählt, daß Preußen und Hannover, ohne Berufung der Centralgewalt einen Waffenstillstand mit Dänemark unterzeichnet hätten, wonach das dänische Schleswig (ein ganz neuer Begriff dessen Begräuzung vollkommen unklar ist) durch dänische Truppen besetzt werden sosse (also Annahme der dänischen Vorschläge!!), und zugleich sei der Statthalterschaft eine Insinuation zugekommen, daß, wenn sie sich nicht füge, Schleswig von russischen Truppen besetzt werde! Hiermit stimmt die Nachricht überein, daß sogar Herr von Nadowitz wegen seiner deutschen Gesinnungen allen Credit ver­loren habe und gemieden werde, und daß Herr von Meyendorf, der russische Gesandte, jetzt der Allmäch­tige dort sei! (F. I.)

Paris, 29. Mai. Nach der öffentlichen Sitzung kamen gestern die Repräsentanten sofort in ihren Bu­reau zusammen, um die Präsidenten und Sekretäre derselben für den ersten Monat zu ernennen. Um 4 Uhr war man mit dieser parlamentarischen Arbeit fer­tig, die im Allgemeinen nur wenig Eröterungen her­vorrief. Die Ernennungen fielen fast sämmtlich auf Mitglieder der gemäßigten Partei und meistens wur­den dieselben mit sehr großen Majoritäten gewählt. Im 10. Bureau lautete cm Zettel auf denHerzog" von Broglie, worauf Thouret die Ernennung dessel­ben als verfassungswidrig anfocht. Baraguay d'Hilliers schlug sogleich vor, daß man die Wahl eassiren und zu einer neuen schreiten solle. Dies geschah und de

Broglie ward mit noch größerer Majorität gewählt als zuvor. Unter den gewählten Präsidenten der Bu­reaus sind Mole, Bugeaud, Bedeau, Barocke, Dupin Remusat, Gunin, Broglie, Thiers, Mauguin, F Arago und Eavaignac. jm Laufe der Bureauarbeiten ward Keratry von Lagrange und einigen Mitgliedern des Berges über die gestrigen Truppenzusammenziehungen um die Versammlung befragt; der Alterspräsident entgegnete, die mllltärischen Maßregeln seien mit sei­ner Zustimmung getroffen worden. Auf der Börse übten die Bureauwahlen heute auf die Kurse einen günstigen Eindruck.

Nach dem Schluffe der Sitzung hieß es gestern, daß eine Schaar von 1500 bis 1600 Menschen gegen die Nationalversammlung maschire; sofort wurdeu'zwei Regimenter aufgestellt, die angcmeldete Truppe blieb aber aus. Der Berg, welche unter dem Vorsitze von Ledru-RoUin, Lamennais, Banne und Deville einen eigenen Verein oder Clubb gebildet hat, ist be­reits über die Candidaten einig, welche er für das Bureau der Nationalversammlung vorschlagen und durchsetzen wird. Zum Präsident ist Ledru-Nollin be­stimmt; zum Vicepräsienten sind Lamennais, F Piyt Mathieu (de la Drome), Deville, Bauue und Boichot ausersehen; Rattiensoll einer der Quästoren und Com- missaire einer der Sekretäre werden.

Der doppelt gewählte Feldwebel Commissaire hat für den Unterrhein entschieden, weil er glaubt, in Lyon sicherer durch einen Rothen ersetzt zu werden, als in jenem Departement. In dem Lyoner Blatte, worin er dies anzeigt, erklärt er zugleich, daß er, so lange er Soldat sei, auch in der Nationalversamm­lung seine Feldwebelsuniform nicht ablegen werde.

(Köln. Z )

Amtliche Nachrichten.

Der Crinn'nalgerichtsâccssist Büche r von Wies­baden ist an das Amt Wallmerod und der Amtsccesist v. Morren Hofen von Wallmerod nach Wehen ver­setzt worden.

Lehrer Schönleber zu Oetzingen ist zum Lehrer in Schmitten, Lehrvikar Junker zu Mamolshain zum Lehrer in Oetzingen ernannt und die Lehrvikar- stelle zu Mamolshain dem Schulkandidaten Schlitt aus Obertiefenbach, Amts Runkel, provisorisch über­tragen worden.

Am 6. Mai ist der Lehrer Lohmann in Kördorf mit Tod abgegangen.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

ekanntmachunge

II.

Deuèfrhkatholifche Gottesverehrung

(681) Nächsten Sonntag den 3. Juni, wobei Confirmation und darauf das Liebesmahl gefeiert wird. Der Vorstand.

(680) Volksversammlung

Sonntag, den 3. Juni in Aulenhausen bei Weilmünster.

Der Volksverein in Weilburg.

(473) Soeben ist erschienen und in den Buchhandlungen von H. W. Ritter und H. Fischer zu haben:

Gustav Struves Lebe« nach authentischen Quellen und von ihm selbst mitgetheilten Notizen dargestellt von seinem Freunde Löwenfels. Mit Struve's Porträt. Preis 24 kr.

Eine getreue Darstellung des thatenreichen Lebens dieses ausgezeichneten Mannes muß gerade jetzt für den Politiker, wie für das gesammte Volk über- haupt vom höchsten Interesse sein.

Frankfurt. Cours der Staats Papiere. Schluß der Börse.

Den 31. Mai 1849.

pEt.

Papier

Geld

Den 21. Mai 1649.

pEt.

Papier

Geld

Oesterreich r w w ff M ff ff

Preußen

Bayern

Würtemb.

Baden

Metalliques Obligationen .... ff ff '

ff ff ....

ff ff ....

Wiener Bank-Actien..... oOO fl. Loose........

250 fl. Loose von 1839 .... Belhmänuische Obligationen . . .

50 Thaler Prämicn-Schcine . . . Staats-Sckmld-Scheine â 105 . . Obligationen........ Ludwig-Kaual-Actien incl. d. v. C. Bexhacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........

Obligationen........

Lotterie-Anlehen 5 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .

5

4

3

2% 3

4

4%

3% 3%

4 % 3%

5

3%

73% 57% 43 39%

1091

122% 74% 6t

66

81%

78 46 67% 92% 7*% 92% 72% 47

25%

73

57 1 42%' 38%' 1086 ;

121%

74

100%

80%i 77%;

67%'

91%

74

92 1

72 1 46%' 25 %

Darmstadt

Kurhcssen Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Obligationen........

Lotterie-Aulehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen........ Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . ,

Obligationen........

ditto von 1839 . . . .

ditto von 1846 ....

Taunus-Eisenbahtt-Actien â 250 fl. .

Jntegr.-Obligatiouen.....

Syudicats.........

Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup..... Lotterie-Loose 300 ...... ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

3% 4

4

5 3%

3 3% 3%

2% 3%

3

77%, 84% 69

21 34%

27

100 80% 20% 78

93 89%

275 49%

23%

72 25%

77

84 65% 20% 34% 26% 99% 80

20 77% 92% 89%

272

49% 78 23%

97%

25

Cours der Wechsel.

Den 21. Mai.

Kurze Briefe

Sicht Geld

Zwei Briefe

Monat

Geld

Gold- und Silber-Sorte«.

Neue Louisd'or............ Friedrichsd'or............. Ducaten..............

20 Frank-Stücke

Holländische 10 fl. Stücke........ Englische Souverains.......... Laubthaler ............. Preußische Thaler........... Hochhaltiges Silber .......... Gering-mittelhaltiges Silber........

fl.

11

9

5

9

10

12

24

24

(Fr

kr.

6 59 40 41

7

5

30 20

kf. 2.)

Amsterdam, wo st. Ert. . . . Augsburg, 100 fl. Ert. . . . Berlin, 69 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Loutsd'or. Hamburg, lOO Mrk. Bco. . . , Leipzig, V0 Thlr...... in der Messe ....

London, 10 Livr. St.....

Lyon, 200 Fr.......

Paris, 200 Fr.......

Mailand, 250 Lir. Anstr. . . . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . . Disconto........

101%

88%

120%

95%

95%

100%

100

120

105%

99%

105%

95%

101

87%

121

%%

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.

(672) Badewannen von Zink und Blech sind zu vermuthen und zu verkaufen bei Spengler- meister Conradi in der Häfnergasse.

(654) Eine Parthie grau leinene Drill von 12 kr. bis 36 fr. per Elle ist w eder ange- kommen. Louis Schröder.

(662) Ich mache hiermit die ergebenste An­zeige. daß ich für die Bade-Saison 1849 von Herzoglicher General - Domäne- Direktion das Badhaus zum Schützenhof wieder gepachtet habe. Indem ich dieses zur geneigtesten Be­rücksichtigung hiermit bestens empfehle, bitte ich ein verehrliches hiesiges und auswärtiges Kurpublikum um zahlreichen Anspruch.

Wiesbaden, den 25. Mai 1849.

Christian Brenner, Bademeister.

(670) Ein honettes Mädchen aus Frankreich welche etwas deutsch versteht und ihre Mutter-, spräche sehr schon spricht, wünscht ciue Stelle als Bonne oder Ladenmädchen. Das Nähere ertheilt das Geschäfts-Bureau von Carl Leyen­decker, Marktplatz No. 38.

(645) Em gebildetes Frauenzimmer, wel­ches in allen häuslichen und weiblichen Ar­beiten erfahren, sucht eine Stelle als Kam- merjungser, Haushälterin oder Beschließerin, auch bei einzelnen Damen. Zu erfragen in der Expedition d. Bl.

(652) 1500 fl., 4000 fl, find gegen dop­pelte gerichtliche Sicherheit sofort au zuleihen. Durch wen sagt die Erped. d. Bl.

(675) Steingasse Nro. 33 find 200 Wellen zu haben.