Einzelbild herunterladen
 

an Trauerzügen zu betheiligen oder ihm oft unuöthi'ge Kosten auferlegt wurden, gingen pimmtliege 4 miur uun ersten Mal in dunkler Hose und einfacher £urn> Wcke mit, als Zeichen der Trauer ein schwarzes Dchlup- chcu auf der linken Seite der Brust befestigt. Wir haben nicht bemerkt, daß dadurch dem Ernst und der Feier des Zuges auch nur im Geringsten Abbruch gc- schehen wäre, und die Turner kommen ihrem frühern fiel , bem verderblichen Kleiderlurus zu steuern, der sl'Ä gerade bei solchen Gelegenheit am auffallendsten ^i^ wieder um einen Schritt näher, wodurch man­cher sauer verdiente Thaler erspart wird. Sollte ^bei der Bürgerwehr einmal ein ähnlicher trauriger Fall cintreten, dann wollen wir hoffen, daß dieselbe sich eben so zahlreich bei der Beerdigung ihres Mitbruders betheiligt wie die Turner, gleichviel ob er arm oder reich war, und es könnte ja dann die Be- ftimmuug getroffen werden, daß die Wehrmänner in r ren Blousen oder Wehrmannskitteln dem Zuge sich anschlössen, damit denn doch dem Armen nicht bei je­der Gelegenheit der Standesunterschied unter die An­

gen geführt wird.

zz Aus dem Amte Hochheim. Aus Veranlassung der am Sonntag in Weilbach abgehaltenen Volksver­sammlung, deren Hauptzweck bekanntlich Aufforderung zur Volksbewaffnung war, traten am 23. d. M. die Bürgermeister und Gemcinderätbc des Amtes Hochheim in Wallau zusammen, um über die Bewaffnung zu bera­then Vier Gemeinden waren nicht vertreten: Igstadt, Brecken heim, Lorsbach und Flersheim. Bürger Hofmann aus Jochheim sprach hauptsächlich z er wies ii^ kla­gen Worten die Nothwendigkeit der Volksbewaffnung nach, namentlich auch in Bezug auf die gegenwärtige seit, in der unsere Revolution in ein neues Stadium getreten, aus dem wir nur durch kräftiges Auftreten, durch Erhebung in Masse als Sieger hervorgehen kön­nen. Alle Bürgermeister sprachen die Ueberzeugung aus, daß schleunige Bewaffnung des ersten Aufgebots durchaus Noth thue, einstimmig beschlossen sie, den Gemeinden die Dringlichkeit derselben vorzustellen, die Resultate der Gcmeindeberathungcn dem Bürger Hof- manu schleunigst zu übersenden, aus diesen ein Besinne ziehen, dasselbe - der Regierung in einer Petition zu- kommen zu lassen und dieselbe um baldige Bewaffnung des ersten Aufgebots zu ersuchen.

Zwei Gemeinden des Amtes Hochheim sind den übrigen mit gutem Beispiel bereits vorangegangen. Eddersheim hat 50 Gewehre bestellt, Wallau hat zur Anschaffung von Waffen 1000 fl. verwilligt. Möchten bald alle Gemeinden von solchem Geiste beseelt sein I

HM. Standquartier Düppel, 18. Mai. Vor- gcftern den 16. zogen vom Regiment Nassau das lte Linien- und das leichte Bataillon auf die Schanze auf Vorposten. Da die Schanzen (Düppeler Höhen) wie ein schwacher halber Mond von 2 Seiten wie eine Halbinsel umzogen sind, so erkühnten sich schon längere Zeit die Dänen, in Kanonen-Böten die Stel­lung, sowie die Schanzen zu beobachten. Niemand wehrte bisher dieses Treiben; sie wurden deßhalb im­mer kühner und nahten sich bis auf Flintenschußweite. Besonders war dieses der Fall vorgestern Abend und gestern Morgen. Alle anwesenden Nassauer erhoben ein großes Gespöttel wegen der Saumseligkeit und Zaghaftigkeit von deutscher Seite. Herr Obrist Ge­rau ließ jedoch in der Nacht vom 16. auf den 17. schnell eine Strandbattcrie auf dem rechten Flügel aufwerfen, unsere Soldaten zogen, 4 Geschütze, des Nachts dahin. Gestern Morgen nahte das Boot wie­der, ohne beschossen zu werden. In großen Schmä­hungen machte sich der Unwille der Soldaten Luft, die Staabsoffiziere begaben sich deßhalb, als der Her­zog Morgens die Schanzen besuchte, zu demselben, und stellten ihm die Sache vor, und er erlaubte der Strand- baltenc das Schießen. Um 4^4 Uhr gestern Mittag nahte das Boot wieder und die Batterie beschoß das­selbe, welches das Feuer erwiederte. Die Kernschanze und die linke Flügelschanze, mit Holsteiner Artillerie besetzt, warteten nun nicht mehr und fingen in Ver­zweiflung wegen des bisherigen Stillstandes ohne Be­fehl das Feuer an. Es wurde ihnen geboten aufzu­hören, umsonst. Die Dänen singen nun ebenfalls an, das Feuer zu erwiedern , und warfen Bomben, wo­durch denn ein Braunschweig'scher schwer an dem lin­ken nltergelcnkc und 2 leicht verwundet wurden. Die Kanonade dauerte zwei Stunden, worauf sie zu­erst von dänischer Seite eingestellt wurde. Wer auf deren Seite geblieben, ist unbekannt; soviel weiß man, daß ein Kanonenboot zertrümmert wurde. Dieser Kampf wurde also gerade von unserer Seite erzwun­gen und wir mußten gleich die Folgen fühlen, daß nur bisher die Boote hatten fahren sowie die Entfer- I.ung und den Platz, wo die Lagerhütten standen, hatten beobachten lassen; denn nach diesem warfen sie ihre Bomben, welche viele Gewehre und Tornister be­schädigten. Bis jetzt (8% Uhr) ist noch Alles ruhig.

Frankfurt, 25. Mai. Dem Gerüchte nach hat } Berlin, 21. Mai. Was wir schon vor einigen gestern in .Lauterbach an der Bergstraße ein beklagens- j Tagen mitgetheilt hatten, Herr v. Manteuffel stehe werther Vorfall stattgefunden. Es sollte eine Volks- ; nicht mehr in der Gunst bei Sr. Majestät, welche seine Versammlung abgehalten werden; Kreisrath Prinz ; treue Aufopferung für das dynastische Wohl so sehr wollte sie verhindern, man weiß nicht aus welchem j verdient zu haben scheint, wird uns auch noch von an- Grunde. Darauf hin wäre er mißhandelt oder gar derer Seite mit großer Bestimmtheit versichert. Der qetödtet, worauf das requirirte Militär, Nassauer und ' König soll so ganz und gar unter dem Einflüsse des Hessen-Darmstädter, von der Schußwaffe Gebrauch ge- Herrn v. Radowitz stehen, daß die wichtigsten Staats­macht', ein halbes Dutzend Menschen erschossen und asten vorgenommen werden, ohne daß man für nöthig

sehr viele gefangen hätten. So sagt das Gerücht, wir müssen die näheren Umstände abwarten und hof­fen, daß das Gerücht wie gewöhnlich übertrieben habe.

(N. D. Z.;

Darmstadt, 24. Mai. Das gedruckteVerzeichnis der Forderungen des hessischen Volkes, insbesondere des Odenwaldes," enthält 15 Punkte. Darunter: 9) Es müssen die Gemeinden unbedingt selbstständig erklärt werden, sowohl was die Verwaltung des Ge- meindevermögens als die Wahl der Gemeindevertreter betrifft. Es müssen alsdann im ganzen Lande neue Wahlen für die Gemeindevertretung ftattfmben. 10) Er- i richtung einer Nationalbank für Gewerbe, Handel und ' Ackerbau, zum Schutze gegen das Uebergewicht der großen Kapitalisten. 11) Abschaffung des alten Steuer- wesens, dafür Einführung einer progressiven Einkom­mensteuer. 12) Entsprechende Zölle zum Schutz und zur Hebung der inländischen Industrie. 13) Er­richtung eines großen Pensionsfonds, aus dem jeder arbeitsunfähig gewordene Bürger unterstützt werden kann; hierdurch fällt der besondere Pensionsfoud für

die Staatsdiener von selbst weg. 14) Geschwornen­gerichte ohne Census. 15) Freie Wahl der Offiziere durch die Soldaten." (F. 3 )

Alzei, 24. Mai. Der hiesige Märzverein hatte

4)

einen Aufruf au sämmtliche Gemeinden Rheinhessens zur Beschickung einer Versammlung durch Gemeinde- abgeordnete erlassen; diese sehr zahlreich besuchte Ver­sammlung fand heute statt und faßte folgende Beschlüsse:

1) Entfernung des Ministeriums Jaup und Er­nennung eines volksthümlichen Ministeriums.

2) Allgemeine Volksbewaffnung.

3) Berufung einer constituirenden Versammlung. Beeidigung des Militärs, der Beamten und aller Bürger auf die deutsche Verfassung.

Amnestie für alle politischen Verbrechen und Vergehen.

Entfernung der jetzigen Besatzung aus Mainz und Besetzung der Festung durch deutsche Truppen welche die Verfassung beschworen haben.

Entfernung der hessischen Truppen von der badischen Grenze.

5)

6)

7)

8)

9)

Eine Deputation von 24 Bürgern stellt morgen diese Anträge an den Großherzog.

Am zweiten Pfingsttage, Nachinittags 2 Uhr, Volksversammlung in Wörrstadt, um von der Deputation die Antwort des Großherzogs zu vernehmen und geeigneten Falls das Weitere zu beschließen.

~ Morgen früh geht die Deputation von 24 aus den verschiedenen Theilen Rheinhessens durch Akklamation gewählten Mitgliedern nach Darmstadt. hMz. Z.)

München, 22. Mai. Der König soll entschlossen sein, die Adresse der zweiten Kammer nicht anzunhmen, aber eben so wenig die Kammern auflösen, wie das Ministerium entlassen wollen. Wie sich dies Alles vereinigen läßt, ist eins der vielen Räthsel unserer ab­normen Zustande. Wahrscheinlich weiß die Regierung selber noch nicht, was sie thun will, denn sie lebt wie ein Schwindler, dem das Wasser am Halse steht und dessen Devise ist:Kommt Zeit, Kommt Rath!" Morgen soll eine Proklamation an die Pfälzer vom Stapel laufen; auch heißt es heute wieder, es solle vorläufig nichts gegen die Deputieren aus der Pfalz geschehen, weil sie ausschließen, die Trennung der Pfalz aner­kennen hieße. Die offiziellen Blätter wimmeln von Armeebeförderungen.Frische Besen kehren gut!" denkt der König. (Mz. Z.)

Leipzig, 23. Mai. Das hiesige Spießbürgerthum, welches über seinen vollen Kisten brütend, so uner­gründlich schmachvoll sich benommen hatte, als Dres­den zum Kampfe für die Reichsverfassung aufstand, empfängt nachgerade seinen Lohn. Bekanntlich haben Stadtrath und Stadtverordnete in ihrer Herzensangst vor dem Schrecken der provisorischen Regierung und dem Ministerium Beust-Ravenhorst zugleich, am 6. Mai sich unter den Schutz der deutschen Zentralgewalt ge­stellt. Als aber die rothe Monarchie der Branden­burger in Sachsen gesiegt hatte und die Sache der : deutschen Reichsverfassung nach heldenmüthigem Kampf unterlegen' war, da überschlich ob dieseskühnen Schrit­tes" die städtischen Behörden noch weit größere Angst, da sie'mit Recht besorgten , daß man diese Anrufung der deutschen Zentralgewalt als eine Losreißung von der königlichen sächsisch - standrechtlich-preußischen StaatS- regierung betrachten könne, und sie leisteten in einem motivirten Bericht an die königliche Kreisdirektion hie- selbst vollkommene Abbitte. Nichtsdestoweniger ist ih- : neu kürzlich ein Bescheid des nun bekanntlich unter i preußischer Oberhoheit stehenden Ministeriums zugcfer- ! tigt worden, worin ihnen zwar für das große Ver­gehen, das sie begangen haben, allergnädigste Ver­zeihung zugesichert, aber doch zuletzt, wie Schuljungen, gehörig der Tert über ihren kühnen Schritt gelesen wird. ^cdientcnfinn wird gebührender Weise stets mit Fußtritten regalirt. (R.-Z.)

hält, den Minister des Innern dabei um seinen Ratb zu fragen. Manteuffel soll diese Ungnade sehr schwer empfinden, und schon mehrmals auf dem Punkte ge­wesen sein, um Entlassung aus den Diensten Sr. Maj. zu bitten. (Tr.Z.)

Berlin, 21. Mai. Seit acht Tagen erscheint hier mit polizeilicher Erlaubniß einStraßenanzeiger", wel­cher täglich an allen Ecken der Hauptstadt angeklebt wird, wodurch viele Leute durch geringe Insertions- gebühren ihre Anzeigen verbreitet fanden. Der gestern Morgen angeklebte Straßenanzeiger wurde jedoch kurz nachher von den Konstablern von allen Ecken wieder abgerissen. Als Grund soll folgende Anzeige, die wir so glücklich waren, noch vorher zu lesen, gegolten ha­ben:Um GotteswilIen keine Republik! Be­rücksichtigen Sie, meine deutsche Brüder, daß unsere liebenswürdigen Fürstenkinder kein nützliches Handwerk erlernt haben, also nicht im Stande sind, sich selbst­ständig zu ernähren, da Paradeabnehmen, Theaterbe- Ulche, Jagdvergnügen und Pferderennen zwar die edelsten und würdigsten Beschäftigungen sind, jedoch ohne die Hülse der Armenkommission noch keine hin­reichende Bürgschaft der Eristen; gewähren. Die Re­publik ist daher das himmelschreiendste Unrecht, in ihr könnte es sich ereignen, daß eine hochgeborne Prin­zessin zur Mißheirath mit einem stillvergnügten Wein- Handler gezwungen würde. Für heute habe ich nichts weiter hinzuzufügen, als großes Konzert, frischer Mai­trank und wissenschaftliche Vorträge. Freundschaft­licher Gruß. Louis Drucker, Türkisch-preußisch­russisch-standrechtliche Martial-Weinhandlung in Ber­lin, Judenstraße 2." (N. D. Z )

Berlin, 23. Mai. Eine Nachricht derIndcpen- dance belge", daß Frankreich gegen die Intervention Rußlands in Oesterreich prötestire und Herrn Lamotte Levayer mit einem Ultimatum nach Berlin entsandt habe, daß Frankreich es für einen casus belli ansehen würde, wenn der Einmarsch der Russen nicht sofort cessirt werde, beschäftigt heute alle Kreise unserer po­litischen Welt.

Der bayerische Commissarius, Hr. v. Lerchen­feld, betheiligt sich für jetzt nicht mehr an der hier unter Leitung des Hrn. v. Radowitz statt findenden Minister-Conferenz. Die Regierung Oesterreichs hat sich mit Preußens Vorschlägen in Betreff deS engern wie des weiteren Bundes nicht einverstanden erklärt. Die Unterhandlungen werden im Augenblick nur zwi­schen Preußen, Hannover und Sachsen gepflogen und selbst zwischen diesen Mächten walten noch Differenzen ob. Hr. Stüve hat sich noch nicht in allen Punkten den Propositionen des Herrn von Radowitz .angrschlos- sen. Die preußische Regierung hat die Hoffnung auf eine Verständigung und Vereinbarung noch nicht auf- gegeben und schlimmsten Falls scheint Preußen ent­schlossen, auf eigene Hand zn handeln. (F.J.)

Danzig, 19. Mai. Gestern Mittag ward der Präsident des demokratischen Cltibbs und Siebafteur des Organs desselben, des Danziger Volksblatts, Dr. Friedrich Erüger, in seiner Wohnung verhaftet und in das Criminialgefängniß abgeführt. Die Anklage des Staatsanwaltes (der hier erst seit kurzem sein Amt angetreten) lautet auf Hochverrath. Gleichzeitig ist auch das Erkenntniß gegen den frühern Redakteur des gedachten Blattes, den Eandidatc» der Philosophie, Gustav Bochert, erfolgt. Derselbe ist wegen Maje- stätsbelcidignng zum Verluste der Nationalkokarde und zu vierjähriger Einstellung in eine Strafsektion verur- theilt worden.

Schleswig, 21. Mai. Die Nachricht, daß däni­scher Seits ein Friedens- und Waffenstillständsvorschlag, der von einer Demarkationslinie Husum-Flensburg aus­geht, vorgelegt sei, glauben wir, so fabelhaft derselbe auch klingt, doch aus guter Quelle bestätigen zu kön­nen. Eine solche Friedensbasis ist in der That pro- ponirt; Lord Palmerstan soll den Vorschlag indeß nur passiv cntgegcngenommen und Ritter Bunsen ihn mit obligaten Randglossen nach Frankfurt und Berlin ge­sandt^ haben. Als dänischer Bevollmächtigter für die Unterhandlungen wird der Graf Karl v. Plessen, bekanntlich auch früher Gesandter in Berlin, ge­nannt. (Fr. 3 )

Altona, 23. Mai. Der Inhalt eines Privat- schreibcns ans Fridericia vom 20. Mai klingt sehr er­freulich für uns. Nach demselben hat die Besatzung der Festung einen Parlamentär in das schleswig-hol­steinische Lager geschickt, mit dem Ersuchen um Waff fenrnhe, bis auf eine von Fridericia nach Kopenhagen gesendete Anfrage der Bescheid eingetroffen sein würde. Welcher Art diese Anfrage war, darüber ist von Sei­ten der Dänen, wie auch sehr erklärlich, nichts hinzu­gefügt worden.

Bei den vielfachen Bränden, welche die deutschen Boni» ben bereits veranlaßt haben, und der natürlichen Be­fürchtung, daß ungeachtet der aus Kopenhagen in die Festung geschafften trefflichen Lösch-Vorrichtungen die Zerstörung immer weiter um sich greifen werde, ist vermuthlich der Entschluß zur Uebergabe Fridericia's Gegenstand der Unterhandlung zwischen dort und Ko­penhagen. Bonin hat, nach dem eben erwähnten Schreiben die Waffenruhe für die Frist bewilligt.

(Köln. Ztg.)

Wien, 21. Mai. Daß heute Morgens auf dem­selben Platze, wo Mcssenhauser, Becher und noch sechs- zehn Andere geblutet haben, ein Mann mit Pulver