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Freiheit und Hedif

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JK UV. Wiesbaden. SornrLag, 2G. Mai

DieFreie Zeitung" erscheint, mit Ausnahme deS Montags, täglich in einem Bogen. Der AoonnementSpreiS beträgt vierteljährig hier in Wiesbaden 1 vurch die Post bezogen mit verhaltmßmachgem Aufschläge. Inserate werden bereitwillig ausgenommen und sind bei der großen Verbreitffna der Freien Zeituna" Erfolge. - Die Jnscrationsgebuhren betragen für dre vierspalüge Petitzeile oder deren Raum 3 Kreuzer. a

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st. 45 kr., auswärts stets von wirksamem

<^,ww^^ . den 18. Mai.

Teuflischer Heuchler! Du machst mit der Rechten das Zeichen des Kreuzes,

Doch mit der Linken indeß schlägst Du die Völker an's Krenz. .

Graf Platen.

Der Herr von Hohenzollern bemäntelt seinen neu­sten Verrath an der deutschen Sache die Abberu­fung der preußischen Abgeordneten aus der Pauls­kirche mit folgender gleisnerischer Ansprachean sein Volk." Wenn der Deutsche sich nochmals, wie schon so oft, durch solche abgedroschene Schauspieler- künste täuschen und hinters Licht führen läßt, so ver­dient er in der That, daß auf seinem Rückeik die Knute des russischen Vasallen in Potsdam tanzt.

Die neueste königliche Theaterrede lautet: An Mein Volk!

Unter dem Vorwande der deutschen Sache haben die Feinde des Vaterlandes zuerst in dem benachbar­ten Sachsen, dann in einzelnen Gegenden von Süd- deutschland die Fahne der Empörung aufgepflanzt. Zu Meinem tiefen Schmerze haben auch in einigen Thei­len unseres Landes Verblendete sich Hinreißen lasten, dieser Fahne zu folgen, und unter derselben, im offenen Aufruhr gegen die rechtmäßige Obrigkeit, gött­liche und menschliche Ordnung umzustürzen.

In so ernster und gefahrvoller Zeit drängt es Mich, ein offenes Wort zu Meinem Volke zu reden. ~

Ich habe auf das Anerbieten einer Krone Seitens der deutschen Nationalversammlung eine zustimmende Antwort nicht ertheilen können, weil die Versammlung nicht das Recht hatte, die Krone, welche sie Mir bot, ohne Zustimmung der deutschen Negierungen zu ver­geben, weil sie Mw unter der Bedingung der Annahme einer Verfassung angetragen ward, welche mit den Rechten und der Sicherheit der deutschen Staaten nicht vereinbar war.

Ick habe fruchtlos alle Mittel versucht und er­schöpft, zu einer Verständigung mit der deutschen Na­tionalversammlung zu gelangen. Ich habe Mich ver­gebens bemüht, sie auf den Standpunkt ihres Man­dats und des Rechtes zurückzuführen,,welches nicht in der eigenmächtigen und unwiderruflichen Feststellung, sondern in der Vereinbarung einer deutschen Verfas­sung bestand, und selbst nach Vereitelung Meiner Be­strebungen habe Ich in der Hoffnung einer endlichen friedlichen Lösung nicht mit der Versammlung ge­brochen.

Nachdem dieselbe aber durch Beschlüsse, gegen wel­che treffliche Männer fruchtlos ankämpften, ihrerseits den Boden des Rechtes, des Gesetzes und der Pflicht gänzlich verlassen, nachdem sie uns um deßhalb, weil wir dem bedrängten Nachbar die erbetene Hülfe fieg- reich geleistet, des Friedensbruchs angeklagt, nachdem sie gegen uns und die Regierungen, welche sich mit Mir den verderblichen Bestimmungen der Verfassung nicht fügen wollten, zum offenen Widerstande^ aufge­rufen, jetzt hat die Versammlung mit Preußen ge­brochen. ' Sie ist in ihrer Mehrheit nicht mehr jene Vereinigung von Männern, auf welche Deutschland mit Stolz und Vertrauen blickte. Eine große Zahl ist, als die Bahn des Verderbens betreten wurde, frei­willig ausgeschieden, und durch Meine Verordnung vom gestrigen Tage habe ich alle preußischen Abgeord­neten, welche der Versammlung noch angehörten, zu­rückberufen. Gleiches wird von andern deutschen Regierungen geschehen. In der Versammlung herrscht jetzt eine Partei, die im Bunde steht mit den Menschen des Schreckens, welche die Einheit Deutschlands zum Vorwande nehmen, in Wahrheit aber den Kampf der Gottlosigkeit, des Eidbruches und der Raubsucht gegen die Throne entzünden, um mit ihnen den Schutz des Rechtes, der Freiheit und des Eigenthums umzustürzen. Die Gräuel, welche in Dresden, Breslau und Elber­feld unter dem erheuchelten Rufe nach Deutschlands Einheit begangen worden, liefern die traurigen Be-, weise. Neue Greuel sind geschehen und werden noch vorbereitet. Während durch solchen Frevel die Hoff­nung zerstört ward, durch die frankfurter Versammlung die Einheit Deutschlands erreicht zu sehen, habe Ich in Königlicher Treue und Beharrlichkeit daran^ nicht verzweifelt. Meine Regierung hat mit den Bevoll­mächtigten der größeren deutschen Staaten, welche sich Mir angeschlossen, das in Frankfurt begonnene Werk der deutschen Verfassung wieder ausgenommen.

Z.^ Diese Verfassung soll und wird in kürzester Frist

der Nation gewähren, was sie mitNeP verlaiMund i erwartet: ihre Einheit, dargestellt durch eine cinhcit-s liche Erecutiv- Gewalt, die nach außen den Namen ! und die Interessen Deutschlands würdig und kräftig t vertritt, und ihre Freiheit, gesichert durch eine Volks- s Vertretung mit legislativer Beprgniß. Die von der National-Versammlung entworfene Reichs-VerfassungZ ist hierbei zu Grunde gelegt, und sind nur diejenigen Punkte derselben verändert worden, welche aus den. Kämpfen und Zugeständnissen der Parteien hervorge-' gangen, dem wahren Wohle des Vaterlandes entschie-, den nachtheilig sind. Einem ReiHätagc aus allen Staa-Ä teil, die sich dem Bundesstaate anschließen, wird diese, Verfassung zur Prüfung und Einstimmung vorgelegt? werden. Deutschland vertraue hierin dem Patriotis­mus und dem Rechtsgefühle der preußischen Regierung; sein Vertrauen wird nicht getäuscht werden.

Das ist Mein Weg. N'ur der Waynsinn oder die

Lüge kann solchen Thatsachen gegenüber die Behaup-s tung wagen, daß Ich die Sache der deutschen Einheit, aufgegeben, daß Ich Meiner früheren Ueberzeugung und Meinen Zusicherungen Untreu geworden.

Preußen ist dazu berufen, in so schwerer Zeit Dentsch-

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land gegen innere lind äußere Feinde zu schirmen, und es muß und wird diese Pflicht erfüllen. Deßhalb rufe Ich schon jetzt Mein Volk in die Waffen. Es gilt, Ordnung und Gesetz herzustellen im eigenen Lande und in den übrigen deutschen Ländern, wo unsre Hülfe verlangt wird; es gilt, Deutschlands Einheit zu grün den, seine Freiheit zu schützen vo der Schreckens-Herr­schaft einer Partei, welche Gesittung, Ehre und Treues, ihren Leidenschaften opfern will, einer Partei, welcher es gelungen ist, ein Vietz der BJhörung und deS Jrr- wahns über einen Theil des VJkes zu werfen.

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Die Gefahr ist groß, aber vor dem gesunden Sinne Meines Volkes wird das Werk der Lüge nicht bestehen â dem Rufe des Königs wird die alte preußische Treue, wird der alte Ruhm der preußischen Waffen.entsprechen.

Steht Mein Volk zu Mir, wie ich zu ihm in Treue und Vertrauen einträchtig, so wird uns Gottes Segen und damit ein herrlicher Sieg nicht fehlen. Charlottenburg, 15. Mai 1849.

Friedrich W i Graf v. Bvandenburg

Zuruf würtcmbergischcr Frauen und Jungfrauen an unsere deutschen Krieger.

Deutsche Krieger 1 Ein mächtiger Geist weht durch alle Gauen unseres gemeinsamen Vaterlandes; es ist der Geist der erwachten wahren Freiheit des deutschen Volkes! Auch an Euch, deutsche Jünglinge, die Ihr dem Banner deutscher Heere folget, geht der mahnende Zuruf dieses Geistes der Freiheit, mitzuwirken, daß dieses so lang ersehnte Kleinod endlich unveräußer­liches Eigenthum der.ganzen Nation werde. Doch nicht auf dem seither beschrittenen Wege werdet Ihr, deutsche Krieger! das köstliche Gut der Freiheit errun­gen helfen! Ihr könnet, wenn bürgerlicher Wohlstand und Glück, welche nur iu der Freiheit des Volkes ge­deihen können, Euch unschätzbare, heilige Güter find, nicht länger Euern Leib und Eure Kraft einer volks­feindlichen Fürstentyrannei weihen, indem Ihr länger Eure Waffen nach dem Herzen des Volkes, aus dein Ihr hervorgegangen seid und in dessen Mitte Jyr einst wie­der zurückkehren wollt, richtet! Die deutsche Mut­ter Erde wird einst Rache schreien über Euch, wenn Ihr fortfahret, sie mit dem Bsute Eurer Väter und Brüder zu tränken, wenn Ihr Euch länger hergeben wollt zu feilen Henkern feiger Fürstentyrannci!

Ihr habt geschworen dem Vaterlande zu dienen gegen äußere Feinde, aber nicht das Herz des eige­nen Vaterlandes, die friedlichen Gauen der eigenen Heimath mit dem Blute seiner Söhne, Eurer Brüder zu färben. Wohlan denn, deutsche Jünglinge und Männer! Höret den Zuruf deutscher Frauen und Jung­frauen: Bedenket Eure Zukunft bedenket den friedlichen Bürgerstand, dem Ihr einst wieder angehören wollt; bedenket das friedliche Glück der Liebe und der Ehe, so wie des häuslichen Heerdes, welches. aus der Ferne freundlich Euch entgegen lächelt!!! Hört das Gelübde deutscher Frauen welches in heiliger Vaterlandsliebe wir gelobt:

Nie werden wir dem unsere Hand am Altare reichen, dessen Hand von dem

Dlute seiner deutschen Mitbrüder be­fleckt wurde!"

Nie werden wir mit dem unsern häus­lichen H e e r d theilen, der mit F e u e r und Schwerdt dieses unser Heiligthum zerstöret hat!!"

Nie werden wir dem einst in treuerLiebe nah'n, dessen feindliche Waffe Unglück und Verderben über die deutschen Gaue gebracht hat!!!"

Höret deutsche Jünglinge unsern Schwur, und des Himmels Vergeltung treffe uns, wenn wir dieses Ge­lübde nicht halten!

Deutsche Krieger! Das Erbe Eurer Väter, so lautet ihr^ Entschluß, welches Ihr frevelndlich durch Eure Waffen zu zerstören trachtet, sei Euch entzogen! Es komme denen zu gute, die Ihr im blinden Wahne zu Wittwen und Waisen gemacht! Bedenket diesen Abgrund, der sich Euch vor Euren geblendeten Augen öffnet und haltet zum Volke, oder der Genius einer glücklichen Zukunft für Euch verhüllt trauernd sem Haupt!! Den 7. Mai 1849.

Frauen und Jungfrauen des König­reichs Würtemberg.

Mögen die Frauen und Jungfrauen anderer Gauen diesem patriotischen Zuruf beitreten.

Nationalversammlung zu Frarrkfurt.

222. Sitzung vom 17. Mai.

Der Präsident Reh zeigt den Austritt der Abg. v. Wegnern, Reithmaier, Graf Giech, v. Rotenhan, Suchan, Schleusing, Döl­linger, von Treskow und Wielhaus an.

Ministerpräsident Grävell erklärt auf eine Interpellation des Abgeordneten Mohr, daß keine neuen Truppen in Mainz an- gekommen, noch viel weniger Truppen von dort hierher beordert seien. Der Reichsverweser theilt Abschrift eines Schreibens der preußischen Gesandtschaft mit der Verordnung vom 14. d. wegen Abberufung der preußischen Abgeordneten mit, ferner die Ernen­nung des Ministers des Aeußern und der Marine (Jochmus), der Justiz (Detmold) und der Finanzen (Merck). DieJ^eschäfte deS KriegSministenumS führen einstweilen General Eberle und Oberst Ltavenhagen. Das HandelSniinisterium bleibt vorläufig unbesetzt. Endlich theilt der Reichsverweser eine Abschrift des von ihm ge­nehmigten ministeriellen Programms mit. Es lautet:

Die Errichtung deS Verfassungswerkes ist durch daS Gesetz vom 28. Juni 1848 von der Thätigkeit der Centralgewalt auSge- schloflen. Schon aus diesem Grunde hält die Centralgewalt eine Wirksamkeit behufs der Durchführung der Verfassung für außer­halb ihrer Befugnisse und Pflichten liegend. Wie sie jedoch einer­seits gern bereit ist, eine Anerkennung der Verfassung bei den Re- gierungei! zu vermitteln, so erachtet sie es andrerseits als durch die ihrer Obhut anvertraute Wohlfahrt und Sicherheit Deutschlands geboten, allen ungesetzlichen und gewaltsamen Bewegungen, welche die Durchführung der Verfassung zum Vorwande oder Anlaß ha­ben, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzutreten, so bald die Hulse und Vermittlung der Centralgewalt von der betreffenden Regierung nachgesucht wird. Wie die Ceniralgewalt innerhalb der ihr durch das Gesetz vom 28. Juni angewiesenen Competenz von der der Reichsvers. zustehenden Erricht mg sich, fern zu halten entschlossen ist, also erachtet sie es auch als eine Pflicht, die ihr ausschließlich zustehende RegieruugSgewalt vor jeder Ein- mischnng zu bewahren und jeden Eingriff in dieselbe znrückznweisen.

Dr. Grävell, Jochmns, Detmold, Merck."

Welcker stellt den Antrag:- 1) die National-Versammlung erklärt, nachdem sie die Ernennung des Reichsministeriums und dessen Programm vernommen: daß sie zu diesem Ministerium nicht daS geringste Vertrauen haben könne, sondern vielmehr des­sen Ernennung unter den obwaltenden Umständen für eine Belei­digung der Nationalrepräsentation ansehen Müsse; 2) Der Reichs­verweser soll durch eine Deputation ersucht w rden, ein Ministe­rium zu ernennen, das gewillt ist, die Reichsverfassung durchzu- führen.

Freudentheil stellt den Antrag: zu erklären, daß die er­nannten Minister das Vertrauen der Nationalversammlung nicht besitzen, und in keiner Beziehung auf deren Unterstützung rechnen dürfen.

Die Dringlichkeit beider Anträge wird anerkannt. (Minister- Prâsident Grävell verläßt die Sitzung.)

Welcker und Frcndentbeil begründen ihre Anträge mit kurzen Worten. Welcker schlägt vor, die Anträge nicht sofort zu berathen, sondern an den DreißigerauSschuß zu verweisen. (Links: Nein! nein!)

Simon von Trier führt aus den früheren Beschlüssen und dem Gesetze vom 28. Juni den Nachweis, daß die National- Versammlung einzig und allein die Verfassung zu beschließen und die Centralgewalt sie auch gegen die Regierungen durchzufühlen habe.

Jordan von Berlin: Ich schlage vor, das Ministerpro­gramm dem Dreisiiger-Anöschnsi zur schleunigen Berichterstattung zu überweisen, und dass dieselbe morgen stattfinde.

Nauwerck: Hr. Jordan heisst im stenographischen Bericht Abgeordneter von Berlin. Ich muss dagegen feierlich protestire» int Namen meiner Vaterstadt; Hr. Jordan ist für Freienwalde gewählt. Die Nationalversammlung sinkt nicht im Vertrauen der Nation; sie steigt. Hr. Jordan scheint mir zu den Leichen- witlercwl zu gehören, wie wir sie von Berlin und Kremsier her kennen. Wenn es sich davon handelt, über ein Parlament mit der Gewalt der Bajonette herznsallen, dann kommen gewisse Menschen, die die Leichen wittern, wie die Aasgeier. Ich kann